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Hl Margareta 17 7

Wallfahrt zum Haus der Muttergottes in Ephesus


Auf den Bergen südlich von Ephesus in Kleinasien, gegenüber der Insel Samos, ist seit sechs Jahren ein altes Heiligtum der lieben Mutter Gottes wiedergefunden worden. Es ist das kleine Häuslein von Panagia-Kapuli, d.h. die Pforte Unserer Lieben Frau. Wie schon der Name anzeigt, wird es als die ehemalige Wohnung der hehren Gottesmutter betrachtet, die mit dem heiligen Apostel Johannes nach der Himmelfahrt des Herrn sich in diese einsamen anmutigen Berge zurückzog und dort ihr Leben in Betrachtung der Geheimnisse des Leidens ihres Sohnes und der Liebe seines göttlichen Herzens verbrachte.
Die erste Veranlassung zu der bedeutsamen Entdeckung gab die Beschreibung von dem Hause und der Gegend, welche in dem „Leben Mariä nach den Gesichten der gottseligen Anna Katharina Emmerich“ gegeben wird.
Seither ist nun schon wiederholt ein sehr zahlreicher Pilgerzug unter Führung des hochw. Herrn Erzbischofs Andreas Polykarp Timoni von Smyrna (heute Izmir) nach jenem alten Heiligtum gewallfahrtet. Das erste Mal waren für die Pilger etwa 600 Plätze in der Eisenbahn belegt worden, mit welcher sie bis Ephesus fahren mussten.
Als man aber am Morgen des bestimmten Tages sich versammelte, da waren nicht bloß 600, sondern die dreifache Zahl, 1800 Pilger, erschienen. Mit einiger Mühe gelang es, auch für diese große Schar Platz zu schaffen.
Am letzten Pilgerzug im vergangenen Mai nahmen mindestens 2000 Wallfahrer teil. Von Ephesus ging es zu Fuß auf dem neu angelegten Pfad zu dem armen Häuslein auf dem Bulbul-Dagh oder Nachtigallenberg. Der hochwürdigste Oberhirte war wie früher an der Spitze des frommen Zuges. Voll Andacht wohnten alle der heiligen Messe bei, die in der kleinen unscheinbaren Wohnung gefeiert wurde; nur wenige konnten innerhalb der vier engen, dachlosen Mauern selbst Platz finden.

Zu diesen wenigen gehörte aber einer, für den dieser Wallfahrtstag der glücklichste seines Lebens werden sollte. Es war ein hochgestellter Herr aus der nahen Stadt, der schon 30 Jahre nicht mehr die heiligen Sakramente empfangen hatte und nur seiner Frau zu lieb und von Neugier getrieben mitgegangen war.
Beim Eintritt in das armselige Häuslein traf ein Strahl der Gnade das arme Herz. Das Eis war gebrochen, auf einmal alles in ihm geändert. Er bekehrte sich vollständig und hat seither schon zweimal wieder in der armen Wohnung Mariä die heiligen Sakramente empfangen.
Denn „wenn ich wieder Katholik bin, dann will es auch ganz sein“, hatte er gesagt.
So wirkt Maria, die liebe Gottesmutter, auch hier im Türkenland wie überall zum Heil der Seelen.

(Aus: die katholischen Missionen, 1897)

Auszüge aus der Lagebeschreibung des Hauses der Gottesmutter in Ephesus nach Anna Katharina Emmerick:
Mariä Wohnplatz war, wenn man von Jerusalem kommt (also in südlicher Richtung), etwa drei ein halb Stunden von Ephesus auf einem Berg zur Linken. Dieser Berg fällt schief ab gen Ephesus, welches man, von Südost kommend, an einem Berg wie dicht vor sich liegen sieht, das sich aber ganz herumzieht, wenn man weiter geht. Südlich etwa von Ephesus, vor welchem große Alleen sind, unter denen gelbe Früchte am Boden liegen, führen schmale Pfade auf einen Berg, der wild bewachsen ist, und gegen die Höhe des Berges zu ist eine hügelige, auch bewachsene Ebene von etwa einer halben Stunde im Umfange, auf welcher diese Ansiedlung geschah. (...)
Eine kleine Strecke Wegs hinter diesem Hause stieg die Höhe des Berges felsig zu dessen Gipfel heran, von welchem man über die Hügel und Bäume hinaus auf Ephesus und das Meer mit seinen vielen Inseln sieht. Der Ort liegt näher am Meer als Ephesus (...) die Gegend ist einsam und unbesucht (...) Zwischen diesem Wohnort der heiligen Jungfrau und Ephesus läuft ein ganz wunderbar geschlängeltes Flüsschen.“ Das Haus Mariä war von Steinen, viereckig und an dem hinteren Ende rund oder eckig, die Fenster waren hoch oben angebracht, das Dach war platt

