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Betrachtungen vom 25.Mai

Betrachtung am 25. Mai - Das Gesetz Gottes duldet keine Ausnahme Willst die Palme du erringen, Musst du, stark, dich selbst bezwingen, Und das heilige Gebot Treu bewahren bis zum Tod. 1. Niemand …More
Betrachtung am 25. Mai - Das Gesetz Gottes duldet keine Ausnahme

Willst die Palme du erringen,

Musst du, stark, dich selbst bezwingen,

Und das heilige Gebot

Treu bewahren bis zum Tod.

1. Niemand ist von der Haltung des heiligen Gesetzes ausgenommen. Zwar entschuldigt die Welt die Verirrungen der Jugend, aber "die Weisheit der Welt ist eine Feindin Gottes". (Römer 8) Wer hat je der Jugend das Recht gegeben, vom göttlichen Gesetz sich auszunehmen? "Sag nicht: Meine Sünde kommt von Gott. Verabscheuungswürdiges hasst der Herr. Er hat am Anfang den Menschen erschaffen und ihn der Macht der eigenen Entscheidung überlassen. Er gab ihm seine Gebote und Vorschriften. Wenn du willst, kannst du das Gebot halten. Der Mensch hat Leben und Tod vor sich; was er begehrt, wird ihm zuteil. Keinem Menschen gebietet Gott zu sündigen." (Jesus Sirach 15,11.13.14.15.17.20) und es gibt kein Lebensalter, wo es gestattet wäre, den Urheber des Lebens zu beleidigen. Viele Menschen sterben in ihrer Jugend, und viele Kinder, die geboren werden, gelangen nicht zu einem hohen Alter. Wie also kannst du über deine nahe Rechenschaft dich verblenden. Die Erstlingsopfer eines reinen jugendlichen Herzens sind das wohlgefälligste Opfer, das du deinem Schöpfer bringen kannst.

2. Andere betrachten die Menge und die Wichtigkeit ihrer Geschäfte als ein Vorrecht, das göttliche Gesetz zu übertreten. Kamst du etwa auf die Welt, diese Geschäfte zu betreiben, und nicht vielmehr, Gott zu dienen und selig zu werden? Sind nicht alle deine Geschäfte diesem einen großen Geschäft untergeordnet, so bringen sie dir unendlichen Schaden. Fehlt es dir etwa an Zeit zu deinen Unterhaltungen? Und nur für das einzige Notwendige findest du keine Zeit? Bald wird ein Tag erscheinen, wo du mit Schmerzen sehen wirst, dass du trotz aller Arbeit müssig warst, und viel gearbeitet, aber nur Spreu gesammelt hast.

3. Noch andere halten sich wegen ihres hohen Standes für frei vom göttlichen Gesetz. Hast du vielleicht, wegen dieser Ehrenstellen, dem Christentum entsagt? Die Würde eines Christen ist die erhabenste aller Würden. Kann aber ein Christ von dem Gesetz Christi sich frei sprechen, ohne dem Himmel zu entsagen? Oder gibt es vielleicht zwei Evangelien: Eins für hohe Standespersonen, und ein anderes für die Armen und das Volk? Sieh, die Kleinen und Demütigen reißen den Himmel an sich, und du mit deinem Adel, mit deinem Reichtum und mit deinem Hochmut gibst der ewigen Verdammnis dich preis. "Seht doch auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen kann vor Gott." (1. Korinther 1,26-29)
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Heilige des Tages

Man kann die Taten der Heiligen und der Martyrer nicht lesen, ohne im Innersten angerührt zu werden. Sie sind unsere Vorbilder. Die Menschen, die einen anderen Weg gehen, als den der Heiligkeit und der Nachfolge Christi, sind schnell verzweifelt und ohne Hoffnung. Es gibt keinen Mittelweg für die Ewigkeit! Es gibt entweder die Glückseligkeit oder die Unglückseligkeit. Die …More
Heilige des Tages

Man kann die Taten der Heiligen und der Martyrer nicht lesen, ohne im Innersten angerührt zu werden. Sie sind unsere Vorbilder. Die Menschen, die einen anderen Weg gehen, als den der Heiligkeit und der Nachfolge Christi, sind schnell verzweifelt und ohne Hoffnung. Es gibt keinen Mittelweg für die Ewigkeit! Es gibt entweder die Glückseligkeit oder die Unglückseligkeit. Die Glückseligkeit ist der Lohn der Nachfolge Jesu und Mariä und aller Heiligen, die Unglückseligkeit der Lohn der Sünde und Lauheit. Wer auf Erden sich um Heiligkeit bemüht, wird zu der Zahl der Heiligen im Himmel dazugerechnet. Ich werde demnach in der Ewigkeit sein, der ich im Leben gewesen bin. Und für die Wahrheit dieser Gedanken steht eine Wolke von unendlich vielen Zeuginnen und Zeugen.

Matthias Hergert

25. Mai

Die heilige Maria Magdalena von Pazzi von Florenz,

Karmeliter-Nonne, Mystikerin,

+ 25.5.1607 - Fest: 25. Mai

Die Heilige vom heutigen Tag hieß mit dem Familiennamen Pazzi. Das Wörtchen „von“ deutet darauf hin, dass sie vom Adel war. Der Taufname lautete Katharina, während Maria Magdalena der Ordensname ist, denn mit siebzehn Jahren entsagte das junge Mädchen der Welt, trat in den strengen Orden der Karmelitinnen ein und verbrachte den Rest des Lebens bis zum Tod am 25. Mai 1607 in einem Kloster der Heimatstadt Florenz. Aus der Jugendzeit der Heiligen werden einige Vorkommnisse erzählt, die der Wiedergabe wert sind.

Da wird zunächst berichtet, dass Katharina von Pazzi schon als Kind es nicht ausstehen konnte, dass böse und bittere Worte über den Nächsten ausgesprochen wurden. Solche Reden taten ihrem Herzen so weh, dass sie bisweilen darüber weinen musste, und dass sie selbst über andere Kinder abträglich gesprochen hätte, war ganz undenkbar. Nie auch gab sie ein Geheimnis preis, das man ihr unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut hatte.

Weiter wird erzählt, dass Katharina von Pazzi ihr Butterbrot an arme Mitschülerinnen verschenkte, und während andere Kinder diejenigen, die in der Klasse wegen Dummheit aufgefallen waren, in den Unterrichtspausen auslachten und verspotteten, nahm sich Katharina ihrer liebevoll an und sprach ihnen Mut zu.

