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Tesa 44 1

Kardinal Kasper gegen das Manifest von Müller

Erklärung von Kardinal Walter Kasper gegen das Manifest von Kardinal Müller:

Kein Zweifel, das Glaubensmanifest, das Kardinal Gerhard Müller veröffentlicht hat, enthält viele Aussagen des Glaubens, die jeder aufrechte Katholik nur von ganzem Herzen bejahen kann. Manche der Aussagen werden auch manchem evangelischen Christen aus dem Herzen gesprochen sein. Es ist gut, diese fundamentalen Wahrheiten in Erinnerung zu rufen, damit sie in den nur scheinbar wichtigeren aktuellen Debatten nicht untergehen. Soweit, so gut.

Nicht gut jedoch, dass manche Wahrheiten so pointiert herausgestellt werden, dass darüber die andere Hälfte ausgeblendet wird. Nur ein Beispiel: Es ist zweifellos richtig, dass das Bekenntnis zum dreifaltigen Gott einen fundamentalen Unterschied im Gottesglauben und Menschenbild zu anderen Religionen bedeutet. Aber gibt es nicht auch Gemeinsamkeiten, vor allem mit den Juden wie mit den Muslimen, im Glauben an den einen Gott? Und sind diese Gemeinsamkeiten zumal heutzutage nicht grundlegend für den Frieden in der Welt und in der Gesellschaft? Die halbe Wahrheit ist nicht die katholische Wahrheit!

An anderen Stellen finden sich pauschale Aussagen, die so nicht stehen bleiben können, etwa wenn gesagt wird, das Gewissen der Gläubigen sei nicht ausreichend geformt. Dieser Satz in dieser Allgemeinheit ist für viele Gläubigen beleidigend. Und was werden viele sagen, wenn sie an Priester denken, denen Missbrauch vorzuwerfen ist? Ist deren Gewissen ausreichend gebildet? Was müssen erst recht Opfer von Missbrauch empfinden, wenn ein Satz wie der "Der Priester setzt auf Erden das Erlösungswerk fort" so völlig undifferenziert dasteht? Das rechte Unterscheiden macht den Theologen!

An anderen Stellen handelt es sich nicht um ein Glaubensmanifest, sondern um ein Manifest von privater theologischer Überzeugung, die so nicht allgemeinverbindlich sein kann. Wieder nur ein Beispiel: Für die Aussage, dass standesamtlich wiederverheiratet Geschiedene und nicht katholische Christen die Eucharistie nicht fruchtbar empfangen könnten, beruft sich das Manifest auf Nr. 1.457 des Katechismus der katholischen Kirche.

Ich habe zweimal nachgeschlagen und diesen Satz dort so nicht gefunden. Ich kenne auch keine andere dogmatisch verbindliche Aussage, in der der Satz in dieser Form steht. Das Manifest spricht übrigens von wiederverheiratet Geschiedenen, deren erste Ehe "vor Gott besteht". Damit setzt es offensichtlich voraus, dass es auch solche gibt, deren erste Ehe vor Gott nicht besteht. Wer kann das entscheiden, und was ist mit diesen?

Auch für die kirchliche Disziplin des Zölibats findet sich eine Berufung auf den Katechismus Nr. 1.579. Doch leider ungenau. Dort steht nämlich das Wort "normalerweise", das im Manifest unterschlagen wird. Tatsächlich gibt es in der katholischen Kirche Priester, welche verheiratet sind: In den mit Rom in Gemeinschaft stehenden Ostkirchen, ehemalige evangelische oder - wie jüngst Papst Benedikt XVI. verfügt hat - ehemalige anglikanische Pastoren. Auch wenn ich persönlich der Überzeugung bin, man müsse über den Sinn der freigewählten Ehelosigkeit der Priester nochmals neu und tiefer nachdenken, so kann zumindest die Diskussion über viri probati nicht verboten sein.

Total entsetzt war ich, als ich gegen Ende des Manifests vom "Betrug des Antichrists" las. Das erinnert fast wörtlich an Martin Luthers Argumentation. Auch Luther hat damals vieles in der Kirche zu Recht kritisiert. Aber der Antichrist-Vorwurf war - wie heute auch unsere lutherischen Dialogpartner sagen - schon damals unangemessen. Steht hinter dem Manifest ein Luther redivivus? Einer, der sich zu Recht für Reformen in der Kirche einsetzt, diese aber am Papst vorbei und gegen ihn durchsetzen will? Ich will das nicht glauben. Denn das könnte nur zu Verwirrung und Spaltung führen. Das würde die katholische Kirche aus den Angeln heben.
CollarUri hat diesen Beitrag in Ja, die Kritik beweist einmal mehr, dass er nicht den katholischen Glauben verkündigt. Kardinal … verlinkt.
Eugenia-Sarto
So geht das ja nicht, dass man ein Wort des heiligen Apostels Paulus im Hebräerbrief verwirft mit den Worten: Zitat von @Tradition und Kontinuität: "Ein Glück, dass diese Zeiten vorbei sind! Hoffentlich für immer. Erbarmungslosigkeit, Denunziantentum,... Grausam! Mit diesen und ähnlichen Aussagen treibt man die Leute aus der Kirche!"