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Die heutige Wallfahrtsstätte geht zurück auf die Schriften von Clemens Brentano über die Visionen der Anna katharina Emmerick, die die letzte Wohnstätte und das Grab der Mutter Jesu detailliert beschrieben haben soll. Brentanos 1852 posthum veröffentlichte Erzählung Das Leben der hl. Jungfrau Maria verarbeitet in den Passagen über den Tod Mariens in Ephesos (ab Seite 404) Angaben Emmericks, die ihm zum größten Teil 1821 mitgeteilt wurden. Hier wird erzählt, der Apostel Johannes sei mit Maria nach Ephesos gezogen und habe mit ihr ein Haus bewohnt, von dem aus man auf das Meer sehe. Hier sei Maria auch begraben worden und man werde das Grab eines Tages finden.
Die Verbreitung der von Edmond de Cazalès (1804–1876) veröffentlichten französischen Übersetzungen der Brentano-Schriften über Anna Katharina Emmerick weckte seit den 1870er Jahren bei einigen französischen Geistlichen, die von der Zuverlässigkeit der Beschreibungen überzeugt waren, den Wunsch, das Sterbehaus der heiligen Maria in Ephesos zu lokalisieren. Als Erster bereiste der stellungslose Pariser Priester Julien Gouyet († 1899) das Gebiet und fand das spätere Marienhaus nach eigenen Berichten bereits am 18. Oktober 1881. Seine Angaben wurden aber von den kirchlichen Stellen nicht ernstgenommen und die Expedition geriet in Vergessenheit. Zehn Jahre später, im August 1891, entsandte unabhängig davon der Superior der Lazaristen in Smyrna, Eugène Poulin (1843–1928), eine fünfköpfige Kommission mit zwei Begleitern auf den Berg nahe Ephesos. Zwei Mitbrüder, der Elsässer Henri Jung (184?–1929) und der spätere Madagaskar-Missionar Benjamin Vervault (1843–1912),beides ehemalige Soldaten, hatten dort zwei Wochen zuvor mit Hilfe einheimischer Führer (die möglicherweise bereits Gouyet begleitet hatten) eine Hausruine gefunden, die nach Poulins und Jungs Ansicht der Beschreibung aus den visionären Aufzeichnungen entsprach. Die Initiative für die Suche war diesmal von der französischen Adligen und Vinzentinerin Adele Marie de Mandat-Grancey (1837–1915) ausgegangen, die zu jener Zeit als Oberin am französischen Marinekrankenhaus in Smyrna tätig war und ihren Beichtvater Jung nach Lektüre der Emmerick-Gesichte zu der Expedition gedrängt hatte. Nach Verhandlungen mit der türkischen Regierung kaufte sie das Gelände im November 1892 mit dem von ihrer Familie ererbten Vermögen auf und ließ das Haus von Lazaristenpatres und einheimischen Mitarbeitern des Ordens unter Leitung von Pater Jung wiederherrichten.
Seit 1896 wurden jährliche Wallfahrten zum Haus der Mutter Maria organisiert. In den darauf folgenden Jahren fanden umfangreiche Aufräum-, Restaurierungs- und Ausgrabungsarbeiten an dem Haus und in der Umgebung statt, wo man vor allen Dingen das Grab der Jungfrau Maria aufzufinden versuchte. Dabei wurden in der Nähe des rechteckigen Vorplatzes westlich der Kirche mehrere Grablegen aus byzantinischer Zeit entdeckt. Auch der Wald oberhalb der Anlage wurde mit Unterstützung einheimischer Helfer nach Spuren eines dort aufgrund der Angaben Emmericks vermuteten Kreuzwegs abgesucht. Zwischen 1898 und 1902 wurde der vorläufige Wiederaufbau der baufälligen Kirche abgeschlossen, die ein provisorisches Schutzdach erhielt. 1903 entstand auf dem Vorplatz ein Wohnhaus für Gäste und einige Schwestern. Bis zu ihrem Tod hielt sich die Stifterin oft auf dem Gelände auf, kümmerte sich um die Gestaltung, Bewirtschaftung und Bepflanzung der Anlage, widmete sich dem Gebet und hieß Besucher und Pilger willkommen.
1910 überschrieb die Gründerin das Grundstück an den Lazaristenoberen Pater Poulin. Im Ersten Weltkrieg wurde die Gegend zum militärischen Sperrgebiet erklärt und der verlassene Besitz 1917 von den türkischen Behörden konfisziert. Als die Lazaristen 1920 während des Griechisch-Türkischen Krieges nach Ephesos zurückkehrten, fanden sie das Gelände in einem verwilderten und demolierten Zustand vor. Ab 1926 konnte der religiöse Betrieb in beschränktem Umfang wieder aufgenommen werden, kam jedoch nach 1936 erneut zum Erliegen. Erst 1947 wurden die Besitzverhältnisse vom türkischen Staat endgültig anerkannt. Ab 1949 wurden die jährlichen Wallfahrten wieder regelmäßig veranstaltet; nach 1950 baute die türkische Tourismusbehörde eine asphaltierte Zufahrtsstraße zu dem Heiligtum. Gleichzeitig wurde das Marienhaus selbst erneuert. 1952 wurde das Eigentum einer Gruppe von Miteigentümern unter Führung des katholischen Ortsbischofs übertragen. Seit 1955 gehört das Heiligtum einer privaten Vereinigung aus den USA (The American Society of Ephesus), die der amerikanische Telekommunikationsunternehmer George B. Quatman (1890–1964) kurz zuvor als Stiftung zum Zweck der Unterhaltung des Marienhauses und anderer ephesinischer Gedenkstätten errichtet hatte. Die Wallfahrtsleitung ist seitdem mit den amerikanischen Koöumbusrittern verbunden.

