Language
Clicks
783
Vered Lavan

Änderungen der neuen Einheitsübersetzung im Vergleich zur alten Einheitsübersetzung und im Vergleich zur Vulgata

Änderungen der neuen Einheitsübersetzung im Vergleich zur alten Einheitsübersetzung und im Vergleich zur Vulgata - Theresia Katharina (G.tv)



Bildquelle: Hintergrund: Vered Lavan, Lumix FZ-18, Sonnenuntergang bei der St. Peterskirche Jaffa, Tel Aviv Israel, 03.06.2010.
Vordergrund: Lukas-Evangelium, Codex Tischendorfianus III: de.wikipedia.org/wiki/Codex_Tischendorfianus_III

Änderungen der neuen Einheitsübersetzung im Vergleich zur alten Einheitsübersetzung und im Vergleich zur Vulgata - Theresia Katharina @Theresia Katharina (G.tv)

Anmerkung:
Der Text wurde nicht von der Autorin Theresia Katharina hochgeladen, sondern dies wurde von ihr in Auftrag gegeben. Ich habe diesen Beitrag im Auftrag von Theresia Katharia eingestellt. Vered Lavan, Deutschland, 30.09.2016.

Kleine Geschichte der Vulgata
Papst Damasus I gibt seinem Kardinal Hieronymus (später heilig und Kirchenlehrer) den Auftrag, bereits bestehende lateinische Ausgaben der Bibel (vetus latina) zu prüfen und zu überarbeiten. Hieronymus spricht im Alltag Latein, da er im Alten, schon christlichen Römischen Reich lebt, beherrscht perfekt Griechisch und lässt sich im Hebräischen ausbilden.
Erstveröffentlichung der Vulgata des Hieronymus im Jahre 382 Neues Testament und 393 AltesTestament nach dem Hebräischen (iuxta Hebraeos).

Die Vulgata wird von Papst Damasus I approbiert und setzt sich als allgemeinbräuchliche Bibel durch.
Testgestaltsicherung durch den Seligen Alkuin, Hoftheologe unter Kaiser Karl dem Großen im 8./9.Jahrhundert, Kaiserkrönung Karls des Großen 800 im Dom zu Aachen.
Luther scheiterte in der Reformationszeit an einer Revision der Vulgata, da seine Latein- und vor allem seine Griechisch-Kenntnisse nicht ausreichten. Für seine Lutherbibel schrieb er trotzdem von der Vulgata ab und benutzte noch andere Textvorlagen z.B. die des Erasmus von Rotterdam. Seine Original Lutherbibel ist ein eigenwilliges Konstrukt voller Fehler, die die Protestanten immer wieder überarbeiten.

Nichtsdestotrotz lehnen die Lutheraner offiziell die Vulgata ab, obwohl sie nun zur Reformationszeit bereits mehr als 1000 Jahre die approbierte Bibel der Christenheit war, ab und zwar wegen angeblicher vieler Fehler (!!!)
Das Konzil von Trient von 1546 erklärte die Vulgata für authentisch, lässt sie aber vorsichtshalber wegen des Vorwurfs der Protestanten auf Fehler prüfen.

Die dauernden Angriffe der Protestanten gegen die Vulgata führen zu neuen Editionen:1593 Sixto-Clementina Ausgabe durch P.Clemens VIII, 1889 Oxforder Ausgabe, P.Pius X beauftragte 1907 den Benediktiner Orden eine kritische Edition herauszugeben, 1969 Biblia Sacra Vulgata von Robert Weber und Roger Gryson, 1979 die Nova Vulgata, eine Neuedition im Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils auf der Grundlage der Originaltexte.

Keine der neuen Editionen setzt sich durch, die alte Vulgata wird zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch immer neu gedruckt, ist auch liturgisch im Gebrauch und wird dann 1971 nach dem 2.Vatikanischen Konzil durch die 1. Einheitsübersetzung abgelöst.
Diese wurde damals als die Neue Bibel der Ökumene angepriesen, da auch Protestanten daran mitgearbeitet hatten, diese blieben aber bei ihrer Lutherbibel und zogen sich dann nach Jahren sang- und klanglos auch offiziell aus dem Projekt zurück. Damit das nicht so nachteilig für die Protestanten/Ökumene herauskommt, wird jetzt behauptet, die Einheitsübersetzung sollte damals lediglich die einheitliche Bibel für Deutschland werden (!). 10 Jahre wurde an ihr herumübersetzt!

Ab 1971 ist für den liturgischen Einsatz, im Religionsunterricht der Schulen und bei allen kirchlichen Ausbildungen nur die 1. Einheitsübersetzung verpflichtend, die Nova Vulgata von 1979 führt daher ein Schattendasein, ist auch kaum bekannt und wird vor allem auch nicht mehr verwendet.

Die alte Vulgata verschwindet in der Versenkung, sie hat nun den Geruch, „nur der Bach zu sein, nicht die Quelle“, bis bei archäologischen Funden hebräische Schriftrollen am Toten Meer entdeckt werden, die beweisen, dass die Vulgata diesen Schriftrollen näher ist als die sogenannten „Quellen.“ Das beweist, dass der hl. Hieronymus wirklich auch die hebräischen Quellen richtig übersetzt hat, die ja vor ca. 1600 Jahren noch eine ganz andere Authentiziät hatten als heute. Das alles änderte aber nichts daran, dass die Vulgata aussortiert blieb.

Als vor kurzem die Protestanten verkündeten, sie wollten dieses Mal aber selber eine Revision der Vulgata vornehmen und alle „Fehler“ tilgen, blieb ein Aufschrei der völlig weichgespülten Katholiken aus.

Der Spruch der Katholiken heute lautet: Wir ehren die lateinische Bibel, richten uns aber nach den hebräischen Quellen! Nein, unsere katholische lateinische Bibel wird nicht geehrt ! Jeder darf auf ihr herumhacken, eher wird dem hl.Hieronymus Unfähigkeit oder massive Irrtümer unterstellt, als dass die sogenannten Quellen und späteren Produktionen in Frage gestellt würden. Die Sache mit den Quellen, das „ad-fontes“ von Luther übernehmen die Katholiken völlig kritiklos und fühlen sich ständig in der Bringschuld.

