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Melchiades

Die heilige Vorfastenzeit Teil II

Die heilige Vorfastenzeit
Sepuagesima.


Erstes Kapitel.
( Teil II )

Das Geschichtliche der Vorfastenzeit.

In den ersten christlichen Jahrhunderten fand sich diese Vorbereitung
auf die heilige Trübsal der Fasten nicht ;
es scheint, dass dieselbe zuerst in der griechischen Kirche eingeführt wurde,
und auch da nicht als Vorbereitung auf die Fasten,
sondern als ein Teil der vierzigtägigen Fastenzeit selbst.
Diese Kirche nämlich hatte die Gewohnheit eingeführt,
am Samstagen nicht zu fasten,
und nahm man nun von den österlichen Fasten die Samstage und Sonntage heraus,
so hatte man nicht mehr die vierzig Tage,
welche Christus in der Wüste fastete.
Man musste daher,
wie wir dies später noch sehen werden,
um wieder auf die Zahl vierzig zu kommen,
eine Anzahl von Tage den eigentlichen Fasten beifügen,
bezw. Dieselben um so viel früher beginnen lassen.

Die römische Kirche ,
bei welcher es schon im Altertume üblich war,
während des österlichen Fastens dasselbe auch an Samstagen zu beobachten,
hatte daher nicht den gleichen Grund,
wie die griechische Kirche,
den Beginn der diesen heiligen vierzig Tagen eigentümlichen Abtötungen vorzurücken.
Am Ende des sechsten Jahrhunderts hob sogar
der heilige Gregor der Große hervor,
dass nicht einmal die vollen vierzig Tage gefastet würde
wegen der hinein fallenden Fastensonntage.
„ Es sind, sagte er, „ sechs Wochen vom ersten Fastensonntage bis Ostern,
das heißt zwei und vierzig Tage,
da man jedoch an den sechs Sonntagen nicht fastet,
so bleiben noch sechs und dreißzig Fasttage;
es ist das der Zehnte,
den wir Gott vom Jahre geben.“
Daran hatte man bis zu dieser Zeit in der römischen Kirche keinen Anstoß genommen,
und erst später,
jedenfalls nach dem Pontificate des heiligen Gregor,
wurden die letzten vier Tage der Woche Quinquagesima
von Aschermittwoch an zu den Fasten einbezogen,
um so die vollständigen vierzig Tage zu haben.
So viel steht indes sicher,
dass im neunten Jahrhunderte dieser Gebrauch
in der lateinischen Kirche gesetzliche Gültigkeit hatte.
Denn alle Manuscripte der Gregorianischen Sacramentarien ,
die aus dieser Zeit stammen,
bezeichnen bereits den Aschermittwoch mit den Worten :
In capite jejunii,
d.h. Beginn des Fastens;
undAmalarius,
der die Liturgie des neunten Jahrhunderts in allen Einzelheiten beschriebt,
teilt auch mit,
dass das Fasten vier Tage vor dem ersten Fastensonntage beginne.
Dasselbe bestätigen die in diesem Jahrhunderte abgehaltenen Concilien von Meaux und Soissons.
Doch gestattet man aus Ehrfurcht vor dem
von dem heiligen Gregor eingerichteten Gottesdienste,
keinerlei tiefer gehende Abweichung von demselben,
und es gilt demnach der Ritus der Woche Quiquagesima bis zur samstäglichen Vesper ;
dann erst tritt der Ritus für die Fastenzeit in Kraft.
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