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Eugenia-pia
66

Eine hohe Forderung an den Christen

Der heilige Thomas von Aquin.
Von ihm stammt das folgende Gebet, das die Kirche in das Verzeichnis der Ablassgebete aufnahm.

Gebet um die Gnade eines gottgefälligen Lebens

Gib mir die Gnade , barmherziger Gott, was Dir wohlgefällig ist, mit Eifer zu begehren, mit Klugheit zu erforschen, in Wahrheit zu erkennen und getreulich zu erfüllen zum Lob und Preis Deines Namens.
Mein Gott, lenke meinen Lebensweg! Gib, dass ich erkenne, was Du von mir willst, und es ausführe, wie es sich gebührt und dem Heile meiner Seele dienlich ist!
Herr, mein Gott, gib, dass ich in Glück und Unglück nicht versage, dass ich im Glück nicht übermütig, im Unglück nicht kleinmütig werde! Nichts soll mir Freude oder Schmerz bereiten, als was hinführt zu Dir oder wegführt von Dir. Keinem will ich zu gefallen suchen, keinem zu missfallen fürchten ausser Dir.
Herr, alles, was vergänglich ist, das soll mir wertlos sein; doch was unvergänglich, soll mir lieb und teuer sein. Freude ohne Dich soll mir zum Ekel sein. Nichts will ich begehren, das nicht in Dir ist. Für Dich arbeiten, Herr, soll mir eine Wonne sein; doch jede Ruhe ohne Dich sei mir verhasst.
Gib, mein Gott, dass ich mein Herz auf Dich hinrichte, dass ich über mein Versagen ständig trauere und den Vorsatz fasse, mich zu bessern.
Herr, mein Gott, lehre mich gehorsam sein, nicht zu widersprechen; arm sein, nicht verzagt; rein sein, nicht befleckt; geduldig sein, ohne zu murren; demütig, ohne mich zu verstellen; fröhlich sein, nicht ausgelassen; ernst sein, nicht schwerfällig; regsam, doch nicht leichtfertig. Lehre mich, Dich fürchten, ohne zu verzagen; aufrichtig sein, nicht doppelzüngig; Gutes tun, ohne einen Lohn zu erwarten; den Nächsten mahnen, ohne mich zu überheben; ihn durch Wort und Beispiel zu erbauen, ohne mich zu verstellen.
Herr und Gott, gib mir ein wachsames Herz, das durch keinen vorwitzigen Gedanken sich von Dir ablenken lässt; ein hochgemutes Herz, das durch keine unwürdige Neigung sich in die Tiefe ziehen lässt; ein ehrliches Herz, das durch keine falsche Absicht sich vom geraden Weg abbringen lässt; ein starkes Herz, das durch keine Trübsal sich niederbeugen lässt; ein freies Herz, das von keiner Gewalt der Leidenschaften sich gefangen nehmen lässt!
Herr, mein Gott, gib mir Einsicht, Dich zu erkennen; Eifer, Dich zu suchen; Weisheit, Dich zu finden! Lehre mich zu wandeln, wie es Dir gefällt, zuversichtlich auszuhalten und auf Dich zu harren und zu vertrauen, dass ich am Ende Dich umfangen darf! Gib, dass ich hier Deine Heimsuchungen trage im Geiste der Busse, Deine Segnungen auf Erden geniesse durch Deine Gnade und deine Freuden verkoste in der Herrlichkeit im himmlischen Vaterland. Du lebst und herrschest, Gott in alle Ewigkeit. Amen +


3 Jahre Ablass einmal am Tag. Ablasskongr. 1888
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MarionKS
"3 Jahre Ablass einmal am Tag. Ablasskongr. 1888"

Leider habe ich in den Akten 1888 dieses Gebet nicht gefunden. Haben Sie sich vielleicht im Jahr vertan oder könnten sie mir die A.S.S.- Nummer geben?

