Morgenstern

Christenmangel statt Priestermangel

"Die Monstranz bekommt man meistens zu Trachtenumzügen an Fronleichnam zu Gesicht! (Sofern man nicht in Linz wohnen muss!)"

Liebe Elisabeth:

Auch das ist unrichtig. Bei uns in der Pfarre - übrigens ein sehr "liberaler" Pfarrer - gibt es regelmäßig eucharistische Anbetung vor der Monstranz. In der Diözese Linz, bitte!

😜
Morgenstern

Gloria Global am 28. April

Liebe Elisabeth!

Sie täuschen sich: In Österreich leben rund 800 Priester ohne Amt, die sie so "liebevoll" abgefallene Priester nennen.

🤫
Morgenstern

Christenmangel statt Priestermangel

Liebe Elisabeth!

Ich kann ihre pessimistische Sicht absolut nicht teilen. In den Pfarreien, die ich kenne, sind all die Dinge, die sie einmahnen, ausreichend präsent.
Morgenstern

Gloria Global am 28. April

Lieber a.t.m.

"Homosexueller als Religionslehrer, nein Danke, kann nur hoffen das die Diözese rasch reagiert."

Und was wollen sie mit den homosexuellen Priestern tun" (Nach seriösen Schätzungen rund 10%, ergibt in absoluten Zahlen für Österreich rund 400 Priester)

👌 👌
Morgenstern

Christenmangel statt Priestermangel

"Bezogen auf die Anzahl der wahrhaft gläubigen haben wir eigentlich genug Priester..."

Bezogen auf reale seelsorgliche Situation geht halt diese Rechnung nicht auf.
Morgenstern

Katholische Fundamentalisten

Über das Buch: "Im Namen des heiligen Vaters" von Hanspeter Oschwald (Mitgestalter des 3sat-Beitrages)

Rückwärts gewandt in die Zukunft
Von Klaus Greifenstein

Fünf Jahre sind vergangen, seit die Bild mit ihrem „Wir sind Papst“ die Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der Katholiken überschwänglich feierte. Doch von der anfänglichen Euphorie gegenüber Benedikt XVI ist wenig …More
Über das Buch: "Im Namen des heiligen Vaters" von Hanspeter Oschwald (Mitgestalter des 3sat-Beitrages)

Rückwärts gewandt in die Zukunft
Von Klaus Greifenstein

Fünf Jahre sind vergangen, seit die Bild mit ihrem „Wir sind Papst“ die Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der Katholiken überschwänglich feierte. Doch von der anfänglichen Euphorie gegenüber Benedikt XVI ist wenig geblieben. Was aus den ersten Jahren seiner Amtszeit in Erinnerung bleibt, sind Konflikte und Skandale: die Hinwendung zu den Holocaust-Leugnern der Pius-Brüderschaft, weltfremde Aussagen zu Themen wie Aids und Verhütung und nicht zuletzt die empörenden Berichte über sexuelle Vergehen von Priestern. So bewegt sich die katholische Kirche stetig weg von einem erhofften Reformkurs und irritiert ihre Anhänger. Die Frage, welche Kräfte diese Politik unterstützen und steuern, beantwortet Journalist und Vatikan-Kenner Hanspeter Oschwald in seinem neuen Buch „Im Namen des heiligen Vaters“.

Das zweite Vatikanische Konzil – ein Schreckgespenst für Ewiggestrige
Nach dem zweiten Weltkrieg schien die katholische Kirche erkannt zu haben, dass sie sich nicht länger der modernen Welt verschließen konnte. Es waren die 60er Jahre, Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs, in denen sie diese Erkenntnis im Zweiten Vatikanischen Konzil manifestierte. Der damalige Papst Johannes XII hatte es 1962 einberufen, als es sein Nachfolger Paul VI 1965 beendete, schien die althergebrachte Form des Katholizismus als geschlossene Veranstaltung ausgedient zu haben. Die traditionelle Liturgie war reformiert worden, der Dialog mit Andersgläubigen wurde verstärkt. Besonders bedeutend war aber die Neuinterpretation des Verhältnisses der Gläubigen zur katholischen Kirche: Man gestand von nun an dem Einzelnen das Recht auf seinen Glauben auch dann zu, wenn er dem katholischen Bekenntnis widersprach!

Eine wahre Revolution, die den Ultrakonservativen von Anfang an ein Dorn im Auge war. Niemals würden sie den alleinigen Wahrheitsanspruch kampflos aufgeben. Also reagierten sie und öffneten als Reaktion fundamentalistischen Gruppierungen die Tore. Sie ließen zu, dass sie sich immer weiter in der Machthierarchie empor arbeiteten, bis sie die Kirche letztendlich nach ihren Vorstellungen prägen würden.

