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Umgang mit Tieren

6. Die Benutzung der Tierwelt zum Dienste des Menschen.

a) Die zwar nicht mit Verstand, aber doch mit Empfindung begabten Wesen, d. h. die Tiere, unterscheiden sich in ihrer Stellung zum Menschen nicht wesentlich von den übrigen kreatürlichen Dingen, denn auch sie haben ihren Zweck nicht in sich selbst, sondern in dem Menschen, der Krone der sichtbaren Schöpfung. Das Tier ist dem Menschen von Gott als Mittel gegeben, über das er zu seinem Nutzen und Belieben verfügen kann, allein er darf dabei die allgemeinen Forderungen des natürlichen Sittengesetzes nicht verletzen. Schon ein altes Wort lautet: „Tiere schützen heißt Menschen nützen.“ Und in keiner Literatur gibt es so viele edle Züge der Schonung der Tiere als in den Schriften des Alten und Neuen Testamentes. Dort fehlt es nicht an zahlreichen Vorschriften, die einerseits grausame Härte gegen die Tiere verbieten, anderseits Mitgefühl und Schonung gegen sie empfehlen, und wird hingewiesen auf das Walten einer allumfassenden Vorsehung, deren Ohr das Schreien des jungen Raben hört und deren Hand Tiere wie Menschen mit Wohlgefallen sättigt. Es wurde z. B. die Sabbatruhe auf die Tiere ausgedehnt und das Verbot erlassen, dem dreschenden Ochsen das Maul zu verbinden oder das Zicklein schon in der ersten Woche nach der Geburt zu schlachten, ja an die unschuldigen Tiere auch bei der Schonung Ninives gedacht [Gn 1, 26-28; 9, 3. Ex 23, 12 19; 34, 26. Lv 22, 27f. Dt 14, 21; 25, 4. Ps 8, 8-9; 103 (104), 28; 146 (147), 9. Jon 4, 11. Jb 38, 41. Vgl. 1 Kor 9, 9.]. Hier wird durch sinnige Betrachtung der Vögel des Himmels recht lebendig die liebevolle und väterliche Fürsorge des himmlischen Vaters, dessen Auge selbst über dem Leben des Sperlings wacht, erkennen gelehrt, vor übermäßiger Sorge für das Zeitliche gewarnt und auch den Tieren die Wohltat nicht versagt [Mt 6, 26; 10, 29; 12, 11 ff. Lk 13, 15; 14, 5.].

b) Nach dem natürlichen und positiv-göttlichen Gesetz besteht für den Menschen hinsichtlich der Tierwelt erstens die Pflicht der vernünftigen Schonung und Pflege, d.h. die Pflicht, wie mit der vernunftlosen Kreatur überhaupt so auch mit den Tieren vernünftig und schonend umzugehen. Da das Tier zwar keine Vernunft und kein Selbstbewußtsein besitzt, jedoch sinnliches Erkennen und Begehren hat, also den Schmerz empfindet, so ergibt sich zweitens die Pflicht des natürlichen und vernünftigen Mitgefühls, d. h. die Pflicht, das Tier nicht grausam zu behandeln, ihm nicht ohne vernünftigen Grund und über das notwendige Maß Schmerzen zuzufügen [S. Thom., Contra gent. l.3 c. 112.]. Unsittlich und grausam oder Tierquälerei (vexatio animalium) ist es deshalb, wenn einem Tiere ohne vernünftigen Zweck Schmerzen bereitet oder zur Erreichung eines vernünftigen sittlichen Zweckes mehr als durchaus nötig wehe getan oder ohne vernünftigen Grund ein Tierleben getötet wird. Die Tiermißhandlungen sind wirkliche Versündigungen gegen Gott und die Menschen, und der Frevel an dem Tierleben, besonders das gewohnheitsmäßige Tierquälen, rächt sich immer zuletzt am Menschen selbst, indem das Herz, das sich Tieren gegenüber verleugnet, auch Menschen gegenüber nicht besser ist. Diese Folge, nämlich die herzlose Mißhandlung des Mitmenschen, tritt mit psychologischer Notwendigkeit ein, und die Annalen des Verbrechens liefern für diesen Satz den tatsächlichen Erfahrungsbeweis. Die Tierquälerei ist darum sowohl an und für sich als auch hinsichtlich ihrer moralischen Folgen verwerflich. Auf der andern Seite ist sentimentale Zärtlichkeit (indigna affectatio) gegen Haustiere und ihre luxuriöse Verpflegung oder Ausstattung nicht bloß nicht erbaulich, sondern auch dem Geiste der christlichen Moral zuwider und wäre geradezu heidnisch, wenn ein solcher Tierkultus dem religiösen Tierdienste, d. h. der Zoolatrie, sich näherte. Tatsächlich werden auch heute noch ganz unsinnige Tierkulte geübt.

