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Kardinal Brandmüller über die Hexenverbrennungen

(gloria.tv/Mitschrift einer Vorlesung von Professor Walter Brandmüller an der Universität Augsburg vom 17. Mai 1996)

Allein schon die Tatsache, daß man von Hexenprozessen im Mittelalter spricht, verrät, daß man wenig Ahnung davon hat, denn Hexenprozesse gibt es im Mittelalter, d.h. bis in die Hälfte des 15. JH, nur verschwindend wenige. Hexenprozesse sind eine Erscheinung der frühen Neuzeit und haben ihren Höhepunkt in dem guten halben Jahrhundert zwischen 1580 und 1650.

Was also ist eine Hexe? - Oder ein Hexer? Und was ist Hexerei? Die Bezeichnung Hexe/ Hexer kommt erst seit etwa 1400, vermutlich zuerst in der Schweiz vor. Im weiteren Sinn versteht man unter Hexerei die Benutzung natürlicher, v.a. aber übermenschlicher Kräfte, um damit Wirkungen zu erzielen, die der Mensch aus eigenen Kräften nicht hervorzubringen vermag; insbesondere, wenn es darum geht, anderen Schaden zuzufügen. Das ist der sog. Schadenszauber (maleficium).

Der Glaube, daß soetwas möglich sei, läßt sich bis ins tiefe heidnische Altertum hinein verfolgen. Es waren keineswegs nur Frauen, denen man solche Untaten zuschrieb, sondern auch Männer. Anzunehmen, daß jemand, der soetwas tat, sich Satan auslieferte, lag im jüdisch - christlichen Bereich nahe. So entstand schon im Altertum der Begriff des Teufelspaktes, also eines Vertrags, mittels dessen ein Mensch sich Satan übergab und dafür dessen Hilfe zur Erreichung seiner Erreichung seiner bösen Zwecke erfuhr.

Damit war Hexerei also zugleich Abfall vom Glauben an Gott. Tatbestandmerkmale für Hexerei sah man dann um 1500 im Teufelspakt, Teufelsbuhlschaft, also sexuelle Verbindung mit dem Teufel, Hexenflug und Hexensabbath als Zusammenkunft der Hexensekte. Und natürlich Schadenszauber. Insbesondere im 16. und 17. JH glaubten die Leute, daß Hexen durch Salben und Liebestränke oder mit Hilfe von Dämonen, Liebe in Haß und Haß in Liebe verwandeln, daß man so sich an seinen Feinden rächen, Feuersbrunst entzünden, das Wetter machen könne, oder auch Schaden auf dem Feld oder im Stall oder selbst den Tod von Menschen herbeizuführen vermöge.

Schon das AT hat die Sünde der Zauberei gekannt und streng verurteilt.
Weil Zauberei mit Götzendienst eng zusammenhing, belegte das Gesetz des Mose den Zauberer mit der Todesstrafe. "Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen" (Ex 22, 17) u.a. Auch im NT wird Zauberei als schwere Verfehlung betrachtet.

Da in Ephesus von vielen aus Heidentum und Judentum neubekehrten Christen Zauberei betrieben worden war, ließ der Apostel Paulus zahlreiche Zauberbücher verbrennen (vgl. Apg 19,18). Er zählt die Zauberei unmittelbar nach dem Götzendienst unter den Werken des Fleisches auf, die zum Unheil führen (vgl. Gal 5,20). Nicht anders konnte die frühe Kirche urteilen, z.B. wollte das Konzil von Elvira um 305 jemanden, der einen Menschen durch Zauberei getötet hatte, was ohne Götzendienst nicht möglich sei, mit Kommunionverbot bis Lebensende bestraft wissen.

Im germanischen Kulturkreis waren es etwa die heidnischen Sachsen, die Hexen verbrannten und Karl der Große verbot um 800 nach der Unterwerfung der Sachsen das Verbrennen der Hexen unter Todesstrafe.

In der Tat war der Hexenglaube ein Überrest des Heidentums, den die Kirche nicht zu bekämpfen aufhörte. In einer Predigt aus der Karoloinger Zeit heißt es: "Viele Menschen glauben, daß es Hexen gibt und sagen, daß sie Kinder, Rinder und Pferde verzehren und anderes Böses tun. Das soll man nicht glauben, es hat nie eine Hexe gegeben und es wird nie eine solche geben, aber der Teufel sagt solche Worte durch den Menschen."

