Papst warnt vor „Drama“ der heute egoistisch gelebten Sexualität
Nachrichten 14/05/2011 05:38:05
(gloria.tv/ KNA) Papst Benedikt XVI. hat zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität aufgerufen. Deren tiefere Faszination entfalte sich erst durch eine Liebe, die sich nicht selbst genüge, sondern offen für die Gründung einer Familie sei, sagte der Papst am Freitag vor Angehörigen des Päpstlichen Instituts Johannes Paul II. für Studien über Ehe und Familie.Die Liebenden müssten sich stets bewusst sein, dass auch sie selbst ihr Leben ihren Eltern und letztlich Gott als Schöpfer verdankten. Das «Drama» heutiger Sexualität bestehe darin, dass diese oft auf den eigenen Körper und die eigenen Emotionen beschränkt bleibe und nicht über sich selbst hinausweise.
Wo Sexualität aus ihrem größeren Zusammenhang in der Schöpfung Gottes gelöst werde, rebelliere der Körper gegen den Menschen, sagte der Papst. Der Körper werde unter diesen Umständen zum bloßen Objekt der Inbesitznahme des Anderen.
An den von Michelangelo (1475-1564) geschaffenen nackten Figuren in der Sixtinischen Kapelle verdeutlichte der Papst, dass der menschliche Körper Ausdruck der wahren Liebe sei. Die Menschheit heutzutage neige dazu, den Körper als eine träge und schwerlastende Materie anzusehen, die der Freiheit und dem Wissen des menschlichen Geistes gegenüberstehe, sagte Benedikt XVI. Die auf den Fresken des Renaissance-Künstlers dargestellten Figuren seien hingegen von «Licht, Leben und Glanz» bewohnt. Damit habe Michelangelo zeigen wollen, «dass in unseren Körpern ein Geheimnis verborgen ist». Der Geist zeige sich in ihnen und arbeite in ihnen, so der Papst.
Michelangelo hat in der Sixtina das Jüngste Gericht und die Schöpfungsgeschichte dargestellt. - Der Papst sprach anlässlich einer Feier zum 30-jährigen Bestehen des Instituts.














