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Hl Margareta 10 5

Warum musste Jesus Christus für uns sterben?

Viele Katholiken wissen leider nicht mehr, warum Jesus Christus am Kreuz sterben musste.Viele wissen auch nicht mehr, dass Sein Tod ein freiwilliger Sühnetod für unser aller Sünden war, der uns alle vor dem ewigen Verderben gerettet hat.

Der hl. Kirchenlehrer Anselm von Canterbury erklärt den Zusammenhang im Folgenden. Es lohnt sich diese Abhandlung öfter zu lesen, wenn man den Sachverhalt beim ersten Mal nicht richtig versteht.
Sündigen heißt: Gott nicht leisten, was man ihm schuldig ist, ihm ungehorsam sein, seine Ehre verletzen. Die Sündenschuld erfordert eine Sühne für die Verletzung der Ehre Gottes; es muss also dafür etwas geleistet werden, was nicht an sich schon Pflicht gewesen wäre, wie der, welcher den anderen verwundet, nicht nur seine Gesundheit wiederherstellen muss, sondern ihn auch für den erlittenen Schmerz entschädigen muss.

Ohne solche Genugtuung muss Gott die Sünde strafen, denn sonst würde er in seinem Reich eine Störung der Ordnung ungeordnet hingehen lassen. Der Sünder und der Gehorsame würden gleichgehalten sein.
Gott kann nimmermehr Ungeziemendes oder Unordentliches wollen; sowenig als das Wasser trocken und das Feuer nass sein kann, sowenig kann Gott seine Gerechtigkeit und seine Ordnung verletzen lassen ohne Genugtuung oder Büßung.
Unterwirft sich der Mensch nicht freiwillig dem Herrn durch Gehorsam, so zeigt ihm der Herr seine Herrschaft durch Strafe.
Die Ehre Gottes ist zwar Gott selbst, und die kann niemand nehmen, aber sie spiegelt sich auch in der Schöpfung, in der Weltordnung ab, namentlich darin, dass die vernünftigen Geschöpfe Gottes Willen erkennen und freiwillig tun, dadurch ehren sie Gott.
Wer dieses nicht tut, stört die Ordnung und Schönheit der Weltordnung, und tut somit der Ehre Gottes Eintrag. Wir können aber dem Willen Gottes nie entgehen; fliehen wir vor dem gebietenden Willen Gottes, so geraten wir unter den strafenden.
Eine wahre Genugtuung für die Sünde gibt es nur, 1. Wenn man etwas leistet, das nicht ohnedies schon Pflicht ist.
Reue, Büßungen, Almosen usw. können daher keine Genugtuung sein, weil es Pflicht ist, zu trauern, wenn man Gott beleidigt hat, und weil es Pflicht ist, den Mitmenschen von dem unsrigen mitzuteilen; auch der neue Gehorsam sühnt nicht, weil wir ja überhaupt all unser Hab und Tun und uns selbst Gott schuldig sind. Daher haben wir nichts, was wir Gott für die Sünde bezahlen könnten.
Dann müsste 2. Die Sühne so groß sein als die Schuld. Die kleinste wissentliche Sünde ist aber etwas sehr großes und mit keinem Unglück zu vergleichen, wenn man bedenkt, dass diese gegen den Willen Gottes ist, z.B. ein sündhafter Blick. Stelle dich in Gedanken vor Gottes Thron und nimm an, jemand sage zu dir: Blicke dorthin, Gott aber geböte: Blicke nicht hin. Müsstest du nicht lieber die ganze Welt zu Grunde gehen lassen, als Gott in das Angesicht ungehorsam zu sein?
Auch die kleinste Sünde wiegt schwerer als das Ärgste. Sie ist ärger, als wenn die ganze Welt unterginge; denn sie ist gleichsam der Wille, Gott vom Thron zu stoßen, indem man sein Gesetz nicht achtet.
Nun aber stehen wir in Wahrheit stets vor Gottes Thron, und in jedem Augenblick gebietet er uns, nicht zu sündigen — wie unermesslich groß ist unsere Schuld! — Die Genugtuung müsste aber auch größer sein als unsere Schuld, sie müsste sie auf- und überwiegen; sie müsste etwas größeres sein als die ganze Welt, da man selbst um eine ganze Welt nicht eine einzige Sünde tun darf.
Derart hat aber der Mensch nichts.
3. Der Mensch hat durch die Sünde einen Raub gegen Gott ausgeübt, er hat nämlich die Seele, die ihm Gott gegeben und die zur Heiligkeit und Seligkeit bestimmt war, verwüstet und verderbt, sodass sie ganz unbrauchbar für ihre Bestimmung geworden ist; im Gegenteil ist jetzt die Seele eine fortfließende Quelle der mannigfaltigsten Sünden.
Dieser Raub und Frevel an Gottes Eigentum, an der Seele, muss erstattet werden. Dieses kann der Mensch aber nicht; der Sünder kann nicht den Sünder reinigen.
Die Schuld der Sünde und das Verderbnis der Seele ist aber von solchem Belang, dass es nur durch eine Leistung überwogen werden könnte, die größer ist als die ganze Welt, größer als alles, was nicht Gott ist.
Dieses ist aber Gott allein, folglich kann nur Gott selbst die Genugtuung leisten, aber die Gerechtigkeit fordert, dass sie durch den Menschen geleistet werde.
Es gibt also nur dann eine gültige Genugtuung, wenn Gott und der Mensch zugleich dieselbe leisten, indem Gott Mensch wird und zugleich Gott bleibt, und seine Gottheit und Menschheit nur eine und dieselbe Person bildet. Dieses ist aber Jesus Christus.
Er durfte aber seine Menschheit nicht neu erschaffen, wie Adam neu erschaffen wurde, sondern musste aus dem Menschengeschlecht seine menschliche Natur nehmen, weil er sonst nicht für unser Geschlecht gültige Genugtuung leisten konnte.