So löblich die Bestrebungen der Tierschutzvereine auch sind und von jedem humanen Menschen begrüßt werden müssen, so liegt ihnen doch meistens ein falsches Prinzip zu Grunde, das Prinzip von der Gleichwesigkeit des Tieres mit dem Menschen. So heißt es z. B. in einem Aufruf des Berliner Tierschutzvereins: Jedes lebende Wesen hat ein Recht auf Wohlergehen und Leben. „Das ist eine durchaus falsche, jedenfalls irreleitende Begründung des Tierschutzes. Nur vernünftige Wesen, denen Persönlichkeit zukommt, können eigentliche Rechte haben. Dagegen hat freilich der Mensch die Pflicht, die Tiere zu schonen, ihnen nicht unnötigerweise wehe zu tun; aber diese Pflicht entspringt nicht einem eigentlichen Rechte des Tieres, sondern es ist eine Pflicht des Menschen gegen Gott, dessen Geschöpfe wir nicht quälen dürfen, eine Pflicht gegen den Nächsten, dessen Besitz wir nicht schädigen dürfen, eine Pflicht gegen sich selbst, die ungeordneten Gefühle, z. B. der Grausamkeit, des Zornes usw. zu unterdrücken. Gerade letzterer Punkt ist von der größten Wichtigkeit: ein Mensch, der sein Vieh, die schuldlosen Tiere mißhandelt, wird auch gegen seine Mitmenschen roh sein. Die ungebändigte grausame Roheit so manchen Raufboldes und Messerhelden ist durch die Tierquälerei des Knaben großgezogen worden.“ [C. Gutberlet, Der Kosmos, Paderborn 1908, 521.] […]

c) Sittlich erlaubt ist es, die Tiere zur Dienst- und Arbeitsleistung für die menschlichen Bedürfnisse beizuziehen, oder zur Gewinnung von Nahrung zu töten, sie der Erholung oder des Vergnügens wegen ihrer Freiheit zu berauben, zu zähmen und zu dressieren oder zu wissenschaftlichen Experimenten zu verwenden, also z. B. durch Schneiden, Brennen, Schlagen, Elektrisieren oder mittels Gift störende und schmerzliche Eingriffe in ihren lebendigen Organismus zu Lehrzwecken oder zur Förderung wissenschaftlicher Forschungen zu machen [Gn 9, 3. Dt 4, 19. Ps 8, 8. 1 Kor 3, 22. Jak 3, 7. S. Hieron., Adv. Iovinian. l. 2 c. 5-6 (M., P. l. 23, 290). S. Thom., Contra gent. l. 3 c. 112 n. 7].

Es kann keinem vernünftigen Zweifel unterliegen, daß die Vivisektion, d. h. der Versuch an dem lebenden Tiere zu dem Zweck anatomisch-physiologischer oder pathologischer Beobachtungen, ethisch zulässig ist, wenn sie sittlich erlaubten Zwecken dient und dem Tier nur soviel Schmerz zufügt, als es zur Erreichung des experimentellen Zweckes bedarf, und das Experiment selbst auf das nötige Maß und wo möglich nur auf die eigentlichen Berufskreise an den staatlichen medizinischen oder hygienischen Instituten beschränkt wird. Der Grund dieser Erlaubtheit liegt darin, daß nach dem fast übereinstimmenden Zeugnis der Fachgelehrten die Vivisektion für die Wissenschaft sehr nützlich und unter Umständen geradezu notwendig ist. Wenn es auch im großen und ganzen richtig ist, daß die Herbeiziehung der Tierwelt zu dem Dienste des Menschen nicht ohne allen Zwang und ohne jegliche Schmerzbereitung möglich ist, so ist doch zu bedenken, daß auch die Natur selbst den empfindenden Geschöpfen den Schmerz nicht in allweg zu ersparen vermag und sie vielfach vor Hunger, Kälte und selbst grausamem Tod, sei es durch elementare Vorgänge in der leblosen Natur oder durch andere stärkere Tiere, nicht schützt. […]

