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Zosiasamosia

2048 - wenn Notre-Dame Moschee ist



In diesen Tagen geht eine Meldung durch's Internet, dass ein Priester im einstmals erzkatholischen Wallfahrtsort Werl in Westfalen in einem Supermarkt von Moslems übel beschimpft und angegriffen worden sei. Noch vor sehr kurzer Zeit wäre das eine völlig unvorstellbare Meldung gewesen. Und doch hat Jelena Tschudinowa, eine russische Schriftstellerin, schon 2005 einen Roman geschrieben, der Ereignisse und Entwicklungen dieser Art in eine bedrückende, aber nicht hoffnungslose Zukunftsvision weiterdenkt.
Die Hände halten das Buch, es sinkt langsam, man schaut in die Ferne und denkt: „Wie konnte Jelena Tschudinowa vor bereits zwölf Jahren die kommende Entwicklung so deutlich sehen und schildern?“ Das Buch heißt „Die Moschee Notre-Dame, Anno 2048“ und ist, das schon vorweg, eine ebenso fesselnde wie nachdenklich machende Lektüre.
Nach den aktuellen Entwicklungen seit 2015, die an dieser Stelle gar nicht mehr benannt werden müssen, ist Tschudinowas dystopische Vision ganz und gar nicht mehr so weit entfernt. Sie erzählt von einem Westeuropa, das vom Islam dominiert wird: Notre-Dame ist Moschee, der Papst hat die Kirche aufgelöst, der Petersdom ist Müllkippe für den Abfall Roms. Die Menschen leben in Ghettos, die von Familienclans beherrscht werden.
Wir wollen diese bedrückende Vision nicht weiter ausführen. Viel interessanter ist der Widerstand, den Tschudinowa in den (wortwörtlich – ein gelungenes Bild!) Katakomben von Paris sich organisieren lässt (es stimmt ja, dass der Pariser Untergrund von Gängen und Höhlen durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse). Es sind verschiedenste Gruppen, die den Widerstand bilden, und sie werden in ihren jeweiligen Vertretern durchaus glaubhaft dargestellt.
Eine ganz wesentlich Rolle spielt der Widerstand aus religiösen Gründen. Wie gesagt: die offizielle Kirche ist vom Papst aufgelöst worden. Was noch existiert, sind Gruppen von Gläubigen, die sich um die Priester der von Erzbischof Lefebvre gegründeten Priesterbruderschaft St. Pius X. scharen. Und an diesem Beispiel wird der Scharfblick, wird das sichere Urteil der Autorin besonders deutlich.
Eine der Hauptpersonen des Buches, der junge Eugène-Olivier, trifft als Nichtchrist auf diesen katholischen Widerstand: er trifft auf Pater Lotaire, der noch ein Jahr im Seminar der „Piusbrüder“ studieren konnte (bevor die Moslems es plünderten). In diesem Priester begegnet ihm die ganze Tradition nicht „nur“ der Kirche, sondern jenes Europas, das von eben dieser Kirche geprägt ist. Warum Gott denn diesen Niedergang zugelassen habe, warum er zugelassen habe, dass Notre-Dame zur Moschee wurde, fragt er ihn an einer Stelle. Und der Priester antwortet, dass dies sicher die Schuld der Vorfahren sei, weil sie das alles zugelassen haben, weil bereits sie Notre-Dame nicht als das Haus Gottes, sondern lediglich als Architekturdenkmal gesehen hatten. Das wiederum ist ein Bild, das so viel weiter greift als „nur“ bis Notre-Dame als Gotteshaus: es ist ein Bild für den Glaubensverlust, der nicht erst in unserer Zeit so erdrutschartig zugenommen hat und letztlich der Grund für die Entwicklung ist. Entsprechend