Wie nun Eva aus dem Leib des Adam entnommen wurde, so wurde der Leib Christi aus der Jungfrau entnommen, damit das Heil von dem Weib ausgehe, wie auch die Sünde vom Weib ausgegangen war.
Es musste aber der Gottmensch etwas darbringen zur Sühne, was keine Schuldigkeit für ihn war. Den Gehorsam konnte Gott von ihm fordern, Leiden und Tod konnte Gott aber nicht fordern, weil Christus kein Sünder war.
Folglich war dieses die rechte Genugtuung, zumal da hier der Lust aus der Sünde der Schmerz, und dem Raub an Gott die Schenkung an Gott entsprechen.
Ein Genuss stürzte die Menschen ins Verderben, ein Leiden musste sie erretten. Dass das Leben Jesu aber mehr ist als alle Sünden der Welt, fühlt jeder Christ, indem jeder lieber alle Sünden der Welt auf sich nehmen wollte, als wissentlich den Gottmenschen töten.
Daher muss die Darbringung seines Lebens alle Sünden überwiegen; und es gibt nichts und es lässt sich nichts denken, wodurch es vor Gott möglich wäre, uns Sünder zu erretten, als durch das große Wunder der Menschwerdung und des Todes Jesu Christi selbst.
Hier erscheint Gottes Barmherzigkeit und Gerechtigkeit am größten, indem er uns seinen Sohn gibt, damit wir uns loskaufen von der Sünde, und indem er einen so großen Preis für die Schulderlassung bezahlen lässt.

Legende oder der christliche Sternenhimmel von Alban Stolz, mit Approbation von drei Bischöfen, 1909
Ministrant1961
@Eremitin, vielleicht haben sie teilweise sogar Recht. Für Kinder aus Familien, die völlig interessenlos, bezgl. einer religiösen Erziehung sind, liegt hier in möglicherweise zumindest eine minimalchance, auf Umwegen zum Glauben zu finden. Handelt es sich aber um Kinder, die das Glück haben, in einer katholischen Familie aufzuwachsen, wäre es, da werden sie mir wohl Recht geben, jedoch besser, … Mehr
kath. Kirchenfreund
es ist eine sehr lange, verwickelte Geschichte und wenn man die auf einen Satz reduziert, so ist es nicht dasselbe
Boni
@Eremitin,
solange der Religionsunterricht unsere Kinder zu frommen Atheisten abrichtet, muss ihn jeder Katholik bekämpfen. Zeigen Sie mir doch einen Religionsunterricht, in dem die Zentraldogmen des Liberalismus, insbesondere die himmelschreiende Lehre von der Autonomie des menschlichen Geistes (Dignitatis Humanae) konsequent und zum Wohle der Kinder verurteilt werden!
Eremitin
aber dann würden viele Kinder nicht mehr mit( selbst marginalen) Inhalten der Religion in Verbindung kommen und das wäre noch eine Chance weniger für die Kirchen. Übrigens auch der Deutsch-Geschichts oder Politik- unterricht hat viele Schwächen...da könnte man endlos aufzählen und nicht nur diese Fächer. ich bin auf jeden Fall uneingeschränkt für den Religionsunterricht, der Chancen und Grenzen … Mehr
Ministrant1961
@Hl Margareta, die Partei die Grünen drängen ja seit Jahren, auf die Abschaffung des Religionsunterrichtes. Ich muß sagen, mittlerweile hoffe ich, daß sie damit möglichst bald Erfolg haben. Der heutige Religionsunterricht sorgt tatsächlich dafür, die letzten Reste christlicher Gesinnung, den Schülern auch noch auszutreiben. Es ist also tatsächlich so, daß ich hierbei eine Grünen Forderung … Mehr
Hl Margareta
@Ministrant1961 Die Bildung meiner Kinder, besonders der religiösen Bildung, habe ich auch nie nur der Schule überlasen. Für mich gehört das ganz eindeutig zu den Aufgaben der Eltern. Religionsunterricht verdient eigentlich nicht mehr diese Bezeichnung.Es ist schon seit vielen Jahren, oder eigentlich Jahrzehnten, ein Sammelsurium von Gegenüberstellungen/Vergleiche der Religionen und gezielter … Mehr
Ministrant1961
Als meine Mädchen Schulkinder waren, gingen wir immer gemeinsam zur Messe. Als meine Große dann schon kurz vor ihrer Erstkommunion stand, viel mir anhand ihrer Fragen, die sie mir gelegentlich zum Heiligen geschehen am Altar stellte, sowie anhand ihrer Fragen zu manchen Evangelien auf, daß ihr Wissen über diese Dinge, vor allem wobei es um den Opfertod Christi ging, sehr mangelhaft war. Das was … Mehr
Ministrant1961
Durch das makellose Opfer am Kreutz auf Golgatha, hat Jesus Christus den Menschen mit seiner, durch den Sündenfall ungeordneter Seele, wieder mit Gott versöhnt.
Hl Margareta
Gerade in unserer Zeit, in der modernistische Theologen und Kleriker bis in höchsten Ämtern den Sühnetod unseres Herrn relativieren wollen, ist es für Katholiken sehr wichtig, sich mit dem Kreuzestod unseres Erlösers zu befassen.
Hl Margareta
und es gibt nichts und es lässt sich nichts denken, wodurch es vor Gott möglich wäre, uns Sünder zu erretten, als durch das große Wunder der Menschwerdung und des Todes Jesu Christi selbst.