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8. Betrachtung: Das Vater unser „Und führe uns nicht in Versuchung“ (Besser: "Lass uns nicht in Versuchung geraten")

8. Betrachtung: Das Vater unser

„Und führe uns nicht in Versuchung“ (Matth. 6, 13)


Besser: "Lass uns nicht in Versuchung geraten"

1. Anbetung

Wir beten mit großem Vertrauen Gottes unendliche Treue an. Er hat uns für den Himmel geschaffen, er hat uns mit seinem kostbaren Blute erlöst, er hat uns, wie der Apostel uns versichert, nicht über unsere Kräfte versucht werden lassen. Er ist getreu und wird die Verheißung halten, die er uns gegeben hat.

Wir beten seine göttliche Weisheit an, in der er oft die Versuchung zulässt, um uns zu prüfen, um unsern Eifer und unsere Liebe zu bewahren. Nur wer gesetzmäßig gekämpft hat, kann von ihm gekrönt werden. Wir beten auch unseren Heiland Jesus an, der sich gewürdigt hat, selbst die Versuchung auf sich zu nehmen; und wir bewundern die große Weisheit, womit er sie überwunden hat. „Es steht geschrieben, der Mensch lebt nicht allein von Brot; es steht geschrieben, du sollst den Herrn deinen Gott nicht versuchen, es steht geschrieben, du sollst den Herrn deinen Gott anbeten und ihm allein dienen“ (Matth. 4, 4, 5, 10). Möge er uns jene himmlische Weisheit verleihen, die sich von den trügerischen Vorspiegelungen des Teufels nicht täuschen und nicht fangen lässt.

2. Dank

In welch schrecklichen Gefahren und Versuchungen bist du schon gewesen! Und der Herr hat dich daraus gerettet. Was wäre aus dir geworden, wenn er seine helfende Hand dir nicht geboten hätte! Tausende sind in den Versuchungen untergegangen, die Welt hat sie verschlungen, und als Feinde Christi kämpfen sie gegen sein Reich. Kain, Herodes und Judas zeigen uns mit schrecklicher Deutlichkeit, wie tief der Mensch sinken kann, wenn er der Versuchung nicht widersteht. Mit aufgehobenen Händen musst du heute deinem Herrn und Gott Dank sagen, daß er dir seine Hand bot und dich nicht sinken ließ, und mit den Propheten musst du bekennen: »Misericordiae Domini, quia non sumus consumpti« Barmherzigkeit des Herrn ist’s, daß wir nicht vernichtet sind (Jer 3, 22).

3. Sühne

Der betet vergebens zu Gott: „Und führe uns nicht in Versuchung,“ der sich selbst leichtfertig der Versuchung aussetzt, der die nächste Gelegenheit nicht vermeidet, der in die Versuchung ganz oder teilweise einwilligt, der ihr nicht entschieden Widerstand leistet, der vielen unnützen Träumereien nachhängt, der die Mittel nicht anwendet, die es ihm ermöglichen, sie zu überwinden. Prüfe dich, wie du in all diesen Punkten gegen die Versuchung aufgetreten bist. Vielleicht findest du manche Fehler. Beklage sie vor Gott und sei darauf bedacht, sie zu bessern. Und wenn du es bisher hast irgendwie fehlen lassen, dann leiste dem Herrn durch um so größeren Eifer jetzt Ersatz dafür. Opfere ihm auch jene Verdienste auf, die Christus erworben, als er seine Versuchung so glorreich überwand.

4. Bitte

Der heilige Franz von Sales schreibt: „Furchtbare Versuchungen und mächtige Angriffe läßt Gott nur jenen Seelen widerfahren, die er zu seiner reinen und göttlichen Liebe erheben will. Doch aber folgt hieraus nicht, daß sie nach dem Sieg über dieselben schon sicher sind, dahin zu gelangen. Oft ist es geschehen, daß die, welche bereits heftige Angriffe bestanden hatten, nachher mit der göttlichen Gnade nicht treu mitwirkten und sehr geringen Versuchungen unterlagen.

Dies sage ich darum, damit du einerseits wissest, daß Gott dich einer besonderen Huld würdigt und dir erklärt, daß er dich groß machen will vor seinem Angesicht, wenn er dich von einer großen Versuchung anfechten lässt; und daß du anderseits darum nicht minder demütig und furchtsam bleibest und dich bestens in der Treue übest.“ Daraus sehen wir, um was du besonders zu beten hast: daß Gott dich seiner Liebe im höchsten Maße würdig mache, daß der den Zweck erreiche, den er im Auge hat, wenn er eine Versuchung zulässt, daß du demütig bleibst und treu auch in kleinen Anfechtungen. Trage alle diese Bitten jetzt der Reihe nach eine nach der anderen mit großer Ehrerbietigkeit Gott vor.
Tina 13
"Wir beten mit großem Vertrauen Gottes unendliche Treue an. Er hat uns für den Himmel geschaffen, er hat uns mit seinem kostbaren Blute erlöst, er hat uns, wie der Apostel uns versichert, nicht über unsere Kräfte versucht werden lassen. Er ist getreu und wird die Verheißung halten, die er uns gegeben hat."
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