Sprache
Klicks
506
Schäfchen 5 1

Einbrecher im Kölner Dom wenig erfolgreich

Die Einbrecher sind offenbar gestört worden – vom Alarm, den sie selbst auslösten. In der Nacht zum Montag ist im – genauer gesagt am – Kölner Dom eingebrochen worden. Die Täter brachen die Glastür auf, die außerhalb des Domes zur Dombesteigung führt – und haben sich in der Dom-Werkstatt umgetan. Im Kirchenraum selbst waren sie nicht.

Viel Werkzeug konnten sie vor ihrer Flucht nicht mehr einpacken, einiges davon haben sie auf ihrer Flucht noch auf dem Roncalliplatz abgestellt. Gefilmt worden sind sie auch.

Nun beginnen die Spekulationen: Was hatten die denn eigentlich vor? Warum hat der Wachdienst nicht sofort reagiert? Fast eine halbe Stunde ist vergangen vom Alarm bis zum Anruf bei der Polizei.

Für die Einbrecher ist das Fazit wohl leicht: Außer Spesen nix gewesen – die geklauten Werkzeuge sind noch dazu gekennzeichnet, also auf dem Schwarzmarkt nicht wirklich gut verkäuflich.

Für den Dombaumeister Peter Füssenich ist das Fazit ebenfalls leicht: Das neue Sicherheitskonzept funktioniert: „Es hat sich gezeigt, dass das Sicherheitskonzept im Wesentlichen greift. Alle Sicherheits- und Alarmsysteme haben gut funktioniert. Die Alarmkette hat auch gut funktioniert. Das hat sich auch darin gezeigt, dass die Diebe panikartig geflohen sind.“
www.domradio.de/…/magere-beute-be…

Nicht ganz so positiv beschreibt Medienreferent Markus Frädrich (Medienreferent des Metropolitankapitels der Hohen Domkirche Köln) den Erfolg der Alarmkette: „Zu den Rätseln dieses Falls zählt bislang nicht nur, warum der Sicherheitsdienst die Täter nicht eher bemerkte. Auch die Frage, was die Männer überhaupt in der Werkstatt wollten, ist Ermittlern wie Kirchenmitarbeitern schleierhaft. ,Wir haben ja schon vieles im und um den Dom erlebt', sagt Medienreferent Markus Frädrich. ,Aber dass jemand hier einbricht, um Werkzeug zu stehlen, das ist doch höchst ungewöhnlich.' Sobald man wisse, was und wie es genau abgelaufen sei, werde man auch prüfen, ob bei den Sicherheitsmaßnahmen alles so funktioniert habe, wie es sein sollte.“
www.ksta.de/…/einbruch-im-koe…

Sei es, wie es sei – eine Gesamtbewertung ist natürlich erst dann wirklich möglich, wenn man weiß, was Größeres verhindert wurde. Und das wird Spekulation bleiben müssen. Die Täter jedenfalls haben es mit ihrem Einbruch zwei Tage nach Meisners Beerdigung in die bundesweite Presse geschafft:

www.spiegel.de/…/koeln-einbreche…
www.faz.net/…/einbruch-in-den…
www.welt.de/…/Suche-nach-Taet…

Am besten weiß übrigens die Bild-Zeitung Bescheid. Sie nennt den Einbruch schon in der Überschrift unchristlich und ist sich sicher: Zum Beten sind die nicht gekommen. Dennoch degradiert sie - wohl wegen des schönen Wortspiels - die Einbrecher zu ungebetenen Gästen. Ja, weder gebeten noch mit Gebet. Vielleicht hätte der Autor in der Bild-Zeitung an dieser Stelle noch über Gebote floskeln sollen.
www.bild.de/…/einbruch-in-koe…

Der letzte Einbruch in den Dom liegt übrigens etwa ein Jahr zurück: Anfang Juni 2016 stahlen Einbrecher die Blutreliquie von Papst Johannes Paul II.

Kommentieren …
Schäfchen
Es waren "Gelegenheits-Ganoven" aus Köln, einer ist gefasst: www.express.de/koeln/sie-sind-koelne…
Schäfchen
Neues vom Dom: Die Täter lösten den Alarm nicht beim Einbrechen aus - sondern beim Ausbrechen. Nun ist die Frage, wie sie hineingekommen sind - und ob sie sich vor Schluss im Dom haben einschließen lassen. Die Polizei fahndet mit Fotos der Überwachungskamera. Text und Bilder im Kölner Stadtanzeiger: www.ksta.de/…/einbruch-im-koe…
elisabethvonthüringen
Naja...vielleicht bringt man die Werkzeuge als Reliquien unters Volk...
St.Richard gefällt das.