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Wahlpflicht für Katholiken

Papst Pius XII. beklagte in einem Brief vom 14. Juli 1954 „die Interesselosigkeit am öffentlichen Leben, die sich unter anderm durch das so folgenschwere Fernbleiben bei den Wahlen äußert“ [1]. Der Moraltheologe Anton Koch erklärt im Jahr 1910: „Wenn, wie heutzutage in fast allen Staaten, das Volk zu einer gewissen Teilnahme an der Regierungsgewalt durch die Wahlen berufen ist, so bedeutet im allgemeinen das Wahlrecht für jeden guten Staatsbürger auch eine Wahlpflicht, so daß er sündigt, wenn er ohne hinreichenden Grund diese Pflicht nicht ausübt. Eine schwere Sünde kann gegeben sein, wenn zu befürchten ist, daß der Wahlberechtigte durch seine Wahlenthaltung oder sein Beispiel, durch das auch andere zurückgehalten werden, die Ursache werde, daß staats- oder kirchenfeindliche Abgeordnete gewählt, schlechte Gesetze gegeben oder nicht abgeschafft oder zum Wohle des Volkes notwendige Gesetze nicht angenommen werden (S. Poenit. d. d. 1. Dec. 1866).“ [2] Der Moraltheologe Bernhard Häring bemerkt im Jahr 1954: „Die Wahlpflicht besteht auch dann noch, wenn zwar keine Partei den christlichen Grundsätzen voll und ganz entspricht, aber doch die eine oder andere wesentlich besser oder weniger gefährlich ist.“ [3] „Wenn jedoch der Wähler nur die Möglichkeit zur Wahl von Parteien hat, von denen jede schwer unsittliche oder glaubenswidrige Programmpunkte vertritt, so muß er sich je nach Lage entweder der Stimme enthalten, falls er nicht fürchten muß, daß daraus noch größere Übel erwachsen, oder er muß seine Stimme der Partei geben, die der Sache des Glaubens und der guten Sitten noch am günstigsten, beziehungsweise am wenigsten feindlich eingestellt ist. In diesem Fall ist allein schon durch die Verhältnisse klar, daß die Wähler nicht schlechthin die unsittlichen Programmpunkte billigen oder unterstützen wollen, sondern nur das kleinere Übel wählen.“ [4]

[1]
Brief an Charles Flory, den Vorsitzenden der 41. Sozialen Woche Frankreichs (Rennes): 14. Juli 1954. Osservatore Romano vom 21. Juli 1954. Original: französisch, in: Aufbau und Entfaltung des gesellschaftlichen Lebens. Soziale Summe Pius XII., hgg. v. Arthur-Fridolin Utz/Joseph-Fulko Groner, zweite, unveränderte Auflage, Freiburg Schweiz 1962, Nr. 4296-4312, Nr. 4305.
[2] Anton Koch, Lehrbuch der Moraltheologie, dritte, vermehrte und verbesserte Auflage, Freiburg im Breisgau 1910, S. 679f.
[3] Bernhard Häring, Das Gesetz Christi, Freiburg im Breisgau 1954, S. 982.
[4] Ebd., S. 927.

Siehe auch:
Wen wählt der Christ und Katholik bei den kommenden Bundestagswahlen? (Flugblatt)
Schicksalswahl für die Familie. Auswertung der Wahlprogramme

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CSc 이(가) 이 게시물을 P. Franz Schmidberger zur Bundestagswahl 2017 에 언급했습니다.
Heilwasser
Bitte wählen gehen, bitte, Regina-Maria !
Überlegen Sie es sich bitte noch.
CSc
Die Ausführungen von @Heilwasser bringen m.E. treffend zum Ausdruck, dass Wahl des kleineren Übels nicht Unterstützung, sondern Bekämpfung des Übels bedeutet. Schließlich geht es darum die Übel möglichst klein zu halten. Der Vorteil am Begriff des "kleineren Übels" ist der, dass dieser mahnend zum Ausdruck bringt, dass es sich bei AfD, FPÖ, Front National usw. keineswegs um das Ideal, sondern … 더보기
Heilwasser
An Eugenia-Sarto:
Schön, dass Sie sich durchgerungen haben. Vielleicht darf ich noch
anfügen, dass ich den Ausdruck "Wahl des kleineren Übels" für ein
moraltheologisches Konstrukt halte. Es mag wohl ein mehr oder
weniger anerkannter Ausdruck sein, aber ich persönlich würde es
anders formulieren, damit noch mehr ersichtlich wird, warum die
Wahl einer bestimmten Partei völlig positiv gesehen werde… 더보기
Eugenia-Sarto
@CSc Gestern Nacht las ich in der "Geschichte der Päpste" über Papst Pius II., dass er auch ein kleineres Uebel wählen musste, um grösseres für die Kirche zu verhindern. Das hat mich auch bestärkt in meiner Haltung.
CSc
@Eugenia-Sarto
Ihre Haltung gegenüber der AfD ist genau von jener Ausgewogenheit geprägt, die wir heute bedürfen, um einerseits fest und unerschütterlich an jenen unveräußerlichen katholischen Prinzipien festzuhalten, die heute keine Partei mehr vertritt und andererseits klug und gewandt zu tun, was in unserer Macht steht, um die Übel in unseren gottlosen Gemeinwesen möglichst gering zu halten. … 더보기
Eugenia-Sarto
AFD im Aufwärtstrend laut Umfragen,wird als drittstärkste Partei erwartet.
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Eugenia-Sarto
Ich habe mich nun für das kleinere Uebel durchgerungen. Dieses kleinere Uebel kann aber durchaus später zu einem grösseren Uebel werden. Man kann das nicht einschätzen. Man kann nur das tun, was einem im Augenblick der Wahl als das Richtige erscheint.
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