Nun, das war natürlich auch etwas ungenau, denn zumindest die Versuche, auf diesem Weg Böses zu tun, hat es gegeben - die Absichten. Ein kirchliches Gesetz aus dem 9. JH befiehlt, daß die Priester diesen Aberglauben bekämpfen sollten. Und alles, was man so von Hexen erzählte, wurde in dieser Zeit einer hohen Bildung (Karolinger Zeit - karolinische Renaissance) eben als das erkannt, was es wirklich war: Wahngebilde.

Was man für möglich hielt, war indes, daß ein Mensch sich Satan übereignete und das nannte man den Teufelspakt. Leute, die in solchem Ruf standen, wies man aus. Indes gab es genügend Bischöfe, die ein übertriebenes Erstnehmen des Teufels bekämpften. Bischof Burckhard von Worms befahl um das Jahr 1000 sogar, Frauen, die behaupteten, Hexen zu sein, zu züchtigen und sie des Landes zu verweisen. Papst Gregor VII. (+1085) schärfte dem König Hacon von Dänemark im Jahre 1080 mit ernsten Worten ein, welches Unrecht es sei, Frauen, die man des Wettermachens und anderer Zauberei beschuldigte, zum Tode zu verurteilen.

Im weltlichen Recht begegnen wir dann 1224 in der sog. Treuga Henrici der Vorschrift, Ketzer, Zauberer und Hexen empfindlich nach Ermessen zu bestrafen. Der Sachsenspiegel und auch der Schwabenspiegel, also diese Volksrechte, Stammesrechte, nehmen sogar die vor 400 Jahren von Karl d.G. verbotene Verbrennung von Hexen wieder in ihre Bestimmungen auf. Also sehen diese Volksrechte um 1230 wieder eine solche Todesstrafe für Hexen vor.

Eine Trierer Synode von 1310 sah sich offenbar einem neuaufflammenden Hexenglauben gegenüber, denn sie bestimmte, keine Frau soll vorgeben, daß sie nachts mit der heidnischen Göttin Diana ober mit der Herodias in einer zahllosen Schar von Frauen ausreite. Das ist ein Teuflischer Wahn, sagt die Synode.

Eine eigentliche Hexenverfolgung stellen wir erst gegen Ausgang des Mittelalters fest. Indes war es die Bevölkerung selbst, die erst in der Schweiz, dann auch in Frankreich, die weltlichen Gerichte dazu und dann auch zur Verhängung der Todesstrafe drängte. Es war das "gesunde Volksempfinden". Es gab nun Höhepunkte dieser Verfolgungen in der 2. Hälfte des 15. JH., um die Mitte des 16. JH und in der 1. Hälfte des 17. JH.

Auffallend ist dabei, daß Italien, namentlich Rom und der Kirchenstaat, in all diesen Jahrhunderten Hexenprozesse nur in ganz wenigen, verschwindenden Einzelfällen kannte. Dagegen Frankreich und insbesondere der dt. Sprachraum im späten 16. JH, 17. JH viele, ja sogar sehr viele solcher Verfahren erlebt hatten. Da nun spielte es überhaupt keine Rolle, ob es sich um katholische ober protestantische Länder handelte. Martin Luther selbst hat an Hexen geglaubt, so sagt er etwa:

"Die alten Weiber, durch ihre Zaubereien können sie Blindheit machen, Krankheit bringen, töten, einige der selben haben ihren Hausteufel, der wiederholt am Tag erscheint." "Was der Satan selbst nicht ausrichten kann, tut er durch alte Weiber." Überdies teilt Luther den Glauben der Menge an Hexenritt, Teufelsbuhlschaft, Hexensabbat und dergleichen mehr. Er ruft auch dazu auf, sie zu verurteilen: "Kein Erbarmen mit ihnen, ich wollte sie selber verbrennen." Erstmals sprach er sich 1526 für eine Tötung von Hexen aus und hielt daran bis zum Lebensende fest.

Noch zu Luthers Lebzeiten wurden im Jahre 1540 zu Wittenberg vier Personen als Hexer verbrannt. Durch des berühmten Reformators Wort und Schrift wurde der Hexenwahn im protestantischen Deutschland verbreitet und verfestigt.

Den Höhepunkt erreichte die Hexenverfolgung in Frankreich und Deutschland und im protestantischen Schottland um 1600, in Deutschland insbesondere in den Jahren 1590, 1630 und 1660.

Wer waren nun die betroffenen?