Dazu ist zu sagen:

Die Worte der Heiligen Schrift sind Gotte… Mehr
Hl Margareta
Wenn die Priester in ihren Predigten sich mehr um die Worte des hl Paulus z.B kümmern würden, und den rein weltlichen Dingen wie Politik oder Naturschutz weniger Aufmerksamkeit widmen würden, dann würde das Kirchenvolk auch die Wahrheit und immerwährende Gültigkeit erkennen.
Kasper ist wirklich ein großer Zerstörer. Aber Müller lässt hoffen!
Wenn jemand das Gesetz Moses verwirft, muss er ohne Erbarmen sterben auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin
Ein Glück, dass diese Zeiten vorbei sind! Hoffentlich für immer. Erbarmungslosigkeit, Denunziantentum,... Grausam! Mit diesen und ähnlichen Aussagen treibt man die Leute aus der Kirche!
CollarUri
Naja, wer verwirft denn das Alte Gesetz, das im Neuen Bund aufgegangen ist? Wenn wir es auch nicht in jeder Vorschrift ebenso halten wie die Alten, sondern auf Den vertrauen, Der es erfüllt hat, so halten wir es ja doch in Ehren, oder?
Eugenia-Sarto
"Wenn jemand das Gesetz Moses verwirft, muss er ohne Erbarmen sterben".
Im Neuen Bund muss er nicht körperlich sterben, aber , was viel schlimmer ist, er wird den ewigen Tod mit Leib und Seele sterben, nämlich in der Hölle. So muss man das im Neuen Bund verstehen. Denn Christus sagte: Wer glaubt wird gerettet, wer nicht glaubt, wird verdammt werden.
Von denen, die nach Christus leben und das … Mehr
byzantiner
Kardinal Kasper kennt die Meinung von Kardinal Müller, dass der islamische Gott Allah nicht gleich dem dreieinigen Gott ist, insofern ist das eine Provokation von Kardinal Kasper:
Kardinal Müller:
"Allah in der muslimischen Religion sei nicht identisch mit dem Gott und Vater Jesu Christi, dem einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen. „Die Muslime und die Christen glauben nicht an … Mehr
Severin
Mit Kardinal Kasper macht man den Bock zum Gärtner. Auch bei den Feuerwehren gibt es verkappte Brandstifter.
Eugenia-Sarto
Wir sind doch alle Mitschuld an dem, was heutzutage an Chaos und Irrlehren in der Kirche existiert. Denn auch wir waren nicht immer gute Katholiken, sondern viele haben sich im Laufe der Jahre aus dem weltlichen sündhaften Leben bekehrt. Vorher haben wir nicht gebetet, oder zu wenig, die Kirche vernachlässigt, viele Sünden begangen, stolz und egoistisch gedacht und gelebt.
Ich jedenfalls.
Und … Mehr
CollarUri
So ist es. Unsere Sünden sind mit ursächlich für die Misere. Umso mehr müssen wir klar bekennen, dass wir nicht mehr auf der Seite der Sünden stehen.
Eugenia-Sarto
Haben wir nicht noch tausend unbewusste Sünden, Fehler, Unvollkommenheiten?
Mk 16,16
Ja, leider alles wahr. Ich bekenne auch meine Schuld. Ein glaubwürdiger, frommer Lebenswandel nutzt der Kirche mehr als die Verurteilung der Häretiker, obwohl das eine das andere vielleicht nicht ausschließt.
Eugenia-Sarto
Sehr wahr. Wir müssen die Haeresien bekämpfen. Richten sollen wir niemanden. Das tut Gott.
Und, wie halten Sie, Eugenia-Sarto, es mit der von Gott übertragenen Binde- und Lösegewalt?, die geradezu zu urteilen und zu verurteilen verpflichtet!
CollarUri
Das Urteil ist die Konsequenz; es wurde vor aller Zeit gesprochen. Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, sagt Jesus. Die Binde- und Lösegewalt ist allenfalls das Zeichen oder die Richtschnur, damit ich weiss, nach einem ehrlich gemeinten Bekenntnis ist die Antwort der Kirche an mich das, woran ich mich verbindlich halten kann. Da will keiner an Gottes Urteilen rütteln.
