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Der nächste, der der demokratischen Repression unterliegt, bist Du

Robert Kettelhohn hat dieser Beitrag des marxistischen italienischen Philosophen Diego Fusaro auf facebook übersetzt:

»Die Unterdrückung des Denkens zu Facebook-Zeiten

Sehr wohl erinnere ich mich an sie. Ich erinnere mich an sie mit ihren Stiften und mit dem stolzen Schriftzug „Je suis Charlie“. Sie zitierten mit lauter Stimme einen Voltaire zugeschriebenen Satz, den dieser freilich nie geschrieben hat: „Ich teile nicht, was du sagst, aber ich werde bis zum Tode für dein Recht kämpfen, es zu sagen.“

Man brauche viel Ironie, die Geschichte zu begreifen, sagte Brecht. Denn die Geschichte ist selbst auf ihre Weise erbarmungslos ironisch. Und so findet sich, wer gestern die Freiheit des Gedankens unterstützte, heute in der ersten Reihe, denjenigen zu applaudieren, welche sie unterdrücken.

Offensichtlich ist der permanente Antifaschismus der rosa Brigaden der gewöhnliche, abgenutzte Rahmen zur Rechtfertigung der neuen demokratischen Faschistenschwadronen des Glamour-Totalitarismus des freien Markts: Im Namen des Kampfs gegen den Faschismus hält man sich heute für legitimiert, demokratisch-gewaltsame und repressive Haltungen anzunehmen.

Womöglich im Namen des „popperschen Paradoxons“: Mit dem Intoleranten könne man nicht tolerant sein … Auf dem Boden dieses schlauen Theorems ist evidenterweise der Weg geebnet, einen jeden zu disqualifizieren, der anders denkt: Man klagt ihn an, nicht tolerant zu sein, und folglich kann man ihn ausschließen im Namen des Kampfes gegen die Intoleranz. Und voilà, das Spiel ist gewonnen.

Man delegitimiert jeden als Faschisten, Homophoben, Stalinisten, Rotbraunen und mit den vielfältigen andern Kategorien des liberistischen Neusprechs, der nicht angepaßt ist dem Evangelium des freien Marktes, des politischen Liberalismus, des Wirtschaftsliberalismus und der sittlichen Libertinage: und auf diese Weise schließt man ihn im Namen des Kampfes gegen die Intoleranz aus. Demokratisch. Zum Schaden hat er noch den Spott.

Es ist der Augenblick, es offen und ohne Umschweife zu sagen: Das globokratische System hat eine spezifisch totalitäre Struktur, die jeden ausschließt, der nicht liberal ist. Als ob es geradezu obligatorisch wäre, das zu sein.

Das Ziel? Sonnenklar. Durchaus Gegensätze zu haben zwischen Rechtsliberalen, Zentrumsliberalen und Linksliberalen. Welcher Teil auch immer siege, es siegt die einzige Partei des Liberalismus, des Liberismus, der Libertinage.

Ich wende mich ganz ruhig an die Schar der Narren, welche in diesen Stunden jubilieren ob der Schließung der Profile von Gruppen, Parteien, Militärs und sogar freien Denkern (ein Name für alle: Adriano Scianca) in den sozialen Netzwerken: Seid ihr wirklich so einfältig, nicht zu begreifen, daß die nächsten, die der demokratischen Repression unterliegen, ihr selbst sein könntet? Schafft ihr es wirklich nicht zu begreifen, daß es sich um einen brandgefährlichen Präzedenzfall handelt?

Um einen Präzedenzfall, der den Weg öffnet: Und der Weg ist ganz klar derjenige, jeden in Acht und Bann zu tun, der nicht den Treueid leistet dem Globalkapitalismus und seinem einzigen Denken, politisch korrekt und ethisch korrupt.

Ich wundere mich nicht, daß multinationale, private und globalistische Plattformen auf solche Weise vorgehen: Das ist der Beweis dessen, was wir schon wissen, oder genauer: des Umstands, daß die herrschende Klasse, wenn sie den Konsens verliert, die Herrschaft mittels Gewalt und Repression ausüben muß. Ich wundere mich vielmehr über so viele Narren, die nicht den Ernst der Lage begreifen.

Ich schließe nun, indem ich ein Gedicht des schon zitierten Brecht abwandle.

Auf der digitalen Mauer stand geschrieben: „Hoch lebe die Schließung des Facebook-Profils von CasaPound“. Der es geschrieben hat, dem ist schon geschlossen sein eigenes Facebook-Profil.

(Erschienen auf „Il Primato Nazionale“, 10.11.2019)«
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Dabei will der Milliarden Fascho Zuckerfck doch nur das Gute fördern und böses vernichten,wenn man alles weiß ist alles ganz einfach,grün/links weiß auch immer alles,zwar ohne Argumente aber mit fester Überzeugung.
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