Herzlichen Dank! Das ist ein sehr schönes Gebet
Saarländerin
Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke Herz und Sinne,
dass ich diesen Tag mit dir
frohgemut beginne.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meine Worte,
dass sie schlicht und heilsam sind
auch an dunklem Orte.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meine Taten,
dass von deinem Geist erfüllt,
sie mir wohlgeraten.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meine Seele,
dass ich weise und bedacht,
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Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke Herz und Sinne,
dass ich diesen Tag mit dir
frohgemut beginne.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meine Worte,
dass sie schlicht und heilsam sind
auch an dunklem Orte.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meine Taten,
dass von deinem Geist erfüllt,
sie mir wohlgeraten.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meine Seele,
dass ich weise und bedacht,
stets das Gute wähle.

Leite mich, mein Herr und Gott,
lenke meinen Willen.
Gib mir Liebe. Sie allein
kann die Sehnsucht stillen.

aus dem Stundenbuch Te Deum
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Saarländerin
Ich zieh nicht mehr, ich lass gescheh'n,
was du für mich hast vorgeseh'n,
vertraue dir und deiner Zeit,
dein Plan, der steht für mich bereit.

Was wird, das liegt in deinen Händen.
Du, Herr, kannst alles, alles wenden.
Trotz manch' noch ungelöster Fragen
brauch ich, mein Gott, nicht zu verzagen.

Und quälen mich auch mal Bedenken,
so wirst du mir doch Antwort schenken,
wenn auch nicht gleich, …More
Ich zieh nicht mehr, ich lass gescheh'n,
was du für mich hast vorgeseh'n,
vertraue dir und deiner Zeit,
dein Plan, der steht für mich bereit.

Was wird, das liegt in deinen Händen.
Du, Herr, kannst alles, alles wenden.
Trotz manch' noch ungelöster Fragen
brauch ich, mein Gott, nicht zu verzagen.

Und quälen mich auch mal Bedenken,
so wirst du mir doch Antwort schenken,
wenn auch nicht gleich, ich halte still
und sage mir: Wie mein Gott will!

Fehlt mir die Hoffnung und der Mut,
vertrau ich – es wird alles gut.
Ich weiss nicht, Herr, wie's weitergeht,
bring zu dir alles im Gebet.

Du lenkst und führst mich, Schritt um Schritt
und gehst all meine Wege mit.
Wenn manches kann ich nicht begreifen,
so lass ich wachsen, lass ich reifen.

Schenk, Herr, Geduld mir stets dafür,
und öffne du, Herr, mir die Tür,
denn manches, ist's noch nicht soweit,
kommt sicher, Herr, zu deiner Zeit.

So halt ich deiner Führung still
und sag in allem: Wie Gott will.
Wie Gott will, bin ich bereit,
zu warten, Herr, auf deine Zeit.

Der Herr, der keine Fehler macht,
er hat alles gut durchdacht.
So kann ich ihm getrost vertrauen,
in Ungewissheit auf ihn bauen.

Er leitet mich auf seinen Wegen
und hüllt mich ein in seinem Segen,
dass ich am Ende sagen kann:
Der Herr hat alles wohlgetan!

Ein Gebet von A. N. aus dem Schwarzwald
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Saarländerin
SEI STARK IN DER KRAFT DEINES HERRN

Wenn Du am Boden liegst und nicht mehr kannst,
wenn Du entmutigt bist und voller Angst,
schickt Gott sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“
Gott schickt sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“

Wenn Du auch traurig bist, nicht Hoffnung mehr hegst, …More
SEI STARK IN DER KRAFT DEINES HERRN

Wenn Du am Boden liegst und nicht mehr kannst,
wenn Du entmutigt bist und voller Angst,
schickt Gott sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“
Gott schickt sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“

Wenn Du auch traurig bist, nicht Hoffnung mehr hegst,
und wenn Du schwer an Deiner Schuld trägst,
schickt Gott sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“
Gott schickt sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn.