Wo Jagd, Fischzucht, Ackerbau durch das Überhandnehmen von Plagen bedroht werden, da soll der Mensch eingreifen, jedoch nicht bis zur völligen Vernichtung der schädlichen Vögel und Säugetiere schreiten. „Die völlige und unterschiedslose Vertilgung des Raubzeugs widerspricht den Gesetzen der Natur in gleichem Maße wie den Forderungen der Menschlichkeit und dem Gefühl des Naturfreundes. Sie ist eine Folge der Unvernunft und der Gedankenlosigkeit. … Im Großen Haushalte der Natur erfüllen die Raubvögel die überaus wichtige Aufgabe, die kranken und schwächlichen, von Natur aus schlecht begabten und wenig zur Fortpflanzung und Erhaltung ihrer Art geeigneten Individuen zu vertilgen. Dies ist eine im Interesse der betreffenden Art selbst gelegene Naturnotwendigkeit.“ [A. v. Padberg, Unsere Raubvögel und ihr Nutzen, in NO 1910, 5 ff, speziell 10.]

Anton Koch, Lehrbuch der Moraltheologie, dritte, vermehrte und verbesserte Auflage, Freiburg im Breisgau 1910, S. 241-244.
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Im_Kreuz_ist_Heil
@CSc Inwiefern sich P. Lingen intensiv mit gesunder Ernährung beschäftigt hat, kann ich nicht abschließend beurteilen, seine Argumente sind aber nicht wissenschaftlich belegt und daher nur eine Meinung. Ich habe mich ebenfalls damit intensiv beschäftigt und komme zu einem anderen Schluss. Einseitige Ernährung führt immer zu einem Mangel: Das kommt bei Alles-Essern genauso vor wie auch bei …More
@CSc Inwiefern sich P. Lingen intensiv mit gesunder Ernährung beschäftigt hat, kann ich nicht abschließend beurteilen, seine Argumente sind aber nicht wissenschaftlich belegt und daher nur eine Meinung. Ich habe mich ebenfalls damit intensiv beschäftigt und komme zu einem anderen Schluss. Einseitige Ernährung führt immer zu einem Mangel: Das kommt bei Alles-Essern genauso vor wie auch bei Veganern oder bei der vegetarischen Lebensweise. Wie ich selbst an mir erfahren haben. Isst man z.b. nur massenweise Fleisch und Weizen wird man sicher einen Nährstoffmangel haben genauso, als wenn ich nur Bananen essen würde. Zur Milch: Darin sind bekannterweise viele Östrogene enthalten, zu viele Östrogene sind eine Hauptursache für Krebs, wie allgemein anerkannt ist. Nun sind wir durch Plastik und das Trinkwasser (Anti-Babybille) schon sehr verseucht, weshalb ein Konsum nur eingeschränkt erfolgen darf.
Die Aussagen von Lingen u. A. zu Laktose sind so nicht richtig: Der Erwachsene kann Rohmilch immer vertragen, weil in ihr noch die Enzyme enthalten sind, die zur Verdauung notwendig sind, wer abgekochte Milch verträgt (Enzyme sind zerstört) ist wissenschaftlich eine Ausnahme, genauso ist es auch bei erwachsenen Tieren, wie sich leicht nachweisen lässt. Hier kann ich schon beweisen, dass er sich eben nicht dermaßen damit beschäftigt hat, wie Du behauptest oder er es tut, sonst wüsste er das.
2. Beispiel: Ein hoher Glutengehalt kommt in der Natur nicht vor, moderner Weizen wurde so genmanipuliert, dass er einen unnatürlichen hohen Gehalt aufweist, weshalb es Viele nicht vertragen.
Die Menschen wurden nicht als Fleischesser erschaffen, man muss davon ausgehen, dass sie "Veganer" waren, deswegen liegt es nicht in der Natur, sondern ist eine gesellschaftliche Angewohnheit, wie z.B. Chinesen Hunde essen.
Nun ging es mir ja darum, dass wir gar nicht die neuen Mittel brauchen, sondern das Altbewährte nutzen sollen, es mag sein (was aber auch nicht absolut sicher ist), dass auch damals Versuche vorgenommen wurden, doch wir brauchen es nicht wiederholen, wenn alle Ergebnisse/Wirkungen bekannt sind. Wohin die ganze moderne Medizin-Forschung zielt, sieht man ja, kaum eine Branche erscheint (mir) gottloser.
CSc
@Im_Kreuz_ist_Heil