Lasset die verirrten Kindlein zu uns kommen
Welche bizarre Schar von verirrten Kindlein die Kirche seither in ihren Schoß zurückkehren ließ, ist mehr als erstaunlich. In Oschwalds Buch erfahren wir von Organisationen, deren Struktur sie eindeutig in die Nähe von Sekten wie Scientology rückt. Als die aggressivsten unter ihnen lernen wir das Opus Dei (das „Werk Gottes“), und die Legionäre Christi kennen.

Deren Gründungs- und Wirkungsgeschichte liest sich eher wie ein Kriminalroman als ein Auszug aus der Kirchengeschichte. Das „Werk“ beispielsweise baut auf dem antikommuni-
stischen Wahn seines Gründers Josemaría Escrivá auf. Der 1902 geborene Escrivá war als Sympathisant des faschistischen Franco-Regimes bekannt, ein glühender Kommunistenfeind mit starken antijüdischen Tendenzen. Ex-Mitglieder der Gruppe schildern „massive Manipu-
lationen von Persönlichkeit und Psyche“. Kritiker rücken Opus Dei in die Nähe eines gefähr-
lichen Geheimbundes, der „kein einziges Bibelzitat im ursprünglich gemeinten Sinn gebraucht“.

Ein Grund, das „Werk“ zu verurteilen oder gar zu exkommunizieren? Natürlich nicht. Vielmehr wurde Escrivá 2002, 28 Jahre nach seinem Tod, heilig gesprochen. Heute zählt Opus Dei zum mächtigsten und reichsten Global Player innerhalb der Kirche: 86000 Mitgliedern und Strippenzieher in Politik und Finanzwesen schalten und walten unter päpstlicher Protektion.

Ähnlich spektakulär ist die Erfolgsgeschichte der Legionäre Christi. Ihren Ordensgründer, den bolivianischen Pater Maciel, verfolgten zeitlebens schwere Vorwürfe. Aussteiger aus der Organisation nannten ihn einen Kinderschänder und Morphinisten, für seine ultrakonservativen Unterstützer waren dies natürlich nur Gerüchte. Als die Beweise zu erdrückend wurden, wies man den Pater an, sich zu einem Leben des Gebetes und der Buße zurückzuziehen. Mehr Strafe war anscheinend nicht vonnöten. Stattdessen betonte der Vatikan stets den „Geist des Gehorsams“ und Maciels „Verehrung für die Kirche“. Schließlich hatte er bis zu seinem Tod im Jahr 2000 schon 50000 Anhänger für seine Sache gewinnen können. Auch hier war eine starke Truppe zum Kampf gegen die modernistischen Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils herangewachsen. Was kümmert es, dass deren Mitglieder mit Methoden wie kompletter Abschottung von der Außenwelt und sogar der eigenen Familie gefügig gemacht werden.

Die Krise der katholischen Kirche in neuem Licht
Das „Werk“ oder die „Legionäre“ sind nur die Spitze des Eisbergs. Oschwald hat alle verfügbaren Informationen über weitere konservative Gegenbewegungen gesammelt. Gruppen wie Ecclesia Dei, Das Engelwerk, Una Voce oder die Legion Mariens - sie alle beanspruchen das alleinige Heilskonzept für sich, widersetzen sich damit bewusst der Verbindlichkeit des Konzils. Dem Konzept „Kirche für alle“ setzen sie ein „Kirche sind wir“ entgegen.

Dank Oschwalds minutiöser Recherchen erscheint endlich auch die aktuelle Krise der katholischen Kirche in neuem Licht. Spannende Fragen tun sich nach der Lektüre auf: War der Papst, ein Mann mit einem perfekt gemanagten Informanten-Netz, wirklich so schlecht über den Holocaust-Leugner Williamson informiert? War das Mohammed-Zitat („er hat nur Schlechtes in die Welt gebracht“) nur ein Ausrutscher? Oder ist der 83-jährige Oberhirte längst nicht mehr Herr seiner Entscheidungen, weil andere hinter den Kulissen um eine neue Kirchenordnung ringen, die uns rückwärts gewandt in die Zukunft begleiten soll?

Klaus Greifenstein
München, April 2010
Morgenstern

Katholische Fundamentalisten

Sehr informativer Beitrag!

Das Schisma zwischen oben (Kirchenleitung) und unten (Basis) wird immer größer!
Morgenstern

Christenmangel statt Priestermangel

Noch was, Elisabeth:

actio et contemplatio!

👍 👍
Morgenstern

Christenmangel statt Priestermangel

Liebe Elisabeth!

Habe ich ganz vergessen: Noch ein wichtiges katholisches "et"

Schrift und Tradition (Lehramt)

👍 👍
Morgenstern

Christenmangel statt Priestermangel

Liebe Elisabeth!

