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Eugenia-Sarto 1 12

Unglaube ist unter Umständen schwerer als andere Sünden.

Wohl dem, der Glauben hat. Denn unter bestimmten Gesichtspunkten ist Unglaube Sünde.
Nach der Lehre des heiligen Thomas von Aquin kann der Unglaube als Widerspruch zum Glauben verstanden werden, weil jemand dem Glauben sein Gehör verschliesst oder ihn geradezu verachtet.
Ebendarin vollendet sich im eigentlichen Sinne das Wesen des Unglaubens. Und in diesem Sinne ist es Sünde.

Es liegt in der Natur des Menschen, dass das Denken des Menschen dem inneren Antrieb und der äusseren Verkündigung der Wahrheit nicht widerstrebe. Insofern ist Unglaube gegen die Natur.

Unglaube entsteht, sofern er Sünde ist, aus dem Hochmut, der schuld ist, dass der Mensch seinen Verstand den Richtweisen des Glaubens und der gesunden Einsicht der Väter nicht unterwerfen will.

Daher sagt Gregorius:"Aus eitlem Rühmen entstehen die Anmassungen der Neuerungen.

Der Unglaube hat die Bewandnis der Sünde daher, dass die Verkündigung des Glaubens missachtet wird. Missachtung aber liegt im Willen.

Ist der Unglaube die grösste Sünde ?

Thomas beantwortet diese Frage.

Alle Sünde besteht in der Abwendung von Gott.
Durch den Unglauben aber wendet sich der Mensch am meisten von Gott ab; denn er hat nicht einmal die wahre Erkenntnis Gottes. Auf Grund einer falschen Erkenntnis von Gott kommt er Ihm aber niemals näher, sondern entfernt sich von ihm.

Demnach ist offensichtlich, dass die Sünde des Unglaubens grösser ist als alle Sünden, die es sonst bei sittlicher Verkommenheit gibt.

Wenn Unwissenheit des Glaubens unverschuldet ist, gilt das oben Gesagte nicht.
Boni
Der Unglaube ist keine Spezialität von Atheisten, sondern ist auch Merkmal derer, die heute fälschlich “Irrgläubige“ und “Andersgläubige“ genannt werden. Es gibt nur Katholiken und Ungläubige.