Auch das war ein auffallender Zug bei Katharina von Pazzi, dass sie sich schon in früher Kindheit vom lieben Heiland im Allerheiligsten Altarsakrament angezogen fühlte. Gern weilte sie in der Kirche, und immer kam sie so zeitig zur heiligen Messe, dass sie in der ersten Bank Platz fand, um nahe beim Tabernakel zu sein. Ganz groß aber war Katharinas Freude am hohen Tag der ersten heiligen Kommunion, die sie im Alter von zehn Jahren empfing. Nie im Leben hat sie das Glück dieser Stunde vergessen, und was sie da bei der Erneuerung des Taufgelübdes versprach, hat sie bis zum Tod treu gehalten und hat dem Satan, seiner Hoffart, seiner Lust und allen seinen Werken widersagt und hat Gottes Gebote treu beobachtet. Katharina gehörte zu jenen edlen Menschen, die den Treueschwur vom Erstkommuniontag lebenslang halten.

Um dem lieben Gott noch besser dienen zu können, verließ Katharina von Pazzi die Welt und ging ins Kloster. Aus dem reichen Mädchen wurde eine arme Ordensfrau. Schwester Maria Magdalena, wie sie nun hieß, genoss in den ersten zwei Jahren einen unbeschreiblichen Herzensfrieden. Später wendete sich allerdings das Blatt, denn ohne die Bewährung kann niemand heilig werden. Die Prüfungen aber, die über Maria Magdalena kamen, bestanden in grauenhaften Versuchungen zu allen möglichen Sünden. Es bleiben demnach auch die Heiligen von Versuchungen nicht verschont, und eben dadurch, dass sie den Versuchungen widerstehen, gelangen sie zur Heiligkeit.

Damals nun ereignete es sich eines Tages, dass Schwester Maria Magdalena stundenlang unter heftigen Anfechtungen gegen die heilige Reinheit litt. Dieser Zustand dauerte fast fünf Jahre: Versuchungen der Gotteslästerung, der Verzweiflung, der Unreinheit, der Essbegierde, des Ungehorsams und ähnlicher Sünden, Belästigungen von Seiten der bösen Geister, Entziehung des fühlbaren Trostes inmitten aller Kämpfe. Alles vereinigte sich, sie mit entsetzlichen Peinen zu quälen, in denen sie nur durch den Hinblick auf das Kreuz, durch Demut und Gehorsam aufrechterhalten wurde. Nachdem sie die Versuchung siegreich überwunden hatte, erschien ihr, wie auch sonst oft, der liebe Heiland, und als Schwester Maria Magdalena den Herrn traurig fragte, wo er denn während der quälenden Anfechtungen gewesen sei, erhielt sie zur Antwort: „Da war ich mitten in deinem Herzen.“ So sagte der Heiland, und aus diesen Worten geht hervor, dass nicht die Versuchung, sondern nur die Einwilligung darin Jesus aus dem Herzen vertreibt. Es ist gut, dass man sich die Tatsache merkt.

Am Pfingstfest des Jahres 1590 war ihre Prüfungszeit vorbei; nach der heiligen Kommunion strahlte ihr Antlitz von außerordentlicher Freude und, ihren Oberinnen die Hand drückend, sprach sie zu ihnen: „Das Ungewitter ist vorüber; dankt und preist mit mir meinen liebenswürdigen Schöpfer.“

Seit dem hatte sie nie mehr ähnliches zu bestehen. Ihre Seele, durch und durch gereinigt von Sünden und von aller ungeordneten Selbstliebe und zu einer uneinnehmbaren Burg Gottes befestigt, wurde mehr und mehr mit den außerordentlichsten Gnaden geschmückt und zu einem Tempel eingeweiht, auf dessen Altar eine solche Gottesliebe flammte, dass das Feuer derselben oft auch auf den Körper überströmte; da lud sie dann alle Welt ein, mit ihr die ewige Liebe zu lieben. Oft ergriff sie das Bild des Gekreuzigten, küsste es und rief aus: „O Liebe! Warum wird doch die Liebe nicht geliebt, von ihren eigenen Geschöpfen nicht erkannt! O mein Jesus! Hätte ich doch eine Stimme, die zu ertönen vermöchte bis an die äußersten Enden der Welt! Dass ich verkünden könnte, wie deine Liebe erkannt, geliebt und als das einzige wahre Gut geschätzt werden soll.“

Aus dieser Liebe Gottes entsprang ihr unaussprechlicher Schmerz über alle Beleidigungen Gottes, zu deren Sühnung sie Gott ihre glühenden Gebete und die schwersten Bußübungen aufopferte, und ihr unausgesetztes Flehen um die Bekehrung der Sünder, Irrgläubigen, Heiden und besonders auch der unwürdigen Priester.

Deshalb lebte sie äußerst streng und achtete kaum mehr auf ihren Körper. Sie, die Jungfrau aus vornehmen Haus, ging mit bloßen Füßen und bediente sich der schlechtesten Kleider. Ihre gewöhnliche Nahrung bestand aus Wasser und Brot, und selbst dieses zu genießen, musste sie oft durch den Gehorsam gezwungen werden. Zur Ruhe gerufen rief sie: „Wie soll ich ruhen können, wenn ich bedenke, dass Gott auf Erden so schwer beleidigt wird! O Liebe, nur aus Gehorsam zu dir will ich es tun und um mich nach deinem heiligen Willen zu richten.“ Sie geißelte sich nicht selten mit einer eisernen Kette bis aufs Blut und schlief beständig auf hartem Boden, eine zarte, kränkliche Frau, die die Ehren und Reichtümer und Genüsse der Welt leicht hätte haben können!