Dies ist nur mit der Geldgier der Pharmaindustrie und Medizinbranche zu beantworten. Alles, was wir zur Heilung des Leibes brauchen, finden wir in Gottes Schöpfung, in der Natur. Wir müssen nicht auf künstliche Medikamente oder fragwürdige Therapien zurückgreifen und vorher Tiere damit quälen, sondern müssen nur das Wissen über die traditionelle Naturheilkunde unserer …More
@Im_Kreuz_ist_Heil
Dies ist nur mit der Geldgier der Pharmaindustrie und Medizinbranche zu beantworten. Alles, was wir zur Heilung des Leibes brauchen, finden wir in Gottes Schöpfung, in der Natur. Wir müssen nicht auf künstliche Medikamente oder fragwürdige Therapien zurückgreifen und vorher Tiere damit quälen, sondern müssen nur das Wissen über die traditionelle Naturheilkunde unserer Vorfahren nutzen, dessen Wirkungen ausreichend bekannt sind sowie auf eine gesunde, mineralstoffreiche Ernährung achten.
Tierversuche gab es schon lange vor der modernen Pharmaindustrie. Auch pflanzliche Arzneien und operative Eingriffe müssen vor ihrem Einsatz erprobt werden. Es besteht kein Zweifel daran, dass Tierversuche, soweit sie dem medizinischen Fortschritt dienen, völlig legitim sind. Im Laufe der Zeit entstehen neue Krankheiten, die man mit neuen Mitteln und Methoden bekämpfen muss. Diese Mittel und Methoden muss man aber auch erproben.
Deswegen hoffe ich sehr, dass die kirchliche Lehre in Zukunft in diesem Punkt (Tierversuche) reformiert wird.
Das Sittengesetz wandelt sich nicht.
Was soll an diesen Produkten gut sein?
Ich schließe nicht aus, dass die Erzeugung von Produkten in der Massentierhaltung in sich schlecht ist, sofern sie dem Menschen schaden und den Tieren daher ohne Grund Qualen bereitet werden. Der Erwerb und Verzehr derartiger Produkte ist aber keineswegs in sich schlecht. Sofern Erzeugung, Erwerb und Verzehr von Tierprodukten aus der Massentierhaltung sündhaft ist, dürfte zudem allenfalls eine lässliche Sünde vorliegen. Ausnahmen: Man will damit bewusst den Menschen schaden.
Es gibt ernährungswissenschaftlich in unseren Breiten keinen Grund, Fleisch essen zu müssen. Es dient nur der Gaumenfreude.
Der Genuss von Tierfleisch entspricht der menschlichen Natur. Es gibt ja auch keinen lebensnotwendigen Grund Wein zu trinken und doch erfreut er das Herz des Menschen. Der Verzehr von Tierfleisch ist aber auch gesund. @Pater Lingen hat sich intensiv mit gesunder Ernährung beschäftigt. Er schreibt: "Viele Ernährungsempfehlungen haben schlichtweg keinerlei 'evidenzbasierte Begründungen', sondern sind unzulässige Verallgemeinerungen und Verabsolutierungen. Z.B. die Tatsache, dass bei manchen Menschen Unverträglichkeiten und Allergien bzgl. bestimmter Stoffe (Gluten, Laktose etc.) bestehen, ist objektiv kein Beweis, dass Gluten, Laktose etc. zwangsläufig für jeden Menschen schädlich sind. Erst recht ist Vegetarismus und insbesondere Veganismus, wo Mangel-Ernährungen besonders häufig vorkommen, eher auf Ideologie als auf Wissenschaft gestützt." (Kohlenhydrate und Fett in der Diät) Der Text befindet sich in schriftlicher Form unter dem Video.
Im_Kreuz_ist_Heil
"2.) Die tierischen Produkte aus der Massentierhaltung sind ungesund.

Der Erwerb und Verzehr von Fleisch, Milch(produkten) und Eiern sowie diverser Lebensmittel, die Tierprodukte aus der Massentierhaltung beinhalten, ist aber keineswegs in sich schlecht bzw. immer sündhaft. Etwa wenn keine anderen Lebensmittel verfügbar sind oder wenn Zeit- und Kostengründe zugunsten derartiger Lebensmittel …More
"2.) Die tierischen Produkte aus der Massentierhaltung sind ungesund.

Der Erwerb und Verzehr von Fleisch, Milch(produkten) und Eiern sowie diverser Lebensmittel, die Tierprodukte aus der Massentierhaltung beinhalten, ist aber keineswegs in sich schlecht bzw. immer sündhaft. Etwa wenn keine anderen Lebensmittel verfügbar sind oder wenn Zeit- und Kostengründe zugunsten derartiger Lebensmittel sprechen."

