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Heilwasser
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Warum kommt leichter ein Kamel durchs Nadelöhr als ein Reicher ins Reich Gottes?

Warum kommt leichter ein Kamel durchs Nadelöhr als
ein Reicher ins Reich Gottes?

Mt 19,24

"Nochmals sage ich euch: Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt."

Dieses Gleichnis wird uns anfangs vielleicht etwas ungewöhn-
lich vorkommen, aber es ist Jesus, der dies sagt. So müssen
wir versuchen, in Gottesfurcht zu treten und den Text noch
einmal demütig betrachten, auf dass wir auf die Tiefen des
Gleichnisses stoßen.

Stellen wir uns vor, wir haben ein Leben als Reicher geführt,
unser Lebensfaden wird abgeschnitten und nun steht unsere
Seele vor dem Gericht Gottes. Dahinter ist die Himmelstür
zu sehen. Diese Sicht belegen wir nun mit dem Gleichnis:
Wir möchten nun durch die Himmelstür gehen, doch sie ist
nur so groß wie ein Nadelöhr. Und nun gilt: dass ein Kamel
auf Erden eher durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher
durch das himmlische Nadelöhr geht. Hmmmmm, wie können
wir das verstehen ?

Das Kamel ist sicherlich ein Symbol für die Tugend des Fastens,
weil es tage- oder wochenlang ohne Nahrung auskommt, der
Reiche dagegen neigt sehr schnell dazu, von seinem Reichtum
in Saus und Braus zu leben und wenn auch nicht, hat er zumin-
dest die ein oder andere schädliche Anhänglichkeit an seine
Hab"seligkeiten". Es ist nämlich sehr schwierig, zu besitzen, wie
wenn man nicht besitzen würde und zu haben, wie wenn man
nicht haben würde. Das Herz darf sich halt nicht daran hängen,
wie der hl. Augustinus sagt. Nun ja, das Kamel ist als Lasten-
träger und Fastenheld frei von solcherlei Anhänglichkeiten.
Wenn es stirbt, ist sein Seelenprinzip leicht wie eine Feder,
frei von irdischen Beschwerlichkeiten und Anhänglichkeiten.

Darum passt es locker durch ein Nadelöhr hindurch, während
die Seele des Reichen auch nach dem Tod noch alle irdischen
Anhänglichkeiten mit sich trägt, weswegen sie nicht durch die
enge Himmelstür passt.

Falls es auch ein Reicher einmal schaffen sollte, sehr gut zu
leben, im heiligen Sinne, wie z.B. Lazarus, der ein Landgut
besaß - jedoch vorzog, trotzdem arm zu leben - oder einer,
der viel hat, aber sein Herz nicht daran hängt, sodass er es
jederzeit für Jesus aufgeben könnte und es auch immer für
Jesus eingesetzt hat, .... dann gilt immer noch:

Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr als ein Reicher ins
Reich Gottes.

Der Kontext des Gleichnisses gibt es her: der reiche Jüngling
hält zwar die Gebote, aber eines fehlt ihm noch: die Anhäng-
lichkeit an seinen Besitz abzugeben, denn beim Tod muss
die Seele all dies abgeben können und frei von evtl. negativen
Folgen des Besitztums sein.

Wo findet sich ein solcher Mann ? Wir wollen ihn preisen,
spricht die Hl. Schrift.
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Das Kamel ist ein Fastenheld !
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Das mit dem fastenden Kamel war mir nie bewusst. Ein erbaulicher, interessanter Beitrag.
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