Man kann - um katholisch zu sein und zu bleiben - gar nicht zu viele "et" haben: Glaube und Werke, Natur und Gnade,.....
Morgenstern

Christenmangel statt Priestermangel

Ich würde sagen: Das eine tun und das andere nicht lassen:
Strukturreform und Glaubenserneuerung.

Auf das typisch katholische "et" kommt es an!
Morgenstern

The Priests singen "Ave Maria"

Musikalisch ganz schön. Backgroundchor im Verhältnis zu den Solisten eher zu laut.
durch die Unterlegung des lateinischen Textes kommt es einige Male zu "unlateinischen" Betonungen.
Morgenstern

Gloria Global am 26. April

Für Grashüpfer

Total interessant:

"Ach das 2. Vatikanische Konzil!
Ist ja nur ein Pastoralkonzil gewesen" - sagen konsevative Kreise.
Morgenstern

Gloria Global am 26. April

Interessant!

Paulus schreibt an die "Kirche der Heiligen in Korinth" und nicht: an die "heilige Kirche von Korinth"
Morgenstern

Gloria Global am 26. April

Man kann manche Entwicklungen, die man eigentlich nicht will, auch "herbei reden", wenn man immer davon spricht: "Wer wird der Nächste Bischof sein......"
Morgenstern

Gloria Global am 26. April

Lieber Hans03!

Wenn Elisabeth solche Seiten verlinkt, dann ist dass vielleich der Ausdruck dafür, dass sie in ihrem innersten Herzen selbst wütend un zornig ist über die Kirche, in der soche Dinge möglich sind.
Morgenstern

Gloria Global am 26. April

Elisabeth!

Danke für den wirklich aufschlussreichen und interessanten link. Hier eine Kostprobe daraus zum Fall des Missbrauches in Riekofen, Regensburg.

"Der Psychoanalytiker Micha Hilgers hat es als "völlig verantwortungslos" bezeichnet, einem straffällig gewordenen pädophilen Priester wie in Riekofen noch einmal eine Kirchengemeinde zu übertragen. "Es ist geradezu bizarr, ihn wieder in die …More
Elisabeth!

Danke für den wirklich aufschlussreichen und interessanten link. Hier eine Kostprobe daraus zum Fall des Missbrauches in Riekofen, Regensburg.

"Der Psychoanalytiker Micha Hilgers hat es als "völlig verantwortungslos" bezeichnet, einem straffällig gewordenen pädophilen Priester wie in Riekofen noch einmal eine Kirchengemeinde zu übertragen. "Es ist geradezu bizarr, ihn wieder in die deliktnahe Situation hineinzubringen", sagte Hilgers, der seit vielen Jahren pädophile Straftäter betreut, der Deutschen Presse-Agentur. Abwegig sei es auch, wenn der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller davon spreche, der Priester sei nach einer Therapie als "geheilt" betrachtet worden: Pädophilie sei nicht "heilbar", sondern bestehe lebenslang, betonte Hilgers.
"Heilung ist nicht möglich"
Morgenstern

Wenn das Brot, das wir teilen... - zum Mitsingen

Wir auch, mit unserem Chor. Sogar 4-stimmig!
Morgenstern

Gloria Global am 26. April

Lieber a.t.m.

Sehen sie: es geht auch kurz!

Zu meinem Namen:
Wie jemand Altenburger heißt, heiße ich eben Neukirchler.

😁
Morgenstern

Gloria Global am 26. April

Lieber a.t.m.

Sie tun es ja schon wieder:

"...Wenn nun aber die liberal protestischen Glaubens und Kirchenzerstörer, endlich aufhören würden das Wesen der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche die einst vom fleischgewordenen Gott dem Herrn Jesus gegründet worden ist, zu vernichten. Nicht ständig Hetze gegen den heiligen Vater Papst Benedikt XVI betreiben würden, für und nicht …More
Lieber a.t.m.

Sie tun es ja schon wieder:

"...Wenn nun aber die liberal protestischen Glaubens und Kirchenzerstörer, endlich aufhören würden das Wesen der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche die einst vom fleischgewordenen Gott dem Herrn Jesus gegründet worden ist, zu vernichten. Nicht ständig Hetze gegen den heiligen Vater Papst Benedikt XVI betreiben würden, für und nicht gegen das heilige Zölibat argumentieren würden, wenn sie endlich davon ablassen würden das in meinen Augen Herätische bestreben das Frauenpriestertum einzuführen...."

Ich mache ihnen einen Vorschlag:
Versuchen sie wenigstens für einen Tag ein selbst auferlegtes "Wort-Fasten" durchzuhalten. Schreiben sie einen Tag lang nur ganz kurze Beiträge und verzichten sie dabei auf alle ihre "Steh-Sätze".
Die Leser - ich auf alle Fälle - würden es ihnen danken.

👍 👍 👍