Seligsprechungsprozeß für Kardinal Nguyen eröffnet: 9 Jahre in vietnamesischer Einzelhaft
Nachrichten 04/10/2010 08:43:47
Am Rande der feierlichen finden Eröffnung finden verschiedene Initiativen statt, in deren Mittelpunkt die Figur des Kardinals und dessen Ruf der Heiligkeit stehen.
Leben: 13 Jahre im vietnamesischen Lager
Sein Name kombiniert westliche Namenstradition (François Xavier als Vorname vor den Familiennamen Nguyên) mit vietnamesischer (Van Thuân als persönlicher Name steht hinter dem Familiennamen).
1941 trat Nguyen Van Thuan ins An Ninh Minor Seminary ein und wurde am 11. Juni 1953 zum Priester geweiht. Nach sechs Jahren weiteren Studiums in Rom, wurde er von 1959 bis 1967 Mitglied der Fakultät und Regens des Seminars von Nha Trang. 1967 wurde er zum Bischof von Nha Trang ernannt und geweiht.
Am 24. April 1975 wurde er Koadjutorerzbischof von Saigon und Titularerzbischof von Vadesi. Nguyen Van Thuan wurde als neuer Bischof von Saigon bekannt für seinen Glauben und seine familiären Beziehungen zu Ngô Đình Diệm. Er wurde durch die kommunistische Regierung von Vietnam für 13 Jahre in einem Umerziehungslager gefangen gehalten, davon neun Jahre in Einzelhaft. Während der Gefängniszeit schmuggelte er Botschaften an sein Volk auf Papierfetzen hinaus. Diese kurzen Überlegungen wurden handschriftlich weiterkopiert und in der vietnamesischen Gemeinschaft weiterverbreitet. Sie wurden später im Buch „Hoffnungswege“ gedruckt. Ein weiteres Buch „Gebete der Hoffnung“, enthält seine Gebete, die er während der Gefängniszeit geschrieben hatte.
Am 21. November 1988 wurde Nguyen Van Thuan von der kommunistischen Regierung zwar freigelassen, aber ins Exil gezwungen. Er wurde durch Johannes Paul II. im Vatikanstaat aufgenommen und leitet den Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, wo er sich vor allem der Schuldenfrage der Entwicklungsländer annahm.
Johannes Paul II. nahm ihn am 21. Februar 2001 als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie Santa Maria della Scala in das Kardinalskollegium auf. Binnen einer Woche lockerte das vietnamesische Außenministerium die Restriktionen und der Kardinal konnte als ausländischer Besucher in sein Heimatland reisen.
Am 16. September 2002 starb Nguyen Van Thuan an Krebs in einer Klinik in Rom im Alter von 74 Jahren.

