Sprache
Klicks
1,1 Tsd.
HlMaria13 2 7

Bemerkenswerte Predigt eines Paters ( alter Ritus ) über Weizen und Unkraut !!!

Bemerkenswerte Predigt eines Paters ( alter Ritus )
zum 5. nachgeholten Sonntag nach Epiphanie

(Evangelium: Mt 13,24-30)

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!


Liebe Mitbrüder, liebe Gläubige!

Ein Ärgernis ist das Unkraut. Die Saat des Teufels mitten im Acker Gottes. Man möchte es am liebsten sofort ausreißen. Und doch will der Herr des Feldes nicht, dass das Unkraut ausgerissen wird. Es könnte nämlich dem Weizen schaden. Der heilige Augustinus erklärt uns: „Es wird vielleicht der Weizen ausgerissen, wenn das Unkraut ausgejätet wird, weil viele anfangs Unkraut, nachher aber Weizen werden.“

Wie? Anfangs Unkraut, nachher Weizen? Wie soll das denn gehen?

In der Natur kann aus Unkraut nicht Weizen werden und aus Weizen nicht Unkraut. Die Seelen aber, sie können sich immer zum Bösen wenden. Und auch die Bösen, sie können sich zum Guten bekehren. Und beides geschieht ständig und immer wieder im Weizenfeld, bis zum Ende, dem Tag der Ernte.

Das Schlimme ist, wir können uns nicht sicher sein, wozu wir selber am Ende gehören werden. Ob zum Unkraut, oder zum Weizen. Wir sind in einem Krieg, der so gefährlich ist, dass wir nicht wissen können, ob wir überleben.

Ja, keiner kann es wagen, und wäre er noch so weit gekommen, sich seines Heiles wirklich sicher sein zu können. Das Konzil von Trient lehrt uns: Niemand kann mit absoluter und unfehlbarer Sicherheit sagen, er werde jene große Gabe, der Beharrlichkeit bis zum Ende, sicher haben.

Darum müssen wir unser Heil wirken, wie der heilige Paulus sagt: In Furcht und Zittern. (Philipperbrief) . Nicht deshalb, weil wir uns auf die Versprechungen Gottes nicht verlassen könnten. Sondern deshalb, weil wir uns auf die Versprechungen unseres eigenen Willens nicht verlassen können.

Wie viele haben schon hoch und heilig die Treue versprochen! Und dann nach einer längeren Zeit haben sie sie dennoch gebrochen. Wie viele hätten es nie geglaubt, dass sie zu dieser oder jener Bosheit fähig wären. Und dann, nach einer Zeit, waren sie dennoch dazu bereit. Und wenn wir heute am Sonntag in die Kirche gehen, und andächtig das Kreuzzeichen machen und das Knie beugen - wer von uns kann denn mit Sicherheit sagen, dass er es in 20 Jahren noch genau so tun wird?

Im Allgemeinen vertrauen wir viel zu sehr auf uns selbst. Denn unbeständig wie eine Wetterfahne ist unser Wille. Diese Beharrlichkeit bis ans Ende ist eine kostbare Gabe, eine Gnade. Die Wertvollste überhaupt. Eine Gnade, die man nicht verdienen kann. Man kann sie nur erbitten, nur erbeten, erflehen.

Bevor wir uns also darüber ereifern wollen, aus unserer Mitte das Unkraut auszureißen, sollten wir besser darum bangen und hoffen, dass wir nicht selbst eines Tages zu diesem Unkraut gehören. Es ist also klug, sich nicht sicher zu sein. Sondern um die Gnade der Beharrlichkeit täglich zu beten. Es ist klug, in der Frage des Heiles nicht auf sich selbst zu vertrauen, sondern auf andere, die nicht so wankelmütig sind wie wir.

Allen voran auf die allerseligste Jungfrau Maria. Sie ist nicht nur die mächtigste Fürsprecherin bei Gott, sie ist auch unsere Mutter. Wenn wir unser ewiges Heil in ihre Hände legen, die Sorge um unser ewiges Heil, dann können wir viel sicherer sein, als wenn wir auf uns selbst vertrauen. Darum beten wir immer wieder zu ihr: Bitte für uns, jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Gibt es nicht noch andere Freunde, die uns beistehen könnten, in dieser gefährlichen Zeit, in der niemand sicher sein kann? Ja, es gibt diese Freunde. Wir müssen sie uns nur machen. Es sind die Armen Seelen.