Ihrer Liebe zu Gott und zu den Seelen entquoll die zarte und unermüdliche Tätigkeit, mit der sie zuerst als Lehrerin der Klostermädchen, dann als Novizenmeisterin und zuletzt als Unterpriorin wirkte. Sie legte dabei eine wahrhaft übernatürliche Weisheit und Klugheit in der Seelenleitung an den Tag und tat öfter den Ausspruch, „die Werke der Liebe seien weit allen Ekstasen, Visionen, Offenbarungen und ähnlichen Dingen vorzuziehen; denn diese letzteren seien allein nur ein Geschenk Gottes, durch die Liebeswerke aber unterstütze man sozusagen Gott selber“. Ein anderes Mal sagte sie: „Es gibt nichts Süßeres als die Erfüllung des göttlichen Willens.“

Magdalena war stets ein Muster der Demut und des Gehorsams, der Liebe zu den Mitschwestern und der genauesten Beobachtung aller Ordensregeln; sie wollte getreu sein im Kleinsten wie im Größten. Dafür empfing sie wieder besondere Gnaden vom Herrn, außergewöhnliche Kenntnisse göttlicher und künftiger Dinge, die Gabe der Krankenheilungen und Prophezeiungen, eine besondere göttliche Vorsehung und Leitung in ihrem Leben, oft bis in die kleinsten Dinge; außergewöhnliche Gunsterweise Gottes wurden ihr zuteil, wie sie hier nur wenigen Dienern Gottes gegeben werden: sie empfing in ihrer Seele die Wundmale des Herrn und seine Dornenkrone; dann wurde sie mit ihm vermählt, ihr Herz hatte eingehen dürfen in sein Herz und durfte teilnehmen an der göttlichen Reinheit.

In den letzten Jahren ihres Lebens hatte die Heilige durch Krankheiten viel zu leiden; sie litt gerne und betete, obwohl nach Gott sich sehnend, aus Leidenshunger um längeres Leiden ohne Trost; oft sprach sie: „Herr, nicht sterben, sondern leiden!“ Ihren Schwestern gab sie die schönsten Ermahnungen, jeder besondere. Allen aber prägte sie vornehmlich drei Dinge ein: die heiligen Regeln fleißig zu beobachten, die Armut zu lieben und die gegenseitige Liebe zu bewahren. Mit innigster Andacht empfing sie die heilige Ölung und ein letztes Mal die heilige Kommunion. Dann entfloh ihre reine Seele am 25. Mai des Jahres 1607 zu Gott, eine der schönsten Blumen im Garten der heiligen Kirche, ausgezeichnet durch Reinheit und Gottesliebe.

Der Ruf ihrer Heiligkeit zog eine ungeheure Menge zu ihrer Leiche. Als man nach einem Jahr das Grab öffnete, fand man den Leib unversehrt. So wird er heute noch in einem kostbaren Kristallsarg in ihrer Vaterstadt gezeigt. Im Jahr 1626 erfolgte ihre Seligsprechung durch Papst Urban VIII., im Jahr 1669 die Heiligsprechung durch Klemens IX. Sie wird dargestellt im Karmeliterkleid mit einer Dornenkrone und einem brennenden Herzen als Symbol ihrer Gottesliebe, oft auch betend vor dem heiligsten Herzen Jesu, das ihr in übernatürlichen Gesichten gezeigt wurde; sie hatte es innigst geliebt und verehrt als Quelle aller Gnade.

Ais dem Marianischen Festkalender:

Die Geburtsstadt dieser Heiligen, die gar vornehme und fromme Eltern hatte, war Florenz. Sie zeichnete sich schon in ihrer Kindheit durch eine zärtliche Verehrung für Maria aus. Sie ergriff alle Gelegenheiten, arme Kinder den englischen Gruß zu lehren.

Schon im Alter von 16 Jahren trat sie in das Kloster Sankt Maria des Anges, wo sie am Fest der Unbefleckten Empfängnis als Novize aufgenommen wurde. Einen Monat darauf nahm sie mit dem Ordensgewand der Karmelitinnen den schönen Namen Maria Magdalena an. Als der Tag ihrer Profess herangekommen war, wollte sie, obgleich schwer krank, vom Krankenzimmer in die Kirche gebracht werden, wo sie vor dem Altar der Gottesmutter unter Tränen und der Bewunderung der ganzen Klostergemeinde, die sie durch ihre engelhafte Inbrunst erbaute, ihr Gelübde ablegte. Kaum war die Zeremonie beendet, als sie in Verzückung versetzt und vollkommen geheilt wurde.

Die heilige Maria Magdalena unterließ es nie, täglich die Tagzeiten und den Rosenkranz zu beten. Auch versäumte sie nicht, dem Salve Regina nach jeder Abteilung des Gottesdienstes beizuwohnen.

Der Himmelskönigin gab sie die lieblichsten Namen. Sie nennt sie ihre Mutter, ihre Gebieterin, in ihren Verzückungen ihre ganz liebenswürdige Mutter. Ihre erfindungsreiche Frömmigkeit gab ihr jeden Augenblick irgendeine neue Weise an die Hand, wodurch sie ihr ihre Liebe bezeigen konnte. Und sie benahm sich ihr gegenüber mit der innigsten Vertraulichkeit.

Um die Tugendhaftigkeit der seraphischen Heiligen Magdalena von Pazzi zu läutern und zu mehren, ließ Gott zu, dass sie einige Zeit hindurch den lebhaftesten und demütigendsten Versuchungen unterworfen wurde. Unter anderem fühlte sie sich eines Tages mehr als gewöhnlich vom Stachel des Fleisches beunruhigt, weshalb sie sich ihrer göttlichen Mutter zu Füßen warf, und sie unter Tränen beschwor, sie aus diesen unseligen Kämpfen ohne eine Verletzung ihrer Jungfräulichkeit siegreich hervorgehen zu lassen. Kaum hatte sie ihr Gebet beendigt, als ihr die Himmelskönigin mit leuchtender Glorie umgeben erschien und sie zweier Dinge versicherte: 1) habe sie in diesen gefährlichen Versuchungen die göttliche Majestät nicht im geringsten beleidigt, 2) werde ihr Sieg vermöge des Mutes, mit dem sie gekämpft hat, noch vollständiger werden. Alsdann bedeckte sie sie mit einem weißen Schleier, wie um ihr das Ende dieser demütigenden Prüfung anzukündigen und in der Tat fand sie von diesem Augenblick an ihre Sinne in dem Maße gebändigt, dass sie von deren Seite keinen Aufruhr mehr zu befürchten hatte, und ihre Einbildungskraft bis zum Ende ihres Lebens von keiner unlauteren Vorstellung mehr befleckt wurde.

