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Menschenwürde

Der hl. Papst Pius X. lehrt in seinem Brief Notre Charge Apostolique vom 25. August 1910:

„Die Grundlage aller Verfälschungen der grundlegenden sozialen Begriffe bildet der falsche Begriff [...] der Menschenwürde [...]. Nach [diesem falschen Begriff] ist der Mensch nur wahrhaft Mensch und dieses Namens würdig, wenn er ein aufgeklärtes, festes, unabhängiges, autonomes Bewußtsein erlangt hat, das keinen Herrn mehr braucht, das nur sich selbst gehorcht und fähig ist, die ernstesten Verantwortlichkeiten ohne die Gefahr des Abgleitens zu übernehmen. Das sind wahrhaft große Worte, um dem Hochmut des Menschen zu schmeicheln; sie sind wie ein Traum, der den Menschen ohne Liebe, ohne Führung, ohne Hilfe auf den Weg der Illusionen lenkt, wo er bis zum Tag des großen Erwachens vom Irrtum und von den Leidenschaften verschlungen wird. Und wann kommt dieser Tag? Wird er, ohne daß man die Natur des Menschen verändert [was unmöglich ist], jemals kommen? Hatten die Heiligen, die die Menschenwürde zu ihrer höchsten Vollendung gebracht haben, jene Würde? Die Demütigen dieser Erde, die nicht so hoch steigen können und die sich damit zufrieden geben, in Bescheidenheit ihre Furche zu ziehen an dem Platz, den Gott ihnen zugewiesen hat, die tapfer ihre Pflicht erfüllten in Demut, Gehorsam und christlicher Geduld, sind sie nicht des Namens Mensch würdig, sie, die der Herr dereinst aus ihrem unscheinbaren Dasein herausnehmen und im Himmel unter die Fürsten seines Volkes stellen wird?“

Der säkularisierte Begriff der Demokratie, in: Die katholische Sozialdoktrin in ihrer gesellschaftlichen Entfaltung. Eine Sammlung päpstlicher Dokumente vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart (Originaltext mit Übersetzung), Band III, hgg. v. Arthur Utz/Brigitta Gräfin von Galen, Aachen 1976, Nr. XXIII,229-276; Nr. XXIII,253.