Die gefährliche Zeit der Prüfung ist für sie vorbei. Sie können sich ihres Heiles ganz sicher sein. Aber auch die Zeit der Barmherzigkeit ist für sie vorbei. Sie verspüren die Strenge der göttlichen Gerechtigkeit. Sie müssen leiden, furchtbar leiden. Der heilige Thomas von Aquin lehrt: „Die geringste Strafe dort im Fegefeuer übersteigt die größte hier auf Erden.“
Wie viel kostet es dort, von einem kleinen Fehler geläutert zu werden. Wir können uns das gar nicht vorstellen.

Die heilige Anna Schäffer von Mindelstetten hat in ihrem Leben sehr viel gelitten. Sie war von Jugend an ans Bett gefesselt und lernte auch die Schmerzen der Wundmale Christi kennen. Und sie erzählt: Ich sah im Traum eine vor mehreren Jahren verstorbene Frau, die mir bekannt war, und sah sie unaussprechliches leiden. Mein Leiden ist im Vergleich zu ihrem wie kühler Tau.

In einem anderen Traum berichtet die heilige Anna Schäfer von einem jungen Mädchen, das ihr als Arme Seele erschien. Sie erzählte ihr, dass sie auf der Welt einem hochadeligen Stand angehört hat, dass sie noch besonders büßen muss für ihre Zungensünden, und für die Hoffart, die sie gehabt hat wegen ihrer schönen Zähne. Die Heilige erzählt: „Da nahm das Mädchen meine rechte Hand und hielt sie vor ihren Mund hin, damit ich spüren kann, welche Hitze sie deswegen leiden muss. Von ihren Zähnen ging eine solche Hitze aus, dass ich im Traum glaubte, es seien mir auch die Knochen in der Hand verbrannt.
Dann nahm mich das Mädchen bei der Hand und führte mich zum Fenster hin und sagte: „Schau, hier draußen ist die Welt, die verblendete und nicht ahnende, wie schwer man alles büßen muss.“

Nur dort drüben, so sagt es die heilige Katharina von Genua, bezahlt man mit vielen Dukaten für wenige Pfennige. Hier aber, im Diesseits, bezahlt man mit wenigen Pfennigen für viele Dukaten.

Und das wunderbare ist, wir können bezahlen. Wir können hier für sie bezahlen. Mit wenigen Pfennigen für viele Dukaten. Und so wird es wirklich wahr, dass ein kleines Wort nur, ein Stoßgebet, ein kleines Opfer von uns einer Armen Seele so viel gibt, wie lange Zeit härtester Leiden. Und auch das hat die heilige Anna Schäfer gesehen in einem Traum.
Sie erzählt: Mir träumte, ich sei in der Kirche und kniete vor dem Hochaltar vor dem eucharistischen Herzen Jesu und betete lange Zeit. Und ich betete im Traum (für die Armen Seelen): „Mein Jesus Barmherzigkeit“ Mit einem Mal ward ich von so vielen Seelen umringt, und mir war klar, dass es Arme Seelen sind. Es waren so viele, dass ich sie nicht überblicken konnte, und es war ein solches Gedränge um mich herum, dass ich große Angst empfand.
Und sie alle flehten zu mir: „Für mich auch! Für mich auch!“

Liebe Mitbrüder, liebe Gläubige, das rufen auch uns Millionen von Seelen zu, und sie wären so dankbar nur für ein kleines Stoßgebet, nur für ein kleines: Mein Jesus Barmherzigkeit. Wie erst, wenn wir einen Ablass gewinnen, eine heilige Messe aufopfern, eine heilige Kommunion. Das sind die wirksamsten Mittel für sie. Hören wir also nicht mitten im Monat November auf, an die Armen Seelen zu denken. Seinen wir barmherzig und schenken wir ihnen großzügig was wir nur können, und seien wir sicher, sie werden uns dankbarer sein, als wenn wir ihr Leben gerettet hätten. Sie werden alles ihnen nur Mögliche tun, damit wir am Ende nicht zum Unkraut gehören, sondern zum Weizen. Dass wir am Ende in die himmlischen Wohnungen eingehen können, wo es keine Unsicherheit und kein Leid mehr gibt, in alle Ewigkeit. AMEN!
Hildegard51
Ein Gedanke heiliger Dominikaner für jeden Tag des Jahres:

17. November

"Wie das Schiff, das einen guten Steuermann hat, mit der Hilfe Gottes eine glückliche Fahrt macht und gewöhnlich den Hafen erreicht, so gelangt die Seele, die von einem guten Hirten geleitet ist, unerachtet vieler Sünden und Gebrechen, in den Himmel."

hl. Ludwig von Granada OP
1504 bis 31.12.1588