Wie schon bei Brentano wird auch von modernen Vertretern der ephesinischen These grundsätzlich das in Ephesos verehrte Grab des Apostel Johannes als Indiz herangezogen, da die Mutter Jesu gemäß dem Bibelwort „Siehe, deine Mutter!“ ( Joh 19,26-27 ) nach den Osterereignissen bei Johannes gelebt habe. Nach dieser Auffassung hat Maria die letzten Jahre ihres Lebens in Ephesos verbracht, wohin sie zusammen mit dem Jünger Johannes vor Christenverfolgungen unter Herodes Agrippa I.aus Jerusalem geflüchtet sein soll.
Tertius gaudens
Buchempfehlung hierzu über die Visionen der Katharina Emmerich von Pfarrer Klemens Kiser der auch das Haus der Muttergottes auf dem Nachtigallenberg in Ephesus bestens kennt.
www.miriam-verlag.de/detail.php
Hl Margareta
@Ministrant1961 vielleicht könnten Sie hier erfahren ob dort die hl Messe gefeiert wird Haus der Mutter Maria | Pilgerstätte für Christen & Muslime in der Türkei
Ministrant1961
Ich gehe mal davon aus, daß die seelige A. K. Emerick sich selbst nie in der Türkei aufgehalten hat. Da ist es schon wirklich bemerkenswert, daß dieses Heiligtum, nur aufgrund der Visionen, von der seeligen A. K. Emerick, aufgefunden werden konnte. Ich würde dieses Heiligtum gerne selbst einmal besuchen um es genauer zu betrachten. Werden dort auch heute noch hl. Messen gefeiert? Vielleicht … Mehr
Ratzi
@DrMartinBachmaier Nein, Jesus ist nicht der grösste Prophet, "Mohammed" ist der grösste Prophet aller Zeiten. Die Araber haben alles verwechselt, verkehrt, verdreht, uminterpretiert und pervertiert. Es gab NIE einen arabischen Propheten "Mohammed". "Mohammed" war der arabische Titel von Jesus Christus. Beweise? Ja, in der Inschrift am Felsendom in Jerusalem steht, dass "Mohammed" Jesus … Mehr
DrMartinBachmaier
Hatte ich ja (als Antwort an Eugenia-Sarto) geschrieben. Der Kommentar erschien nicht, da ich bei Eugenia-Sarto gesperrt bin. Dann tippte ich den Kommentar nochmals ein, wo ich versehentlich einmal Jesus statt Mohammed schrieb.
Am "jedoch" und daraus, dass beim Islam Maria als Mutter eines, aber nicht des größten Propheten gilt, hätte man das erkennen können.
Bethlehem 2014
@DrMartinBachmaier Das versteh ich nicht mit meinem Kinderhirn: Jesus ist nach Mohammed der "größe Prophet", Maria ist seine Mutter, aber nicht die Mutter des größten Propheten???
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Ich sag ja nicht, daß der Mohammedanismus logisch ist, aber das entbehrt doch vollkommen jeglicher Logik!?!
DrMartinBachmaier
Original-Antwort: "Stellen Sie sich mit Absicht so dumm?"
Stellte aber im Nachhinein aufgrund der Antwort von Ratzi fest, dass ich versehentlich einmal "Jesus" statt "Mohammed" geschrieben hatte, was wohl die ganze Verwirrung hervorgerufen hat.
Bethlehem 2014
Nee: ich hatte das falsch verstanden - jetzt versteh ich! -
"nach" hatte ich falsch interpretiert! - Es bedeutet nicht, daß nach der Lehre Mohammeds ("nach Mohammed") Christus der größte Prophet sei, sondern daß Christus nur der zweitgrößte Prophet sei!
DrMartinBachmaier
@Eugenia-Sarto: Bei den Muslimen gilt Jesus immerhin als einer der vier großen Propheten (Moses, David, Jesus, Mohammend). Als größter jedoch gilt Jesus Mohammed.
Maria wird dort also als Mutter eines, aber nicht des größten Propheten himmelweit unter ihrem Rang verehrt.
Eugenia-Sarto
Ja, eigentümlich, dass die Muslime die Jungfrau Maria verehren. Sie haben auch das wunderbare Muttergottes- Bild von Michelangelo ausgestellt. Vielleicht werden noch viele durch unsere himmlische Mutter bekehrt werden.
Copertino
Bemerkenswert ist auch, dass auch unzählige Muslime zum Haus der Mutter Maria pilgern. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass der koranische Glaube den Tod Jesu am Kreuz ablehnt in der fälschlichen Annahme, man habe an seiner Stelle einen Anderen gekreuzigt. Zudem wird von muslimischen Gelehrten übereinstimmend gelehrt, dass Jesus zum himmlischen Vater erhoben worden sei und später wieder … Mehr
DrMartinBachmaier
Dieses Video
Ephesos - Weltstadt der Antike
dokumentiert die Geschichte von Ephesos von ihrer Entstehung bis zur Ruine.

