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Wenn die liebste Vertraute ganz aus Silikon gemacht ist ....

Was den thailändischen Frauen ihr Puppenkind ist (siehe: Puppenkult in Thailand - auf der Suche nach dem göttlichen Kind?), ist den japanischen Männern offenbar die Puppenfrau. Der Fortschritt macht’s möglich: Sanfte Haut, tolles Aussehen. Sämtliche Assoziationen an Sex und Gummipuppe verbieten sich, wenn man dieses Thema japanisch angeht. So anzüglich lieben es die japanischen Männer nicht nur nicht – es geht um viel mehr: Es geht um Verständnis und Liebe – ja. Tatsächlich. Die Tatsache, dass die Puppen weder widersprechen noch egoistisch sind, scheint dabei vollkommen hinzureichen. Die Puppen sind ja immer uneingeschränkt für die Männer da. Der Autor der „Welt“ (Text überAFP) hat mehrere Beispiele: Männer, deren Familie an der Puppe zerbrach, wie Ehefrauen und Töchter, die sich mit der plastischen Zweitfrau und Mutter arrangiert haben:
www.welt.de/…/Meine-Frau-ertr…

Wer nach der Lektüre des Artikels in der „Welt“ nun über die Japaner und ihre seltsame Art, Gefühle zu leben, lächelt, der gehe beim Lächeln besser nur zaghaft vor: In Lyon ist die Firma „Doll Story“ ansässig, die Frauenpuppen quasi nach Wunsch und Maß anfertigt. Die Standardpuppe kostet hier mindestens 6500 Euro, für die Lieferung nach Haus kommen noch 300 Euro drauf. Die Klientel? „Doll Story“ beschreibt sie so:

„Unsere Puppen wecken das Interesse eines breiten Publikums. Es sind alle Altersgruppen, alle Berufsgruppen und alle soziale Schichten vertreten. Meistens werden die Puppen für den privaten Gebrauch genutzt. Sie decken oft ein Bedürfnis nach Nähe, sind ein geliebtes Spielzeug und dienen der sexuellen Befriedigung.
Außerdem dienen sie zu Dekorationszwecken für Designer mit besonders futuristischem Geschmack, Fotographen, Stylisten, Kunstsammler…“

www.dollstory.eu/dollstory.aspx (Vorsicht beim Klicken: Sie sehen in der Auswahl dann auch viel nacktes Silikon – und das geht mehr unter die Haut als es die Öffentlich-Machung nackter Frauenhaut schon tut.)

Will sagen: So ausschließlich japanisch ist der Trend zur eigenen Silikonfrau offenbar doch nicht.

Möglicherweise steckt dahinter die Furcht Oscar Wildes: "Wenn wir Männer die Frau bekämen, die wir verdienen, könnte uns nichts Schlimmeres passieren."

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