Das ist ein Widerspruch. Was soll an diesen Produkten gut sein? Es zeugt von Unkenntnis, dies zu behaupten. Sie enthalten nachweislich Rückstände von Medikamenten, künstlichen Hormonen und anderen Schadstoffen. Das Zitieren dieser Stellen im Kommentar ist hier nicht korrekt, da diese Texte verfasst wurden, als es das Problem der Massentierhaltung nicht gab. Da früher alles "bio" war, mag es sein, dass es einen Nutzen hatte, diese Produkte zu verzehren (Verzehrerlaub).
Es gibt ernährungswissenschaftlich in unseren Breiten keinen Grund, Fleisch essen zu müssen. Es dient nur der Gaumenfreude.
Pflanzliche Produkte sind weitaus günstiger (wobei Bio-Eier auch schon für unter 30 Ct. pro St. zu kaufen sind) und liefern bei guter, bunter Ernährung alle Nährstoffe (Fett, Eisen, Eiweiße, etc.). So findet man in Haselnüssen und Rote Bete weitaus mehr Eisen als in Fleisch oder in Sesam und Mohn um das zigfache mehr Kalzium als in Kuhmilch, um nur zwei Beispiele zu nennen. Man sollte sich erst einmal eingehend über Ernährung informieren.
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Im_Kreuz_ist_Heil
Die Frage ist auch, wieso man überhaupt Medikamente herstellt oder Verfahren entwickelt, die so gefährlich sind, dass man sie zuerst an Tieren testen muss?
Dies ist nur mit der Geldgier der Pharmaindustrie und Medizinbranche zu beantworten.
Alles, was wir zur Heilung des Leibes brauchen, finden wir in Gottes Schöpfung, in der Natur. Wir müssen nicht auf künstliche Medikamente oder fragwürdige …More
Die Frage ist auch, wieso man überhaupt Medikamente herstellt oder Verfahren entwickelt, die so gefährlich sind, dass man sie zuerst an Tieren testen muss?
Dies ist nur mit der Geldgier der Pharmaindustrie und Medizinbranche zu beantworten.
Alles, was wir zur Heilung des Leibes brauchen, finden wir in Gottes Schöpfung, in der Natur. Wir müssen nicht auf künstliche Medikamente oder fragwürdige Therapien zurückgreifen und vorher Tiere damit quälen, sondern müssen nur das Wissen über die traditionelle Naturheilkunde unserer Vorfahren nutzen, dessen Wirkungen ausreichend bekannt sind sowie auf eine gesunde, mineralstoffreiche Ernährung achten. Deswegen hoffe ich sehr, dass die kirchliche Lehre in Zukunft in diesem Punkt (Tierversuche) reformiert wird. M.E. wurde der Pharmaindustrie schon damals zu sehr nachgegeben.

Ein Zitat, über welches es sich ein Nachdenken lohnt:
„Als Arzt im Ruhestand kann ich ehrlich sagen, dass – außer Sie seien in einer akutesten Situation – Ihre beste Chance ein hohes und reifes Alter zu erreichen darin liegt, Ärzte und Krankenhäuser zu meiden und sich über Ernährung, pflanzliche und andere Formen der natürlichen Medizin schlau zu machen.“
„Fast alle Medikamente sind giftig und nur dafür entwickelt worden Symptome zu behandeln und nicht um irgend jemanden zu heilen. Die meisten chirurgischen Eingriffe sind unnötig. Kurz gesagt, unser offizielles medizinisches System ist hoffnungslos unpassend und/oder korrupt. Die Behandlung von Krebs und degenerativen Erkrankungen ist ein nationaler Skandal. Je eher Sie das lernen, desto besser wird es Ihnen gehen.“

(Dr. Allan Greenberg, 24.12.2002)
bewusstscout.wordpress.com/…/gehe-nicht-zum-…
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Im_Kreuz_ist_Heil
CSc: Was ist unter schlecht zu verstehen? Setzt mir jemand, Verdorbenes auf, esse ich es sicherlich nicht, das ist gegen die Vernuft.
"esst das, was schlecht ist, ohne eure Abneigung zu bekunden;"
CSc
@Im_Kreuz_ist_Heil @Harmonia celestiala

