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Wer fährt mit mir im SyllaBus? – von Monsignore N.N.

Der Syllabus errorum (= Verzeichnis der Irrtümer) ist eine Liste von achtzig Häresien, die der selige Papst Pius IX. im Jahre 1864 verurteilte. Gute 150 Jahre später wäre eine ähnliche Liste wohl um einiges länger.

Heute brüstet sich die Irrlehre nicht selten als ein zu bejubelnder Meilenstein an "Fortschritt" und "Humanität".

Auf dieser Linie gab es vor einiger Zeit in Süditalien eine Bildungsveranstaltung namens „Festival der Häresie“, wo der Deformator Martin Luther unseligen Angedenkens auf zwei Konferenzen unter dem Titel Das Schicksal eines Irrlehrers und Die süße Häresie vorgestellt wurde.

Dabei durfte ein Kultdiener der im kirchlichen Gesamt völlig unbedeutenden Waldenser/Methodisten-Protestanten nicht fehlen, die in ganz Italien etwa 30.000 Mitglieder zählen und sich zum Teil aus abtrünnigen Katholiken rekrutieren.

Als kirchliches Feigenblatt der antikirchlichen Veranstaltung erschien ein katholischer Bischofsvikar „für Kulturfragen“ und gab seinen Senf zum besten.

Ein ähnlich geartetes Fest der Häresie – denn einmal ist keinmal – gab es in Norditalien und zwar in Biella, wo neben zwei berüchtigten Ex-Priestern Franco Barbero (Die Irrlehre gestern und heute) und Vito Mancuso (Das freie Denken) auch der sogenannte Straßenpriester Don Giotti teilnahm, welcher in einem Manifest den Teilnehmern folgendes mit auf den Weg gab: Ich wünsche Euch von Herzen den Mut zur Häresie.

Er hätte ihnen besser wünschen sollen, zum Beispiel, den Mut zu haben, in das sichere, aber heftig umkämpfte Gefährt der kirchlichen Lehre zu steigen. Denn für die Kirchengemeinschaft wie für den Straßenverkehr gilt: hinauslehnen und abspringen während der Fahrt verboten. Um Häresien zu verbreiten, braucht es in unserer Zeit keinen Mut.

Wie recht hatte der Selige Pius IX in seiner Enzyklika Quanta cura, welche dem Syllabus angehängt wurde, wenn er von den „unseligen Menschen“ schreibt, die ihre wirren Vorstellungen wie Fluten eines aufgepeitschten Meeres auswerfen, und darauf hinzielen, mit ihren trügerischen Meinungen und verderblichen Schriften die Grundlagen des katholischen Glaubens einzureißen.

P.S.: Damit neben so vielen irrlichternden Männern die Frauenquote (quota rosa) halbwegs politisch korrekt gewahrt wurde, gab es in Biella auch eine Veranstaltung zum Thema L’eresia è donna: „die Irrlehre ist eine Frau“. Was wollen wir noch mehr?
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