Opfer der Hexenverbrennungen wurden nicht nur Frauen, unter ihnen waren 20% Männer. Sie entstammten keineswegs nur dem dörflichen, bäuerlichen Mileau, sondern auch dem Bürgertum der Städte. Im Hinblick auf das Alter stellen wir ein Übergewicht der älteren Generation jenseits des 40. Lebensjahrs fest. Auch waren die Angeklagten von irgendwie auffälligem Aussehen, gebrechlich, mißgebildet, einäugig, hinkend und häßlich. Fremde, deren Herkunft man nicht kannte, waren gefährdet der Hexerei beschuldigt zu werden. Übrigens blieben auch Angehörige der Oberschicht keineswegs davon verschont, ja nicht einmal der Klerus.

Die Frage ist nun, wieviele es waren, die in diesen Jahrzehnten von 1570 - 1630 hingerichtet wurden. Genaue Zahlen stehen nicht zur Verfügung. Jedenfalls hatte Schottland, trotz seiner geringen Bevölkerung, mit wohl 4000 Opfern den Gipfel erreicht. Interessant aber ist es und überraschend, daß in ganz England es kaum zu Hexenhinrichtungen kam, zwar wurden Zauberei und Hexerei wirksam von der Justiz verfolgt, doch kam es hierbei nur in Ausnahmefällen zu einem Todesurteil. Auch auf zahlreiche Provinzen Frankreichs trifft dies zu. Besonders interessant ist, daß gerade in Spanien, wo doch die Inquisition eine so große Rolle spielte, keine Hexenjagd stattfand. Wie in England ahndete man hier Zauberei und Hexerei indem die Inquisitoren Gebet und Fasten, schlimmsten Falls Züchtigung oder Verbannung als Strafe verhängten. Mit Ausnahme der für solche Dinge besonders anfälligen Alpentälern, gab es auch in Italien nur verschwindend wenig Hinrichtungen wegen Hexerei.

Damit stellt sich nun die Frage nach der Rolle, die die Kirche in diesem Zusammenhang spielte. D.h., war die Kirche, wer auch immer damit gemeint ist, schuldig am Tode von Tausenden? Um diese Schuld zu beweisen, führt man immer die sog. Hexenbulle von Papst Innozenz VIII. aus dem Jahre 1484 an. Deswegen sind gegen Innozenz VIII. heftige Anklagen erhoben worden. Das tun aber meist immer nur Leute, die dieses Schriftstück nie gelesen haben. Was steht in dieser Hexenbulle?

Innozenz VIII. legt in seiner Bulle vom 5.12.1484 zunächst dar, daß er "nicht ohne schwere Bekümmernis neulich vernommen habe, daß in einigen Teilen Oberdeutschlands, wie auch in den Provinzen, Städten, Ländern, Ortschaften und Bistümern von Mainz, Köln, Trier, Salzburg und Bremen sehr viele Personen beiderlei Geschlechts abfallen vom kath. Glauben, mit den Teufeln fleischliche Bündnisse eingegegangen und, durch ihre Zaubersprüche und Zauberlieder durch ihre Beschwörungen und Verwünschungen und andere nichtswürdige Zaubermittel Menschen und Tieren großes Unheil zugefügt und auch sonst argen Schaden verursacht hätten.

Sogar den Glauben, den sie in der Taufe angenommen, verleugnen sie mit frevelhaftem Munde." Das, sagt der Papst, habe er gehört. Obgleich nun die beiden Dominikaner und Professoren der Theologie Heinrich Institoris in Oberdeutschland und Jakob Sprenger (+1436) in einigen Teilen des Rheinlandes zu Inquisitoren der ketzerischen Bosheit bestellt wurden, so hätten doch in jenen Gegenden, so sagt der Papst, einige Geistliche und Laien, welche klüger sein wollten als nötig, zu behaupten sich unterstanden: Weil in den Bestallungsriten der Inquisitoren jene Kirchensprängel und Städte, nebst den Personen und ihren Verbrechen nicht ausdrücklich genannt seien, dürften die Inquisitoren dort ihr Amt nicht ausüben und solche Personen nicht gefangen setzen und strafen, wodurch derartige Ausschreitungen und Verbrechen in jenen Gegenden unbestraft geblieben seien. Daher ergehe kraft apostolischer Vollmacht der strenge Befehl, die beiden Inquisitoren gegen Personen jedes Ranges und Standes ihr Amt ungehindert ausüben zu lassen. Und dann betont der Papst noch einmal ausdrücklich, die kirchliche Praxis, indem er die Inquisitoren anweist, sie sollten zur Verhütung der Zauberei in allen Pfarrkirchen jenes Gebietes dem Volke das Wort Gottes auslegen sooft es dessen bedürfe und alles Zweckdienliche zum Unterricht desselben nach ihrem Gutdünken vorzunehmen. Den Bischof von Straßburg forderte der Papst namentlich auf, die Inquisitoren auf jede Weise zu beschützen und zu unterstützen und diejenigen, welche sich ihnen widersetzen mit den schwersten Kirchenstrafen zu belegen und nötigen falls die Hilfe der weltlichen Gewalt gegen sie anzuwenden

Das ist also der Inhalt dieser Hexenbulle.