Die Seinsordnung kennt eine klare Hierarchie. „Ein Mensch ist viel mehr wert als ein Schaf“ (Mt 12,12) und „mehr wert als viele Spatzen“ (Lk 12,7). Da die Tiere eine Stütze der menschlichen Schwachheit sind – wie der hl. Augustinus sagt – ist es durchaus erlaubt dem Tier um des Menschen willen Unannehmlichkeiten und sogar Qualen zu bereiten. Natürlich …More
@Im_Kreuz_ist_Heil @Harmonia celestiala

Die Seinsordnung kennt eine klare Hierarchie. „Ein Mensch ist viel mehr wert als ein Schaf“ (Mt 12,12) und „mehr wert als viele Spatzen“ (Lk 12,7). Da die Tiere eine Stütze der menschlichen Schwachheit sind – wie der hl. Augustinus sagt – ist es durchaus erlaubt dem Tier um des Menschen willen Unannehmlichkeiten und sogar Qualen zu bereiten. Natürlich ist es verboten, den Tieren ohne hinreichenden Grund Unannehmlichkeiten und Qualen zu bereiten.

Massentierhaltung

Wer Vieh hält, muss sich um die Bedürfnisse des Viehs kümmern. In der Heiligen Schrift liest man: „Der Gerechte weiß, was nottut seinem Vieh, das Gemüt der Frevler aber ist grausam.“ (Spr 12,10) Es stellt sich die Frage, ob es einen hinreichenden Grund gibt, der die Qualen für das Vieh in der Massentierhaltung rechtfertigen würde. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Massentierhaltung aus zwei Gründen unsittlich ist.

1.) Die Massentierhaltung ermöglicht einen übermäßigen Verzehr tierischer Lebensmittel, der den Menschen nicht wohltut, sondern sie zu Genusssucht verführt und verweichlicht. Viele Heilige haben aus asketischen Gründen auf Fleisch und einige auf sämtliche Tierprodukte verzichtet. Der hl. Franz von Paula gründete den Orden der Mindesten Brüder (= Paulaner), deren Mitglieder sich pflanzlich ernährten. (Evtl. aßen sie auch Fisch. Ich weiß es nicht.) Eine Einschränkung des Fleischverzehrs dürfte den Menschen i.d.R. helfen, ihren Geist leichter zum Himmel zu erheben. Siehe dazu: St. Clemens: Fleischverzehr Auch der hl. Thomas von Aquin schreibt: „Fleischgenuß scheint nach Gen. 9, 3f. erst nach der Sintflut eingeführt. Pflanzliche Nahrung entspreche ja mehr der Einfachheit des Lebens, fleischliche dem Wohlleben und der Gelüstigkeit (delicias et curiositatem vivendi). Denn von selbst oder doch mit wenig Pflege bringt der Boden reichlich Pflanzen hervor, Tierhaltung und Jagd aber machen viel Mühe. Als Gott sein Volk zur Einfachheit zurückführen wollte, verbot er ihm vieles aus dem Tierreich, nichts aus dem Pflanzenreich; vielleicht auch, weil Tiere, nicht Pflanzen den Götzen geopfert wurden“ (S.th. I-II, q.102, a.6, ad2). Allerdings wäre es ein schwerer Irrtum, wenn man auf Fleisch verzichtet, weil man meint, das Töten von Tieren wäre unsittlich. Gott hat den Fleischgenuss erlaubt und Christus, der menschgewordene Gott, aß bekanntlich Fisch und Fleisch. Mit Recht hat man im 11. Jahrhundert auf deutschem Gebiet Häretiker verhaftet, die ein absolutes Tötungsverbot für Tiere wie Schwein und Huhn gefordert hatten. Zur Probe verlangte man von den Angeklagten die Schlachtung eines Huhns, die verweigert wurde. Die Tiere sind ja „von der Natur hervorgebracht zu Fang und Untergang“ (2 Petr 2,12).

2.) Die tierischen Produkte aus der Massentierhaltung sind ungesund.

Der Erwerb und Verzehr von Fleisch, Milch(produkten) und Eiern sowie diverser Lebensmittel, die Tierprodukte aus der Massentierhaltung beinhalten, ist aber keineswegs in sich schlecht bzw. immer sündhaft. Gewiss gibt es zahlreiche gute Gründe, derartige Lebensmittel zu verwenden. Etwa wenn keine anderen Lebensmittel verfügbar sind oder wenn Zeit- und Kostengründe zugunsten derartiger Lebensmittel sprechen. Es kann sogar sehr tugendhaft sein derartige Lebensmittel zu verzehren, nämlich dann, wenn man an fremdem Tische speist. Kardinal Désiré Mercier schreibt in seiner kleinen Schrift über die „Christliche Abtötung“: „Was die Qualität der Lebensmittel anbelangt, so haben Sie große Achtung vor dem Ratschlag unseres Herrn! „Eßt, was man euch vorsetzt. Eßt, was gut ist, ohne daran Gefallen zu finden, und das, was schlecht ist, ohne eure Abneigung zu bekunden; man erzeige sich sowohl beim einen als auch beim anderen ebenso gleichmütig (= indifferent).‘ Das ist, sagt der heilige Franz von Sales, die wahre Abtötung.“ (Pkt. 2, Nr. 4)

