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Tradition und Glauben 25 6

Immer wieder Benedikt XVI. - diesmal über Juden

7. Juli 2018Traditio et Fides


Wie gloria.tv in Berufung auf www.kathpress.at/…/benedikt-xvi.-v… berichtet, hat der Immer-Noch-Papst Benedikt XVI. einen völlig unnötigen Aufsatz in Communio darüber veröffentlicht, dass der Alte Bund doch nicht aufgehoben wurde.

Hat er nichts Besseres zu tun als solch einen Unsinn zu schreiben?

Anscheinend nicht, denn in der Kirche sieht es nur rosig aus. Denn wem haben wir Franziskus zu verdanken? Jawohl, dem guten, alten Benedikt. Mit der „Juden-Frage“ haben wir uns bereits beschäftigt und die Aufhebung der Substitutionstheorie durch Benedikt ist einfach falsch. Denn wäre sie richtig, dann hätten sich:

keine Juden zu des Heilands Zeiten bekehren müssen,
keine Aposteln und Jünger zu Christus bekehren müssen,
keine Judenchristen zum Christentum bekehren müssen,
keine Judenmission wäre möglich gewesen.

Falls wir die Richtigkeit von 1. bis 4. annehmen samt des Missionsbefehls Christi, dann ist die Judenmission nach wie vor aktuell: sowohl nach 1948 (Gründung des Staates Israels) wie nach 1962-1965 (Vatikanum II). Dies ein kurzer Kommentar von DSDZ zum ungelesenen Aufsatz von Benedikt XVI., denn DSDZ hat Besseres zu tun als sich diesen Schmarrn durchzulesen.

Wir wollen in den hervorgehobenen Texten unsere Benedikts-Politik darstellen, den wir trotz allem als den eigentlichen Papst anerkennen, da wir von der Richtigkeit der Barnhardt-These (bitte alle Teile durchlesen) überzeugt sind. Aber Papst bedeutet noch kein guter Papst. Wir glauben wie Ann Barnhardt, dass Benedikt XVI. der bisher schlechteste Papst der Kirchengeschichte ist, weil bislang kein durch seinen Rücktritt-Doch-Nicht-Rücktritt solch ein Schlamassel und Chaos hinterlassen hat. Aber wie wir sehen, ist Benedikt mit sich selbst im Reinen, wie er Seewald erklärte und schreibt völlig unbrauchbare Professoren-Aufsätze „im Sinne der Ökumene“, während die Kirche um ihn herum zerfällt. Aber vielleicht haben nach Benedikt nicht nur die Juden ihren Sonderweg, sondern wirklich ALLE? Im Sinne der Allerlösungslehre? Dann braucht man sich wirklich nicht aufzuregen und kann sich mit solchen Aufsätzen die Zeit vertreiben, für die anscheinend ihm die Kräfte nicht fehlen.

Kyrie eleison!

Falls uns jemand vorwirft, dass wir etwas verwerfen ohne es zu kennen, hier ein Paar Ausschnitte aus der Besprechung auf kathpress.at aus denen klar wird, dass nichts klar wird. Es ist die „Differenzieren“ also ein nachkonziliares Sowohl-Als-Auch-Jedoch-Aber-Wenn-Nicht aus dem Nichts folgt. Lesen Sie es bitte selbst:

"Tatsächlich bietet der mit „Joseph Ratzinger – Benedikt XVI.“ signierte und auf den 26. Oktober 2017 datierte Text eine durchaus kritische Reflexion bisheriger „Standards“ im jüdisch-christlichen Dialog bzw. im nachkonziliaren theologischen Nachdenken über das Verhältnis von Judentum und Christentum. Konkret sieht Benedikt XVI. bei den beiden Stichworten „Substitutionstheorie“ und „nie gekündigter Bund“ Nachschärfungsbedarf: „Beide Thesen – dass Israel nicht durch die Kirche substituiert werde, und dass der Bund nie gekündigt worden sei – sind im Grunde richtig, sind aber doch in vielem ungenau und müssen kritisch weiter bedacht werden“, schreibt Benedikt in seinem Text. […]"

Das ist aber interessant ….

"So habe es eine „Substitutionstheorie“ – also die Vorstellung, die Kirche sei an die Stelle Israels getreten – „als solche nicht gegeben“, stellt der emeritierte Papst unter Verweis auf einschlägige Lexika klar. Mehr noch komme dem Judentum aus christlicher Sicht stets ein besonderer Status zu, insofern das Judentum „nicht eine Religion unter anderen“ sei, sondern „in einer besonderen Situation steht und daher auch als solches von der Kirche anerkannt werden muss“. In Folge erläutert er seine These anhand der bleibenden Differenzen zwischen Judentum und Christentum, konkret: im Blick auf den Tempelkult, die Kultgesetze, die Stellung der Tora, die Messias-Frage und die Landverheißung."

Die Subsitutionslehre hat es sehr wohl gegeben bis Nostra Aetate. Die Kirchenväter und das en.wikipedia.org/wiki/Supersessionism haben es www.jstor.org/tc/accept. Wenn die Kirche nicht an die Stelle Israels getreten ist, an wessen Stelle ist sie den getreten? Ist sie denn überhaupt notwendig oder gar heilsnotwendig?