Kein kirchlicher Aufruf zur Hexenverbrennung, keine Aussage, daß es dem kath. Glauben entspricht, daß es Hexen gibt. Sehen wir genau hin, so wird klar, daß der Papst auf Bitten der beiden Inquisitoren, ihnen bestätigt, daß niemand sie bei ihrer Amtsausübung behindern dürfe.

Aber, so wird man einwenden, der Papst spricht ja ausdrücklich von all diesen Hexengeschichten, also glaubt er doch selbst daran. Nun, um so ein päpstliches Schriftstück richtig zu interpretieren, muß man schon einiges wissen, aus dem kanonischen Recht, aus der kurialen Verwaltungspraxis. Zum Beispiel muß man auch wissen, was überhaupt eine Bulle ist, ob das, was Innozenz VIII. hier herausgegeben hat überhaupt eine solche Bulle ist. Um es kurz zu machen, es handelt sich hier um ein Reskript in Form einer Bulle. D.h. um die Antwort auf eine an den Papst herangetragene Bitte. Dabei ist es üblich, daß der Tatbestand für den eine päpstliche Regelung erbeten wird von der päpstlichen Kanzlei nicht weiter überprüft wird. Das würde ja Monate dauern. In Rom kommen vielleicht täglich 20 solcher Schriftstücke an. Eine Überprüfung aller Fälle wäre vollkommen unmöglich. D.h. also, ein Reskript ist deshalb nur unter der Voraussetzung gültig, daß das, was der Bittsteller vorgetragen hat, auch der Wahrheit entspricht.

Dennoch hat diese Bulle insofern eine unheilvolle Wirkung gehabt, als diese beiden Inquisitoren sie zu ihrer Anti-Hexenprovaganda benützten.

Aber eine päpstliche Bestätigung des Hexenwahns bzw. eine Aufforderung zur Hexenverbrennung durch den Papst ist niemals erfolgt.

Möglicherweise fühlten sich jene beiden Inquisitoren dadurch aber auch ermutigt, ihr berüchtigtes Werk "malleus maleficarum" (1487) zu schreiben, den "Hexenhammer". Ein Buch mit dessen Inhalt man die Hexen "zerschmettert". Das Werk hat 3 Teile. Die beiden ersten behandeln die Wirklichkeit der Hexerei nach der Bibel, dem kanononischen und dem bürgerlichen Recht, erklären das Wesen der Hexerei und die damit verbundenen Greultaten und die dagegen anzuwendenden religiösen Hilfen.

Der dritte Teil ist eine Anweisung an die geistl. und weltl. Richter für die Einleitung und Durchführung eines Hexenprozesses. Neu daran war, daß das Buch der Hexerei grundsätzlich den Frauen zuschrieb, und daß diese Prozesse als Sache der weltl. Gerichte erklärt werden. Dieses Buch hat profecto einen überaus unheilvollen Einfluß ausgeübt. Nun muß man sagen, daß das Buch eines Theologieprofessors keineswegs den Glauben der Kirche enthalten muß.

Wie man in Rom dachte und handelte, zeigt die Anweisung des Kardinals Savelli, die an den Inquisitor von Avignon vom 17.9.1582: "In diesen Hexenangelegenheiten muß mit einer sehr großen Vorsicht vorgegangen werden, v.a. wenn es sich um Dinge handelt, von denen diese Hexen bekennen, sie am Sabbath getan oder gesehen zu haben. Und zwar im Unterschied zu jenen, die sie nicht am Sabbath mit ihren eigenen körperlichen Sinnen getan hätten. Denn, wenn sie sagen, gesehen zu haben, wie andere Personen dieses oder jenes am Sabbath getan hätten, kann man ihnen kein volles Vertrauen schenken weil sie etwa diese im Traum oder sonst wie in einer teuflischen Vision gesehen haben können und keineswegs sicher ist, daß es wirklich so war."