Unter diesem Gesichtspunkt wurde nun die 2. Einheitsübersetzung erstellt, auch an ihr wurde wieder 10 Jahre herumübersetzt. Natürlich musste jetzt wieder das Rad neu erfunden werden, obwohl man schon ein ausgezeichntes hat, egal, Vulgata zählt nicht.

Die meisten Änderungen, sagen nichts anderes, als was die Vulgata seit 1600 Jahren beeinhaltet, also hat die Vulgata recht, gleichzeitig beweisen sie, wie sehr an der 1.Einheitsübersetzung herummanipuliert worden ist. Jetzt geben sie es indirekt öffentlich zu, wurde ja früher abgestritten oder minimiert.

Nein, zur Vulgata kehrt man nicht zurück, obwohl die Übersetzer im Laufe der Jahre ja gemerkt haben müssten, das das alles schon in der Vulgata steht.

Nein, jetzt kommen neue Gesichtspunkte dazu: Die Bibel wird nun durchgehend gegendert. Als Anrede reicht ja nicht “Brüder“ in den Briefen, die „Schwestern“ könnten sich ja diskriminiert fühlen, daher nun „Brüder und Schwestern“.

Dann wird eine neue Apostelin „Junia“ kreiert, indem das lat.„in apostolis“ genutzt wird, um statt der richtigen Übersetzung: Andronicus und Junia(s) waren angsehen bei den Aposteln, eine neue Übersetzung zu konstruieren: „sie ragen heraus unter den Aposteln“ und mit Zirkelschluss zu verbinden, es habe sich um eine „Apostelin“ gehandelt.

Natürlich soll dadurch das zukünftige Diakoninnen/Priesterinnenamt für Frauen seine Begründung im Evangelium finden. Das nennt man „Übersetzen mit geheimer sachfremder Intention und das gehört zu den Kardinalfehlern eines jeden Übersetzers.

Analyse der Änderungen

Vulgata von 382/393 des hl.Kardinals und Kirchenlehrers Hieronymus

EiÜ 1971= alte Einheitsübersetzung von 1971
EiÜ 2016= neue Einheitsübersetzung von 2016

1. Orientierung an der hebräischen Tradition, ihr wird der Vorzug vor der Septuaginta gegeben.

Vulgata Ps 22,22: Salva me ex ore leonis; et a cornibus unicornium humilitatem meam= Rette mich aus dem Rachen des Löwen; mich Erniedrigten vor den Hörnern der Einhorne.
EiÜ 1971 „Rette mich vor dem Rachen des Löwen, vor den Hörnern der Büffel rette mich Armen!“)
EÜ 2016 Ps 22,22: „Rette mich vor dem Rachen des Löwen und vor den Hörnern der Büffel!“ Du hast mir Antwort gegeben.“

Begründung der Änderung: Orientierung an der hebräischen Tradition

Anmerkung: beide Übersetzungen sind nicht texttreu zur Vulgata, die EiÜ 2016 weicht noch stärker ab als die EiÜ von 1971

2. Sogenannte textkritischen Erkenntnisse

Vulgata
Röm 16,7
: Salutate Andronicum, et Juniam cognatos, et concaptivos meos: qui sunt nobiles in Apostolis, qui et ante me fuerunt in Christo= Grüßet Andronikus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen, welche bei den Aposteln angesehen sind, die auch vor mir in Christus waren.
EiÜ 1971: Grüßt Andronikus und Junias, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren; sie sind angesehene Apostel und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt.
EiÜ 2016: Grüßt Andronikus und Junia, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren; sie ragen heraus unter den Aposteln und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt.“ (Röm 16,7)

Begründung der Änderung: Es soll deutlich werden, dass Paulus eine Apostelin grüßt!

Anmerkung: Nein, da steht, dass beide bei den Aposteln angesehen waren!

Ob nun Junia oder Junias, mit allen Mitteln wird versucht, eine Frau als Apostelin aufzuwerten, weil nicht nur das Diakonenamt, sondern auch das Priesteramt in der neuen Superkirche für Frauen geöffnet werden soll.
Das ist die geistige Vorbereitung, denn nachher wird es heißen: steht ja im Evangelium. Nein, steht es nicht !!!!

3. Vulgata
1 Kor 13,3
Et si distribuero in cibos pauperum omnes facultates meas, et si tradidero corpus meum ita ut ardeam, caritatem autem non habuero, nihil mihi prodest = Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib dahingebe, dass ich verbrannt werde, die Liebe aber nicht habe, so nützt es mir nichts.
EiÜ1971 „wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe“
EiÜ 2016 „wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen“

Begründung der Änderung: Textkritische Erkenntnisse der Forschung

Anmerkung: EiÜ 1971 nicht textgenau, aber Sinn stimmt noch.
EiÜ 2016 Das „um mich zu rühmen“ wurde aus der Neo-Vulgata von 1979 übernommen

4. Der Gottesname im AT

Vulgata Ex 3,16

Vade et congrega seniores Israel, et dices ad eos: Dominus Deus patrum vestrorum apparuit mihi, Deus Abraham, Deus Isaac, et Deus Jacob, dicens: Visitans visitavi vos,et vidi omnia quae acciderunt vobis in Aegypto= Gehe hin, und versammle die Ältesten von Israel,und sprich zu ihnen: Der Herr, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, und der Gott Jakobs, und hat gesagt: Ich habe euch Gnaden heimgesucht, und alles gesehen, was euch in Ägypten widerfahren ist.
EiÜ 1971: Geh und versammle die Ältesten Israels und sag ihnen: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist mir erschienen und hat mir gesagt: Ich habe sorgsam auf euch geachtet und habe gesehen, was man euch in Ägypten antut.
EiÜ 2016: Geh und versammle die Ältesten Israels und sag ihnen: der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist mir erschienen und hat mir gesagt: Ich habe sorgsam auf euch geachtet und habe gesehen, was man euch in Ägypten antut.
Begründung der Änderung: Der Eigenname „JHWH“ wurde und wird in der jüdischen Tradition beim Lesen in der Schrift nie ausgesprochen, sondern mit der Anrede „adonai“= der Herr oder mit der Umschreibung haschem=der Name ersetzt.

