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Der heiligste Name JESUS als Heilmittel in unseren Krankheiten

Der heiligste Name JESUS als Heilmittel in unseren Krankheiten

Motto: Möge Gott in unsern Tagen die unvergleichliche Kraft des Namens Jesus, welche bloß
die Gleichgültigkeit der Menschen zur Untätigkeit verurteilt hatte, zu neuem Leben erwecken.
(Hl. Bernardin von Siena)

Die Herrlichkeit des Namens "Jesus" besteht in der Bedeutung. Er bedeutet "Gott ist Heil, Heiland" und bezeichnet so voll und kräftig das Amt, die Aufgabe des Gottmenschen. Es ist also "Jesus" der persönliche und volle Name des Gottmenschen. Deshalb klingt er auch
überall wieder; er wird genannt bei seiner Wiege, und er steht über seinem Kreuz. -
Der heilige Name Jesus ist ein heiliger majestätischer Name. Er ist der Name des unendlich herrlichen Gottes, vor dem Himmel und Erde sich neigen; er ist vom himmlischen Vater selbst ausgewählt, von einem heiligen Engel verkündet. Es ist der Name, von dem der heilige Paulus schreibt: Im Namen Jesu sollen sich alle Knie beugen. Darum sollen wir ihn verehren.

Der Name Jesus ist ein süßer, lieblicher Name. Dieser süße Name erinnert uns, wie sehr uns Gott geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn für uns hingegeben; wie sehr der Sohn Gottes uns geliebt, daß er um unsertwillen ein armes, kleines Kind geworden, ein Leben voll Leiden
und Mühen geführt und zuletzt am Kreuze sein Blut für uns vergossen hat.
Er erinnert uns, daß wir in diesem Namen selig werden (Apg. 4,12), wieder in den Himmel kommen können.
Darum lieben wir diesen süßen Namen.

Der Name Jesus ist ein mächtiger Name. Es ist ja
der Name des allmächtigen Gottes, dessen, der den Satan überwunden hat. Darum sollen wir ihn andächtig gebrauchen, und wir werden Hilfe an Leib und Seele erfahren.

"Im Namen Jesu Christi von Nazareth stehe auf und gehe", sprach Petrus und heilte den armen, lahmen Mann an der Tempelpforte (Apg. 3,5); durch die Kraft des Namens "Jesus" treibt Paulus zu Philippi den Teufel aus einer Besessenen. Der Apostel sprach zum Geist: "Ich
befehle dir im Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren." Und in derselben Stunde fuhr er aus (Apg. 16,18).

In diesem heiligen Namen haben die Heiligen die Versuchungen des Satans überwunden und ihn vertrieben, und wir wollen uns bewahren vor den Fallstricken des
Teufels, der "unaufhörlich wie ein brüllender Löwe uns umschleicht und sucht, uns zu verschlingen" (1. Petr. 5,8). Wollen wir überhaupt in allen unsern Krankheiten der Seele ein sicheres Heilmittel haben, so rufen wir den heiligen, süßen und mächtigen Namen Jesus mit
Liebe und Andacht an; denn der liebe Heiland selbst hat uns gelehrt:

was wir im Namen Jesu bitten, werden wir sicher bekommen (Joh. 16,23).

Daher lehrt der heilige Bernhard, dieser große Verehrer dieses heiligsten Namens: "Dieser Name ist unser Licht, unsere Speise, unsere Arznei; er erleuchtet, wenn er gepredigt, er nährt, wenn er betrachtet, er lindert, tröstet, und heilt, wenn er angerufen wird...

Nein, es gibt nichts, was besser geeignet wäre, den Ungestüm des Zornes zu brechen, die Wunden des Neides zu heilen, unreine Lust zurückzuhalten, das
Feuer der Schmähsucht auszulöschen, den Durst des Geizes zu stillen und überhaupt alle schädlichen und ungeordneten Neigungen in ihre Schranken zurückzuweisen."

Daher ermahnt der heilige Chrysostomus: "Wenn du issest, wenn du trinkest, wenn du verreisest, so tue alles
im Namen Jesus, das heißt, rufe Ihn an. Alles tue im Namen des Herrn, und alles wird gelingen. Wenn du mit Glauben den Namen Jesus anrufest, so wirst du die Krankheiten verscheuchen und die Teufel in die Flucht schlagen.
Und wenn du auch die Krankheiten nicht vertreiben kannst, so geschieht es nicht aus Ohnmacht dieses Namens, sondern weil es so nützlicher ist.

