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Tierschutz im Gottesgesetz

Der hl. Clemens von Alexandrien († vor 215/16) beschreibt in Stromateis 2,18,92-94 die Güte des göttlichen Gesetzes gegenüber den Tieren:

92.

1. Mir scheint aber auch Pythagoras seine gütige Haltung gegen die unvernünftigen Tiere aus dem Gesetz entnommen zu haben. [Vgl. Pythagoras, Sent. Fr. 59 Mullach; Plut. Moral. p. 993 A ff.] Jedenfalls hat das Gesetz geboten, bei den in den Schaf-, Ziegen- und Rinderherden neugeborenen Tieren auf die sofortige Verwendung, sogar zum Zweck der Opfer, zu verzichten, sowohl der Jungen wie auch ihrer Mütter wegen. Auf diese Weise wollte es, von unten her mit den unvernünftigen Tieren beginnend, allmählich zur Milde erziehen. [Vgl. Ex 23,19; 34,26; Dtn 14,20; Philon, De virt. 126.]

2. "Überlaß also", so heißt es, "der Mutter das Junge wenigstens die sieben ersten Tage!" [Vgl. Ex 22,30; Lev 22,27f.] Denn wenn nichts ohne einen bestimmten Zweck geschieht und den Müttern nach der Geburt Milch zur Ernährung der Jungen zuströmt, so versündigt sich an der Natur, wer das Neugeborene der ihm mit der Milch gebotenen Fürsorge beraubt. [Vgl. Philon a.a.O. 129]

3. Also sollten sich die Griechen und alle, die sonst etwas am Gesetz auszusetzen haben, schämen, da sie, während dieses sogar bei den unvernünftigen Tieren Milde zeigt, sogar Menschensprößlinge aussetzen, obwohl sie das Gesetz durch das eben angeführte Gebot von alters her in prophetischer Weise von Grausamkeit hatte abhalten wollen.

4. Denn wenn es verbietet, daß die Jungen der unvernünftigen Tiere von ihrer Mutter getrennt werden, bevor sie gesäugt worden sind, so sucht es noch viel mehr da, wo es sich um Menschen handelt, die rohe und unbändige Sinnesart im voraus zu beeinflussen, damit sie, wenn auch nicht auf die Stimme der Natur doch wenigstens auf die Belehrung hören.

Quelle: www.unifr.ch/bkv/kapitel193-14.htm

93.

1. Denn es ist zwar gestattet, sich von dem Fleisch der Böckchen und Lämmer [Vgl. Hom. Od. 9,220.] zu nähren, und man könnte es deshalb vielleicht noch entschuldigen, wenn man das Neugeborene von seiner Mutter trennt; aber welche Entschuldigung gibt es für das Aussetzen der Kinder? Denn wer keine Kinder haben will, sollte lieber überhaupt nicht heiraten, als daß er wegen seiner unbeherrschten Wollust zum Kindermörder wird. [Zu 92,3-93,1 vgl. Philon, De virt. 131-133.]

2. Wiederum verbietet das gütige Gesetz, am gleichen Tage das Junge und seine Mutter zu schlachten. [Vgl. Lev 22,28.] Davon ist das Gesetz der Römer abhängig, wonach an einer zum Tode verurteilten schwangeren Frau die Strafe nicht vollzogen werden darf, bevor die entbunden hat. [Vgl. Plut. Moral. p. 552 D; Aelianus, Var. hist. V 18; Diodoros, Bibl. I 77,9.]

3. Das Gesetz verbietet ja geradezu, trächtige Tiere zu schlachten, bevor die das Junge zur Welt gebracht haben [Nicht in der LXX.] und verurteilt so schon von weitem die frevelhafte Leichtfertigkeit derer, die gegen einen Menschen freveln wollen. So dehnte das Gesetz seine Milde sogar auf die unvernünftigen Tiere aus, damit wir an denen, die nicht gleichen Wesens mit uns sind, Milde üben und dann in weit höherem Maß Freundlichkeit gegen Unseresgleichen walten lassen. [Zu 93,2-4 vgl. Philon a.a.O. 134.137.139,140.]

