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augustinus 4

Der Mensch war ein vollkommenes Geschöpf und hat durch eigene Schuld sich der Auflehnung angeschlossen

Aus: Don Ottavio Michelini, Nicht ich, liebe Söhne, habe diese Stunde gewollt.

13. November 1978


2. Der Mensch war ein vollkommenes Geschöpf und hat durch eigene Schuld sich der Auflehnung angeschlossen

Der Mensch ist eine kleine, aber staunenerregende Verbindung der drei Bereiche des Universums, ein wahrhaftiger Mikrokosmos. Als er von der unendlichen schöpferischen Allmacht Gottes erschaffen wurde, war er nicht so, wie er heute ist. Er war ein herrliches, vollkommenes Geschöpf; seine Seele spiegelte den Atem der göttlichen Allmacht wider. Er war frei und verantwortlich für sein Tun und fähig, die Materie zu beherrschen, sich in den unendlichen Horizonten der göttlichen Herrlichkeit zu bewegen, in diese einzudringen und über die Grenzen der menschlichen Natur hinauszutreten, um mit seinem Geist die unendlichen Herrlichkeiten und Freuden der göttlichen Dreifaltigkeit zu erreichen und zu berühren... Und das alles während seiner Wartezeit bis zum Eintritt in das Haus des gemeinsamen Vaters, in das Paradies.

Doch am traurigsten aller Tage wurde er umnebelt von der aus Haß und Auflehnung bestehenden Finsternis der Hölle. Durch seine eigene Schuld wurde er hineingerissen in die Auflehnung und in den Haß, aus denen er nie mehr hätte hinausfinden können, wenn ihm die Liebe Gottes, des Schöpfers, nicht die Rettung versprochen hätte durch das Werk einer Jungfrau, der Mutter des ewigen Wortes, des Erlösers der Menschheit.

Auf das Versprechen folgte das Kommen des Erlösers

Der herrliche, vollkommene und glückliche Mensch hörte auf, so zu sein, weil er sich willentlich mit Schuld beladen hatte. Er wurde aus seiner lichtvollen Wohnung vertrieben und zur Arbeit gezwungen, die ihn nun während der ganzen irdischen Lebensdauer bis zum Ende der Zeiten begleitet.

Wie aber schon gesagt wurde, erbarmte sich Gott seiner und verließ ihn nicht. Auf die Verheißung der Erlösung folgte das Kommen des Erlösers nach einer tausendjährigen Vorbereitung, die nach dem göttlichen Willen unter dem unfehlbaren Beistand des Heiligen Geistes, dem Licht und sicheren Führer aller, beschrieben wurde, die den Weg des Heils gewollt, geliebt und dem düsteren Weg des Verderbens vorgezogen haben.

Wenn du die gegenwärtige Menschheit ohne Vorurteile betrachtest, so siehst du, mein Sohn, einen Zustand, der im stärksten Gegensatz steht zum Zustand, wie er bei richtigem Gebrauch des Lichtes der Vernunft und des Glaubens sein müßte.

Die göttlichen Hilfsmittel der Erlösung, die in einer Fülle und einem Reichtum vorhanden sind, die jede Vorstellung übersteigen, müßten vernünftigerweise benützt werden zur Erreichung der Übermacht des Guten über das Böse, des Friedens über den Krieg, der Wahrheit über den Irrtum, also zugunsten eines positiven Zustandes; welche Wirklichkeit siehst du aber, wenn du sie objektiv betrachtest?

Warum sind die Menschen, die Christen und meine Diener, obwohl ihnen machtvolle, übernatürliche Mittel zur Verfügung stehen, in das gegenwärtige Chaos geraten? Warum, mein Sohn?

Bewußte und gewollte Auflehnung gegen Gott

Zum Verständnis der gegenwärtigen Lage der Kirche und der Völker genügen nicht die der Menschheit geschlagenen Wunden der Erbsünde, aus der die Neigung zu den Leidenschaften und zum Bösen stammt, und der Eingriff der finsteren Mächte der Hölle auch nicht! Dazu kommt noch die menschliche Verantwortung jedes einzelnen und der Völker: Diese Verantwortung darf nicht unterschätzt werden, denn ohne sie ist unmöglich zu begreifen, was geschieht.

Gott ist gerecht und würde nie eine unverdiente Strafe zulassen; hingegen bildet die seit alter Zeit angekündigte Stunde der Reinigung den schlagenden Beweis für die Verantwortung der Menschen, der einzelnen, der Nationen und der Kirche, den Beweis für die bewußte und gewollte Auflehnung gegen Gott.

Mein Sohn, betrachte diese Menschheit in ihrem verschiedenen Aussehen:

— Betrachte die Kommunikationsmittel, die Mittel zum Verderben sind. Fernsehen, Zeitungen, Radio, alles ist Fäulnis, und mit dem Vorwand, zu informieren, verbildet und verdirbt man die öffentliche Meinung, verbreitet man die Ansteckung durch das Böse, ermutigt man zu Gewalttätigkeit, Verwahrlosung und bewirkt dadurch die Zersetzung der Gesellschaft.

— Wer kann die Verbreitung des Bösen unter der Jugend ermessen durch die in die Familien eingebrachten pornographischen Schriften, sei es durch die Eltern selbst oder durch irgendwelche Apostel des Bösen aus Lust am Bösen.