Die Einheitsübersetzung 1971 hatte bisher den Eigennamen Jahwe. Dieser wurde nun in allen Büchern ersetzt durch HERR (in Kapitälchen).
Anmerkung: In der EiÜ von 1971 wurde der Name „Jahwe“ für Gott eingeführt, weil man es den Juden recht machen wollte, allerdings liefen
diese jahrelang dagegen Sturm. Jetzt haben sie es ja geschafft und es ist wieder getilgt. Im Unterschied zur Vulgata wird nun „Herr“ in Großbuchstaben (Kapitälchen) gesetzt,
also in der EiÜ von 2016: HERR

Vulgata
Ex 3,14:
Dixit Deus ad Moysem: EGO SUM QUI SUM. Ait: Sic dices filiis Israel :QUI EST, misit me ad vos =
Da antwortete Gott Moses: ICH BIN, DER ICH BIN. Und er sprach: So sollst du zu den Söhnen Israels sagen: DER DA IST, hat mich zu euch gesandt.
EiÜ 1971: Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin, der „Ich- bin- da“. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der „Ich- bin- da“ hat mich zu euch gesandt.
EiÜ 2016: Da antwortete Gott dem Mose: „Ich bin, der ich bin“ . Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der „Ich bin, der ich bin “ hat mich zu euch gesandt.
Anpassung an die jüdische Tradition.

Anmerkung: Rückkehr zur Formulierung der Vulgata auf Druck der Juden. Die Anbiederung 1971 hat gar nichts gebracht.

5. Sachliche Korrekturen

Vulgata

1 Sam 16,12

Misit ergo, et adduxit eum,. Erat autem rufus, et pulcher aspectu, decoraque facie: et ait Dominus: Surge, unge eum, ipse est enim =
Da sandt er hin und ließ ihn kommen. Er war aber rötlich und wohlgebildet von Gestalt, und schönem Angesichts. Und der Herr sprach: Auf, salbe ihn, denn er ist es.

EiÜ 1971: Isai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen.David war blond, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der Herr: Auf salbe ihn! Denn er ist es.
EiÜ 2016: Isai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen.David war rötlich, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der Herr: Auf salbe ihn! Denn er ist es.
Begründung der Änderung: sachlicher Fehler.

Anmerkung: In der Vulgata steht für die Haarfarbe Davids: „rötlich“. Da hätte man doch einfach bei der Vulgata bleiben sollen.Warum müssen da erst Theologen 10 Jahre falsch übersetzen?

Vulgata
Ex 19,19
Et sonitus buccinae paulatim crecebat in majus, et prolixius tendebatur: Moyses loquebatur, et Deus respondebat ei =
Nun war der Posaunenschall allmählich stärker und stärker, und drang in immer weitere Fernen; Moses redete und der Herr antwortete.
EiÜ 1971: und der Hörnerschall wurde immer lauter. Mose redete und Gott antwortete im Donner.
EiÜ 2016: … Gott anwortete mit verstehbarer Stimme.
Begründung der Änderung: sachlicher Fehler
Anmerkung: Beide EiÜ-Übersetzungen mit Ausschmückungen, die nicht in der Vulgata stehen.

Vulgata
Jes 55,6
Quaerite Dominum, dum inveniri postest: invocate eum , dum prope est = Suchet den Herrn, während er zu finden ist; rufet ihn an, während er nahe ist.
EiÜ1971 Sucht den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist.
EiÜ2016 Sucht den Herrn, er lässt sich finden, ruft ihn an, er ist nah!

Begründung der Änderung: Sachliche Korrektur

Anmerkung: EiÜ 2016 lässt das Wörtchen „dum“ =während/solange unter den Tisch fallen.
Die versteckte Warnung, dass der Tag kommt, an dem er Herr nicht mehr zu finden ist, wird ignoriert durch die neue Übersetzung

Vulgata
Lk 2,25
Et ecce homo erat in Jerusalem, cui nomen Simeon, et homo iste justus, et timoratus, exspectans consolationem Israel, et Spiritus sanctus reat in eo = Und siehe, es war ein Mann zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und dieser Mann war gerecht und gottesfürchtig, und harrte auf den Trost Israels und der heilige Geist war in ihm.
EiÜ1975 Simeon wartete auf die Rettung Israels
EiÜ2016: Simeon wartete auf den Trost Israels
Begründung der Änderung: sachliche Korrektur

Anmerkung: Rückkehr zur Übersetzung der Vulgata, EiÜ1971 abweichend

Vulgata
Lk 10,42
Porro unum est necessarium. Maria optimum partem elegit, quae non auferetur ab ea = Eines nur ist notwendig, Maria hat den besten Teil erwählt, der ihr nicht wird genommen werden.
EiÜ1971:Aber nur eines ist notwendíg, Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.
EiÜ 2016: Aber nur eines ist notwendig, Maria hat den guten Teil erwählt..

Begründung der Änderung: sachliche Korrektur.
Anmerkung: Beide Übersetzungen falsch vom Text her, EiÜ 2016 noch schlechter als EiÜ1971, da Auslassung von Sätzen

Vulgata
Joh 9,11
Respondit: Ille homo, qui dicitur Jesus. Lutum fecit: et unxit oculos meos, et dixit mihi: Vade ad natatoria Siloe et lava. Et abii, lavi, et video= Er antwortete: Jener Mann, welcher Jesus genannt wird, bereitete einen Teig, und bestrich meine Augen, und sprach zu mir: Gehe hin zu dem Teiche Siloe, und wasche dich! Da ging ich hin, wusch mich und ich sehe.
EiÜ1971: Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasche dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen.
EiÜ2016: Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasche dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte sehen.