Quelle: www.unifr.ch/bkv/kapitel193-15.htm

94.

1. Die Leute aber, die gewisse Tiere. bevor sie ihre Jungen werfen, mit den Füßen auf den Bauch treten, damit sich das Fleisch mit der Milch verbinde und sie es dann essen können, machen den für die Geburt geschaffenen Mutterleib zum Grab der noch nicht geborenen Jungen, [Vgl. Plut. Motal. p. 997 A, wo von solchen Verfahren bei Schweinen die Rede ist.] während der Gesetzgeber ausdrücklich befiehlt: Du sollst aber auch das Lamm nicht in der Milch seiner Mutter kochen!" [Dtn 14,20; Ex 23,19.]

2. Denn die für Lebende bestimmte Nahrung soll nicht, so heißt es, zur Würze des geschlachteten Tieres werden, und das, was zur Erhaltung des Lebens bestimmt ist, soll nicht bei dem Verzehren des toten Körpers verwendet werden.

3. Das nämliche Gesetz verbietet auch "einem Ochsen beim Dreschen das Maul zu verbinden"; [Dtn 25,4.] denn auch der Arbeiter soll seinen verdienten Lohn erhalten." [Vgl. Lk 10,7; Mt 10,10; die Verbindung dieses Zitats mit Dtn 25,4 auch 1 Tim 5,18.]

4. Ferner verbietet es auch, zum Pflügen des Ackers ein Rind und einen Esel zusammen einzuspannen, [Vgl. Dtn 22,10.] vielleicht auch mit Rücksicht auf die Verschiedenheit der beiden Tiere, zugleich aber auch um darauf hinzuweisen, daß man keinem, der einem anderen Volk angehört, ein Leid zufügen oder ihn unterjochen darf, da man ihm nichts anderes vorwerfen kann, als daß er aus einem anderen Volk stammt, worin doch keine Verschuldung enthalten ist, da es weder selbst ein Unrecht noch durch ein Unrecht veranlaßt ist.

5. Mir scheint aber das Verbot in sinnbildlicher Weise auch zu lehren, daß man nicht in gleichem Maße einem Reinen und einem Unreinen, einen Gläubigen und einem Ungläubigen Anteil an der mit der Lehre verbundenen Sämannsarbeit geben darf, da nämlich das eine Tier, nämlich das Rind, rein ist, der Esel dagegen zu den unreinen Tieren gerechnet wird. [Vgl. Philon, De virt. 146.147]

Quelle: www.unifr.ch/bkv/kapitel193-16.htm

Siehe auch: Umgang mit Tieren (Scan)
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www.spiegel.de/…/bundesverfassun…

