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Dreifaltigkeit s Sonntag

Hildegard51
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Dreifaltigkeitssonntag 2019 C www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html | Word-Dokument Jedes Mal, wenn wir uns bekreuzigen, ist das ein Bekenntnis an die Heiligste Dreifaltigkeit. Das …More
Dreifaltigkeitssonntag 2019 C

www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html | Word-Dokument


Jedes Mal, wenn wir uns bekreuzigen, ist das ein Bekenntnis an die Heiligste Dreifaltigkeit. Das kleine Kreuzzeichen ist noch etwas deutlicher als das große.

Das Kreuz auf die Stirn gilt dem Vater. Alles, was ich denke, soll so gedacht sein, dass Gott Vater daran Freude haben kann. Ich will nichts Schlechtes, nicht Unsauberes, nichts Liebloses denken, sondern mich bemühen, den Vater in seiner wunderbaren Majestät und Größe immer besser kennen zu lernen.

Das Kreuz, das ich über meinen Mund mache „im Namen des Sohnes“, soll mich mahnen: Ich will alles, was ich rede, so reden, dass der Sohn daran Freude haben kann. Ich will kein Wort der Lüge und Unwahrhaftigkeit, kein Wort der Lieblosigkeit, kein Wort der Taktlosigkeit und Schamlosigkeit sprechen in dankbarer Erinnerung an den Sohn Gottes.

Und das Kreuz, das ich über meiner Brust, also über meinem Herzen, mache „im Namen des Heiligen Geistes“, der die Liebe zwischen Vater und Sohn ist, soll mich daran erinnern, dass ich vor allem das größte und erste Gebot der doppelten Liebe, der Gottes- und Nächstenliebe, zu erfüllen habe. Denn meine Lebensaufgabe ist die Verherrlichung des dreifaltigen Gottes, der mich erschaffen, erlöst und geheiligt hat.

Das Kreuzzeichen ist uns vertraut, aber wir machen es doch oft auch gewohnheitsmäßig. So manche haben dann auch Schwierigkeiten mit dieser Heiligsten Dreifaltigkeit, die für uns Christen der zentralste Mittelpunkt ist. Es darf aber nicht sein, dass jemand nur auf die Idee kommt, zu denken, man könne diesen Glaubenssatz den Menschen nicht mehr zumuten. Es wäre falsch, wenn einer meint, man soll darüber schweigen, dass es einen dreipersönlichen Gott gibt, der doch nur Einer ist, mit der Begründung, es sei zu kompliziert und nicht lebensnahe. Das wäre eine grundverkehrte Ansicht, denn es ist der von Gottes Sohn uns selbst anvertraute wahre Glaube über das innerstes Wesen Gottes, und diese Offenbarung wollen wir immer mehr verstehen und mit unserem Verstand durchdringen.

Jesus hat es uns offenbart, und wir müssen es verkünden. Freilich ist die Heiligste Dreifaltigkeit ein großes und erhabenes Geheimnis. Aber sind wir Menschen nicht selber auch ein großes Geheimnis? Wer kann sich selbst ergründen? Wer durchschaut die Geschöpfe Gottes ganz in ihrer Komposition? Nehmen wir einen kleinen Käfer, einen Grashalm? Je mehr ich ihn mikroskopisch untersuche, umso mehr werde ich staunen, und es bleibt letztlich ein Geheimnis, ein Rätsel. Wir Menschen können dies nicht erfinden, geschweige denn erschaffen. Nur der dreieinige Gott allein, der Allmächtige, der die Vollkommenheit in sich ist, der hat die Macht über alles. Er hat alles in der Hand, und seit nun der Sohn Gottes Mensch geworden ist, wissen wir ein wenig mehr über das innerste Wesen Gottes. Wir wissen mehr, wie Gott wirklich ist! Wir wissen, dass er kein einsamer Gott ist, sondern dass er dreifaltig ist, dass drei Personen sind, die einander lieben in vollkommener Weise. Der Vater liebt den Sohn. Und die dritte göttliche Person, der Heilige Geist, ist die Liebe in Gott. Das alles wissen wir nur durch Jesus, der es uns offenbart hat. Der Auftrag des Vaters an den Sohn ist, es uns mitzuteilen und an diesem Geheimnis teilzunehmen. Er wollte es so, denn wir können ihn dann besser lieben. Je mehr ich jemanden kenne, desto mehr kann ich ihn lieben. Wenn ich jemanden nur von ferne kenne, und nicht viel von diesem Menschen weiss, dann kann ich diesen Menschen auch nicht so gut lieben. Je näher mir ein Mensch ist, desto mehr kann ich diesen Menschen auch gern haben. Natürlich ist das auch umgekehrt der Fall. Es kann sich ebenfalls eine Abneigung umso mehr aufbauen! Aber das soll nicht geschehen. Das Gegenteil soll sich bei uns verwirklichen. Je mehr ich also jemanden kenne, desto mehr kann ich ihn mit seinen Eigenschaften, seinen Talenten, seinen Tugenden lieben.

So ist es auch bei Gott. Und da Gott in all seinen Eigenschaften gut ist, werde ich ihn auf alle Fälle mehr lieben, wenn ich mehr über sein Wesen weiß, und darum hat Gott uns mitgeteilt wie er ist: nämlich dreifaltig. Ich wiederhole mich, damit wir ihn noch mehr lieben können. Er ist uns in seinem Sohn ganz nahe geworden. Er ist ein Mensch wie wir geworden. Er ist greifbar geworden, erlebbar geworden. Wir wissen über ihn von zuverlässigen Zeugen. Er hat sich deshalb erniedrigt, damit wir ihn noch mehr lieben können. Dazu sind wir nämlich auf der Welt: um Gott zu lieben, damit wir einmal in der Ewigkeit ihn vollkommen lieben. Amen.

© Pfarrer Christian Poschenrieder 2019
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