Tierversuche

Im Folgenden drei weitere Moraltheologen zur Frage nach der Legitimität von Tierversuchen:

1.) „Jegliche vernünftige Art des Gebrauches der Tierwelt ist somit zulässig, mag es sich um den Nutzen oder die Unterhaltung des Menschen handeln, um Benützung zu Arbeitsleistungen, zur Ernährung des Menschen (S. th. 2,2, q. 64, a. 1. Nr. 214, 1) und zu anderen vernunftgemäßen Zwecken. Deshalb ist auch die Vivisektion erlaubt, der wissenschaftliche Versuch am lebenden Tier zu anatomisch-physiologischen oder pathologischen Beobachtungen. Nur ist zu fordern, daß jegliche Tierquälerei vermieden, also das Tier, wenn immer möglich, betäubt und nur einmal zu einem derartigen Versuch benützt, und das Experiment eingeschränkt werde auf Versuche, die nach dem Urteil von berufener Seite notwendig und ohne Schädigung der Heilkunde nicht zu entbehren sind. Ferner ist zu fordern, daß die Experimente nur innerhalb der Fachkreise an den staatlichen hygienischen und medizinischen Instituten unter absolut zuverlässiger Leitung und Aufsicht vorgenommen werden dürfen. Unter diesen Voraussetzungen kann die Zulässigkeit der Vivisektion nicht bestritten werden, man müßte es denn vorziehen, die Experimente an den kranken Menschen, statt an den Tieren machen zu lassen.“ (Schilling, Otto, Handbuch der Moraltheologie, II. Band: Spezielle Moraltheologie der individuelle und der religiöse Pflichtenkreis, 2. Aufl., Stuttgart 1954, S. 20f.)

2.) „Ein vernünftiger Tierschutz darf nicht die Tatsache übersehen, daß die Tiere zum Dienst des Menschen geschaffen und im Vergleich zum Menschheitsleben Mittel zum Zweck sind. […] Daher ist sowohl der Mißbrauch der Tiere zu quälenden oder sinnlosen Experimenten verboten wie auch ihre Behandlung, als wären sie Menschen. Da das Tier ganz dem Menschen zu dienen hat und in diesem Dienst am Menschen seine Vollendung findet, so darf es von ihm nicht bloß zur Ernährung oder Kleidung, sondern auch zur Gesunderhaltung bzw. Krankheitsbekämpfung verwendet werden. Sofern die Experimente am lebenden Tier diesem Zweck dienen und unnötige Grausamkeit und Schmerzen vermieden werden, ist eine solche Indienststellung des Tieres nicht verboten. So können viele Operations- und medikamentöse Behandlungsmethoden nur am Tier zuerst erprobt werden, ehe man sie beim Menschen anwenden darf.“ (Mausbach, Joseph, Katholische Moraltheologie, Dritter Band: Die spezielle Moral, 2. Teil: Der irdische Pflichtenkreis. Die Lehre von den sittlichen Pflichten des Apostolats zur Auferbauung des Reiches Gottes in Kirche und Welt, 10. neubearb. Aufl. v. Gustav Ermecke, Münster 1961, S. 453f.)

3.) „Der medizinische Tierversuch muß jede unnötige Tierquälerei vermeiden. Wenn Tierschutzverbände jeden Tierversuch verbieten wollen, so ist dies als eine menschenunfreundliche Sentimentalität abzulehnen.“ (Häring, Bernhard, Das Gesetz Christi. Moraltheologie. Dargestellt für Priester und Laien, Dritter Band: Das Ja zur allumfassenden Liebesherrschaft Gottes. Zweiter Teil der Speziellen Moraltheologie, 6. erw. u. gründl. bearb. Aufl., Freiburg i. B. 1961, S. 259)