Wenn Dich auch Zweifel quält, Du weisst nicht, wohin,
glaubst nicht an einen möglichen Neubeginn,
schickt Gott sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“
Gott schickt sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“

Gott ist Dir immer nah, fang neu mit ihm an.
Er steht Dir zur Seite, und er geht Dir voran.
Gott schickt sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“
Gott schickt sein Licht, spricht: Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“

Er ebnet Dir den Weg, führt vorwärts Deinen Schritt.
Glaub nur fest daran, Dein Gott geht immer mit.
Gott schickt sein Licht, spricht: „Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“
Gott schickt sein Licht, spricht: Fürchte Dich nicht!“
Er sagt Dir: „Sei stark in der Kraft Deines Herrn!“

Ein Liedtext: geschrieben für Michael
von A. N. aus dem Schwarzwald

Vielleicht hilft dieser Text auch anderen Menschen hier in diesem Gebetsforum, denn diese Zusage gilt allen!
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Saarländerin
Das Tridentinisch-Vatikanische Glaubensbekenntnis

Ich N.N. glaube mit fester Überzeugung und bekenne alles und jedes, was in dem Glaubensbekenntnisse, dessen sich die heilige römische Kirche bedient, enthalten ist, nämlich:
Ich glaube an einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an einen Herrn Jesum Christum, den …
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Das Tridentinisch-Vatikanische Glaubensbekenntnis