Im Jahr 1585, am Vorabend des Festes Mariä Verkündigung, hatte Magdalena eine Verzückung, während der sie lange über die Keuschheit der Königin der Jungfrauen sprach, indem sie auf eine wunderbare Weise folgenden Text der Schrift erläuterte: „Die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten. Siehe, ich bin eine Magd des Herrn. Im Anfang seiner Wege war ich in Gottes Händen.“ Einige Jahre später hatte sie am Vorabend von Mariä Himmelfahrt eine Verzückung, die zwölf Stunden währte.

Am 1. Juli 1587 nahm Magdalena von Pazzi in einer Verzückung ein Bildnis Mariä, das im Betsaal des Noviziates sich befand, und begab sich in das Krankenzimmer an das Bett einer Schwester, die von einer tödlichen Krankheit befallen worden und von schrecklichen Krämpfen gepeinigt wurde. Sie machte über die Kranke das Zeichen des Kreuzes mit dem Bildnis der heiligen Jungfrau und rief mit zum Himmel erhobenen Augen: „O mein Gott, dein Wille geschehe!“ Kaum hatte sie diese Worte gesprochen, als alle Schmerzen der Schwester aufhörten. Sie stand sogleich auf, nahm einige Nahrung zu sich und kehrte zu ihren gewöhnlichen Beschäftigungen zurück.

In einer anderen Zeit führte Maria Magdalena eine ihrer Schwestern, die von einem gräulichen Geschwür verzehrt wurde, vor den Altar der heiligen Jungfrau, und nachdem sie mit Inbrunst gebetet hatte, erwirkte sie von Maria die vollkommene und augenblickliche Heilung einer Wunde, die allen Bemühungen der Ärzte Trotz geboten hatte.

Viel geprüft durch Leiden und Versuchungen sollte sie endlich gewürdigt werden, den ewigen Lohn für ihre treuen Kämpfe zu erlangen. Als sie dem Tod nahe, den Beichtvater sich erbat, schickte sich der eben an, die Heilige Messe zu lesen. Voll Gottvertrauen gebot er ihr, in christlichem Gehorsam mit dem Sterben abzuwarten, bis er geendet hätte. Es fügte sich so und mit den heiligen Sakramenten versehen schied die fromme Braut des Herrn am 25. Mai 1607 in einem Alter von zweiundvierzig Jahren aus dieser Zeitlichkeit.

Der heilige Papst Gregor VII.,

+ 25.5.1085 - Fest: 25. Mai

Am ehesten kommt man an den heiligen Papst Gregor VII. heran, wenn man vom Kirchengebet im Schott ausgeht. Es heißt da nämlich, „Gott habe ihn mit ausdauernder Kraft gestärkt, damit er die Freiheit der Kirche schütze“. War denn die Freiheit der Kirche bedroht? Ja, die Kirche lag damals in Ketten. Das ist so zu verstehen, dass sich die Kaiser und Könige jener Zeit unerlaubterweise in die kirchlichen Angelegenheiten einmischten. Die weltlichen Herren maßten sich zum Beispiel das Recht an, in ihren Ländern die Bischöfe zu ernennen, obwohl es doch klar auf der Hand liegt, dass dieses Recht nur dem Papst als dem Nachfolger des heiligen Petrus zusteht, dem allein Christus das Hirtenamt übertragen hat.

Die Kaiser und Könige setzten sich also über das päpstliche Recht hinweg. Das wäre an sich noch nicht schlimm gewesen, wenn die weltlichen Herren gute, fähige, fromme und würdige Männer ohne Ansehen der Person zu Bischöfen ernannt hätten. Das taten sie aber teilweise nicht, vielmehr erhoben sie diejenigen zu den hohen Kirchenämtern, die sich am tiefsten vor ihnen duckten oder ihnen am meisten Geld für die Verleihung der Bischofswürde boten. Die kirchlichen Stellen wurden also regelrecht verschachert, und man schaute nicht einmal darauf, ob der Käufer überhaupt Priester war. Dass solche Mietlinge die Herde Christi nicht hüten konnten, ist leicht einzusehen, und dass sie ungeheures Unheil anrichteten, ist ebenso klar. Die Kirche war demnach ihrer Freiheit in der Besetzung der obersten Kirchenämter beraubt. Das war die Zeit, in der Gregor VII. lebte.

Hildebrand hieß Gregor VII., bevor er Papst wurde. Als Sohn eines Schreiners wurde er 1021 in Italien geboren und in Rom in einem Kloster erzogen. Später trat er in den Benediktinerorden ein. Bald tauchte er in der Umgebung des Papstes auf, und fünf Päpsten, die sich rasch nacheinander in der Leitung der Kirche folgten, diente er als Ratgeber und Gehilfe. Als einer von diesen fünf Päpsten, Gregor VI., nach Köln am Rhein verbannt wurde, aß auch der Mönch Hildebrand mit seinem Herrn das Brot der Fremde, bis er selbst am 22. April 1073 unter dem Namen Gregor VII. den päpstlichen Thron bestieg. Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Papstes bestand darin, dass er alle diejenigen, die fürderhin ohne seine ausdrückliche Zustimmung kirchliche Amtsstellen verkauften oder kauften, mit dem Bann und mit dem Ausschluss aus der Kirche bedrohte. Es war eine mutige Tat, aber derjenige, der sie vollführte, hatte damit in ein Nest von Wespen gegriffen, die ihn, solange er lebte, nicht mehr zur Ruhe kommen ließen.

Gregors gefährlichster Widersacher war der deutsche König Heinrich IV., der sich in der Geschichte nicht des besten Rufes erfreut, denn er war ein leidenschaftlicher, hemmungsloser Mensch, der nicht immer gerade Wege ging. Dieser Mann kümmerte sich nicht einen Deut um die päpstliche Verordnung, sondern setzte nach wie vor Bischöfe ein und ab, und als der Papst väterlich mahnte und warnte, erhielt er von Heinrich einen groben Brief mit der verächtlichen Anschrift „An den Mönch Hildebrand“, und weiter standen in diesem Brief die bösen Worte: „Steig herab von deinem Sitz, ich befehle es dir.“

