Was steckt hinter der Racheaktion des Profil-Journalisten Emil Bobi gegen Gloria.tv?
Nachrichten     07/02/2012 16:57
Herr Bobi, unterschreiben Sie einen „Aufruf zum Ungehorsam“ gegen Ihre Vorgesetzten bei Profil. Wir werden dann sehen, wie lange Sie mich noch interviewen können. Profil wird mit Ihnen einen kurzen Prozess machen.“ Von Kaplan Markus Doppelbauer, Gloria.tv.

(gloria.tv) An diesem Montag veröffentlichte der Journalist Emil Bobi im antiklerikalen österreichischen Magazin „profil“ einen Racheartikel gegen das internationale Video-Portal Gloria.tv. Dieser Artikel hat eine Vorgeschichte.

Bereits Ende September bat mich Emil Bobi um ein schriftliches Interview. Er wollte über unseren „Aufruf zum Gehorsam“ berichten, der inzwischen 2247 Unterschriften gesammelt hat. Da ich dem kirchlich mit Vorurteilen belasteten Bobi nicht zutraute, dass er aus dem Interview einen fairen Text formulieren würde, knüpfte ich die Publikation an eine Bedingung. Er dürfe es nur vollständig oder gar nicht veröffentlichen. Der arme Emil Bobi war ganz schockiert: „Meinen Sie das ernst?“ – schrieb er mir zurück.

Meine Vermutung bestätigte sich: Er wollte meine Meinung nur instrumentalisieren, um dadurch seine Meinung und seine Unterstellungen in die Welt zu setzen. Das bewies er im Artikel, der Anfang Oktober erschien.

Eine weitere Bedingung bei der Interview-Abgabe war, dass ich mir vorbehielt, mein eigenes Interview auch auf der Webseite unseres Gloria.tv zu publizieren. Dieser Vorschlag versetzte Bobi in große Unruhe. Er wollte mich mit einem Maulkorb versehen und behauptete, auf das Interview ebenfalls ein Copyright zu besitzen, sodass ich es nicht veröffentlichen dürfe.

Daher werde ich Bobis Anteil im folgenden Interview, also die Fragen, stark paraphrasiert wiedergegeben. Beim Lesen meiner von „Profil“ nicht veröffentlichten Antworten wünsche ich allen viel Spaß.

Das von Emil Bobi zensurierte Interview

Zuerst wurde ich gefragt, ob der „Aufruf zum Gehorsam“ mein Einfall war.

Meine Antwort: Der „Aufruf zum Gehorsam“ ist, weiß Gott, nicht nur meine Idee. Denn er wurde inzwischen von 2247 Personen, davon 203 Priestern oder Diakonen unterzeichnet. Im Gegensatz zum Aufruf zum Ungehorsam kann er nicht auf eine riesige Medienwalze hoffen, die Tag und Nacht dafür Werbung macht. Darum sind unsere Unterschriften auch so aussagekräftig. Sie sind nicht das Produkt von Propaganda und Gleichschaltung, sondern Frucht einer persönlichen, mutigen Überzeugung.

In der zweiten Frage wurde ich nach dem Anliegen des „Aufrufs zum Gehorsam“ gefragt.

Meine Antwort: Der Aufruf will zeigen, dass die parteiischen Medien – Profil eingeschlossen - der winzigen Gruppierung um die Ungehorsams-Initiative von Msgr. Helmut Schüller zu Unrecht so viel einseitige und kritiklose Aufmerksamkeit schenken.

In der dritten Frage ging es darum, ob der „Aufruf zum Gehorsam“ eine Anti-Initiative zu Helmut Schüllers „Aufruf zum Ungehorsam sei.

Meine Antwort: Aber nein. Der Aufruf zum Ungehorsam ist die Gegenaktion zur Kirche. Keine Organisation kann auf der Grundlage von Ungehorsam gedeihen. Herr Bobi, unterschreiben Sie einmal einen Aufruf zum Ungehorsam gegen Ihre Vorgesetzten bei Profil. Wir werden dann sehen, wie lange Sie mich noch interviewen können. Profil wird mit Ihnen kurzen Prozess machen.