Armer Kardinal Kasper. Er eilt mit riesengroßen Schritten der Hölle entgegen. Man kann nur für ihn beten.
Marienfloss
Ein geistiges Armutszeugnis eines Kardinals. Jesus hat uns nicht den Auftrag gegeben um des Friedens willen die Wahrheit zu relativieren oder gar zu "halbieren". Die Wahrheit wird uns frei machen und den Teufel zu noch aktiverem Tun veranlassen. Ob Judentum oder Islam, sie sind nicht so einfach mit dem Christentum zu vergleichen, wie Kardinal Kasper es sieht. Nur Christus ist der Weg, die … Mehr
"Ich - merk´s Marienfloss - bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern es zu vollenden", sagte Jesus. Ich sehe die Juden als unsere Schwestern und Brüder, die wie wir der Vollendung und Erlösung entgegengehen, Muslime als Söhne der Finsternis!
Nicky41
"Die Dreifaltigkeit von Gott wird 600 Jahre später im Islam abgelehnt: Dass Gott einen Sohn haben soll, ist für Muslime Gotteslästerung. In mehreren Suren des Korans gibt es eine ausdrückliche Ablehnung der Trinität Gottes. Insofern ist der Gott der Christen etwas ganz anderes als Allah, der Gott der Moslems. Allerdings knüpft der Islam durchaus an den Ein-Gott-Glauben des Alten Testaments an. … Mehr
Gerhard 46
Aber gibt es nicht auch Gemeinsamkeiten, vor allem mit den Juden wie mit den Muslimen, im Glauben an den einen Gott
Die Behauptungen von Kardinal Kasper, dass es Gemeinsamkeiten gäbe, ist häretisch. Einerseits ist nur der Gott der Christen ein dreifaltiger Gott. Anderseits ist unser Gott ein liebender Gott, der aus unendlich großer Liebe zu uns Menschen seinen eingeborenen Sohn zu uns gesandt … Mehr
Mk 16,16
Interessanter Beitrag, vielen Dank. Ein paar Anmerkungen bitte ich zu gestatten. Die Heilige Kirche braucht keine Reformierung, sie kann nicht reformiert werden weil Jesus Christus der Kopf dieser Kirche ist. Die ganzen Leute, die die Kirche andauernd reformieren wollen, die müssten dann auch Jesus Christus reformieren. Zum Glück geht das nicht und macht auch keinerlei Sinn. Was viel Sinn macht, … Mehr
Der Satz, "Die Heilige Kirche braucht keine Reformierung, sie kann nicht reformiert werden weil Jesus Christus der Kopf dieser Kirche ist", ist aus der Sicht Jesu wahr. Dennoch ergibt sich das Erfordernis einer „Ecclesia semper reformanda“ aus der Sicht der Gläubigen, einschließlich aller Funktionsträger der Katholischen Kirche, und zwar schon allein daraus, dass die Kirche von den Unvollkommenh… Mehr
Mk 16,16
Unter dem Gesichtspunkt, daß sich alle Gläubigen und Priester in der heiligen Beichte "reformieren" und wieder umkehren zum Herrn und seiner Heiligen Kirche, kann ich das auch so erkennen. Die persönliche Bekehrung und Heilung ist zweifellos sehr wichtig. Es gibt aber Bischöfe und Priester, diese ganzen Modernisten, die wollen noch etwas völlig anderes, nämlich eine neue Kirche in dem Sinne, daß … Mehr
CollarUri
@Mk 16,16 Völlig richtig. Gott ist die Ursache der Welt, aber sowenig der Schöpfer von Satanskult und Esoterik wie von Tod, Leiden, Schicksalsschlägen und Sünden. Allerdings kennt Er auch diese und holt den Menschen da raus, dies sehen wir am Osterereignis.