Durch diesen Namen ist der Erdkreis bekehrt, der Teufel unter die Füße getreten und der Himmel geöffnet worden." So dürfen wir sicher annehmen, daß unser Seelenheil aus der andächtigen Anrufung des Namens Jesus Nutzen zieht, und auch der Leib, der von so vielen Krankheiten, als den Folgen der ersten Sünde heimgesucht wird, kann durch Anrufung dieses heiligsten Namens die frühere Gesundheit erlangen.

In Krankheiten und Leiden der Seele und des Leibes - wobei aus Zulassung Gottes nicht selten der böse Geist bedeutenden Einfluss hat; denken wir nur an Job - ist der andächtige Gebrauch des heiligen Kreuzzeichens sehr zu empfehlen. "Mach dieses Zeichen", ermahnt der
heilige Emphräm, "auf Stirne, Mund und Herz. Bei Tag und bei Nacht und an allen Orten decke dich mit diesem Panier, und kein Übel wird dir nahen; denn beim Anblick dieses Zeichens flieht zitternd die Macht der Hölle." Und der heilige Cyrill sagt: "Dieses Zeichen heilt die Krankheiten bis auf die jetzige Stunde."

Ein weiteres Mittel ist das Weihwasser. Dasselbe bewirkt nicht nur Linderung den Armen Seelen im Fegfeuer und uns Nachlaß der kleinen Sünden und zeitlichen Strafen, sondern hat auch die Kraft, Krankheiten zu heilen. Daher betet die Kirche bei der Wasserweihe:

"O Gott,gieße aus über dieses Element die Kraft deines Segens, damit es die Macht empfange, die
bösen Geister zu vertreiben und die Krankheiten zu verscheuchen."

Besonders möchte ich dich, lieber Christ, noch auf das gesegnete Öl aufmerksam machen. Die Heilige Schrift erzählt uns: "Und Er (Jesus) berief die Zwölfe und begann sie auszusenden, je zwei und zwei, und gab ihnen Macht über unreine Geister.
Und sie gingen aus und predigten, daß man Buße tun solle. Und sie trieben viele böse Geister aus und salbten mit Öl viele Kranken und heilten sie" (Mark. 6,13).
Dieses Öl, von dem hier die Rede ist, ist nicht jenes
Öl, das beim hl. Sakrament der Letzten Ölung gebraucht wird. Es ist, nämlich wie das Weihwasser, ein besonderes Sakramentale, das von Christus dem Herrn selbst zur
Krankenheilung angeordnet ist.
Die Kirche des Morgen- und Abendlandes hat diese Segnung des Öls stets beibehalten. In der Weiheformel für dieses Öl macht die Kirche Anspruch darauf, daß das durch sie gesegnete Öl eine Fortsetzung jenes durch Christus selbst gesegneten und den Aposteln über-gebenen Öls sei, womit diese Kranke heilten.

"Würdige Dich, heißt es im Weihegebete, dieses Öl, das Du aus dem Safte der Oliven ausgeschieden
und mit dem Du die Kranken zu salben befohlen hast, zu + segnen und zu + heiligen."

Dieses Olivenöl kann dir jeder Priester weihen. - Was nun die Kirche vom gesegneten Öle glaubt und welche Kraft sie durch die Segnung erzielen will, ersiehst du am besten aus den Gebeten, welche sie bei dieser Segnung an-wendet. Da heißt es wörtlich:

"Jede Kraft des Widersachers, jede Heerschar des Teufels, jeder Anfall und jedes Blendwerk des Satans soll
mit der Wurzel ausgerottet werden und entfliehen von diesem Öle, damit es allen, die es gebrauchen, zum Heile an Leib und Seele gereiche."

Und im zweiten Gebete bei der Öl
Segnung bittet die heilige Kirche Gott: "daß diejenigen, welche dieses Öl, das wir in Deinem Namen + segnen, gebrauchen, von allem Siechtum und aller Krankheit und von allen Nachstellungen des bösen Feindes befreit werden und alle feindlichen Mächte von Deinem
Geschöpfe ferngehalten werden."

Wozu also das gesegnete Öl da ist und was es wirken kann, wenn man es fromm und gläubig gebraucht, das ersieht man aus den angeführten Worten. Zu allen Zeiten ist es in der katholischen Kirche üblich gewesen, das geweihte Öl gegen gewöhnliche, aber auch gegen
unerklärliche Krankheiten anzuwenden.
Darum sagt auch Papst Benedikt XIV.: "Es sei ein
uralter Kirchengebrauch, Patienten, besonders solche,
die mit teuflischen Anfällen geplagt sind, mit dem geweihten Öl zu salben."

