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Liberale Theologie - eine theologische Strömung im evangelischen Christentum und frommer Wunsch "reformorientierter" Katholiken

Liberale Theologie - eine theologische Strömung im evangelischen Christentum und frommer Wunsch "reformorientierter" Katholiken
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Die liberale Theologie ist eine breite theologische Strömung im evangelischen Christentum. Ihr Ansatz ist, die Theologie einzig aufgrund von humanistischen und geisteswissenschaftlichen Grundlagen zu betreiben und dadurch unabhängig von Dogmen, kirchlichen Traditionen und Glaubensinhalten zu sein. Die Säkularisierung ursprünglich religiöser Inhalte und die Auflösung von „Kirche“ in Gesellschaft und Kultur hinein wird von liberalen Theologen als jesusgemäss begrüsst.
Die liberale Theologie ist in sich nicht homogen und lässt sich auf verschiedene Strömungen wie Aufklärung und Idealismus zurückführen, wo bereits einige ihrer Positionen vertreten wurden, z.B. von Jean-Jacques Rousseau (contract social), Gotthold Ephraim Lessing (Nathan der Weise) und Immanuel Kant (Kritik der praktischen Vernunft).
Wesentliche Themen der liberalen Theologie sind die Auslegung der Bibel und die Kirchengeschichte, in früheren Zeiten auch die geschichtliche Erforschung des Leben Jesu.
Noch so verbindliche Glaubenssätze können ehrlicherweise nur offen, ohne geistigen Zwang und durch ihre Überzeugungskraft angeeignet werden. Albert Schweizer (1875-1965) spricht von einer dogmenfreien Religion: „Die dogmatische Religion beruht auf dem Glaubensbekenntnis der früheren Kirche und der Reformation. Die dogmenfreie Religion ist ethisch, beschränkt sich auf die ethischen Grundwahrheiten und bemüht sich, soweit es in ihrer Macht steht, mit dem Denken auf guten Fuss zu bleiben. Sie hat den Wunsch, ein Stück weit von Reiche Gottes in der Welt zu verwirklichen.
Liberale Theologie befürwortet ein offenes, tolerantes und befreiendes Christentum, ein Christentum ohne geistigen Zwang. Es ist nicht autoritär, nicht doktrinär, es zerstört nicht Vernunft , Einsicht und Weisheit, sondern greift das alles auf und führt es über sich hinaus. Es gilt die Überzeugungskraft von Erfahrung und Argumenten und damit Wahrhaftigkeit.
Ein undogmatisches Christentum verzichtet aber nicht auf verbindliche christliche Wertvorstellungen, sondern geht mit ihnen in freier, offener und wahrhaftiger Weise um. Denn unsere Glaubensüberzeugungen müssen mit unserer Erfahrung und unserem ehrlichen Denken zusammenpassen. Sie müssen auf unsere Lebensfragen antworten. Sie zielen auf unsere innere Gewissheit. Sie sind in einem Fundament verankert, ob wir dieses nun als Dreieinigkeit von Gott dem Schöpfer, dem Erlöser und dem Vollender bezeichnen, oder mit den Reformatoren als die „Rechtfertigung allein aus Gnade im Glauben“ oder moderner als „das Neue Sein in Jesus als dem Christus“ (Paul Tillich 1886-1965).
Theologischer Liberalismus will Glauben und Vernunft aussöhnen, sodass sie sich nicht widersprechen. Aufgrund des Optimismus und des Fortschrittglaubens wird ein weitgestaltender Glaube vertreten, das Reich Gottes soll sich innerweltlich durch menschliche Gestaltung verwirklichen.

Fünf Thesen für eine echte kirchliche Liberalität

Wider ein „anything goes“ – JA zur versöhnten Verschiedenheit !

Liberalität tritt für Pluralität ein. Das Ja zur Vielfalt muss allerdings ein profiliertes sein, nämlich bedingte, formulierte Positionen und dann eine versöhnte Verschiedenheit.

Wider die Beliebigkeit – JA zum Symbol
Die Bekenntnisfreiheit muss neu interpretiert werden als Freiheit zum Bekenntnis, die heute die Kirche vor der Aushöhlung und Zerrissenheitzwar nicht bewahren kann, aber Impulse liefert, über den gemeinsamen Grund zu reden. Reden, Denken, Diskutieren.

Wider den Minimalismus – JA zur Bildung
Liberalität begnügt sich nicht mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern setzt auf den „grössten gemeinsamen Vervielfacher“, imVertrauen, dass die Wahrnehmung der Fülle liberal macht: Bibel und Tradition. Bildung und Spiritualität.

Wider die Provinzialität – Ja zur reformierten Identität
Der ökonomische Liberalismus, verschärft durch die Globalisierung, birgt die Gefahr, das kulturell Gewachsene zu überrollen und in ein identitätsloses Misch-Masch einzustampfen. Wir brauchen beides: eine Identität, die in der konfessionellen Heimat verwurzelt ist und dieUniversalität, die das Verbindende und Vermittelnde sucht, was dann in einem beherzten „Ja zur Kirche“ mündet.

Wider blutleere Verfahren – Mut zur liberalen Mystik
Ein Liberalismus, der sich nur auf ein Verfahren beschränkt, ist blutleer und visionslos. Gefüllte Liberalität meint: von der Fülle leben, auf dasGanze vertrauen und im Hier und Jetzt Freiheit beanspruchen.

Die Chancen der Zürcher Landeskirche

Die Liberale Fraktion der Reformierten Synode Zürich setzt sich ein
für eine offene Landeskirche, welche sich befreiend selbstkritisch gibt. Diese Kirche verkündet kein ewiges Evangelium, sondern Evangelium für Menschen unserer Zeit
für eine Landeskirche, die das Evangelium in die konkrete menschliche Situation „inkarniert“
für eine undogmatische Theologie, die nicht den Himmel auf Erden und ewige Grundsätze verspricht
für eine gelebte, aber unvollkommen-herzliche Jesuserfahrung
für das nahe Reich Gottes, das Menschen hilft, neue Menschen zu werden
für das Lernen aus allen religiösen Angeboten, ohne diese jedoch zu kopieren

Nach Auffassung der Liberalen Fraktion der reformierten Synode Zürich lernt die erfolgreiche Landeskirche von ihren erfolgreichen Konkurrenten
die Bedeutung des ersten Eindrucks, also die Besucherfreundlichkeit
die erlebnisnahe, aussagekräftige Verkündigung engagierter Christen
die Freude am eigenen Christsein
die Freude an der Gemeinschaft
den Wert der Laienkirche.

Von der erfolgreichen Esoterik lernt die Zürcher Landeskirche die Bedeutung persönlicher spiritueller Erfahrung, die Naturnähe, die Seelennähe, den Wert der spirituellen Führung. Sie verwechselt nicht Angst vor der Spiritualität mit reformierter Nüchternheit.
Die Zürcher Landeskirche sucht Publikumserfolg – aber nicht um jeden Preis !
Sonia Chrisye
Danke für das Einstellen. Gott bewahre das Wort der Sahrheit an denen, die IHN lieben und sein Wort halten.
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