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Vom „Recht“ auf Tod zur Vernichtung „unwerten“ Lebens

„Bei der Vorgeschichte der Hitlerischen ‚Euthanasie‘-Aktionen zeigt sich, daß die Diskussion um 1900 mit der Frage nach einem ‚Recht auf Tod‘ begann, sich nach dem Ersten Weltkrieg mit dem ‚Erlösungstod für unheilbar Kranke‘ fortsetzte, zusätzlich die Kosten für den Unterhalt der ‚Ballastexistenzen‘ ins Spiel brachte (‚wie viele Siedlungshäuser könnte man dafür bauen!‘), zuletzt dann die Tötung unheilbarer Neugeborener guthieß und damit das ‚Einfallstor‘ zur Vernichtung des sogenannten unwerten Lebens eröffnete. Widerstand leisteten nicht die Funktionseliten, sondern die Kirchen, am entschiedensten die katholische, die ‚einen kompromißlosen Standpunkt‘ einnahm.“

Arnold Angenendt, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, 5. Auflage, Münster 2009, S. 135.

Siehe auch: Unantastbarkeit des Menschenlebens