"Auch die Frage des „nie gekündigten Bundes“ zwischen Gott und den Juden – eine Aussage, die auf Johannes Paul II. zurückgeht und zum heute selbstverständlichen Deutungshorizont des Judentums aus christlicher Sicht gehört – verlange laut Benedikt XVI. nach Differenzierungen. Zwar ist die Aussage prinzipiell „als richtig anzusehen, aber im einzelnen doch noch vieler Präzisierungen und Vertiefungen bedürftig“: Etwa in dem Sinne, dass es nicht nur den einen Bund zwischen Gott und seinem Volk gab, sondern viele Bünde. Zudem gehöre das Wort von der Kündigung eines Bundes nicht zur theologischen Begriffswelt des Alten Testamentes und auch die damit transportierte Vorstellung eines Vertrages auf Augenhöhe entspreche nicht der biblischen Theologie.

„Die Formel vom ’nie gekündigten Bund‘ mag in einer ersten Phase des neuen Dialogs zwischen Juden und Christen eine Hilfe gewesen sein, taugt aber nicht auf Dauer, um die Größe der Wirklichkeit einigermaßen angemessen auszudrücken“, so Benedikts abschließendes Urteil."

Ach so…. Was taugt aber auf Dauer? Wohl die Selbstauflösung der Kirche in der Einheitsreligion. Jemand sprach schon von der Christus-freien Kirche, denn jetzt kommt die Plastik-freie Kirche. Und wer hat uns dazu den Weg geebnet? Benedikt ….
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Eugenia-Sarto
Am Ende der Welt, wenn die beiden Propheten kommen, um 3 1/2 Jahre das Evangelium zu predigen, werden sich nochmals viele bekehren und das Volk der Juden wird in die Kirche eintreten. Das lehrt die Kirche. Daran ist doch ersichtlich, dass Gott seinen Bund nicht gelöst hat. Sondern die Juden haben den Bund gebrochen, werden aber von Gott zurückgeholt.
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LeoStratz
@Theresia Katharina

Was dir nicht möglich erscheint ist Gott schon möglich.

Ich habe meesianische Juden kenngelernt, denen der Herr erschienen ist. Ihr Zeugniss war echt. Diese Leute kommen nicht auf die Idee sich katholisch taufen zu lassen. Sie glauben aber an Jesus Christus als ihr Messias.
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Da Gott treu ist, hebt er seinen Bund mit dem jüdischen Volk nicht auf, sondern hat ihn übergeführt in einen höheren neuen, der eine Einladung an Sein Volk (das jüdische!) bedeutet, die Brautschaft mit Ihm zu vollenden.
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@a.t.m Danke! Das Like funktioniert mal wieder nicht!
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a.t.m
@Kirchfahrter Archangelus Es ist doch eindeutig warum behauptet wird das Gott der Herr den alten Bund mit den Juden nicht gelöst hat. Dies muss so erklärt werden, damit eben die aus dem Unseligen VK II hervorgekrochene "Afterkirche" (Der Besetzte Raum, Konzilssekte, die Neue Kirche, oder wie immer man dieses antikatholische innerkirchliche Konstrukt auch nennen möchte) die eben von antikatholisch… Mehr
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@LeoStratz Das Weiterbestehen des Alten Bundes wäre ja eine Erlösung ohne unseren Herrn Jesus Christus, das ist definitiv nicht möglich! Mit dem Zerreißen des Tempelvorhangs war nicht nur das Tieropfer, das ja zentraler Bestandteil der Sündenvergebung war, sondern auch der ganze der Alte Bund beendet. sie hätten in den Neuen Bund eintreten können, taten sie aber nicht! Die Juden haben … Mehr
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Es wird seine Gründe haben, wenn meine Fragen unbeantwortet bleiben. Theologische Spitzenleistung wird hier gar nicht gebraucht, dafür scheint mir das Herrenwort doch hinlänglich klar zu sein. Entweder kommt keiner zum Vater, außer durch ihn, dann vermag der Alte Bund keine Erlösung zu vermitteln. Oder es kommen die Juden durch den Alten Bund (mithin nicht durch Christus) zum Vater, dann hätte … Mehr
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@PaulK Ja, in der originalen Karfreitagsbitte werden die Juden als treulos (=perfidus) bezeichnet! Deswegen gehen die Juden immer wieder bei den Päpsten durch wiederholte schriftliche Eingaben dagegen vor, aber erst seit dem VAT II Konzil wurde die alte Bitte mehrfach abgeändert und "entschärft", vielerorts wird sie inzwischen ganz weggelassen!
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LeoStratz
Und siehe, der Vorhang riss im Tempel von oben bis unten entzwei“

Das bedeutet nur, dass das alte Opferritual beendet ist und durch das Opfer Jesus Christi am Kreuz ersetzt wurde.
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cristine
Gott segnet Benedikt VXI.
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PaulK
Der alte Bund wurde seitens der Juden aufgekündigt. Wo ist das Problem dabei? Gott ist treu, der Mensch und speziell das verstockte Volk eben nicht.
(Ich erinnere an die Karfreitagsfürbitte, bei der die Juden als "treulos" bzw. "perfidus" bezeichnet werden.)
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Plaisch
@Eugenia-Sarto
ICH habe die Analyse von Kirchenfahrter ernstgenommen !
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Plaisch
@Ottaviani
Es steht natürlich jedem Gläubigen von oben bis unten frei, in seiner Zeit sich zu religiösen Fragen zu äussern.