Was konnte der Papst da anderes tun, als den frechen Absender zu bannen? So geschah es auch. Heinrich IV. wurde von der Kirche ausgeschlossen, und die Untertanen kehrten sich von ihm ab. Da ging der König scheinbar in sich, reiste in höchster Not nach der Burg Canossa in Italien, wo sich Gregor VII. gerade aufhielt, und bat den Papst, ihn aus dem Bann zu lösen. Hochherzig wurde der Bitte entsprochen, aber Heinrich IV. meinte es anscheinend nicht ehrlich, denn als er nach Deutschland zurückkehrte, trieb er es ärger noch als vorher. Schließlich setzte er sogar den Papst ab und zog mit einem Heer gegen Rom, so dass Gregor VII. in die italienische Stadt Salerno flüchten musste, wo er im folgenden Jahr starb. Die letzten Worte des großen Mannes lauteten: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und das Unrecht gehasst, deshalb sterbe ich in der Verbannung.“

Nach außen hin musste Gregor VII. seinen Zeitgenossen als ein Besiegter erscheinen, in Wirklichkeit aber war er doch der Sieger, denn heute ernennt einzig nur der Papst die Bischöfe, und damit ist ein für allemal auch die Gewähr gegeben, dass nur solche Männer zu den höchsten kirchlichen Würden emporsteigen, die des hohen Amtes würdig sind.

Der heilige Papst Urban I., Märtyrer,

+ 25.5.233 – Fest: 25. Mai

Der heilige Urban folgte im Jahr 223, dem dritten der Regierung des Kaisers Alexander, dem heiligen Calixtus auf dem Stuhl des Apostelfürsten nach. Obgleich Alexander, von Natur ein sanfter Fürst, den Christen geneigt war, wurden diese doch an verschiedenen Orten, entweder durch das Volk oder die Statthalter verfolgt. In den Akten der heiligen Cäcilia wird gesagt, Papst Urban habe den Märtyrern Mut zugesprochen und eine große Menge Götzendiener zum Glauben bekehrt. Er starb, nachdem er sieben Jahre auf dem apostolischen Stuhl gesessen hatte, und wird im Sakramentarium des heiligen Gregor, im Martyrologium des heiligen Hieronymus, das Florentinius herausgegeben hat, und in der Liturgie der Griechen, Märtyrer genannt. Nach Fortunat, und nach mehreren alten Messbüchern scheint man im sechsten Jahrhundert in Frankreich sein Fest mit viel Andacht gefeiert zu haben. Man beerdigte ihn im Prätextatischen Kirchhof. In alter Zeit lag an der appischen Straße, beim Ort seines Begräbnisses, eine unter seinem Namen geweihte Kirche.

Im Jahr 821 entdeckte man die Leiber der heiligen Cäcilia, und der heiligen Tiburtius, Valerianus und Urbanus. Papst Paschal versetzte sie in die Kirche der heiligen Cäcilia. Leo IV. sandte der Kaiserin Irmengard, der Gemahlin Lothars I., den Schädel der heiligen Cäcilia samt den Leibern der heiligen Päpste Sixtus und Urban, und diese Fürstin gab sie um das Jahr 840 in die Abtei der Chorfrauen, die sie zu Erstein im Elsass gestiftet hatte. Kaiser Karl IV., der 1553 in diese Provinz kam, lies den Sarg, in dem der Leib des heiligen Urban lag, öffnen, und schickte einige seiner Reliquien nach Prag. Man darf diesen Heiligen aber nicht mit einem anderen Heiligen desselben Namens verwechseln. Man hat bewiesen, dass der heilige Urban, von dem es sich hier handelt, derselbe sei, dessen Leib von Papst Nikolaus I. im Jahr 862 an die Mönche von St. German zu Auxerre geschickt worden, und dessen Reliquien später im Kloster von St. Urban, im Bistum Châlons-sur-Marne, aufbewahrt wurden.

Die heilige Magdalena Sophie Barat, Nonne und Ordensstifterin,

Gründerin der Ordensfrauen vom heiligsten Herzen,

+ 25.5.1865 – Fest: 25. Mai

„Wer den Geist der heiligen Theresia im neunzehnten Jahrhundert tätig sehen will, der lese und studiere das wunderbare Leben der heiligen Magdalena Sophie Barat (sprich: Barah). Es ist darin sozusagen mit Händen zu greifen, dass jene hochragenden Größen von Heiligkeit auch heute noch in der Kirche erstehen, gerade so gut wie in der Vorzeit.“ So beginnt Pater Kempf den kurzen Lebensabriss der Heiligen. Theresiengeist, tätig für die Zeitbedürfnisse, erfüllte Mutter Barat.

Als Tochter eines Böttchers und Weinbauers am 12. Dezember 1788 in Joigny, der französischen Provinz Burgund, geboren, war Magdalena Sophie ein überaus schwächliches aber feuriges Kind. Ein unwiderstehlicher Hass gegen jede Lüge und ein zartfühlendes, für äußere Eindrücke empfängliches Herz zeichnete sie aus. Als einst der Pfarrer den Kindern im Beichtunterricht erklärte, dass sie nur immer einen wahren Reueschmerz über ihre Sünden haben sollten, dann würde der liebe Gott gewiss ihre Sünden verzeihen, da erhob sich die kleine Sophie, um laut vor der ganzen Kinderschar ihr Sündenbekenntnis abzulegen. Der Priester hieß sie natürlich innehalten, die demütige Selbstanklage hatte ihm aber eine gottbegnadete Seele geoffenbart. Die schwere Zeit der französischen Revolution, die so Schreckliches für die Kirche im Gefolge hatte, war für das heranwachsende Mädchen eine tiefeinwirkende Erziehungsschule. Der elf Jahre ältere Bruder Sophiens hatte sich für den geistlichen Stand entschieden und bereits die Subdiakonatsweihe empfangen, musste nun aber eine Stelle als Privatlehrer annehmen. Das gab ihm Gelegenheit, auch seiner Schwester gediegenen Unterricht zu erteilen. Mit jugendlichem Eifer ging dabei der brüderliche Lehrer zu Werke und unterzog auch ihre Charakter- und Herzensbildung einer Schulung. Doch Ludwig Barat wurde als Kleriker verraten und in das Gefängnis in Paris geworfen, 1793, von dem damals der gerade Weg aufs Schafott führte. Doch wie durch ein Wunder erhielt er anfangs 1795 die Freiheit wieder, wohl als Frucht des flehenden Gebetes der Seinen zum heiligsten Herzen Jesu. Sofort ließ er sich heimlich zum Priester weihen. Er zog nach Paris und nahm wiederum seine Schwester Sophie zu sich, um ihre unterbrochene Ausbildung zu vollenden. Es leitete ihn der Gedanke, sie zu befähigen, an der Erziehung der weiblichen Jugend mitzuarbeiten, um wieder christliches Leben in den Familien zu pflegen. Dabei übte er sie mit allzu entschiedener Strenge, der noch die Erfahrung und Klugheit fehlten, in den harten Weisen und Wegen eines frommen Lebens. Das gewissenszarte Mädchen ertrug mit nicht zu erschütterndem Vertrauen und hingebender Liebe die strenge Härte ihres Leiters, der unerbittlich jede Regung des Eigenwillens an ihr rügte. So sehr überließ sie sich allen Arten körperlicher Buße, dass selbst ihre Gesundheit darunter zu leiden begann. Ehe der Ruf Gottes an sie erging, andere Seelen auf dem Weg der Vollkommenheit zu leiten, musste sie selbst die rauen Pfade des Kreuzes kennenlernen und die Klippen, die hier auf den Unerfahrenen lauern. Und Gott rief.

