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Christliche Demokratie



Papst Pius XII. erklärte am 2. Oktober 1945 in seiner Ansprache an die Sacra Romana Rota anlässlich der Eröffnung des neuen Gerichtsjahres:

„Das christliche Mittelalter, das besonders vom Geiste der Kirche erfüllt war, hat mit seinem Reichtum blühender demokratischer Gemeinwesen klar gezeigt, wie der christliche Glaube eine wahre, eigentliche Demokratie zu schaffen versteht und sogar die einzige dauerhafte Grundlage für sie ist. Denn eine Demokratie ohne Einheit der Geister, wenigstens in den hauptsächlichsten Grundsätzen des Lebens, vor allem, was die Rechte Gottes und die Würde der menschlichen Person, die Achtung der ehrbaren persönlichen Tätigkeit und Freiheit, auch in politischen Angelegenheiten, betrifft, eine solche Demokratie wäre mangelhaft und ohne festen Halt. Wenn also das Volk sich vom christlichen Glauben entfernt oder ihn nicht entschlossen zur Grundlage des bürgerlichen Lebens macht, dann verfälscht sich auch die Demokratie leicht, sie gerät aus den Fugen und droht mit der Zeit dem « Totalitarismus », dem « Autoritarismus » einer einzigen Partei zu verfallen.“

Ansprache an die Sacra Romana Rota anläßlich der Eröffnung des neuen Gerichtsjahres, 2. Oktober 1945, in: Aufbau und Entfaltung des gesellschaftlichen Lebens. Soziale Summe Pius XII., hgg. v. Arthur-Fridolin Utz/Joseph-Fulko Groner, 3 Bände, zweite, unveränderte Auflage, Freiburg Schweiz 1962, Nr. 2702-2724, Nr. 2714.