Ich N.N. glaube mit fester Überzeugung und bekenne alles und jedes, was in dem Glaubensbekenntnisse, dessen sich die heilige römische Kirche bedient, enthalten ist, nämlich:
Ich glaube an einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an einen Herrn Jesum Christum, den eingebornen Sohn Gottes, der aus dem Vater geboren ist von Ewigkeit, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gotte; geboren, nicht erschaffen, einer Wesenheit mit dem Vater; durch den alles erschaffen ist. Der wegen uns Menschen und um unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen ist; der durch den Heiligen Geist aus Maria der Jungfrau Fleisch angenommen hat und Mensch geworden ist; der auch unter Pontius Pilatus für uns gekreuzigt worden ist, gelitten hat und begraben wurde; am dritten Tage aber ist er nach der Schrift wieder auferstanden; er ist aufgefahren in den Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; und seines Reiches wird kein Ende sein. Ich glaube auch an den Heiligen Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der vom Vater und dem Sohne ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht wird, der durch die Propheten geredet hat. Ich glaube an eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Ich bekenne eine Taufe zur Vergebung der Sünden und erwarte die Auferstehung der Toten und das künftige ewige Leben. Amen.
Die apostolischen und kirchlichen Traditonen (Überlieferungen) samt den übrigen Gebräuchen und Satzungen der Kirche nehme ich an und verharre dabei fest.
Ebenso nehme ich die Heilige Schrift nach dem Sinne an, den die heilige Mutter, die Kirche, angenommen hat und annimmt, der es zusteht, über den wahren Sinn und die wahre Auslegung der Heiligen Schrift zu urteilen. Niemals will ich dieselbe anders als nach dem einstimmigen Sinne der Väter annehmen und auslegen.
Ich bekenne ferner, daß es sieben wahre und eigentliche Sakramente des Neuen Bundes gibt, die von Jesus Christus, unserm Herrn, eingesetzt und zum Heile des menschlichen Geschlechtes notwendig sind, obwohl nicht einem jeden Menschen alle, nämlich die Taufe, die Firmung, das Sakrament des Altars, die Buße, die Letzte Ölung, die Priesterweihe und die Ehe; und daß sie Gnade erteilen, und von diesen die Taufe, die Firmung und die Priesterweihe ohne Gottesraub nicht zweimal empfangen werden können.
Auch die Gebräuche, die bei feierlicher Erteilung aller dieser Sakramente in der katholischen Kirche eingeführt und genehmigt sind, nehme ich an und billige sie.
Alles und jedes, was im heiligen Tridentinischen Kirchenrate über die Erbsünde und die Rechtfertigung entschieden und erklärt worden ist, erkenne ich und nehme ich an.
Ich bekenne auch, daß in der Messe Gott ein wahres, eigentliches und versöhnendes Opfer für die Lebendigen und die Gestorbenen dargebracht wird, und daß in dem heiligsten Sakramente des Altars wahrhaft, wirklich und wesentlich der Leib und das Blut unseres Herrn Jesu Christi mit seiner Seele und Gottheit zugegen ist, und daß die ganze Substanz (Wesenheit) des Brotes in den Leib, und die ganze Substanz des Weines in das Blut verwandelt wird, welche Verwandlung die katholische Kirche Transsubstantiation (das ist Verwandlung einer Wesenheit in die andere) heißt.
Ich bekenne zugleich, daß auch bloß unter einer Gestalt Christus ganz und ungeteilt und das wahre Sakrament empfangen wird.
Ich glaube standhaft, daß es einen Reinigungsort gibt, und daß die Seelen darin durch die Fürbitte der Gläubigen Hilfe erhalten.
Auf gleiche Weise glaube ich, daß die Heiligen, die mit Christus regieren, zu verehren und anzurufen seien, und daß sie bei Gott ihr Gebet für uns darbringen, und daß ihre Reliquien in Ehren zu halten seien.
Ich nehme ganz fest an, daß die Bilder Christi und der allzeit jungfräulichen Gottesgebärerin, wie auch anderer Heiligen beizubehalten sind, und daß wir ihnen die schuldige Ehre und Verehrung erweisen sollen.
Auch bekenne ich, daß die Gewalt, Ablässe zu erteilen von Christus in der Kirche hinterlassen worden, und daß deren Gebrauch dem christlichen Volke sehr heilsam ist.
Die heilige, katholische und apostolische römische Kirche erkenne ich als Mutter und Lehrmeisterin aller Kirchen an, und dem römischen Papste, als dem Nachfolger des heiligen Apostelfürsten Petrus und dem Statthalter Jesu Christi, verspreche und gelobe ich wahren Gehorsam.
Auch alles übrige, was von den heiligen Kirchensatzungen und allgemeinen Kirchenversammlungen und besonders von dem Tridentinischen Kirchenrate, wie auch vom allgemeinen Vatikanischen Konzil, zumal über den Primat und das unfehlbare Lehramt des Papstes, überliefert, entschieden und erklärt worden ist, nehme ich unbezweifelt an und bekenne es; und alles, was entgegen ist, und jede von der Kirche verworfene Lehre, verwerfe auch ich. – Diesen wahren katholischen Glauben, außer dem niemand selig werden kann, den ich gegenwärtig freiwillig bekenne und in Wahrheit habe, will ich ganz und unverletzt bis zum letzten Hauche meines Lebens mit Gottes Hilfe aufs standhafteste behalten und bekennen, und ich werde mich, soviel an mir liegt, bemühen, daß er auch von meinen Untergebenen oder denjenigen, deren Sorge mir in meinem Amte obliegen wird, gehalten, gelehrt und verkündet werde.

(Jetzt legt derjenige, der das Glaubensbekenntnis betet, seine rechte Hand auf ein geöffnetes Evangelienbuch und spricht:)
Das verspreche, gelobe und schwöre ich N.N., so wahr mit Gott helfe und diese heiligen Evangelien Gottes!

Alle katholischen Geistlichen sind zur Ablegung dieses Tridentinisch-Vatikanischen Glaubensbekenntnisses verpflichtet: Zum erstenmal vor ihrer Subdiakonatsweihe und später jedesmal vor Antritt eines höheren Amtes – auch vor der Teilnahme an einem Konzil.
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Saarländerin
Papst Pius XII. zur der Schlacht auf dem Lechfeld

Wir dokumentieren den Brief Seiner Heiligkeit Papst Pius XII. an Bischof Josef Freundorfer vom 27. Juni 1955 anlässlich der Schlacht auf dem Lechfeld

Sie haben, ehrwürdiger Bruder, Uns eingehend berichtet über das Jahrtausendgedächtnis der Schlacht auf dem Lechfeld, vor dem Ihre Bischofsstadt unmittelbar steht, und Uns das reichhaltige Programm …More
Papst Pius XII. zur der Schlacht auf dem Lechfeld