Sofern man Tierversuche durch andere Methoden ersetzen kann, wäre es freilich unsittlich, weiterhin Tierversuche vorzunehmen.
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Man sollte bedenken, dass diese Zusammenfassung bereits von 1910 ist und es keine lehramtliche Meinung über die völlig perverse und mehr als unwürdige Massentierhaltung und Schlachtung der Moderne gibt/ist, die so ja erst seit den 1970ern oder 1980ern existiert. Es ist vorstellbar, dass anders entschieden worden wäre, würde es denn ein ordentliches Lehramt geben. Deswegen halte ich es für …More
Man sollte bedenken, dass diese Zusammenfassung bereits von 1910 ist und es keine lehramtliche Meinung über die völlig perverse und mehr als unwürdige Massentierhaltung und Schlachtung der Moderne gibt/ist, die so ja erst seit den 1970ern oder 1980ern existiert. Es ist vorstellbar, dass anders entschieden worden wäre, würde es denn ein ordentliches Lehramt geben. Deswegen halte ich es für äußerst fragwürdig und für mich persönlich nicht mit meinem Gewissen im Hinblick auf Gottes Schöpfung vereinbar, generell und ganz besonders Fleisch aus Massentierhaltung bzw. nicht artgerechter Haltung zu kaufen.

"Unsittlich und grausam oder Tierquälerei (vexatio animalium) ist es deshalb, wenn einem Tiere
ohne vernünftigen Zweck Schmerzen bereitet oder zur Erreichung eines
vernünftigen sittlichen Zweckes mehr als durchaus nötig wehe getan oder
ohne vernünftigen Grund ein Tierleben getötet wird. Die
Tiermißhandlungen sind wirkliche Versündigungen gegen Gott und die
Menschen, und der Frevel an dem Tierleben, besonders das
gewohnheitsmäßige Tierquälen."

Es hat keinen vernüftigen Zweck Tiere derart zu halten und ihnen damit Schmerzen zu bereiten. Es geschieht nur aus Profitgier und Maßlosigkeit (es wird deutlich mehr Fleisch gegessen als früher, weil es billig ist). Jeder sollte sich mal Videos davon ansehen, was heute in den üblichen Mastbetrieben geschieht und dann entscheiden, ob er das als Christ mitverantworten will.. Vielleicht lieber nur einmal pro Woche Fleisch aus artgerechter Biohaltung mit Freilandhaltung der Tiere essen und das dafür mit einem guten Gewissen?!
Man kann auch ohne oder mit deutlich weniger Fleisch gesund leben. Ich lebe seit mehr als einem Jahr fleischlos und ich kann positive Wirkungen erkennen.
Auch mit den Tierversuchen ist es nicht so einfach gesagt und es gibt andere Erkenntnisse, wie Haromonia schreibt.
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@CSc: zu c: Seit 1910 gab es in der Wissenschaft viele neue Erkenntnisse und Einsichten. Auf Experimente (Vivisektion) zu Lehrzwecken an lebenden Tieren ist sie deshalb nicht mehr angewiesen; es gibt in der Forschung Alternativen und Videos aus bereits erfolgten weltweiten Beobachtungen, deren Gültigkeit nicht jedes Mal neu bestätigt werden muss.
Die Moraltheologie und der internationale Fortsch…More
@CSc: zu c: Seit 1910 gab es in der Wissenschaft viele neue Erkenntnisse und Einsichten. Auf Experimente (Vivisektion) zu Lehrzwecken an lebenden Tieren ist sie deshalb nicht mehr angewiesen; es gibt in der Forschung Alternativen und Videos aus bereits erfolgten weltweiten Beobachtungen, deren Gültigkeit nicht jedes Mal neu bestätigt werden muss.
Die Moraltheologie und der internationale Fortschritt des Tierschutzes haben im Allgemeinen viel zum Wohle der Tiere beigetragen.
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CSc
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Wie meinen Sie das?
Danke, es ist gut, dass sich seit dieser Moraltheologie noch einige Verbesserungen zum Wohle der Tiere durchgesetzt haben.
Anno
Vielen Dank für die erhellenden Worte
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Vered Lavan
Vered Lavan
Herzlichen Dank für diesen erhellenden Artikel! Ich habe auch mit Tieren (Pferde) semi-professionell zu tun: PFERDE - GOTTES SCHÖPFUNG - man darf sie nicht vermenschlichen. Artgerechter Umgang ist immer mein Anliegen, im Sinne von Gottes Willen (= Honza Bláha - open borders - Freiheitsdressur mit Pferden, PFERDE - GOTTES SCHÖPFUNG)
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