Es kam von Wien der heiligmäßige Pater Varin, der Obere einer Priestergemeinde, der „Gesellschaft des heiligsten Herzens“, der Nachfolger des gottseligen Leonor Tournely. Nach der Regel des heiligen Ignatius lebend, arbeiteten sie der Wiedererstehung seines Ordens vor. Ludwig Barat wurde ein eifriger Mitarbeiter. Als Varin von Ludwigs Schwester hörte, dass sie gut unterrichtet sei, auch die Kirchenväter im Lateinischen lese und sich bereit halte, in ein Kloster, wahrscheinlich zu den Karmeliterinnen, zu gehen, da schien es ihm, als ob der Herr ihm diese bescheidene Jungfrau zuführe, um durch sie ein Werk auszuführen, dessen Begründung er und Pater Tournely bisher vergeblich versucht hatten, nämlich die Gründung eines Frauenordens, der sich besonders um die Erziehung der Kinder der höheren Stände annehmen sollte, um durch sie neue Glaubenswärme in die erkalteten Familien zu bringen. Sophie Barats Sinn ging wohl auf Sühne und Buße im Karmel, nicht aber darauf, selbst Ordensstifterin zu werden. Aber dem von heiligem Seeleneifer erfüllten Priester gelang es die nicht weniger von Glaubensgeist durchdrungene Jungfrau zu überzeugen, dass zu den stillen und immer wirksamen Mitteln der Abtötung und des Gebetes nun noch neue der öffentlichen Tätigkeit hinzukommen müssten, um dem lieben Erlöser wieder die Herrschaft über die Herzen zu sichern. Am 21. November 1800 weihte sie sich mit noch drei Genossinnen dem heiligsten Herzen. Bald konnten die Schwestern in Amiens ihr erstes Klösterchen mit einer Schule eröffnen. Äußerst klein und bedürftig waren die Anfänge. Aber Pater Varin ließ sich die Heranbildung der Schwestern sehr angelegen sein. Als er der Schwester Magdalena Sophie Barat 1802 die Gelübde ablegen ließ und ihr das Amt einer Oberin auflegte, das sie 62 Jahre lang rühmlichst führen sollte, da lud er ihr ein schweres Kreuz auf mit gar scharfen Kanten. Gott ließ es zu, dass die weibliche Gesellschaft vom heiligsten Herzen in ihren Anfängen arg geprüft wurde, und das empfand am schmerzlichsten die Stifterin und Generaloberin. Aber gerade da bewährte sich aufs trefflichste die sittliche Stärke und Tugendkraft ihrer Seele, die auf einem unerschütterlichen Gottvertrauen gründete. Die Gesellschaft wuchs. Im Jahr 1815 wurden die endgültigen Satzungen, die auf den Regeln des Jesuitenordens beruhen, festgelegt und 1826 vom Papst Leo XII. feierlich bestätigt. Hauptzweck der Gesellschaft der „Frauen des heiligen Herzens“ (Dames du Sacré Coeur) ist die Verherrlichung des Herzens Jesu durch Selbstheiligung nach dem Vorbild des demütigen und sanftmütigen Herzens und die Heiligung des Nächsten durch Erziehung der weiblichen Jugend.

Der lebendige, werktätige Glaube der Ehrwürdigen Mutter Barat erweist sie selbst als Heilige. So stark war dieser Glaubensgeist bei ihr, dass Gott ihm Wunder entsprossen ließ. Dazu besaß sie eine erstaunliche, erleuchtete Klugheit, einen weiten Blick, ein großes Verständnis für die Bedürfnisse der Zeit. Selbst in ganz hervorragender Weise für die Erziehung der Kinder geeignet, verstand sie es auch, die Grundsätze, von denen sie sich in dieser schweren Aufgabe leiten ließ, ihren Töchtern mitzuteilen. Mit mütterlicher Liebe umfing sie die Kinder, duldete aber keine Weichlichkeit. Sie lehrte ihre Zöglinge sich selbst entsagen und bereitete sie auf diese Weise am besten vor, dereinst ihre Standespflichten erfüllen zu können.

Als Oberin und Leiterin ihrer großen, schließlich 4000 Ordensfrauen zählenden Gesellschaft war ihr ein opferfreudiges Mutterherz eigen, das überall mit mächtiger Triebkraft seinen belebenden Einfluss ausübte. „Sollen die Untergebenen,“ sagte sie, „in uns Christus sehen und wir sie leiten wie er, so müssen wir auch leben wie Christus und leiden wie Christus. Eine Oberin ist die Kreuzträgerin der Genossenschaft. Wollen Sie wissen, was eine gute Oberin ausmacht? Die Abhängigkeit von den Einsprechungen des Heiligen Geistes in all ihrem Wirken. Wir sollen nach Kräften bemüht sein, den Geist Christi in unser Herz aufzunehmen, so dass er Herr und Meister desselben wird. Uns selbst aber müssen wir von allen Geschöpfen losschälen wie eine Dienstmagd, die sich zwar in einen Winkel des Hauses zurückzieht, aber immer dennoch in der Nähe der Herrin bleibt, um deren leisesten Wink befolgen zu können.“

