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Sonia Chrisye

Diplomatischer Schock Nach den USA tritt auch Israel aus der Unesco aus

Die USA ziehen sich aus der UN-Kulturorganisaton Unesco zurück.



Im Gespräch
dpa/Oded Balilty Im Gespräch: US-Präsident Donald Trump (l) mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu.


12.10.2017 | 18:47

Das Außenministerium in Washington begründete den Schritt am Donnerstag unter anderem damit, dass die Organisation eine "grundlegende Reform" brauche und in zunehmendem Maße anti-israelische Positionen vertrete. Am Abend verkündete Israel, ebenfalls aus der Unesco auszutreten.

Die Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova sei formell über die Entscheidung der US-Regierung unterrichtet worden, hieß es zuvor.

Die US-Regierung verwies bei ihrer Entscheidung konkret auf jüngste israelkritische Resolutionen der Unesco, darunter Entschließungen, in denen Israel für sein Verhalten in Ostjerusalem kritisiert wird. Die Entscheidung steht laut Berichten in Zusammenhang mit Versuchen der US-Regierung, die Zuschüsse zu der UN-Organisation zu kürzen.

In den 1980er Jahren hatte sich demnach die USA unter Präsident Ronald Reagan bereits ein erstes Mal aus der Unesco zurückgezogen, war aber unter Präsident George W. Bush wieder beigetreten. Ferner wurden unter Präsident Barack Obama die Zahlungen an die Kulturorganisation 2011 als Reaktion auf die Aufnahme Palästinas als Mitgliedsstaat weitgehend eingestellt.
Auch Israel will die Kulturorganisation verlassen

Nur wenig später erklärte nun auch Israel die Absicht, aus der Kulturorganisation austreten zu wollen. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Abend. Zuvor hatte der UN-Botschafter Israels, Danny Danon, den Schritt der USA begrüßt. Der Ausstieg der USA aus der UN-Kulturorganisation Unesco ist nach Einschätzung des Danons der "Preis für die Diskriminierung Israels".

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