Ab Minute 33:51 wird die christliche Geschichte von Ephesos gebracht: Verscharrung der "Göttin" Artemis zum Schutz vor den Christen; dann der Rückblick:
Paulus missioniert in Ephesos; der Schmid Demetrius gegen den geschäftsschädigenden Apostel Paulus. Erschlagung des Timotheus… Mehr
DrMartinBachmaier
Man kann auf ein YouTube-Video ab einem gewissen Zeitpunkt verlinken, indem man an die Adresse im Browser-Fenster etwa
&t=2031s
anfügt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt, wie erwähnt, die christliche Geschichte von Ephesos. Doch bei gloria.tv hat das nicht funktioniert. Deswegen die Minuten-Angaben.
Eugenia-Sarto
Ein Beweis für die Echtheit der Visionen der seligen AK Emmerick! Dsnke für den Bericht!
Hl Margareta
Auszüge aus der Lagebeschreibung des Hauses der Gottesmutter in Ephesus nach Anna Katharina Emmerick:
Mariä Wohnplatz war, wenn man von Jerusalem kommt (also in südlicher Richtung, d. Verf.), etwa drei ein halb Stunden von Ephesus auf einem Berg zur Linken. Dieser Berg fällt schief ab gen Ephesus, welches man, von Südost kommend, an einem Berg wie dicht vor sich liegen sieht, das sich aber … Mehr
Hl Margareta
In Ephesus fand im Jahre 431 das dritte ökumenische Konzil statt, das den Marientitel „Mutter Gottes“ zum Dogma erklärte. Das Konzil tagte in einer Kirche, die damals schon Maria geweiht war. Sie zeugte von der großen Verehrung der Gottesmutter in Ephesus auch vor dem Konzil, das die Marienverehrung im ganzen römischen Reich verbreitete.
Hl Margareta
Wie schon bei Brentano wird auch von modernen Vertretern der ephesinischen These grundsätzlich das in Ephesos verehrte Grab des Apostel Johannes als Indiz herangezogen, da die Mutter Jesu gemäß dem Bibelwort „Siehe, deine Mutter!“ ( Joh 19,26-27 ) nach den Osterereignissen bei Johannes gelebt habe. Nach dieser Auffassung hat Maria die letzten Jahre ihres Lebens in Ephesos verbracht, wohin sie … Mehr