Mit unbeugsamer Strenge hielt sie am Geist und der genauen Beobachtung der Regeln der Genossenschaft fest. Beim Besuch eines Klosters brachten ihr einst die Schwestern einen Altarteppich, an dem sie lange Stunden, aber leider mit Hintansetzung wichtigerer Pflichten gearbeitet hatten. Der Generaloberin war das nicht unbekannt. Deshalb hielt sie zuerst an die versammelten Schwestern einen scharfen und feurigen Unterricht über die Pflichten der heiligen Armut und die demütigen Arbeiten des Heilandes zu Nazareth. Dann ließ sie den Teppich hereintragen und sagte ernst: „Liebe Schwestern, wenn wir folgerichtig handeln wollen, so müssen wir entweder den Teppich oder unsere Konstitutionen zerreißen.“ Darauf griff sie zur Schere und begann ganz gründlich das Werk der Zerstörung. „So möge alles verderben, was uns im Geringsten vom Geist unserer Genossenschaft entfernen könnte.“ Darum konnte die treue Mutter auch auf den Gehorsam und religiösen Opfermut ihrer Töchter zählen. „Ich fühle recht wohl,“ gestand sie selbst, „dass eine andere Hand als die meine sie alle leitet . . . Ich habe darüber nachgedacht, warum wohl alle unsere Schwestern eines so sanften Todes sterben. Wir sind gewiss recht elend und armselig. Andererseits aber herrscht in der Genossenschaft ein so vorzüglicher Gehorsam, solche Unterwürfigkeit und Opferfreude, dass dadurch mancherlei Fehler vor Gott gesühnt werden. Ich selbst bin darüber oftmals erstaunt und verwundert. Ein Wort, ein Federstrich, und nicht eine, sondern fünf, zehn Schwestern verlassen augenblicklich alles, ohne auch nur nach dem Warum zu fragen.“ Mit wahrhaft mütterlicher Liebe wachte sie aber auch über ihre Schwestern, besonders über deren gesundheitliches Wohl, während sie gegen sich äußerst streng war. „Sie liebte die Bußübungen wie andere den Zucker,“ äußerte sich ein Missionar, der sie kannte. „Den Tag, an dem wir nichts für Jesus gelitten haben, den können wir als verloren betrachten,“ war ihr Grundsatz.

Fast ans Unglaubliche grenzt es, was die heilige Mutter Barat, die noch dazu fast beständigen Leiden unterworfen war, in der Gründung und Verwaltung ihrer Ordensniederlassungen an Arbeitsfülle geleistet hat. Wie oft hat sie Frankreich und Italien im Wagen durchzogen! In Belgien, in der Schweiz, in England und Spanien musste sie, oft auf Krücken gestützt, ihre Visitationsreisen machen. Im Jahr 1843 drang sie in Österreich ein, für Deutschland gründete sie 1847 in Blumental bei Aachen, 1852 in Münster und 1854 in Riedenburg bei Bregenz Klöster. Im Ganzen rief die unermüdliche Stifterin 111 Klöster ins Leben, von denen 86 bei ihrem Tod noch bestanden. Welche Sorgen, welches Leid kosteten ihr jene, die wieder aufgegeben werden mussten! Die Gesellschaft des heiligen Herzens hat später einem Wunsch der seligen Mutter entsprechend, auch die Missionstätigkeit auf außereuropäischen Gebieten aufgenommen.

Obwohl erst am 25. Mai 1865 gestorben, wurde Sophie Barat schon am 24. Mai 1908 seliggesprochen. An die hundert Wunder werden in den Prozessakten ausführlich erzählt. Das Heilige Jahr 1925, 24. Mai, das auch der ganze Himmel mitzufeiern schien, brachte ihr die Heiligsprechung.

„Die Seele läuft und fliegt voran. Sie fühlt das Kreuz nicht, - ja Kreuz ist für sie nicht mehr Kreuz, sondern der Stab und die Stütze auf der Reise. Der Dorn ist nicht mehr Dorn, er wird zur Krone, die sie aus den Händen des Herrn empfangen hat, und herzlich gern drückt sie sie tief in die Schläfen ein . . . O, wenn schon das Schauspiel einer einzigen Seele, die sich rückhaltlos dem Gnadeneinfluss Jesu Christi überlassen hat, entzückend ist, was würde es sein, wenn eine Gemeinde, eine ganze Genossenschaft sich unumschränkt seiner Leitung hingäbe!“ Worte der heiligen Barat, die das Bild ihrer eigenen Seele zeichnen.

Der heilige Beda der Ehrwürdige - Beda Venerabilis,

Priester von Jarrow, englischer Kirchenlehrer,

+ 25.5.735 - Fest: 25. Mai

Der heilige Beda, von Geburt ein Engländer, der um das Jahr 700 lebte, gehört zu den Stillen und bescheidenen Menschen, die nicht viel aus sich machen, sich nicht vordrängen, gern im Hintergrund stehen, deren Leben sich trotzdem wie eine breite Segensspur über die Erde hinzieht.

Als siebenjähriger Junge ging Beda ins Kloster und blieb darin bis an sein Lebensende. Erst war er Schüler, dann wurde er Mönch und Priester, schließlich unterrichtete er als Lehrer an der Klosterschule und schrieb Bücher über alle möglichen Dinge, denn durch fleißiges Lernen war er mit den Jahren so klug geworden, dass er als der gelehrteste Mann seiner Zeit angesehen wurde. Es war einzig nur der Fleiß, der ihn zu dem gemacht hatte, was er war. Jeden freien Augenblick, den der Tag ihm bot, nutzte Beda aus zum Lernen. Faulenzerei kannte er nur dem Namen nach. Stets saß er hinter den Büchern. Lernen war lebenslang seine Wonne.

Der heilige Beda war aber nicht nur fleißig, sondern auch fromm. Wenn vom hohen Klosterturm die Glocke zum Gottesdienst rief, mehrmals am Tag und einmal in der Nacht, war Beda meist als erster von den Brüdern zur Stelle. Mit ganzer Seele diente er dem Herrn in seinem Heiligtum. Schon die Art, wie er die Kniebeuge machte, war wie eine Predigt, so schön und lehrreich sah es sich an. Stets auch betete und sang er mit den anderen und sprach jedes Wort deutlich aus, und dass er mit dem Nebenmann in der Kirche schwätzte, ist nie beobachtet worden, und ganz undenkbar war es, dass er beim Gebet umhersah, um zu beobachten, was die anderen trieben. Bei ihm war es so, wie es sein soll, dass nämlich beim Beten das Herz vorbeten, der Mund nachbeten und Augen, Hände und Knie mitbeten müssen.

