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Zweck eines Kirchengebäudes

„Die Kirchen sind der Ort des gemeinsamen Gebetes. Sie sollen die Eigenschaften Gottes sichtbar machen, damit sich der Leib daran halten kann. Dem Leib sollen sie die Richtung nach oben zeigen, die sich im Himmel verliert und vom Lärm der Welt wegführt. Sie sollen ihm einen Mittelpunkt zeigen, auf den alles hinstrebt, der unsere Kräfte zusammenbindet und unsere Liebe weckt. Sie sollen ihm eine Schönheit vor Augen stellen, die uns über uns hinausführt. Sie sollen ihm einen Frieden schenken, der nicht von dieser Welt ist und uns aus ihr heraushält. Sie sollen ihm schließlich eine sinnenhafte und geistige Gesamtheit zeigen, die den offenbaren kann, der sowohl die Materie als auch den Geist erschaffen hat. Im Gotteshaus soll seine Gegenwart aufscheinen und seine Liebe uns anziehen. Man muß sie durch alle Poren unseres Seins einatmen. Ein Kultort, der uns nicht diese Atmosphäre vermittelt, gibt nicht Zeugnis von der Wahrheit.“

Augustin Guillerand, Im Angesicht Gottes. Gebetserfahrungen eines Kartäusermönch, Jaidhof 2001 [1956 erstmals veröffentlicht], S. 84.
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@CSc Jam die Bedingungen für ein Kirchengebäude nach Augustin Guillerand treffen nun auf den vorgestellten Betonbunker garantiert nicht zu!
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alfredus
Die Kirche ist der Ort des Gebetes und sollte ein Abbild des himmlischen Jerusalems und der himmlischen Liturgie sein. Diesem Anspruch wird man nicht mehr gerecht. Kahle Räume ohne Schmuck, versteckte Tabernakel, keine Bilder und Statuen, höchstens moderne Unkunst, so sehen sie aus, unsere dem Zeitstil angepassten Kirchen. Es wird sich auch nichts ändern, denn unseren kirchlichen Autoritäten ist … Mehr
Theresia Katharina gefällt das. 
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Saarländerin
Die Katakomben waren auch dunkel.