Bischöfe werben für Dialog zur Zukunft der Kirche
Nachrichten 20/03/2011 14:15:18
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx äußerte sich skeptisch gegenüber allzu weitreichenden Forderungen, die ein Gespräch verunmöglichten.
«Den Dienst an der Einheit habe ich noch nie als so große Herausforderung erlebt.» Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte, «für nachhaltige Reformen braucht es Langstreckenläufer und nicht Sprinter». Zugleich warnte er davor, sich in innerkirchlichen Debatten zu verlieren.
Der Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann, warb um Offenheit auf allen Seiten. Das bedeute nicht, alles zur Disposition zu stellen.
Der Dialog müsse in der kirchlichen Glaubenslehre und der liturgischen Tradition verankert sein. Der Eichstätter Oberhirte Gregor Maria Hanke erklärte, die gegenwärtige Krise der Kirche hänge mit gesellschaftlichen Umbrüchen zusammen. Strukturveränderungen genügten nicht. Mit der Dialoginitiative sei die Einladung zu einem gemeinsamen Weg der geistlichen Erneuerung verbunden.
Bei der ihrer Frühjahrsvollersammlung in Paderborn hatten die Bischöfe am Donnerstag einen Fahrplan für die Gespräche über die Zukunft der Kirche in Deutschland vorgestellt. Ein Ziel des Dialogprozesses ist es, nach den Erschütterungen durch den Missbrauchsskandal für neues Vertrauen in die Kirche zu werben.
Kernpunkte der bis 2015 laufenden Initiative sind jährlich wechselnde thematische Schwerpunkte, die durch Großveranstaltungen begleitet werden. In diesem Jahr soll es um die Frage gehen «Im Heute glauben: Wo stehen wir?».
Das Konzept war bei kirchlichen Verbänden weitgehend auf Zustimmung gestoßen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sprach von einem wichtigen Schritt nach vorn und mahnte eine Diskussion ohne Vorbehalte an. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend
(BDKJ) nannte als wichtigste Themen des Dialogs den Umgang mit Macht in der Kirche, Fragen zur Sexualität, Weiterentwicklung des Priesterbildes, das Miteinander von Priestern und Laien, die Förderung demokratischer Strukturen und die Stärkung von Frauen in der Kirche.