Derartige Äußerungen sind nicht selten. Rom begegnete also dem ganzen Hexenwesen mit äußerster Vorsicht und Skepsis. Ganz anders war dies in Deutschland.

Hier haben sich profecto mehrere Bischöfe in ihrer Eigenschaft als Landesfürsten bei Hexenverbrennungen in hunderten Fällen traurige Berühmtheit erworden. Die eifrigsten HexenVerfolger waren allerdings nicht die Priester sondern die weltlichen Richter und Juristen. Sie stützen sich dabei vorallem auf das von Kaiser Karl V. auf dem Regensburger Reichstag von 1532 herausgegebene Strafgesetzbuch "Carolina". Dieses Gesetzeswerk war eine Arbeit des luther anhängenden Rechtsgelehrten Hans von Schwarzenberg. Darin heißt es: "So jemand den Leuten durch Zauberei Schaden zufügt, soll man ihn strafen vom Leben zum Tod und man soll diese Strafe mit dem Feuer tun." Die Bestimmungen zum Schutz der Beschuldigten vor verleumderischen Anklagen, die darin auch enthalten waren, wurden in der Praxis freilich vielfach übergangen.
Hinzu kommt noch eine ganz wichtige Beobachtung, die uns ein besseres Verständnis dieses Gesetzes erlaubt: Schon in den germanischen Volksrechten war man mit der Todesstrafe sehr schnell bei der Hand. In der Reichstadt Nürnberg wurden um das Jahr 1500 in 24 Jähren 1059 Todesurteile vollstreckt. Ehebruch, ja einfacher

Felddiebstahl wurde mit dem Tod bestraft. Das erklärt, warum für Schadenszauber der Feuertod vorgesehen war.

Übrigens sind es die weltlichen Juristen gewesen, die die Prozeßführung und die Erzwingung von Geständnissen ausgearbeitet haben. Man fragt sich, wie die Bevölkerung dazu kommen konnte, solche Exzesse zu begehen.
Das alles wurzelte tief im germanischen Heidentum. Dumpf gefühlte Ängste vor unsichtbaren bösen Mächten verbanden sich • mit dem Hang zu Haß und Brutalität. In der Tat war eine tiefsitzende Dämonen und Teufels Angst breitester Bevölkerungsschichten entscheidende Ursache für den Ausbruch des Hexenfiebers. Dieses wurde außerdem durch zahlreiche, der Hexerei beschuldigte bekräftigt, die sich selber als Hexen bezeichneten, ja sich ihrer teuflischen Künste rühmten und freiwillige Geständnisse machten.
Da sprachen sie von einer Hexensalbe, mit der sie sich einrieben um solche Dinge zu erleben. Vermutlich handelte es sich dabei um Drogen, die entsprechende Wirkungen hatten und sie Wahrheit und Wirklichkeit verwechseln ließen

Nur wenige vermochten allerdings die Aussagen solcher Personen als Selbsttäuschung so klar zu durchschauen, wie der schon erwähnte Kardinal Savelli. So glaubte man ihnen auch, wenn sie andere der gleichen Taten bezichtigten und verfolgte dann auch diese.

Fragen wir also nach den weiteren Gründen dieser Massenhysterie der Zeit, so genügt es, an die Macht der öffentl. Meinung zu erinnern. Eine Parole genügt nicht selten, um die Massen zu mobilisieren und aus der Auf Staffelung von Neid, Haß und vor allem von Angst wird allzu schnell Mord und Totschlag. Von denen, die sich der Hexenverfolgung entgegenstellten, ist am bekanntesten der Jesuit Friedrich Spe von Langenfeld, der 1631 "Cautio criminalis" veröffentlichte, wo er eindringlich zur Vorsicht und Zurückhaltung gegenüber der Beschuldigung wegen Hexerei aufruft. Er und andere hatten schließlich Erfolg.

Zusammengefaßt war der Hexenwahn eine Erscheinung der nördlichen Länder Europas, England ausgenommen. In den kath. Kernlanden Italien, Spanien, sowie in großen Teilen Frankreichs spielte Hexenverfolgung praktisch keine Rolle. Protestantisch gewordene Länder wie Schottland, Schweiz, Böhmen, Siebenbürgen und das nördliche Deutschland zählen zu den Brennpunkten der Hexenverfolgung. Dazu zählte auch das kath. Franken, das Rheinland und Südwestdeutschland. Den Bischöfen dieser Gegenden, die zugleich Landesfürsten waren, ist der ernste Vorwurf nicht zu ersparen, daß sie sich derart vom Zeitgeist haben mitreißen und sogar unter Druck setzen haben lassen, daß es zu solchen Verirrungen kommen konnte. Hätten sie dem Zeitgeist Widerstand geleistet, hätte es nie zu diesen schlimmen Exzessen kommen können.
Monika Elisabeth
Nur weil sich ein mensch mit der Natur befasst hat.Und heraus gefunden hat was die Natur so an Pflanzen hervor gebracht hat die helfen.
Wurde er als eine Hexe oder Hexer bezeichnet.