— Schau, die Prostitution ist wie der Ehebruch, wie die Abtreibung und wie andere Sünden wider die Natur zur allgemeinen Gewohnheit geworden. Man fordert öffentlich die gesetzliche Anerkennung dieser Laster und bedient sich dafür der Kommunikationsmittel und des Kinos, das übrigens nichts anderes ist als eine Schule der Gewalttätigkeit, der Räuberei, der Erpressung und vieler anderer Bosheiten.

— Beobachte andere Seiten der Gesellschaft: Die Mode und ihre Aufreizung zur Sinnlichkeit; sie ist die Ursache vieler Sünden, deren Gewicht niemand zu ergründen vermag. Diese Mode hat überall Eingang gefunden, in den Familien, in der Kirche sogar, denn es wird erlaubt, in den Kirchen Minibekleidung und Bluejeans zu tragen. Es ist eine wahrhaft teuflische Mode, vor der sich die Knie beugen und scheußliche Zugeständnisse gemacht werden.

— Richte einen Blick auf die Politik, der sozusagen immer als Hebel der Wille nach Macht zugrunde liegt. Die Loyalität nimmt nur einen geringen Raum ein, und um zum Ziel zu gelangen, wird oft zum Verbrechen gegriffen. Heuchelei und Falschheit herrschen in ihr bedenkenlos.

— Beachte auch die Welt der Kunst in ihren verschiedenen Äußerungen, die die Quelle stets aufzeigen, aus der sie sich nährt... Sie ist ein in Verwesung verfallener Körper, aus dem sich nichts anderes als ein ekelhafter Geruch verbreitet. Nie kann ein Mensch das ausdrücken, was er nicht hat und nicht fühlt. Darum sind die überspanntesten und unbegreiflichsten Dinge das sogenannte künstlerische Produkt einer vom Materialismus durchdrungenen Gesellschaft. Diese Kunst kann heute nichts anderes zum Ausdruck bringen als den Materialismus, ja, einen stets verdorbeneren Materialismus.

Eine große Schuld für die Kirche ersteht aus ihrem schwachen Widerstand

Mein Sohn, du könntest alle Ansichten des modernen Lebens durchgehen; das Bild, das dir geboten würde, wäre beinahe stets das gleiche. Doch ich, Jesus, möchte deine Aufmerksamkeit auf meine Kirche lenken und auf ihre Verantwortung in allen Bereichen des modernen Lebens.

Ihre große Schuld besteht darin, daß sie sich nur schwach der großen Lawine des Materialismus entgegenstellt, der nichts anderes ist als Heidentum.

Die junge Kirche ließ sich durch den heidnischen Materialismus nicht beeinflussen. Sie schenkte uns ihre Märtyrer. Die gegenwärtige Kirche hat sich in allen Belangen beeinflussen lassen und zeigt uns Fahnenflüchtige und Verräter; sie weist Irrlehren über Irrlehren auf, Übel über Übel..., für all das hat sie aber keine gültige Rechtfertigung.

In der Kirche wie in den Nationen der Erde haben sich die mit den besten Gaben ausgestatteten Menschen — von ehrenwerten Ausnahmen abgesehen — am schlechtesten verhalten. Sie sind darum am meisten für das Zersetzungverhalten auf geistigem, moralischem, bürgerlichem, künstlerischem und literarischem Gebiet verantwortlich.

Wie viele hochmütige und anmaßende Menschen rühmen sich als Erfinder einer rein materiellen Zivilisation ohne irgendwelche Geistigkeit. Was nützt aber dem Menschen auf seinem Erdenweg die Überschallgeschwindigkeit, die Raumfahrt, das Fernsehen..., wenn er schließlich als König der Schöpfung in die Hölle gelangt?

Das ist eine Wirklichkeit, über die der Mensch in seiner törichten Blindheit, mit der er heute geschlagen ist, lacht; aber es ist eine Wirklichkeit voller Tragik. Die sogenannten großen Menschen sollten nicht nur den materiellen Fortschritt fördern, sondern ebenso voranschreiten auf den Wegen des Geistes!

Welch völlige Umwälzung, mein Sohn! Diese wirklich dämonischen Menschen haben, statt die moralischen, geistigen und künstlerischen Werte mit größtem Eifer zu fördern, aus diesen Werten Mittel des Verderbens, der Verwahrlosung, des Todes und der Gewalttätigkeit aller Art gemacht... Es sind nicht mehr Menschen, sondern vom Geist des Bösen durchdrungene Ungeheuer, die sich mit dem Schein des Guten umgeben.

Mein Sohn, diese von der Welt als Wohltäter verehrten Männer sind die größten Feinde der Menschheit; sie sind Söhne der Hölle, von der Hölle unterstützt und beschützt und in der vom grenzenlosen Haß erfüllten Kirche Satans organisiert. Das ist die gewaltigste Täuschung und die ungeheure Umgarnung der Menschheit und meiner Kirche.

In diesem Licht kann man eines Tages den Sinn der Läuterung besser begreifen. Genug jetzt; ich segne dich und wie immer sage ich dir: Schenke mir deine Liebe, bete und sühne.