Hartes lässt Tschudinowa über eine bestimmte Art von Priestern des 20. Jahrhunderts sagen: „Ich denke, sie, diese Priester des 20. Jahrhunderts, schmoren in der Hölle, die sie ebenfalls für eine Metapher hielten. Sie haben den Niedergang der römisch-katholischen Kirche zu verantworten und dass sie schließlich aufgehört hat zu existieren. Ihnen ist der närrische Wahlspruch zu verdanken, dass alle im Recht seien, Sie, und Sie und natürlich auch Sie, jeder auf seine eigene Art und Weise."
Genauso analytisch flicht die Autorin andere Ereignisse in die einzelnen Etappen der Entwicklung ein, die im Roman immer deutlicher wird. Fast schon vergessen ist doch heute z.B. die Rolle, die „der Westen“ im Krieg gegen Serbien gespielt hat. Der Verfasser dieser Zeilen wurde bei der Lektüre urplötzlich daran erinnert, dass einer seiner Bekannten wegen seiner wohlbegründeten und auf eigener Anschauung beruhenden pro-serbischen Haltung seine hohe Stellung in der französischen Armee verlor, und ähnlich dürfte es vielen anderen Lesern auch gehen: wie viele von den Ereignissen, die zu der im Buch geschilderten Situation führen können, hat man doch schon in den Tiefen des Gedächtnisses so entlegen archiviert, dass sie kaum noch präsent sind!
Jelena Tschudinowa ist Russin. Ihre Kenntnis Frankreichs, der französischen Mentalität, ihre Wertung dessen, was im „Westen“ geschah und geschieht, ist ganz erstaunlich. Und auch, wenn sie nicht orthodox, sondern katholisch ist, erstaunt ihre Kenntnis über die Lage der Kirche und ihre Kenntnis und ihre daraus erfolgende Einschätzung der „Piusbruderschaft“, die in katholischen Kreisen des „Westens“ durchaus nicht übermäßig bekannt ist.
Man nimmt das Buch wieder auf, das einem niedergesunken ist, sucht die Stelle, an der man die Lektüre unterbrochen hat und freut sich auf die nächsten Kapitel: es ist nämlich keineswegs so, dass dieses Buch eine intellektualistisch überladene, schwer verdauliche Kost ist. Ganz im Gegenteil! Man ist sofort im Geschehen, gespannt auf das, was kommen wird, man lebt in den Ereignissen, in den Umständen, sieht die Personen vor sich, die geschildert werden, man ist gespannt auf das, was sich entwickeln wird. Und man staunt über die logische Konsequenz der Entwicklung, die – mehr sei nicht verraten – nicht sofort im strahlenden Sieg, aber mit einem großen Zeichen der Hoffnung endet.
Der Renovamen-Verlag, der für die Übersetzung und Veröffentlichung dieses bemerkenswerten Buches gesorgt hat, hat damit für die Erfüllung eines Wunsches des berühmten Schriftstellers Jean Raspail gesorgt. Dieser hatte einmal sinngemäß gesagt, er für seinen Teil glaube an ein Weiterleben unserer Zivilisation, und sei es nur in kleinen, isolierten Reservaten, bis es dann eines Tages zum Aufbruch der Wiedereroberung kommen werde. Es sei aber nicht mehr seine Aufgabe, ein Buch zu schreiben, welches eine solche Situation schildert; das müssten nun andere tun.
Uns will es scheinen, als liege dieses Buch nun vor. Die spannende Lektüre sei unbedingt empfohlen, dem Renovamen-Verlag sei für die Veröffentlichung gedankt und dem Buch, das sich bereits in mehreren Ländern seinen Weg gebahnt und erfreulich durchgesetzt hat, sei eine große, eine sehr große Verbreitung gewünscht.