Grund für die Änderung: Falscher Sachverhalt.
Anmerkung: Der falsche Sachverhalt wurde korrigiert. Ein blindgeborener Mann konnte niemals sehen, also ist wieder sehen falsch.
EiÜ 2016 Ich ging hin, wusch mich und konnte sehen, ist die sinngemäße Übersetzung, aber die Vulgata verwendet hier sogar reines Präsens: „et video“= und ich sehe.

Vulgata
Röm 11, 15
Si enim amissio eorum, reconciliatio est mundi: quae assumptio, nisi vita ex mortuis?=
Denn wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Aufnahme anders sein, als Aufleben von den Toten?
EiÜ1971 Denn wenn schon ihre Verwerfung für die Welt Versöhnung gebracht hat, dann wird ihre Annahme nichts anderes sein als Leben aus dem Tod.
EiÜ 2016 Denn wenn schon ihre Zurückweisung für die Welt Versöhnung gebracht hat, dann wird ihre Annahme nichts anderes sein als Leben aus dem Tod

Begründung für die Änderung: in Röm 11,15 geht es um „Zurückweisung“ nicht um „Verwerfung“ der Juden
Anmerkung: amissio ist aber die Verwerfung und nicht die Zurückweisung. Auf Druck der Juden wurde diese Stelle geändert, da sie ihre Verwerfung nicht akzeptieren wollen.

„Brüder“ als Anrede ist im Griechischen ein kollektiver Begriff, deshalb „Brüder und Schwestern“ in den Briefen

Anmerkung: Es steht in den Briefen stets „fratres“= Brüder, sowohl in der Vulgata als auch in der EiÜ1971, daraus nun in der EiÜ2016 die Anrede „Brüder und Schwestern“ zu machen, entspricht nicht der Übersetzung, sondern dem Gender-Denken

6.Korrektur von „zeitbedingten“ Begriffen, Euphemismen, Hinzufügungen

Vulgata

Gen 2,18
Dixit quoque Dominus Deus: Non et bonum esse hominem solum: faciamus ei adjutorium simile sibi = Und Gott, der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Lasset uns ihm eine Gehilfin machen, die ihm gleiche.
EiÜ1971: Dann sprach Gott, der Herr:Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.
EiÜ2016: Dann sprach Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine ebenbürtige Hilfe machen.

Grund der Änderung: Die Ebenbürtigkeit von Eva in Bezug zu Adam soll herausgestrichen werden, dass beide auf der gleichen Ebene stehen. Eva soll nicht die Gehilfin sein.

Anmerkung: Die Übersetzung mit „ebenbürtiger Hilfe“ entspringt dem Gender Denken, das ist nicht die korrekte Übersetzung des Textes.

Vulgata
Ps 1,1
Beatus vir, qui non abiit in consilio impiorum, et in via peccatorum non stetit, et in cathedra pestilentiae non sedit= Glückselig der Mann, der nicht wandelt nach dem Rate der Bösen und auf dem Wege der Sünder nicht steht und nicht sitzt auf dem Stuhle des Verderbens.
EiÜ1971 Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt
EiÜ2016 Selig der Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt

Grund der Änderung: „Wohl dem“ als nicht mehr zeitgemäßer Begriff durch „Selig“ ersetzt.
Anmerkung: Die Änderung ist näher am Text der Vulgata.
Allerdings entspricht die Übersetzung „sitzt im Kreis der Spötter“ nicht „sitzt auf dem Stuhle des Verderbens“ der Vulgata, das wurde nicht geändert.

Vulgata
Jes 56,2.
Beatus vir,qui facit hoc, et filius hominis, qui apprehendet istud. Custodiens sabbatum ne polluat illud, custodiens manus suas ne faciat omne malum= Selig der Mann, der dies tut, und der Menschensohn, der daran festhält; den Sabbat bewahrend, dass er ihn nicht entheilige, und seine Hände bewahrend, auf dass er nichts Böses tue.
EiÜ1971 Wohl dem Mann, der so handelt, wohl dem Menschen, der daran festhält, den Sabbat zu halten und nie zu entweihen und seine Hand vor jeder bösen Tat zu bewahren
EiÜ2016 Selig der Mann, der so handelt, selig der Mensch, der daran festhält, den Sabbat zu halten und nie zu entweihen und seine Hand vor jeder bösen Tat zu bewahren
Grund der Änderung: „Wohl dem“ als nicht mehr zeitgemäßer Begriff durch „Selig“ ersetzt.
Anmerkung: Die Änderung ist näher an der Vulgata.

Vulgata
Mk 1,22
Et stupebant super doctrina ejus: erat enim docens eos, quasi potestatem habens, et non sicut Scribae= Und sie staunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Macht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.
EiÜ1971 Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer der (göttliche) Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.
EiÜ2016 Und die Menschen staunten über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten.
Grund der Änderung: Korrektur der Übersetzung eines Verbs
Anmerkung: Die Korrektur ist näher an der Vulgata

Vulgata
Lukas 2,48
Et videntes admirati sunt. Et dixit mater ejus ad illum: Fili, quid fecisti nobis sic? Ecce pater tuus et ego dolentes quaerebamus te= Und als sie ihn sahen, verwunderten sie sich und seine Mutter sprach zu ihm: Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.
EiÜ1971 Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.
EiÜ2016 Als seine Eltern ihn sagen, staunten sie sehr und seine Mutter sagte zu ihm Kind: wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.
Grund der Änderung: Korrektur von Begriffen
Anmerkung: die Korrektur ist näher an der Vulgata

Vulgata
Lk 1,24
Post hos autem dies concepit Elisabeth uxor eius et occultabat se mensibus quinque, dicens: = Nach diesen Tagen aber empfing Elisabeth,seine Frau und sie verbarg sich fünf Monate lang, indem sie sprach:
EiÜ1971 Bald darauf empfing seine Frau Elisabeth einen Sohn und lebte fünf Monate lang zurückgezogen.
EiÜ2016 Bald darauf wurde seine Frau Elisabeth schwanger mit einem Sohn und lebte fünf Monate lang zurückgezogen.
Grund der Änderung: Der Begriff „empfangen“ sollte ausgewechselt werden durch den Begriff „wurde schwanger“.
Anmerkung: Die Auswechselung war eigentlich unnötig, da der Begriff „empfangen“ noch in Gebrauch ist.