Die heilsamen Wirkungen des gesegneten Öls haben im Verlaufe der Zeiten Unzählige erfahren; es gibt selbst Protestanten, welche es vertrauensvoll mit Erfolg und dankbar gebrauchen. Leider gibt es zuweilen Katholiken, die von der Kraft des geweihten Öls kaum eine Ahnung haben.
In ihrer Not und ihrem Elend gehen sie lieber hinter dem Rücken ihres Seelsorgers zu allerlei Leuten, die durch Sympathie und allerlei abergläubische Mittel helfen
zu können vorgeben.
Solche Katholiken verlassen die klare Quelle in der Nähe, welche sie heilen könnte: sie schöpfen lieber aus einer vergifteten Pfütze, zahlen diese noch mit gutem
Gelde und beschweren ihr Gewissen.
Das gesegnete Öl hat seine Kraft aus dem Blute und den Verdiensten Jesu Christi und aus dem Gebet der Kirche.

Wie wird es gebraucht? Nach der Vorschrift der Kirche muß das Öl, welches geweiht werden soll, Olivenöl sein. Es kann in ganz kleinen Portionen (ein paar Tropfen) innerlich eingenommen oder äußerlich auf dem kranken Körperteil eingerieben werden, längere Zeit
hindurch.
Je nach der Krankheit sollen, wie Doktor Bischofberger in seinem Exorzistat sagt, täglich einigemale die Herzgrube, die Schläfe und Pulse mit einem Tropfen geweihten Öls
eingerieben werden.
Wer es gebrauchen will, soll im Stande der Gnade sein oder doch den festen Willen haben, durch eine gute Beichte in diesen Stand zu gelangen. Dann soll man
vertrauen auf die Kraft und Güte Jesu Christi: es ist daher gut, vor dem Gebrauch jedes Mal einen innigen Akt der Reue, ein frommes Vater unser oder die Litanei vom süßen Namen Jesu zu beten.
Durch fortgesetztes Gebet und tägliche Anwendung des geweihten Öls wurden schon oftmals Krankheiten, gegen welche die Arzneikunde wenig vermag, z.B. Gicht und
fallende Sucht, geheilt.
- Bei kranken Kindern zeigt das gesegnete Öl ganz auffallende Wirkungen. Die im zehnten Jahrhundert von der Kirche getrennten Russen haben den
Gebrauch des gesegneten Öls bis auf heute bewahrt; auch das russische Militär nimmt bei Fieber, Wunden, Rheumatismen u.s.w. schnell seine Zuflucht zum gesegneten Öle.

Die Kirche hat keinerlei Formel vorgeschrieben bei Einreibungen mit diesem Öle. Am besten spricht man dabei:
"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

Oder: "Im Namen Jesu Christi entfliehe jeder Schmerz u.s.w." Es kommt nicht so sehr auf die Worte an als auf das Gottvertrauen.
Du tust also klug daran, wenn du ein Fläschchen geweihten Öls in deinem Hause aufbewahrst und in Krankheitsfällen fromm und gläubig das heilige Öl gebrauchst. Sollte dir je dadurch geholfen werden so vergiss nicht den Dank gegen den lieben Gott.

Um auch sonst der Wohltaten der kirchlichen Segnungen teilhaftig zu werden, muß der
Mensch folgende Bedingungen erfüllen:

1. Gebrauche die gesegneten und geweihten Sachen vor allem mit lebendigem Glauben und mit innigem Vertrauen auf die Macht und Güte Gottes, von dem jeder Segen,
jede gute Gabe kommt.
2. Gebrauche sie mit heiliger Andacht und in gottgefälliger Weise.
3. Gebrauche sie mit kindlicher Ergebung in Gottes heiligen Willen.
Stelle es vollkommen Gott anheim, ob er dir die erwünschten Wohltaten verleihen will oder nicht.
4. Gebrauche sie mit reinem oder wenigstens bußfertigem Herzen (inniges Reuegebet vorher): denn je heiliger deine Seele ist, desto eher wird Gott geneigt sein, mit Gaben
und Wohltaten dich zu beglücken.
Wenn du mit dieser Gesinnung die gesegneten und geweihten Sachen gebrauchst, dann werden sie dir ohne allen Zweifel mannigfache Wohltaten für dein zeitliches und ewiges Wohl vermitteln.

Von Ulrich Vig. Biart, Kloster-Spiritual in Cazis
(Gest. 23. April 1918)