Wer auch immer diese zwei unterschiedlichen Aussagen über Gott konfundiert, also dass Er Ursache von allem sei und Ziel sein wolle, der … Mehr
Boni
Dass dieser Kasper dem falschen Irenismus huldigt, der sich zu der empörenden Aussage versteigt, es gäbe Gemeinsamkeiten mit Juden und Mohammedanern im Glauben an Gott, ist erschreckend. Immerhin aber formuliert er so geschickt, dass er die zweitvatikanische Blasphemie umgeht, alle diese Religionen beteten zum selben Gott.
Eugenia-Sarto
Herr Kardinal Kasper: Viele nachkonziliare Theologen und Kirchenfürsten (wie Sie) haben den Glauben unserer Kirche schon versucht, aus den Angeln zu heben und diese Zerstörung bei vielen Gläubigen auch erreicht. Jedoch wird es niemandem gelingen, die Heilige Kirche "aus den Angeln" zu heben.
Sancta
Es ist schon armselig, was Kardinal Kasper da schreibt.
Protestantismus in Reinkultur!
Don Reto Nay
Der Luther-Verherrlicher Walter Kasper wird sich entscheiden müssen, ob er Luther als der grosse Held oder als Buhmann hinstellen will. Der (Selbst-)Widerspruch ist das Wesen des Modernismus.
Eugenia-Sarto
Ja, Modernismus. Da gilt keine Wahrheit mehr.
Mk 16,16
Sehr genau. Die Modernisten wissen nicht mehr was Wahrheit ist; für die gilt nur ihre eigene Lehre.
Melchiades
Verzeiht, aber dies stimmt nicht so ganz. Denn es gibt für sie eine Wahrheit, nämlich die ihrige. Auch wenn diese, im Gegensatz zur Göttlichen, ständig einem Wechsel unterworfen ist ; was sie zwar absurd macht, aber auch so gefährlich. Denn der " moderne Mensch/ Katholik ist durch seine Unkenntnis nicht oder nur sehr selten in der Lage sie zu entlarven, da er es nicht mehr gewohnt ist zu … Mehr
Don Reto Nay
Wenn es stimmt, dass die modernistische "Wahrheit" dem ständigen Wechsel unterworfen ist, dann stellt sich die Frage, warum die Modernisten so stur darauf beharren. Der (Selbst-)Widerspruch ist das Wesen des Modernismus.
Der Modernismus besteht schon lange und ist in ständigem Wechsel. Man kann ihn nicht als "Wahrheit" bezeichnen, sondern eher als Anpassung, die jedoch stets zwispältig und (selbst-)widersprüchlich zum Bestehenden bleibt. Jeder, der etwas durchsetzen will wird stur darauf beharren, ob er im Recht ist oder nicht kann er selber weder einsehen noch beurteilen.
Eugenia-Sarto
Am tollsten und verrücktesten finde ich noch diejenigen, die behaupten, es gebe keine absolute Wahrheit. Sie bestehen darauf, dass das wahr sei, was sie behaupten.
Don Reto Nay
Dann müssen so formulieren: Es gibt nur eine absolute Wahrheit, nämlich jene, dass es keine absolute Wahrheit gibt. Folglich ist alles Lüge.
Eugenia-Sarto
Und dann ist auch gelogen, dass alles Lüge ist. usw. usw.
Eine Leserin
Na ja, einer der Initiatoren des ,,Freckenhorster Kreises ", kann ja, sowas, nicht akzeptieren Passe.
Nicolaus
Der "Freckenhorster Kreis" schreibt auf seine Website: Wir bewegen die Kirche:
Gemeint ist auf den Abgrund zu.
Theresia Katharina
War ja zu erwarten!
Eugenia-Sarto
Nur ein Satz zu Anfang regt mich schon auf. Zitat Kasper: " Aber gibt es nicht auch Gemeinsamkeiten, vor allem mit den Juden wie mit den Muslimen, im Glauben an den einen Gott? Und sind diese Gemeinsamkeiten zumal heutzutage nicht grundlegend für den Frieden in der Welt und in der Gesellschaft? Die halbe Wahrheit ist nicht die katholische Wahrheit!"

Dazu ist zu sagen: So haben die früheren Päpst… Mehr
CollarUri
Die Aussage ist auch noch aus einem anderen Grund stossend. Die tatsächlichen oder scheinbaren Gemeinsamkeiten sollen grundlegend für den Frieden sein. Meint der Erzketzer und antikatholische Hetzer Kasper etwa, wenn die Normen der drei monotheistischen Religionen nicht menschlichen Richtern als Gesetz aufgetragen würden, um sie mit Gewalt zu interpretieren und diese Interpretationen dann auch … Mehr
CollarUri
Nachtrag. Warum von Erzketzer zu sprechen ist: Die Häresie, wonach es Wiederverheiratete gebe, angesichts der Wahrheit, die in der ewigen Treue besteht, ist nicht nur durch Kasper seit Jahrzehnten mit verkündet worden, sondern gerade durch ihn auch in seiner geschliffenen, geckenhaften und abgeschleckten Theologensprache begründet bzw. scheinbar hergeleitet.
Warum ist seine pro-muslimische und … Mehr
Theresia Katharina
Erzketzer für Kardinal Kasper ist durchaus zutreffend! Das geht nämlich schon seit Jahrzehnten so!