Vulgata
Lk 1, 30-31
Et ait Angelus ei: Ne timeas Maria, invenisti enim gratiam apud Deum: Ecce concipies in utero, et paries filium, et vocabis nomen ejus JESUM=
Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht Maria, denn du hast Gnade gefunden bei Gott. Siehe, du wirst empfangen im Schoße, und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen JESUS heißen

EiÜ1971 Da sprach der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
EiÜ2016 Da sprach der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst mit einem Kind schwanger werden, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Grund der Änderung: Der Begriff „empfangen“ sollte ausgewechselt werden durch den Begriff „schwanger werden“
Anmerkung: Die Übersetzung mit „schwanger werden“ beschreibt dasselbe, ist allerdings unpräziser, da es heißt „ecce concipies in utero“= siehe, du wirst im Schoß (Uterus) empfangen.

Vulgata
Lk 4,35
Et increpavit illum Jesus , dicens: Obmutesce, et exi ab eo. Et cum projecisset illum daemonium in medium, exiit ab illo, nihilque illum nocuit= Und Jesus schalt ihn, und sprach: Verstumme, und fahre aus von ihm! Und der böse Geist warf ihn mitten hin, und fuhr aus von ihm, ohne ihm Schaden zu tun
EiÜ1971 Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlasse ihn! Der Dämon warf den Mann mitten in der Synagoge zu Boden und verließ ihn, ohne ihn jedoch zu verletzen.
EiÜ2016 Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlasse ihn! Der Dämon warf den Mann in ihre Mitte und verließ ihn, ohne ihn jedoch zu verletzen.

Grund der Änderung: Korrektur einer nicht textgetreuen Übersetzung

Anmerkung: Die Änderung ist näher an der Vulgata

Vulgata
Röm 11,28
Secundum Evangelium quidem, inimici propter vos; secundum electionem autem, carissimi propter patres= Hinsichtlich des Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; hinsichtlich der Auserwählten aber Lieblinge um der Väter willen.
EiÜ1971 Vom Evangelium her gesehen sind sie Feinde Gottes, und das um euretwillen; von ihrer Erwählung her gesehen sind sie von Gott geliebt, und das um der Väter willen
EiÜ2016 Vom Evangelium her gesehen sind sie Feinde und das um euretwillen; von ihrer Erwählung her gesehen sind sie von Gott Geliebte, und das um der Väter willen
Grund der Änderung: Korrektur am Text.
Anmerkung: Die Korrektur ist näher an der Vulgata. Der Text sollte auch wegen der Juden entschärft werden.

6 Biblische Sprachbilder und Metaphern sind deutlicher

Vulgata
Gen 9,9
Ecce ego statuam pactum meum vobiscum, et cum semine vestro post vos= Sehet, ich will meinen Bund mit euch errichten, und mit euren Nachkommen nach euch.
EiÜ1971: Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und euren Nachkommen
EiÜ2016: Hiermit errichte ich meinen Bund mit euch und euren Nachkommen
Grund der Änderung: deutlicheres Sprachbild
Anmerkung: Die Änderung ist näher an der Vulgata

Vulgata
Micha 6,14:
Tu comedes, et non saturaberis, et humulatio tua in medio tui; et apprehendes et non salvabis; et quos salveris, in gladium dabo= Wenn du issest, sollst du nicht sattwerden; und deine Demütigung wird in deiner Mitte sein; wenn du nach etwas greifst, wirst du es nicht erfassen; und die du rettest, werde ich dem Schwerte preisgeben.
EiÜ1971 Du wirst essen, doch du wirst nicht satt; Schwindel wird dich befallen. Was du beiseite schaffst, rettest du nicht; was du rettest, übergebe ich dem Schwert.
EiÜ2016 Du wirst essen und nicht satt werden und dein Kot bleibt in dir. Was du beiseite schaffst, rettest du nicht; was du rettest, übergebe ich dem Schwert.

Grund der Änderung: Sprachbilder sollen deutlicher werden

Anmerkung: Beide Sprachbilder haben keine reale Beziehung mehr zum Text der Vulgata, bei der EiÜ2016 führt die Bedeutung noch weiter weg.

Statt „Messias“ im deutschen Text bleibt jetzt die griechische Ausdrucksweise des Titels mit „Christus“ bestehen (vgl. z.B. Mk 8,29

Vulgata
Mk 8,29 Tunc dicit illis: Vos vero quem me esse dicitis? Respondens Petrus, ait ei: Tu es Christus= Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete und sprach zu ihm: Du bist Christus !
EiÜ1971 Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias !
EiÜ 2016 Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist Christus !
Grund der Änderung: griechische Ausdrucksweise mit Christus bleibt bestehen
Anmerkung: Korrektur näher an der Vulgata

Vulgata
Lk 2,6: Factum est autem, cum essent ibi, impleti sunt dies ut pareret= Es begab sich aber, als sie daselbst waren, erfüllten sich die Tage, da sie gebären sollte.
EiÜ1971 Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar einen Sohn
EiÜ2016 Es geschah, als sie dort waren, erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte.
Grund der Änderung: Korrektur des Textes
Anmerkung: Die Korrektur ist näher an der Vulgata

Vulgata
Lk 6,45: Bonus homo de bono thesauro cordis sui profert bonum; et malus homo de malo thesauro profert malum= Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze seines Herzens das Gute hervor; und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatze das Böse hervor.
EiÜ1971 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist.
EiÜ2016 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor und ein böser Mensch bringt aus dem bösen Schatz das Böse hervor.
Grund der Änderung: deutlichere Sprachbilder
Anmerkung: Änderung hat größere Textreue zur Vulgata

