Schauspielerin Christine Neubauer: Kardinal Ratzinger hat über Sr. Pascalina sehr gut gesprochen
Nachrichten 20/04/2011 19:17:04
(gloria.tv/ KNA) Die Schauspielerin Christine Neubauer (48) stellt im ARD-Zweiteiler «Gottes mächtige Dienerin» eine der einflussreichsten Frauen im Vatikan dar: Die Ordensschwester Pascalina Lehnert, die von 1918 bis 1958 Haushälterin und engste Mitarbeiterin des Vatikan-Diplomaten Eugenio Pacelli und späteren Papstes Pius XII. war. Von Agathe Lukassek (KNA)Im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) schildert sie ihre Eindrücke von einer Begegnung mit Papst Benedikt XVI., dem sie am Mittwoch eine DVD ihres Films überreichte.
KNA: Frau Neubauer, sind Sie nach wochenlangen Dreharbeiten im schwarz-weißen Ordensgewand mit der großen Haube auch als Schwester Pascalina vor Papst Benedikt XVI. getreten?
Neubauer: Nein, schwarz gekleidet und mit einem Tuch über dem Kopf.
Das ist ein absoluter Usus und eine Respektbezeugung, wie mir vorher gesagt wurde, und dem bin ich gerne gefolgt. Alles andere, wie man sich dem Papst gegenüber benimmt, wusste ich aus meiner Lehrzeit als Schwester Pascalina. Ich habe ihn mit «Heiliger Vater» angesprochen, das ist mir bekannt.
KNA: Wie war denn diese Kurzbegegnung nach der Generalaudienz?
Neubauer: Alles lief wunderbar, ich habe ihm die DVD übergeben und ihm alles erzählt: Dass wir das Leben der Schwester Pascalina verfilmt haben, dass wir auch hier in Rom und in Nähe seiner Heimatgemeinde gedreht haben. Ich hab' auch mit ihm auf Bayrisch gesprochen und ihm Grüße aus seiner bayrischen Heimat mitgebracht, und er hat sich über alles sehr, sehr gefreut. Er hat mich richtig angestrahlt.
KNA: Und wie fühlten Sie sich bei Ihrer ersten Begegnung mit dem Papst? Wie wirkte er auf Sie?
Neubauer: Ich war am Anfang freudig aufgeregt, aber als ich dann in der Reihe stand und die Begegnung immer näher rückte sind mir dann doch ein bisschen die Knie weich geworden. Es war sehr bewegend, es war für mich ein großer Akt. Und er war sehr menschlich, gütig, freundlich und wissbegierig, neugierig.
KNA: Also nicht der strenge Glaubenswächter?
Neubauer: Ich glaube, mit seinen Jahren als Papst Benedikt hat er ein sehr großes Herz bekommen Menschen gegenüber, und das strahlt er aus.
KNA: Benedikt XVI. hatte sich den anderen Zweiteiler, in dem Sie Schwester Pascalina in einer Nebenrolle spielen - «Pius XII.» aus dem Jahr 2010 - angesehen. Denken Sie, dass er auch daran interessiert sein wird, die Geschichte um den Papst, der die Kirche während des Zweiten Weltkriegs leitete, aus der Sicht einer Frau erzählt zu bekommen?
Neubauer: Das hoffe ich. Und ich weiß auch, dass er noch als Kardinal Ratzinger über Pascalina sehr gut gesprochen hatte und dass er sie kannte. Daran habe ich ihn jetzt auch erinnert. Diese Geschichte um Eugenio Pacelli ist so oft schon beleuchtet worden, aber wir sind die ersten, die sie aus dem Blickwinkel von Madre Pascalina zeigen. Worüber wir uns übrigens auch sehr gefreut haben, ist, dass die Produktion «Gottes mächtige Dienerin» bei den Fernsehfestival Monte Carlo mehrfach nominiert ist. Einmal als beste Miniserie, dann ist mein männlicher Partner Remo Girone als Pius XII. als bester Schauspieler nominiert und meine Wenigkeit als beste Darstellerin.