In der vierten Frage wurde ich nach meiner Meinung über den „Aufruf zum Ungehorsam“ befragt.

Meine Antwort: Der Aufruf zum Ungehorsam ist ein Riesenschwindel. Natürlich investieren die Medien keine Energie, um diesen Schwindel aufzudecken, obwohl das ganz leicht wäre. Der Aufruf gibt vor, für viele Pfarrer zu sprechen. Das stimmt nicht. Die genannten Ungehorsams-Priester wären bei österreichweit 5.000 Geistlichen rund fünf Prozent. Doch sehr viele Priester auf der Liste sind gar keine Pfarrer. Es gibt dort viele pensionierte, suspendierte oder laiisierte Geistliche. Sogar ein Toter ist aufgeführt. Bei den Unterstützern findet sich die exkommunizierte Donauschifferin Christine Mayr-Lumetzberger. Riesenschwindel, eben.

In der fünften Frage wurde ich nach der Wirkung meines Aufrufes in der Öffentlichkeit gefragt.

Meine Antwort: Wenn Sie unter Öffentlichkeit die Medien verstehen, dann kam von dieser Seite natürlich nichts. Die Medien sind stramme Verbündete der Ungehorsams-Priester. Darum haben sie ein Interesse, dass kritische Stimmen totgeschwiegen werden. Doch das freie Internet macht ihnen inzwischen einen großen Strich durch die Rechnung. Über diese Schiene habe ich zahllose positive Rückmeldungen erhalten.

In der sechsten Frage wurde ich nach dem Widerhall in Österreich, in der Eidgenossenschaft und im Fürstentum Liechtenstein gefragt.

Meine Antwort: Vergessen Sie Deutschland nicht. Aus dem ganzen deutschsprachigen Raum – sogar aus Luxemburg, Elsass und Belgien – kamen Zuschriften. Die Kluft zwischen der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung ist gewaltig.

In der siebten Frage wurde ich gefragt, wie viele Menschen in Österreich und im Ausland den „Aufruf zum Gehorsam“ unterschrieben hätten.

Meine Antwort: Es gibt in der Kirche keine Österreicher oder Ausländer. Wir sind alle katholisch. Der kirchliche Provinzialismus jener, die sich mit den Lokalmedien verbünden, um die Kirche im Namen von Reformen zu verbürgerlichen ist zutiefst unkatholisch und kleinkariert. Die Unterstützer sind online einsehbar. Sie werden täglich mehr. Eine genaue Statistik habe ich nicht erstellt. Das wäre noch zu früh.

In der achten Frage wurde ich gefragt, ob die katholischen Oberhirten sich zum „Aufruf zum Gehorsam“ geäussert hätten.

Meine Antwort: Diese Frage hätten Sie auch selber beantworten können, Herr Bobi. Die Bischöfe sind heute von den Medien so eingeschüchtert, dass sie es nicht mehr wagen, Partei für ihre eigene Kirche zu ergreifen. Das ist zweifellos ein Sieg, den die Medien, Ihr Magazin eingeschlossen, für sich verbuchen können. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend. Das Internet gräbt den Printmedien und dem Fernsehen von Jahr zu Jahr immer mehr das Wasser ab.

In der neunten Frage wurde ich gefragt, ob Bischöfe Unterstützung für die Initiative signalisiert hätten.