Da ist aber sehr viel Wicca-Fantasterei dabei.
heinrich183
de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung

www.hexen-forum.de/h161-die-hexenverbrennung.html

Es hat noch nie Hexen gegeben.
Nur weil sich ein mensch mit der Natur befasst hat.Und heraus gefunden hat was die Natur so an Pflanzen hervor gebracht hat die helfen.
Wurde er als eine Hexe oder Hexer bezeichnet.

Man kann also alles was so über Hexen geschrieben wird in denn Raum für Märchen stellen.

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de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung

www.hexen-forum.de/h161-die-hexenverbrennung.html

Es hat noch nie Hexen gegeben.
Nur weil sich ein mensch mit der Natur befasst hat.Und heraus gefunden hat was die Natur so an Pflanzen hervor gebracht hat die helfen.
Wurde er als eine Hexe oder Hexer bezeichnet.

Man kann also alles was so über Hexen geschrieben wird in denn Raum für Märchen stellen.

Da es sie ihn gegeben hat.
heinrich183
Also sind die Menschen die wenn sie verletzt sind oder wenn eine Gefahr für andere besteht Hexer.Nur weil sie dinge vollbracht hat die man nicht Natürlich erklären kann.

Ein beispiel.

Auf einer Autobahn passiert ein Unfall.Man fand denn verunglückten 30 Km weiter.
Rebello
Ganz genau, sehr wichtiger Artikel.
Conde_Barroco
Es ist ja auch die Wahrheit...ich merke dabei immer, wie wenig die Menschen lesen und irgendwelchen "modernen" Medien verfallen sind, die absolut unwissenschaftlich arbeiten.
Peregrinus Romanus gefällt das.
HerzMariae
Das besondere ist, dass Brandmüller mit der ganzen Geschichtslüge der Gegenwart aufräumt, nämlich: Hexenverbrennung = katholische Kirche
Conde_Barroco
Ich finde diesen Artikel sehr wichtig. Er beleuchtet die Hintergründe dieser Verfolgungen sehr gut und derartige ernsthafte Artikel habe ich schon des öfteren gelesen. Die Zeit der Glaubensspaltung ist in jederlei Hinsicht eine Katastrophe gewesen, das kann man nicht bestreiten. Also hier hat der "heilige" Luther auch seine Mitschuld zu tragen und das ganze korrupte Machtgefüge der ausgehenden …Mehr
Ich finde diesen Artikel sehr wichtig. Er beleuchtet die Hintergründe dieser Verfolgungen sehr gut und derartige ernsthafte Artikel habe ich schon des öfteren gelesen. Die Zeit der Glaubensspaltung ist in jederlei Hinsicht eine Katastrophe gewesen, das kann man nicht bestreiten. Also hier hat der "heilige" Luther auch seine Mitschuld zu tragen und das ganze korrupte Machtgefüge der ausgehenden mittelalterlichen Welt.
Es stellt sich nur die Frage, ob dieses korrupte Machtgefüge Geschichte ist...ich denke eher nicht.
Bibiana
Einfach schlimm!
angel100
Ein wichtiger Artikel!
Monika Elisabeth
Joa, vielleicht sollten so langsam auch mal die Protestanen lernen, historische Verantwortung zu übernehmen und nicht immer "Haltet den Dieb" mit der katholischen Kirche spielen.

Sie wollten von Anfang an eigenständig sein - eigenmächtig und mündig. Dazu gehört aber auch, dass man sich Fehler eingesteht und sie nicht auf das Konto anderer verbucht. Möge Gott es geben, dass sich da mal was tut!
Latina
sic-alles historisch richtig-
HerzMariae
Die drei wichtigsten Punkte:

1. Hexenverbrennung ist kein Phänom des Mittelalters, sondern der Neuzeit

2. Hexenverbrennung geschah nach staatlichem Recht, nicht im Namen der Kirche

3. Hexenverbrennung gab es besonders im protestantischen Norden und nicht in den katholischen (südlichen) Ländern.