Schön war auch Sankt Bedas Tod. Lange vorher litt er bereits schwer an Atemnot, die ihn aber nicht daran hinderte, bis zu seinem letzten Lebenstag Schule zu halten. Die übrige Zeit des Tages und einen Teil der Nacht brachte er während der Krankheit im Gebet zu, damit ihn der Herr bei seinem Kommen wachend finde. Als die körperliche Schwäche zunahm, empfing Beda am Tag vor Christi Himmelfahrt kniend die heiligen Sterbesakramente, ging anschließend in das Klassenzimmer und diktierte den Schülern wie immer. Nur sagte er, sie möchten schneller schreiben als sonst, weil er bald abberufen werde. So sagte er, und er behielt recht, denn am anderen Morgen, am Himmelfahrtstag des Herrn, trat er die eigene Himmelfahrt an. Wieder kniete er auf dem Fußboden seiner Zelle, und als er merkte, dass der Tod neben ihm stand, schlug er über sich noch einmal ein Kreuzzeichen und sagte: „Nun ist alles gut vorüber im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ Das waren Bedas letzte Worte, und während der tote Körper noch eine Weile in der knienden Stellung verharrte, zog die Seele himmelwärts am Himmelfahrtstag des Jahres 735. Es war ein schöner Tod.

Wohl war das Christentum schon früh nach England vorgedrungen. Aber die Wogen der Völkerwanderung hatten im 4. Und 5. Jahrhundert die hoffnungsvoll aufsprossende Saat wieder überschwemmt und vernichtet. Erst unter Abt Augustin, der gegen Ende des 6. Jahrhunderts mit 40 Gefährten nach England kam, fasste das Christentum auf den britischen Inseln festen Fuß und nahm nun einen raschen Aufschwung. Schon hundert Jahre nach Augustin erreichte es in der überragenden Gestalt des heiligen Beda einen Gipfelpunkt geistiger Bildung. Beda, den die Nachwelt mit dem wohlverdienten Beinamen Venerabilis (der Ehrwürdige) auszeichnete, war die hellste Leuchte seines Jahrhunderts und der Stolz seines Volkes.

Die Inschrift auf dem Grab des Heiligen in der Marienkirche zu Dunelm konnte ohne Übertreibung von Beda rühmen, es sei in ihm aus einem entlegensten Ende der Erde eine Leuchte für die ganze Welt aufgegangen. Hat doch kaum ein anderer Gelehrter einen nachhaltigeren Einfluss auf das Geistesleben der späteren Jahrhunderte ausgeübt als Beda Venerabilis.

Wenn die Kirche Beda unter die Schar der Heiligen aufnahm und Papst Leo XIII. ihn der Zahl der heiligen Kirchenlehrer beigesellte, so galt diese Verehrung nicht bloß dem gelehrten Professor und Schriftsteller, sondern auch dem Vorbild christlicher Vollkommenheit. In Bedas Leben gibt es keine außerordentlichen Wunderwerke. Seine Heiligkeit bestand darin, dass er die gewöhnlichen Andachts- und Tugendübungen des Ordensmannes mit ungewöhnlicher Vollkommenheit und Heiligkeit verrichtete. Beda lehrt durch sein Leben, dass der Schwerpunkt der Selbstheiligung und Vervollkommnung nicht in den außerordentlichen Taten und Wunderwerken liegt, sondern in den sogenannten kleinen Tugenden. Gute Meinung, starker Opfergeist und reine Gottesliebe vermögen mit Hilfe der Gnade Gottes aus kleinen Steinchen einen Ewigkeitsbau leuchtender Heiligkeit zu errichten. Auch die kleinen Schritte alltäglicher treuester Pflichterfüllung führen zum Berg Gottes und zu den Höhen strahlender Heiligkeit, wenn sie nur beschwingt sind von lauterer Absicht.

Gebet am 25. Mai

Heilige Maria, du ehrwürdige Jungfrau, ich erwähle dich heute und allezeit zu meiner Schutzfrau und Fürsprecherin, und mache dir das ernsthafte Versprechen, dass ich dir mit aller Treue dienen werde, bis zum letzten Augenblick meines Lebens. Ich werde mich sorgfältig in Acht nehmen, etwas zu denken, zu reden oder zu tun, was deiner Ehre irgend einen Abbruch tun könnte. Ich werde vielmehr stets für deine Ehre eifern und alle meine Kräfte aufbieten, dass dich auch meine Mitmenschen verehren und lieben. Sollte es jemand wagen, gegen dich etwas Ehrenrühriges vorzubringen oder zu unternehmen, so werde ich ihn, wenn es mir anders möglich ist, zurechtweisen und mich bemühen, ihn durch Belehrung und Ermahnung auf bessere Wege zu bringen. Ich bitte dich also demütigst, o heilige Jungfrau Maria, nimm mich zu deinem beständigen Diener an, gewähre mir in allen meinen Anliegen und Versuchungen deinen gnädigen Schutz und stehe mir bei in der Stunde des Todes, dass ich im letzten Kampf glücklich kämpfe und in Frieden scheide. Amen.

Zu Gott

Nur das Feuer deiner göttlichen Liebe, o Gott, vermag unser Herz von allem Irdischen zu reinigen und deinen Gnadenströmen zu öffnen. Nichts ist uns schwer, wenn die göttliche Glut in uns brennt. Kein Opfer ist uns zu groß, wenn wir es aus Liebe geben. Stärke und erhalte uns doch in dieser alles vollbringenden Tugend, damit du hier der einzige Grund unseres Strebens und jenseits unsere ewige Glückseligkeit bist. Amen.

Zu Gott auf die Fürbitte des heiligen Martyrers Urbanus

O Herr, lass dir unsere Andacht wohlgefällig sein, und verleihe, dass sie uns durch die Fürbitte des heiligen Papstes Urban, dessen Andenken wir feiern, zum ewigen Leben behilflich sei, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Andenken an die seligste Jungfrau

Mitten in den innerlichen Qualen hörte die heilige Magdalena, deren Leben heute beschrieben wird, die ihr Mut zusprechende Stimme Gottes: die Mutter meines eingeborenen Sohnes wird dich beschützen, und sie hat es wunderbar erfahren.