Das Mittelalter war bunt: Neue Erkenntnisse zum Domportal Eichstätt
Nachrichten 04/10/2010 09:07:41
Vor allem die Fassung wurde im vergangenen Winter und Frühjahr nochmals genau durch die Bamberger Firma ProDenkmal untersucht. Dabei konnten faszinierende Neuerkenntnisse zur früheren Farbigkeit gewonnen werden. Die Erstfassung aus der Entstehungszeit des Portals um 1400 ist unter den heutigen Farbschichten weitgehend erhalten, ebenso die bemalten Gesichter. Fachleute bezeichnen das für mittelalterliche Architektur und insbesondere Kirchenportale als höchst selten.
Die heutige Bemalung entspricht in vielen Partien einer Restaurierung von 1619. Sie wurde nur im 19. Jahrhundert und 1947 überarbeitet. Der barocke Zustand wäre nach Einschätzung der Restauratoren mit überschaubarem Aufwand wieder zurück zu gewinnen, so dass sich das Portal „geradezu als Himmelspforte“ präsentieren würde. Das Hauptportal des Eichstätter Doms erscheint damit als ein überregional bedeutsames Beispiel für mittelalterliche und barocke Farbigkeit von Architektur und Bauskulptur.

