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Falscher Weg Berufungen zu fördern? – Eindrücke eines Seminaristen

(Rom) Vom 4. bis 7. Juli veranstaltete der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung zum Jahr des Glaubens einen „Tag der Seminaristen, Novizinnen und Novizen und aller, die sich auf dem Weg der Berufung befinden“ in Rom. Durch den Besuch in Rom sollte die Weltkirche betont und die Bindung an Rom gestärkt werden. Den Höhepunkt und Abschluß der viertägigen Pilgerfahrt nach Rom zum Grab des Apostels Petrus bildete am vergangenen Sonntag eine Heilige Messe, die Papst Franziskus mit den Seminaristen und Novizen zelebrierte. Die Predigt des Heiligen Vaters vom 7. Juli wurde vom Heiligen Stuhl veröffentlicht. Bereits am Vortag hielt Papst Franziskus den Versammelten eine Katechese, die allerdings nur in italienischer Sprache vorliegt.
An dieser letzten Großveranstaltung zum Jahr des Glaubens nahmen mehr als 6000 Seminaristen, Novizen und Novizinnen aus fast 70 Ländern der Erde teil. Ohne die persönlichen Eindrücke eines Einzelnen überbewerten zu wollen, sollen die Anmerkungen eines jungen, traditionsverbundenen italienischen Seminaristen wiedergegeben werden, der die vier Tage in Rom erlebte und darüber stichwortartige Notizen an Messa in Latino schickte.
Die Veröffentlichung erfolgt mit der Einladung an weitere Seminaristen und Novizen, uns ihre Eindrücke zukommen zu lassen, die wir gerne veröffentlichen.
„Auf diese Weise um Berufungen zu werben, scheint mir ein völlig falscher Weg“
Ich habe an der viertägigen „Pilgerfahrt“ nach Rom teilgenommen, die den Seminaristen, Novizinnen, Novizen usw. usf. gewidmet ist.
Die Chronik:
Erster Tag:
Treffpunkt Engelsburg um Richtung Vatikan zur Professio fidei am Grab des Apostels Petrus aufzubrechen.
Die große Mehrheit der Teilnehmer, das heißt der Berufenen, war schlimmer gekleidet als 14jährige Teenies am Weltjugendtag: Bermudashorts, achselfreie Unterleibchen. Ich möchte wissen, wie man erkennen hätte sollen, daß wir alle Seminaristen waren. Dazu gitarrenbegleitete Gesänge vom lümmelhaften Typus „Danke, Herr, Danke …“ der Komiker der Satiresendung Zelig.
Wir machten wohl mehr den Eindruck einer Horde von Idioten.
Zweiter Tag:
Ein „schöner“ Morgen. Katechese (immerhin) und Heilige Messe … Wir haben uns darauf beschränkt, keinen „liturgischen Mißbrauch“ zu treiben, aber man könnte nicht behaupten, daß eine besondere Feierlichkeit geherrscht hätte … im Gegenteil …
Am Abend: Treffen-Spektakel-Fest-Zeugnisse, das nicht viel anders war als die Quizsendung „Die Erbschaft“ des Fernsehmoderators Carlo Conti im Vorabendprogramm, dann spielte eine Band, Chaos Bum Bum und los ging die Fete … (Gott sei Dank habe ich es geschafft, dem bald zu entkommen…)
Dritter Tag:
Begegnung mit Papst Franziskus in der Aula Paolo VI., auch diese immer irgendwie aufgezogen in der Form einer Show … Erwähnenswert ist nur der Gesang eines Trios irischer Priester.
Danach trat eine junge spanische Ordensfrau auf, die mit vier Gitarrenakkorden ihre Liedchen von der Art „Ich hab dich lieb Jesus, Wir haben uns alle lieb, Wir sind alle Brüder“ usw. vortrug. Sehr tiefschürfend, ich muß schon sagen …
Natürlich ganzer Respekt und Bewunderung für die schöne und spontane Katechese des Papstes.
Es folgte der Rosenkranz, der in Prozession durch die Vatikanischen Gärten gebetet wurde, mit Lautsprecheranlage, aus der zwischen einem Ave Maria und dem anderen Radio Kiss Kiss schallte …
Vierter Tag:
Heilige Messe im Petersdom. Feierlich??? In Wirklichkeit wie jeden Sonntag in zahlreichen „seriösen“ italienischen Pfarreien, aber auch nichts mehr …
Einfachheit ist schon gut und recht, aber wenn diese Einfachheit zur Schlamperei wird … lohnt sich das dann noch?
Jene, die zur Einfachheit in der Liturgie aufrufen (einschließlich verschiedener Seminaristen, Priester, Ordensfrauen …) haben aber alle das neueste I-Phone-Modell, Tablet, I-Pad, tolle Autos, und dann feiern sie aber, die Heilige Messe in Billigalbe.
Ein anderer Seminarist schrieb an Messainlatino, zu Hause geblieben zu sein: „Ich halte mich von jedem Treffen solcher Art fern. Ich will den Glauben, den mir meine Eltern übermitteln haben, nicht ausgerechnet durch Priester verlieren.“