Vulgata
2,19 Maria autem conservabat omnia verba haec, conferens in corde suo= Maria aber bewahrte alle diese Worte, und überlegte sie in ihrem Herzen.
EiÜ1971 Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
EiÜ2016 Maria erwog alle diese Worte in ihrem Herzen
Grund der Änderung: deutlichere Sprachbilder
Anmerkung: das Sprachbild ist auch nicht deutlicher, die Änderung ist weniger textgenau

Vulgata Lk 4,22
Et omnes testimonium illi dabant:et mirabantur in verbis gratiae, quae procedebant de ore ipsius et dicebant: Nonne hic est filius Joseph?= Und alle gaben ihm Zeugnis, und verwunderten sich über die anmutsvollen Worte, die aus seinem Munde flossen, und sprachen:Ist dieser nicht der Sohn Josephs?
EiÜ1971 Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete.“
EiÜ2016 „Alle stimmten ihm zu; sie staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen.“
Grund der Änderung: deutlichere Sprachbilder
Anmerkung: Änderung näher an der Vulgata

Vulgata
Mt 21,10 Et cum intrasset Jerosolymam, commota est universa civitas, dicens: Quis est hic?=Als er nun in Jerusalem eingezogen war, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist dieser?
EiÜ1971 Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung und man fragte: Wer ist das?
EiÜ2016 Als er in Jerusalen einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte: Wer ist das?
Grund der Änderung: stärkeres Sprachbild. Erdbeben als Symbolwort für die Gottesgegenwart.
Anmerkung: Das Sprachbild der Änderung ist sehr stark gewählt; es gab ja kein Erdbeben, bei echtem Erdbeben „terraemotus“

Vulgata
Mt 27,51 Et ecce cum velum templi scissum est in duas partes a summo usque deorsum. Et terra mota est, et petrae scissae sunt= und siehe der Vorhang des Tempels zeriss in zwei Stücke, von oben bis unten; und die Erde bebte, und die Felsen spalteten sich
EiÜ1971 Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich.
EiÜ2016 Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde erbebte und die Felsen spalteten sich
Grund der Änderung: stärkeres Sprachbild
Anmerkung: Das Sprachbild wir noch einmal verstärkt

Vulgata
Mt, 28,2 Et ecce terraemotus factus est magnus. Angelus enim Domini descendit de coelo = Und siehe ein großes Erdbeben entstand, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein hinweg uns setzte sich darauf.
EiÜ1971 Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben, denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein hinweg und setzte sich darauf.
EiÜ 2016 Es geschah ein gewaltiges Erdbeben, denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein hinweg und setzte sich darauf.
Grund der Änderung: stärkeres Sprachbild
Anmerkung: Das wird nicht erreicht, Änderung überflüssig. Beste Übersetzung ist die Vulgata.

Vulgata
Mt 28,4 Prae timore autem ejus exterriti sunt custodes, et facti sunt velut mortui= Aus Furcht vor ihm (Einfgg.=dem Engel am Grab Jesu) aber bebten die Wächter und wurden wie tot.
EiÜ1971 Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen wie tot zu Boden
EiÜ2016 Die Wächter erbebten und fielen wie tot zu Boden

Grund der Änderung: stärkeres Sprachbild gewünscht
Anmerkung: Die Änderung ist näher an der Vulgata.

Vulgata
1Kor15,35 Sed dicet aliqusi: Quomodo resurgunt mortui? Qualive corpus venient?= Aber wird Jemand sagen: Wie stehen die Toten auf ? oder mit welchem Leibe werden sie kommen?
1Kor 15,36 Insipiens, tu quod seminas non vivificatur, nisi prius moriatur= Du Unverständiger ! Was du säst wird nicht lebendig, wenn es nicht zuvor stirbt.

EiÜ1971 Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben?
Was für eine törichte Frage! Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt

EiÜ 2016 Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben?
Du Tor! Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.

7. Neue Überschriften und Einteilung von Sinneinheiten

Z.B. Habakuk 2,20: „Der HERR aber wohnt in seinem heiligen Tempel. Alle Welt schweige in seiner Gegenwart.“ als Schlusswort sichtbar abgesetzt unter der Überschrift „Gott über allem“ von den vorangehenden „Weherufen“ und dem folgenden „Psalm Habakuks“ (bisher 2,20 unter „Über den Götzendiener“ eingeordnet

Z.B. in Lk 4,16-41 „Antrittsrede Jesu“ –
an Stelle von „Die Ablehnung Jesu in seiner Heimat“ oder „Heilungen in Kafarnaum“ statt „Jesus in der Synagoge von Kafarnaum –
Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus – Die Heilung
von Besessenen und Kranken

Anmerkung zu den neuen Überschriften und Sinneinheiten:

Der denkende Mensch will ständig systematisieren, das ist ihm ein Bedürfnis, aber die Bibel ist keine Examensarbeit. Wir dürfen nicht aus dem Auge verlieren, dass die Bibel das unveränderliche Wort Gottes ist, und müssen ihre Authentizität wahren.

Die alte Vulgata hatte keine Überschriften oder Sinnzusammenfassungen.

BIBLIA SACRA
VULGATAE EDITIONIS
SIXTI V PONTIFICIS MAXIMI
JUSSU RECOGNITA
ET
CLEMENTIS XIII

AUCTORITATE EDITA
NUNC NOVISSIME AD EXEMPLAR VATICANUM
EXPRESSA
CURA
AUGUSTIN ARNDT S.J.
CUM APPROBATIONE REBERENDMI ORDINARIUS RATISBONENSIS

TOMUS PRIMUS/ SECUNDUS/TERTIUS

EDITIO SECUNDA

MCMIII

RATISBONAE; ROMAE; NEO EBORACI ET CINCINNATI
SUMTPIBUS ET TYPIS FRIDERICI PUSTET
S:SEDIDS APOSTOLICAE TYPOGRAPH

Die Heilige Schrift
des
Alten und Neuen Testamentes
Mit dem Urtexte der Vulgata

als zehnte Auflage des Alliolischen Bibelwerkes herausgegeben

von Augustin Arndt S.J.