Wir dokumentieren den Brief Seiner Heiligkeit Papst Pius XII. an Bischof Josef Freundorfer vom 27. Juni 1955 anlässlich der Schlacht auf dem Lechfeld

Sie haben, ehrwürdiger Bruder, Uns eingehend berichtet über das Jahrtausendgedächtnis der Schlacht auf dem Lechfeld, vor dem Ihre Bischofsstadt unmittelbar steht, und Uns das reichhaltige Programm vorgelegt das aus der Jubiläumsfeier « Tage abendländischen Bekenntnisses » gestalten und sie mit einem «grossen katholischen Bekenntnistag» abschliessen will. Für diese Festwoche und für alle mit ihrem Geist sich Erfüllenden bitten Sie Uns um die Kraft des Apostolischen Segens.

Zu Tagen abendländischen Bekenntnisses—heute, wo die abendländische Kultur unter schwerster Bedrohung steht, ist die Erinnerung an die Schlacht auf dem Lechfeld wie geschaffen. Augsburg, die alte Augusta Vindelicorum, hat aus dem Altertum aufsteigend den wechselvollen Weg der abendländischen Geschichte über das Mittelalter in die neue und neueste Zeit zurückgelegt. In Ulrich, dem grossen und heiligen Bischof, ist die innere Kraft des christlichen Abendlandes, der katholische Glaube, das Beten und das Schaffen religiöser und kultureller Werte aus diesem Glauben eindrucksvoll verkörpert. Der Sieg der Königs und nachmaligen Kaisers Otto des Grossen über die Ungarn aber hat das christliche Abendland vor einer unheimlichen Gefahr aus dem heidnischen Osten gerettet. Die Schlacht auf dem Lechfeld steht in einer Linie mit dem Kampf und Sieg Karl Martens, zwischen Tours und Poitiers im Jahre 732, wie auch mit dem glazvollen Sieg unter den Mauern Wiens im Jahre 1683 durch Karl von Lothringen und den Polenkönig Sobieski, damals als es Papst Innozenz XI. und Kaiser Leopold geglückt war, einen europäischen Schutzwall gegen jene furchtbare Bedrohung des christlichen Abendlandes zu errichten.

Die katholische Kirche ist nicht eins mit der abendländischen Kultur. Sie macht sich überhaupt nicht eins mit irgend einer Kultur; wohl aber ist sie bereit, mit jeder Kultur einen Bund zu schliessen: sie erkennt gerne an, was in jeder dem Werk des Schöpfers nicht widersprechend, was mit der Würde des Menschen und seinen naturgegebenen Rechten und Pflichten vereinbar ist, pflanzt aber darüber hinaus den Reichtum der Wahrheit und Gnade Jesu Christi in sie ein und erreicht dadurch, dass die verschiedenen Kulturen, so fremd sie sich gegenüberzustehen schienen, einander nahe kommen und wirklich Schwestern werden. Die Geschichte der Mission und Ausbreitung des Christentums und der Kirche von den Zeiten der Völkerwanderung bis heute ist ein überzeugender Beweis für den Segen, der von der katholischen Kirche auf die Kulturen ausgeht. In diesem Sinne ist auch die Kirche für die Erneuerung und Stärkung der abendländischen Kultur.

Damit ist schon ausgesprochen, worin die Erneuerung der abendländischen Kultur beschlossen liegt; eben darin, dass der abendländische Mensch die Wahrheit und Gnade Christi von neuem bejaht, bekennt, in sich aufnimmt und zur lebendigen Grundlage des gesamten Daseins macht. In der Auseinandersetzung mit der neuen Lebensform des materialistischen Ostens behauptet das Abendland, für die Menschenwürde und die Menschenrechte, an erster Stelle für die Freiheit des Einzelnen einzustehen. Er möge aber nicht übersehen, dass die Würde und die Rechte des Menschen — seine persönliche Freiheit ganz besonders — sich gegen ihn wenden, ja dass sie sich selbst aufheben, wenn sie nicht genommen werden in Einheit mit den Bindungen, den Pflichten, mit denen die Ordnung der Natur wie der Gnade sie unlöslich verknüpft hat und die im Gebot Gottes und Gesetz Christi dem Menschen entgegentreten. Eine Tagung wie die in Augsburg wird nicht an der Frage vorbeigehen dürfen, wie viele Männer und Frauen das Abendland noch zählt, denen für die Heilighaltung jener Bindungen kein Einsatz zu hoch ist.