Das hinderte ein Leben in Stille und Busse nicht - dies meint einfach, dass er nicht mehr operativ tätig ist und keine Vortragsreisen macht und sich feiern lässt.

Selbstverständlich sind die oben referierten Thesen ein blanker UNSINN und zeigen was ich früher schon geschri… Mehr
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@Kirchfahrer Archangelus
Ich habe weder Zeit noch Lust mich jetzt mit diesen theologischen Fragen zu beschäftigen. Denn diese sind nicht in einem Satz zu beantworten. Ich halte mich an das, was Johannes Paul II und Benedikt XVI zu der Frage sagen. Das ist mit Sicherheit katholisch, und diese Menschen sind (waren) klüger als wir alle hier zusammen.
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@Matthias Lutz
Es ist nicht gut nur in Vergangenem haften zu leiben. Wenn Gloria.tv zu einem Ani-Konzils-Portal mutiert, werde ich, wenn auch schweren Herzens weggehen müssen. Das ist nicht mehr meine Welt.
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@NAViCULUM
Benedikt hat alles gesagt, was zu sagen ist. Lesen Sie seine Schriften und seine Predigten! Dann brauchen Sie keine Pius-Bruderschaft und keinen Papst Franziskus mit seinen chaotischen und widersprüchlichen Aussagen.
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LeoStratz
Die folgenden Prophetien haben sich in den letzten 70 Jahren erfüllt.
Verfährt Gott so, wenn er sein Volk verstoßen hätte? Wohl kaum.

Jes 43, 6 Ich sage zum Norden: >Gib her!<, zum Süden: >Halte sie nicht zurück! Meine Söhne bringe aus der Ferne herbei, meine Töchter vom Ende der Erde,
7 alle, die nach meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen, gebildet, bereitet!< *
---------… Mehr
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@Tradition und Kontinuität
Bitte Antworten sine ira et studio: Das Weiterbestehen des Alten Bundes wäre die Erlösung ohne Christus entgegen dessen eindeutiger Aussage. Wie sollte dies möglich sein? Warum wird diese Möglichkeit in der Tradition (siehe Zitat) klar verneint und erst nachkonziliar vertreten? „Und siehe, der Vorhang riss im Tempel von oben bis unten entzwei“ (Mt 27,51) wurde von … Mehr
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Eugenia-Sarto
So verwirrt man das gläubige Volk! Den Mythos um Benedikt XVI. wir wohl keiner kaputt kriegen. Auch wenn man denken kann. Hier siegt die gut eingeübte Emotion, die seit dem letzten Konzil dem Volk eingetrichtert wurde.
@Kirchfahrter Archangelus Sie haben es sehr treffend analysiert. Wird es jemand ernst nehmen?
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@Kirchenfahrer Archangelus
Die Welt ist eben nicht immer so einfach (schwarz-weiß) gestrickt. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein bezieht sich auf unsre Liebe zu Christus.
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@Ottaviani
Tja, das würde euch, Modernisten und Bergoglio-Fans natürlich so richtig ins Konzept passen. Benedikt lebt, vorwiegend aus Respekt vor seinem Nachfolger, sehr im Verborgenen, allerdings nicht ohne von Zeit zu Zeit hilfreiche und Hoffnung bringende Signale zu senden. Dass er ein Leben des Gebetes führt, daran zweifeln wohl selbst nicht seine größten Kritiker.
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Ja, Kritik Benedikt wird unter deutschen Gläubigen zumindest Leben in die Bude bringen, seien dessen Thesen auch noch so verstiegen. Ist er doch auf dem besten Wege, bei großen Teilen des konzilskonservativen Gläubigen-Spektrums eine geradezu mythische Figur zu werden. Wie in den Robin-Hood-Filmen der 50er/60er Jahre, wo die hilflosen Gebeugten ächzend auf „unseren guten König Richard“ warteten, … Mehr
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Ottaviani
es würde Josef Ratzinger gut anstehen das zu tun was er bei seinem Rücktritt angekündigt hat ein Leben des Gebetes im VERBORGENEN zu führen
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@Tradition und Glauben
Aufsätze von "Immer-Noch-Papst Benedikt XVI" sind niemals "unnötig", sondern stets wertvolle Orientierungshilfe. In Fragen des Glaubens und der Moral irrt Ratzinger nie, auch nicht als er noch nicht Papst und unfehlbar war!
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Tradition und Glauben hat diesen Beitrag in Mein Kommentar steht hier: Immer wieder Benedikt XVI. verlinkt.