Mit Aprobation des heiligen Apostolischen Stuhles

Erster/Zweiter/Dritter Band

Zweite Auflage

1903


Regensburg, Rom, New York &Cincinnati
Druck und Verlag von Friedrich Pustet
Typograp des heil. Apostol. Stuhles

Es handelt sich um eine Faksimile-Ausgabe in drei Bänden
Erster Band: Altes Testament (vom 1.Buch Mose, Genesis bis zum Buch Job)
Zweiter Band: AltesTestament (von den Psalmen bis zum 2.Buch der Makkabäer)
Dritter Band: Neues Testament

Ergänzender Kommentar (08.10.2016)
A. Die Anrede „Brüder und Schwestern“ steht nicht in der Vulgata und auch nicht in der EiÜ1971, dort steht in der Anrede der Briefe stets „Brüder“. Diese Änderung ist also dem Genderismus geschuldet.

B. Warum „Junias“ keine „Junia“ ist und keinesfalls eine Apostelin

Der Brief des hl. Paulus an die Römer Kapitel 16 ist voller Grußadressen.

16.1 Commendo autem vobis Phoeben sororem nostram, quae est in ministerio Ecclesiae, quae est in Cenchris= Ich empfehle euch aber Phöbe, unsere Schwester, die im Dienste der Kirche zu Kenchreä ist
16.3. Salutate Priscam, et Aquilam adjutores meos in Christo Jesu= Grüßet Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus
16.7.Salutate Andronicum, et Juniam cognatos, et concaptivos meos: qui sunt nobiles in Apostolis, qui et ante me fuerunt in Christo=Grüßet Andronikus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen, welche bei den Aposteln angesehen sind, die auch vor mir in Christus waren
16.12. Salutate Tryphaenam et Tryphosam: quae laborant in Domino. Salutate Persidem carissimam,quae multum laboravit in Domino= Grüßet Tryphäna und Tryphosa, welche sich im, Herrn mühen. Grüßet die teure Persis, die im Herrn viel Müheverwaltung gehabt hat.
16.15. Salutate Philologum, et Juliam, Nereum, et sororem eius, et Olympiadem, et omne, qui cum eis sunt, et Olympiadem et omnes, qui cum eis sunt, sanctos= Grüßet Philologus und Julia, Nereus und dessen Schwester, und Olympias und alle Heiligen, die bei ihnen sind.

Analyse der Namen

Der heilige Paulus verwendet bei der Nennung von Frauennamen fast immer das Relativpronomen quae = die .
Bei der Nennung der Männer, deren Namen im Nominativ mit dem Buchstaben „a“ endigt, was wir im Deutschen als weiblich abgespeichert haben, erkennt man an der männlichen Form der angefügten Nomenergänzung im Akkusativ, dass es sich um einen Mann handeln muss, Beispiele:
1.Priscam et Aquilam, adjutores meos in Christo=Prisca und Aquila, meine Mitarbeiter
2.Andronicum et Juniam, cognatos et concaptivos meos= Andronikus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen

Andronikus und Junias sind also eindeutig Männernamen, so dass das Argument hinfällig ist, es könnte sich bei dem Namen „Juniam“ im Akkusativ um eine Frau namens „Junia“ handeln, statt um den eines Mannes namens „Junias“.
Priscam und Aquilam (= Akkusativ von Priska und Aquila) sind auch Männernamen, das wird in der neuen Einheitsübersetzung nicht bestritten.
Es gibt also keine „Apostelin“ Junia, zumal da es sowieso klar war, dass es nur die 12 Apostel gab und keine weiteren geben würde.
Die richtige Übersetzung ist also: Andronicus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangen, welche bei den Aposteln angesehen sind.

Bei der Nennung von Frauen und Männernamen ohne Ergänzung im Akkusativ, gibt es keine weiteren Hinweise, da Julia eindeutig nur ein Frauenname ist und Olympias ein Männername der Antike.
Philologum et Juliam, Nereum et sororem eius et Olympiadem= Philologus und Julia, Nereus und dessen Schwester, und Olympias.
Auch bei Olympias wird in der neuen Einheitsübersetzung nicht bestritten, dass es ein Männername ist.
Zusammenfassung:

Warum soll in Römer 16,7 unbedingt klar werden, dass eine „Apostelin“ gegrüßt wird?
Weil in der neuen Superkirche, die Selige Anna Katharina bezeichnete sie als „Afterkirche“ wegen ihres dunklen Charakters, zuerst das Amt des Diakons und dann das des Priesters für Frauen geöffnet werden soll.

Die Begründung und Untermauerung dazu soll nun das Evangelium liefern.

C.Warum soll der Ausdruck (ein Kind) „empfangen“ durch „schwanger werden“ ersetzt und der Begriff „Jungfrau“ durch „junge Frau“ ersetzt werden?

Weil der Teufel die Jungfrauengeburt fürchtet, denn die Gottesmutter ist die große Schlangenzertreterin. Schon bei ihrer Unbefleckten Empfängnis (ohne Erbsünde) durch ihre hl.Mutter Anna bebte die Hölle und bei der jungfräulichen Empfängnis des Gottessohnes Jesus Christus tobte die Hölle !!
Daran möchte der Teufel nicht erinnert werden.

Es soll bestritten werden, dass die Gottesmutter immerwährende Jungfrau ist:
ante natum =vor der Geburt, in natu= während der Geburt und post natum= nach der Geburt.