Die Stadt Augsburg gedenkt im laufenden Jahr noch eines anderen folgenschweren Ereignisses, das sich in ihren Mauern abgespielt hat: der am 25. September 1555 geschehenen Unterzeichnung des sogenannten « Augsburger Religionsfriedens ». Er besiegelte die religiöse Spaltung Deutschlands. Das Gemeinwohl des Reiches wie der Kirche, für die es um Sein oder Nichtsein innerhalb der deutschen Grenzen ging, rechtfertigte die Unterschrift der katholischen Fürsten unter den Religions- vertrag. Man wird es Uns aber nicht verdenken, wenn Wir im Bruch der religiösen Einheit Deutschlands und Europas das schwerste Verhängnis erblichen, welches das christliche Abendland und seine Kultur treffen konnte. Dürfen Wir in Erinnerung an jenen Tag der Hoffnung Ausdruck verleihen, der Weg, den die Göttliche Vorsehung das Abendland weist, möge wieder mehr und mehr an die verlorene Einheit heranführen? Denn Wir können nicht umhin, für das Abendland zu wiederholen, was Wir vor gerade drei Jahren von der europäischen Kultur erklärten, dass sie nämlich « unverfälscht christlich und katholisch sein, oder aber verzehrt werden wird vom Steppenbrand jener anderen materialistischen, der nur die Masse und die rein physische Gewalt etwas gelten » (Schreiben vom 17. Juli 1952 an den Katholischen Frauenbund - Acta Ap. Sedis 44, 1952, pag. 720).

Die letzten Worte führen Uns zurück zum Sieg des christlichen Heeres auf dem Lechfeld. Die Krönung jenes Sieges war keineswegs die Vernichtung der heidnischen Ungarn, sondern ihre Bekehrung zum katholischen Glauben. Schon fünfzig Jahre später sind sie vom ihrem grossen König Stephan dem Heiligen hineingeführt worden in eben jene christliche Kultur, deren tödliche Gefahr sie noch im Jahre 955 gewiesen waren. Möchte dieser Vorgang ein Vorzeichen für heute sein! Der echte christliche Abendländer hegt gegenüber den Völkern des Ostens, die im Machtbereich der mit Staatsgewalt ausgerüsteten materialistischen Weltanschauung leben, Gedanken des Friedens und der Liebe. Wenn die Frage der Koexistenz die Geister unentwegt beschäftigt, so können Wir eine Art der Koexistenz rückhaltlos bejahen: Die gläubigen Abendländer beten gemeinsam mit denen jenseits des Eisernen Vorhangs, die noch ihre Hände zu Gott erheben — und es sind nicht wenige, dass wir alle eins werden in der vollen Freiheit, das persönliche wie das öffentliche Leben ganz nach Gottes Willen auszurichten, und dass jene, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, eine Welt ohne Gott und Christus aufzubauen, aus der Nacht und Kälte ihrer Gottferne zurückfinden zur Sonne der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe : zu Jesus Christus, « der da ist über allem Gott, hochgelobt in Ewigkeit » (Rom. 9, 5).

Dass Gottes Huld und Gnade über den Augsburger Tagen abendländischen Bekenntnisses walte, dass sie das Denken schärfe und das Wollen kräftige für die Kernaufgaben eines eindeutig christlichen Abendlandes, als Unterpfand dessen erteilen Wir allen an den Arbeiten und Feiern der Festwoche Teilnehmenden aus der Fülle des Herzens den Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, den 27. Juni 1955.

PIUS PP. XII
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