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Das Fest Portiunkula

2. August

Das Fest Portiunkula

Der heilige Franziskus von Assisi, der die Kirche des heiligen Damian in der Nähe der Stadt Assisi in Umbrien als Ordenskirche für seine Mitbrüder hergestellt hatte, wurde wegen ihrer großen Anzahl gezwungen, noch eine andere kleine Kirche außerhalb der Stadt ausbessern zu lassen, der er dann den Namen Portiuncula – Pförtlein – gab, von der sein Orden in die ganze Welt ausgehen sollte. An diesem Ort verweilte der heilige Ordensstifter gern, und da empfing er auch hohe Gnaden und lag oft in Geistesentzückungen, in denen er des Anblickes der seligsten Gottesmutter gewürdigt wurde; weswegen er das Kirchlein Portiuncula auch „Maria von den Engeln“ nannte.

Einst wachte der heilige Franziskus unter Gebet und geistlichen Betrachtungen in seiner Zelle, da kamen um Mitternacht einige seiner Mitbrüder mit hastigen Schritten zu ihm und erzählten, das Kirchlein Portiunkula strahlte wie die Sonne, laut ertönte darin himmlischer Jubelgesang, und umgeben von Engelchören seien Jesus und seine hochheilige Mutter dort sichtbar. Eine heilige Ahnung bemächtigte sich des frommen Dieners Gottes, dass sein Gebet der Himmel erhört habe, und sogleich begab er sich in die Kirche und fand dort die Herrlichkeit Gottes seinen sterblichen Augen sichtbar, wie ihm seine Brüder gemeldet hatten. Entzückt von dem majestätischen und überirdischen Anblick, warf er sich auf sein Angesicht und betete an im Staub. Da vernahm er eine Stimme, die ihm befahl, sich zum Heil und Segen der Menschheit eine Gnade zu erbitten. Franziskus, dessen einziger Wunsch es war, so lange er im Leben wandelte, alle Menschen glücklich und selig zu machen, bat um vollkommenen Nachlass aller ewigen und zeitlichen Strafen für alle jene, die mit wahrer Buße diesen Ort betreten würden. Der Heilige erhielt Gewährung dieser Bitte und wurde ermahnt, den Papst davon in Kenntnis zu setzen, damit alle Gläubigen davon unterrichtet werden könnten.

Der damalige Papst Honorius III. überzeugte sich von dieser wunderbaren Erscheinung so vollkommen, dass er keinen Anstand nahm, diese heilbringende Anordnung zu bestätigen und sie in der ganzen Christenheit bekannt zu machen. Er erteilte jenen Ablass, den einzigen in seiner Art, den die Gläubigen alle Jahre am 2. August, als am Gedächtnistag der Einweihung des Kirchleins Portiunkula, nach reumütiger Beichte und Empfang der heiligen Kommunion gewinnen konnten, und zwar längere Zeiten hindurch nur allein in dieser Kirche bei der Stadt Assisi. Aber die heilige Mutter, die Katholische Kirche, verbreitete diese Wohltat zum Seelenheil ihrer Kinder zuerst auf alle Kirchen der Väter dieses Ordens und später bei Aufhebung sämtlicher Klöster auf alle Pfarrkirchen der katholischen Christenheit, jedoch mit der Beschränkung, dass dieser Ablass nur am Tag der Gedächtnisfeier der Kirche Portiunkula, nämlich am 2. August, gespendet wird.

Für die gläubigen Christen, deren Herz noch erwärmt ist für Gott und die heilige Religion, fügen wir eine kurze Erklärung bei über die zwei Fragen: „Was ist der Portiunkula-Ablass, und wie kann er nach der Meinung unserer heiligen Kirche für uns nützlich werden?“ „Durch diesen Ablass wird all denen, die mit gläubigem Herzen das Andenken dieser wundervollen Begebenheit feiern, sich durch eine wahre reumütige Beichte von ihren Sünden reinigen, die heilige Kommunion würdig empfangen und dann alle Bedingungen einer aufrichtigen Buße, die in gänzlicher Sinnesänderung besteht, erfüllen, vollkommener Nachlass aller, auch zeitlicher Strafen erteilt. Dieser Nachlass wird keineswegs dadurch erhalten, wie dies der Fall bei allen übrigen Ablässen ist, die die Kirche den Gläubigen aus dem Gnadenschatz Jesu so huldvoll darbietet, wenn man ein Bekenntnis seiner Sünden ohne wahre Reue, ohne ernstlichen Vorsatz ablegt, eine gewisse Anzahl Vaterunser gedankenlos hersagt, und in einer Kirche öfters aus- und eingeht. So würde der Portiunkula-Ablass, so wie jede andere Religionshandlung nicht nur ohne allen Nutzen für uns sein, sondern für unser Seelenheil sogar verderblich werden, weil wir uns dadurch von dem Weg, der uns allein zum Heil führt, immer mehr entfernen, in unserem Sündenzustand verharren, in ihm sogar beruhigt leben, und so dem ewigen Verderben entgegen eilen. „Nicht, wer sagt, Herr, Herr! wird eingehen in das Himmelreich“, sagt Jesus, „sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist.“ Und: „Gott will den Tod des Sünders nicht, sondern dass er sich bekehre und lebe.“

Wer also von dem Portiuncula-Ablass für sein Seelenheil den Nutzen ziehen will, den die Katholische Kirche damit den Gläubigen anbietet, der gehe vorher in sich, überdenke seinen Seelenzustand, demütige sich in Reue und Buße vor Gott, empfange mit einem reinen gebesserten Herzen die heiligen Sakramente der Buße und des Altars, zeige nicht bloß mit Worten, sondern auch in seinen Handlungen, dass er ein Jünger Jesu sei, und er wird dann einen festen Grund legen zu seiner künftigen Seligkeit.

(Vgl. www.marianisches.de/heilige-des-tages/)


Der Portiunkula-Ablass (kurze Übersicht)
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Da vernahm er eine Stimme, die ihm befahl, sich zum Heil und Segen der Menschheit eine Gnade zu erbitten. Franziskus, dessen einziger Wunsch es war, so lange er im Leben wandelte, alle Menschen glücklich und selig zu machen, bat um vollkommenen Nachlass aller ewigen und zeitlichen Strafen für alle jene, die mit wahrer Buße diesen Ort betreten würden. Der Heilige erhielt Gewährung dieser Bitte … Mehr