Meine Antwort: Natürlich – aber immer mit dem obligaten Hinweis, dass die Namen nicht an die Öffentlichkeit dürfen. Die Kirche hat sich in den Untergrund drängen lassen. Das ist kein Zeichen dafür, dass wir in einer freien und offenen Gesellschaft leben, finden Sie nicht, Herr Bobi? Die Medien unterdrücken heute mit ihrer einseitigen Berichterstattung die freie Meinungsäußerung.
elisabethvonthüringen         12/02/2012 17:01
Protestant
Ein früherer Superintendent hat einmal erklärt, dass das Wort "Protestant" nicht vom heute verbreiteten "protestieren" gegen etwas kommt, sondern aus den lateinischen Worten pro und testis zusammengesetzt ist: Zeuge für etwas.
Ich glaube, wir tun den Protestanten Unrecht, wenn wir sie mit diesen Schüller-Protestierern auf eine Stufe stellen! [More]
Maria56         11/02/2012 15:10
Wir sollten mal genau hinschauen. Aktuell fällt auf, dass sich immer mehr kleine tiefreligiöse Gruppen zusammenfinden zu Gebet und Austausch. Auch immer mehr junge Menschen. Hier handelt es sich weitgehend um mutige Katholiken, die Leserbriefe veröffentlichen, die es in Kauf nehmen, angegriffen zu werden, die sich trauen, wo immer sie sich aufhalten, sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Es ist deutlich eine Veränderung zu spüren. Wir Christen (alle Christen!) sollten endlich aufstehen und uns … [More]
brit         09/02/2012 12:18
Die Medien unterdrücken nicht nur die freie Meinungsäußerung, nein, sie sind selbst gekaufte Sklaven und verbreiten unverfroren auch Lügen, die für unmündige Bürger (Menschen, die immer nur von der Meinung der Öffentlichkeit abhängig sind) sehr zum Schaden ihrer Seelen sind, sowie langfristig auch ihre Lebensqualität beeinträchtigen, wofür dann natürlich wieder irgendwelche andere als Sündenböcke hinhalten müssen. Der Herr möge sich ihrer erbarmen. Mfg Brigitte
TomLuka         08/02/2012 16:17
"Die Medien unterdrücken mit ihrer einseitigen Berichterstattung die freie Meinungsäußerung" = exakt so ist es.
Abramo         08/02/2012 16:06
Bravo, Herr Kaplan!
Iacobus         08/02/2012 12:58
Kompliment an Don Markus für die ausgezeichneten Antworten!
@Margit57:
Soweit ich weiß ist "Raiffeisen" ja ÖVP-nahe...
intellego1         08/02/2012 12:55
Vielen Dank Herr Kaplan Doppelbauer.
Präzise geantwortet.
Margit57         08/02/2012 12:16
Der Einfluss von "Raiffeisen" auf die Medien ist beachtlich. Vor allem die Kirchenfeindlichkeit der Zeitungen des Raiffeisen-Chefs Christian Konrad (Profil, Kurier etc.) ist nicht von schlechten Eltern. Auffallend ist, dass diese Zeitungen schwer angeschlagen sind und ohne Raiffeisen schon längst bankrott wären.
Wer liest denn schon solche antiklerikalen Revolverblätter wie "Profil" oder "Kurier"?
Bernhard220         08/02/2012 06:47
Was steckt hinter der Racheaktion des Profil-Journalisten Emil Bobi gegen Gloria.tv?
Es geht sich einzig und alleine um die Auflagenhöhe dieser Zeitung und damit um finanzielle Aspekte!
myschonok         07/02/2012 23:56
Wir leben in der Zeiten,wo Wörter der Wahrheit absolut ungeliebt sind.
Alles wird uns serviert schon zehn mal umgedreht und mit "Zusatzmitteln" abgeschmeckt.
Gloria Tv.- unterstutze bitte weiter die Kirche und uns.
Viel Kraft und Gottes Segen!
elisabethvonthüringen         07/02/2012 18:05
Vielleicht ist Bobi lernfähig...trotz des fortgeschrittenen Alters..
Christenverfolgung als Newsweek-Titelthema
7. Februar 2012
Das Magazin Newsweek macht die Christenverfolgung zum Titelthema. In „The war on Christians” („Krieg den Christen“) schreibt Ayaan Hirsi Ali über die bedrohliche, im „Westen“ aber immer noch unterschätzte bzw. bewusst verharmloste Lage der Christen in der Islamischen Welt.
Ihr Artikel hebt an mit folgender Feststellung: „We hear so often about Muslims … [More]
Barbarella         07/02/2012 17:32
Sehr lustig.
cyprian         07/02/2012 17:28
Irre!
Sankt Michael         07/02/2012 17:07
Aus sowas hätte man sich besser garnicht eingelassen.
Gloria.tv kann alles was es mag selbst publizieren und sollte daher garnicht die eigene Botschaft durch andere (Journalisten) filtern lassen.
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