D. Warum werden in der neuen Einheitsübersetzung an den verschiedensten Bibelstellen verstärkende Ausdrücke gewählt, um die Macht Gottes deutlich zu machen und zwar in einer solchen Penetranz, dass es schon fast peinlich wirkt.
Die Übersetzung der hl. Vulgata ist richtig, die der neuen Einheitsübersetzung wirkt eher überdosiert.
Diese Bibel ist für den Antichristen geschrieben, dieser legt größten Wert darauf, dass seine Macht und Kraft als göttlich registriert wird, er will sich ja als Jesus Christus ausgeben.
Wie könnte man sonst erklären, dass bedauert wird, dass die folgende Bibelstelle nicht geändert wurde.
Vulgata
Mt 8, 24 Et ecce motus magnus factus est in mari ita ut navicula operiretur fluctibus, ipse vero dormiebat= und siehe ein großer Sturm erhob sich auf dem Meere, so dass das Schifflein von Wellen bedeckt ward; er aber schlief.
EiÜ1971 Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief
EiÜ2016 Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief

Man fragt sich, warum bedauern? Überall, wo „motus“ steht, kann man beim besten Willen kein Erdbeben oder Seebeben darausmachen!

Dem Antichristen kann es gar nicht genug mächtig hergehen, bloß hier mussten die Übersetzer Abstand nehmen, die Peinlichkeit wäre aufgeflogen.

E. Bibelstellen, die in der Einheitsübersetzung von 1971 regelrecht manipuliert worden sind, wurden nicht korrigiert.

Vulgata Mk 9,28
Et dixit illis: Hoc genus in nullo potest ire, nisi in oratione, et jejunio= Und er sprach zu ihnen: Diese Art (Anmerkung:von Dämonen) kann durch nichts ausgetrieben werden, als durch Gebet und Fasten.

EiÜ1971 Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

Das „Fasten“ wurde einfach weggelassen !

Write a comment …
DrMartinBachmaier
@Theresia Katharina / @Vered Lavan:
Zitiere Punkt 2: "Andronicum et Juniam, cognatos et concaptivos meos= Andronikus und Junias, meine Verwandten und Mitgefangenen"
Prinzipiell kann man aus der männlichen Endung von "os" in "congnatos et concaptivos meos" nicht schließen, dass beide, Andronicus und Junia(s) männlich sind. Es ist da wie im Französischen oder Hebräischen. Es reicht bereits, wenn nur eins aus der Gruppe männlich ist, damit der Plural ins Maskulinum gesetzt wird. Aber als … [More]
Vered Lavan likes this.
Vered Lavan
Anmerkung: Der letzte Kommentar wurde mir von @Theresia Katharina zugeschickt. Ich habe ihn auch oben unter dem Artikel, am unteren Ende, eingefügt!
Vered Lavan
Ergänzender Kommentar (08.10.2016)
A. Die Anrede „Brüder und Schwestern“ steht nicht in der Vulgata und auch nicht in der EiÜ1971, dort steht in der Anrede der Briefe stets „Brüder“. Diese Änderung ist also dem Genderismus geschuldet.

B. Warum „Junias“ keine „Junia“ ist und keinesfalls eine Apostelin

Der Brief des hl. Paulus an die Römer Kapitel 16 ist voller Grußadressen.

16.1 Commendo autem vobis Phoeben sororem nostram, quae est in ministerio Ecclesiae, quae est in Cenchris= Ich empfehle … [More]
Gestas likes this.
View 2 more likes.
DrMartinBachmaier
So ein Ad-fontes-Problem scheint auch bei 1 Kor 13,3 vorhanden zu sein:

"Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib dahingebe, dass ich verbrannt werde, die Liebe aber nicht habe, so nützt es mir nichts."

Ersetzt man aber "dass ich verbrannt werde (oder "dass ich brenne", lateinisch: "ardeam") durch "dass ich mich rühme" (lateinich "glorier"), kann man da keinen Sinn mehr erkennen.

Meine Vermutung: Hieronymus hatte noch den richtigen Text, während … [More]
Vered Lavan likes this.
DrMartinBachmaier
Das "Ad-fontes-Problem: Die Quellen (fontes) haben wie halt nicht mehr alle. Hieronymus hatte halt noch viel mehr. Ebenso hatten die Septuaginta-Übersetzer noch wesentlich mehr. Die Qumran-Funde brachten einiger solcher Quellen wieder ans Licht und bestätigen Septuaginta und Vulgata.
Das Ad-fontes-Problem ist an sich durch Septuaginta und Vulgata schon gelöst. Man will es nur nicht glauben.
Vered Lavan likes this.
DrMartinBachmaier
"Luther scheiterte in der Reformationszeit an einer Revision der Vulgata, da seine Latein- und vor allem seine Griechisch-Kenntnisse nicht ausreichten."
Deo gratias.
DrMartinBachmaier
@Theresia Katharina: "Für seine Lutherbibel schrieb er trotzdem von der Vulgata ab und benutzte noch andere Textvorlagen z.B. die des Erasmus von Rotterdam. Seine Original Lutherbibel ist ein eigenwilliges Konstrukt voller Fehler, die die Protestanten immer wieder überarbeiten."
Nach dem vor über 100 Jahren erstamls erschienenen Zeitschriften-Heft "Luther wie er leibte, lebte und starb" sind in der Luther-Bibel über 3000 Übersetzungsfehler. Dabei gab es ja genügend Vorlagen, von denen er nur abzuschreiben hätte brauchen.
Vered Lavan likes this.
Note Vered Lavan mentioned this post in Gloria Global am 29. September 2016.
Vered Lavan
@Schäfchen - Die Arbeit war hauptsächlich von Theresia-Katharina!
Tina 13 likes this.
Schäfchen
Vielen Dank für diese gewiss sehr mühevolle und aufschlussreiche Fleißarbeit!
Vered Lavan likes this.
Note Vered Lavan mentioned this post in "Ganz nah am Urtext" - Die neue Einheitsübersetzung der Bibel wird in Fulda vorgestellt.
Note Vered Lavan mentioned this post in Die "junge Frau" in Jesaja 7 und ihre Antwort in Lukas 1.