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pio molaioni
@Gestas ,"Klein Pope" gefällt mir wirklich gut. Ich überlege, mir diesen Nick zuzulegen.
pio molaioni
@Gestas, jeder der mich fragt, bekommt eine Antwort: Es geht mir zufriedenstellend. Die Kraft gegen alle Falschmystik anzugehen, gibt mir immer wieder der Auferstandene. Das glaube ich fest.
Priska
Das kann passieren..Wünsche allen eine gute gesegnete Nacht
Priska
Weshalb sind jetzt alle hier klein geworden
Viandonta
Dann entschuldige ich mich bei Ihnen in aller Form
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Viandonta
@Gestas
Sie waren auch niemals einmal der Dismas ( als Nick) ?
Gestas
Verstehe nicht.
"sind sie immer doch kein Gestas." Eigenartiges Deutsch.
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Viandonta
der alte Gestas? Vielleicht auch der alte Dismas, mit dem ich in kath-net sehr gute Gespräche geführt habe?
Viandonta
@Gestas

Sie geben sich alle Mühe eine Tina zu sein. Auch bei aller blühenden Phantasie , sind sie immer doch kein Gestas.
PaulK gefällt das.
Gestas
@Viandonta
Sie haben eine blühende Phantasie. Sie haben schon manche Mutmaßungen wegen mir gemacht. Stimmt alles nicht. Immer noch der alte Gestas
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Viandonta
@Gestas
zu @pio molaioni
"Klein Pope, wie geht's denn so?"
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Was soll denn das?

Ich bekomme den Eindruck, dass Sie die Tina nicht schützen wollen...Sie SIND die Tina .

Mögen viele User und stille Leser genau hinschauen!
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Priska gefällt das.
pio molaioni
2048! Da werden vielleicht die christlichen Russen Konstantinopel zurückerobert haben und in der Hagia Sophia erklingen wieder die byzantinischen Hymnen!
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Katharina Maria
2048! Das ist Zukunftsmusik! Das wird uns so nicht mehr treffen. Bis dahin wird die Warnung längst da gewesen sein!
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pio molaioni
@Tina 13, Klein-Weiblein, wie geht's denn so? Vorschlag: Wir wollen dem Feind überhaupt keinen Zentimeter überlassen! Wünsche angenehmen Samstagabend!
pio molaioni
"Die Hände halten das Buch, es sinkt langsam, man schaut in die Ferne und denkt: „Wie konnte Jelena Tschudinowa vor bereits zwölf Jahren die kommende… Mehr
pio molaioni
"Wir wollen diese bedrückende Vision nicht weiter ausführen. Viel interessanter ist der Widerstand, den Tschudinowa in den (wortwörtlich – ein gelungenes Bild!) Katakomben von Paris sich organisieren lässt (es stimmt ja, dass der Pariser Untergrund von Gängen und Höhlen durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse). Es sind verschiedenste Gruppen, die den Widerstand bilden, und sie werden in ihren jeweiligen Vertretern durchaus glaubhaft dargestellt."
Tina 13 hat diesen Beitrag in Katholischer Priester an Kasse als Ungläubiger und Schwein beschimpft – Polizei verweigert Hilfe! verlinkt.
Tina 13
"Die Hände halten das Buch, es sinkt langsam, man schaut in die Ferne und denkt: „Wie konnte Jelena Tschudinowa vor bereits zwölf Jahren die kommende Entwicklung so deutlich sehen und schildern?“ Das Buch heißt „Die Moschee Notre-Dame, Anno 2048“ und ist, das schon vorweg, eine ebenso fesselnde wie nachdenklich machende Lektüre."
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Tina 13
"Wir wollen diese bedrückende Vision nicht weiter ausführen. Viel interessanter ist der Widerstand, den Tschudinowa in den (wortwörtlich – ein gelungenes Bild!) Katakomben von Paris sich organisieren lässt (es stimmt ja, dass der Pariser Untergrund von Gängen und Höhlen durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse). Es sind verschiedenste Gruppen, die den Widerstand bilden, und sie werden in ihren jeweiligen Vertretern durchaus glaubhaft dargestellt."
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