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Der Geist der Liturgie

Das Wesen von Opfer und Kult
Die vorchristliche Kultwelt war bestimmt vom Kreislauf des Gebens und Nehmens, dem naturalistisch-immanenten Werden und Vergehen, um im Kult temporäre Erlösung zu erfahren. (Tag/Nacht; Sonne/Mond; Wach/Schlaf; Sommer/Winter)

Den Weg zur ewigen Wahrheit und die Durchbrechung dieses naturalistisch-zyklischen Seins zeigte uns der Herr Jesus Christus.

Im folgenden die Worte des emeritierten Papstes Benedikt XVI zum christlichen Wesen von Opfer und Kult aus seinem Buch (Der Geist der Liturgie, Eine Einführung, Freiburg, 2000, S. 23 ff.)

"Die wahre Übereignung an Gott muss in der Vereinigung des Menschen und der Schöpfung mit Gott geschehen. Gottzugehörigkeit hat nichts mit Zerstörung oder Nichtsein zu tun, wohl aber mit einer Weise des Seins: Sie bedeutet, das Heraustreten aus dem Status der Trennung der scheinbaren Autonomie, des Seins nur für sich selber und in sich selber. Sie bedeutet jenes Sich-Verlieren, das die einzig mögliche Weise des Sich-Findens ist ( vgl. Mk 8,35; Mt 10,39).

Deswegen konnte Augustinus sagen, das wahre "Opfer" sei die civitas Dei (Gottesstadt). das heißt die zur Liebe gewordene Menschheit, die die Schöpfung vergöttlicht und die Übereignung des Alls an Gott ist: Gott alles in allem (1 Kor 15,28) - das ist das Ziel der Welt, das ist das Wesen von "Opfer" und Kult."