15.01.2002 - Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat das Schächtverbot gelockert. Muslimen ist damit in Deutschland nicht mehr generell untersagt, ...
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Gott selbst hat diese milde Methode des Schlachtens für die Zeit des Alten Bundes vorgesehen. Anna Katharina Emmerich sah in ihren Visionen die Schlachtung des Lammes am Vorabend des bitteren Leidens Christi: "Gefäße und alles Zugehörige war bereit; es ward ein schönes Lämmchen gebracht, das mit einem Kranze geschmückt war, welcher ihm abgenommen und der Heiligen Jungfrau gesendet ward, die sich …More
Gott selbst hat diese milde Methode des Schlachtens für die Zeit des Alten Bundes vorgesehen. Anna Katharina Emmerich sah in ihren Visionen die Schlachtung des Lammes am Vorabend des bitteren Leidens Christi: "Gefäße und alles Zugehörige war bereit; es ward ein schönes Lämmchen gebracht, das mit einem Kranze geschmückt war, welcher ihm abgenommen und der Heiligen Jungfrau gesendet ward, die sich abseits bei den anderen Frauen befand. Das Lamm ward nun um die Mitte des Leibes mit dem Rücken auf ein Brettchen gebunden, und ich dachte noch dabei an Jesum an der Geißelsäule. Den Kopf des Lammes hielt Simeons Sohn in die Höhe, und Jesus stach ihm mit einem Messer in den Hals und gab dasselbe dann dem Sohne Simeons, der fortfuhr das Lamm zu bereiten. Jesus schien mit Schüchternheit und Schmerz das Lamm zu verwunden und tat es sehr schnell und ernst." (Das bittere Leiden Unsers Herrn Jesu Christi. Nach den Betrachtungen der gottseligen Anna Katharina Emmerich, 5. Aufl., Aschaffenburg 1969, S. 74) Gegen das Schächten gibt es an sich nichts auszusetzen, wenn es seit dem Ende des Alten Bundes nicht zum rituellen Ausdruck falscher Religionen (Talmudjudentum, Mohammedanismus) geworden wäre.
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Ganz wichtiger Beitrag! Unbedingt ausdrucken und jungen Menschen weitergeben, die sich für Tierschutz einsetzen. Wahre Christen waren schon immer Tierschützer
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Die Heilige Schrift lehrt: „Der Gerechte weiß, was not tut seinem Vieh, das Gemüt der Frevler aber ist grausam“ (Spr 12,10).

Über die selige Anna Maria Taigi liest man: „Ihre Güte erstreckte sich auch auf die Tiere. ‚Die armen Tiere haben das Paradies nur in dieser Welt‘, sagte sie. ‚Wir müssen mit Recht versuchen, ihnen das Leben zu mildern.‘ Als sie krank, im Wagen, die sieben Kirchen …More
Die Heilige Schrift lehrt: „Der Gerechte weiß, was not tut seinem Vieh, das Gemüt der Frevler aber ist grausam“ (Spr 12,10).

Über die selige Anna Maria Taigi liest man: „Ihre Güte erstreckte sich auch auf die Tiere. ‚Die armen Tiere haben das Paradies nur in dieser Welt‘, sagte sie. ‚Wir müssen mit Recht versuchen, ihnen das Leben zu mildern.‘ Als sie krank, im Wagen, die sieben Kirchen besuchte, fragt sie den Kutscher, ob die Pferde genug gefressen haben und kauft etwas Hafer, damit sie sich erholen, während sie in der Kirche ist. Sie pflegt die Wunden der guten Tiere, der verletzten Hunde und Katzen und heilt sie!“ (Albert Bessières, Anna-Maria Taigi: Seherin und Prophetin, Beraterin von Päpsten und Fürsten. 1769 – 1837, 4. Auflage, Stein am Rhein 1992, S. 116)

Ein Dienstbote, der in den 1880er Jahren auf dem Venushof, einem stattlichen Bauernhof im Rottal (Niederbayern), tätig war, den die gottesfürchtigen Geschwister des heiligen Bruder Konrad von Parzham führten, berichtete, dass der ganze Hof sehr christlich war, man dort die Gastfreundschaft pflegte und im Jahr „zwei Bauernwagen voll Sach“ an die Armen verschenkte. Er berichtet auch: „Mit dem Vieh wurde »fromm« umgegangen, es wurde nicht geschlagen.“ (Georg Bergmann, Bruder zwischen Gestern und Morgen. Konrad von Parzham, Passau 1974, S. 255)

Im Katholischen Katechismus von Basel aus dem Jahr 1947 heißt es: „Auch die Tiere sind unserem Schutz empfohlen. Sie fühlen den Schmerz, wenn auch nicht so wie wir Menschen. Doch sind sie von Gott zu unserem Dienst gegeben. Wir sollen vernünftig über sie verfügen.“ (Nr. 382)
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