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Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof, Mystiker

Tina 13
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Metropolit von Sebaste * nach 330 in Cäsarea, - heute Kayseri in der Türkei † 394 in Sebaste, heute Sivas in der Türkei (?) - Gregor war der jüngere Bruder des Basilius. Gregor heiratete zunächst, …Mehr
Metropolit von Sebaste
* nach 330 in Cäsarea,
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heute Kayseri in der Türkei
† 394 in Sebaste, heute Sivas in der Türkei (?)
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Gregor war der jüngere Bruder des Basilius. Gregor heiratete zunächst, trat aber nach dem Tod seiner Frau in ein von Basilius gegründetes Kloster ein. 372 weihte ihn Basilius zum Bischof von Nyssa - dem heutigen Nevşehir. Wegen Veruntreuung von Geldern seiner Diözese musste er einige Jahre in der Verbannung leben, wurde aber 380 zum Metropoliten von Sebaste ernannt. Gregors streng orthodoxe Haltung machte ihn zu einem erbitterten Gegner des Arianismus. Auf dem Konzil von Konstantinopel von 381 verfocht er seine Positionen gegen die Arianer.

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Zu Gregors bedeutenden Abhandlungen gehört die Kampfschrift Gegen Eunomius, in welcher er das Nicänische Glaubensbekenntnis verteidigt. Sein Hauptwerk, das Große katechetische Gebet betont die Richtigkeit der christlichen Lehre gegenüber Juden und Heiden.
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Gregors Begräbnisort ist unbekannt; im Ivironkloster auf dem Athos wird eine Reliquie gezeigt, die sein Kopf sei
Tina 13
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

Durch Wasser gerettet

Jeder, der den Bericht von der Durchquerung des Roten Meeres hört, erkennt, woraus das Geheimnis des Wassers besteht, in das man zusammen mit der ganzen feindlichen Streitmacht eintaucht, und aus dem man alleine wiederauftaucht, während die feindliche Streitmacht am Meeresgrund verbleibt. Wer erkennt nicht, dass diese …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

Durch Wasser gerettet

Jeder, der den Bericht von der Durchquerung des Roten Meeres hört, erkennt, woraus das Geheimnis des Wassers besteht, in das man zusammen mit der ganzen feindlichen Streitmacht eintaucht, und aus dem man alleine wiederauftaucht, während die feindliche Streitmacht am Meeresgrund verbleibt. Wer erkennt nicht, dass diese ägyptische Streitmacht […] die mannigfaltigen Leidenschaften der Seele darstellt, denen der Mensch ausgeliefert ist: Wutgefühle, verschiedene Lustgefühle, Traurigkeit oder Gier? [...] All das, und alles was dem zugrunde liegt, stürzt sich bei der Verfolgung der Israeliten, zusammen mit dem Anführer der hasserfüllten Angreifer, ins Wasser.

Das Wasser aber wird, durch die Kraft, die vom Stab des Glaubens ausgeht, und durch die Macht der lichtvollen Wolkensäule (Ex 14,16.19), zur Lebensquelle für alle, die in ihm Zuflucht suchen – und zur Todesursache für alle, die sie verfolgen […] Wenn man den darin verborgenen Sinn freilegt, so bedeutet dies, dass alle, die durch das sakramentale Wasser der Taufe schreiten, darin alle bösen Neigungen, mit denen sie im Kampf liegen, ertränken müssen: Geiz, unreines Verlangen, Lust zu stehlen, Eitelkeiten und Stolz, Ausbrüche von Zorn, Rachsucht, Neid, Eifersucht […]

So ist es auch mit dem Mysterium des jüdischen Osterfestes: Man nannte das Lamm, dessen Blut diejenigen vor dem Tode bewahrte, die es anwendeten, „Paschalamm“ (Ex 12,21.23). In diesem Mysterium verlangt das Gesetz zusammen mit dem Lamm ungesäuertes Brot, ohne alten Sauerteig, zu essen, sodass das neue Leben auch nicht den kleinsten Rest von Sündhaftigkeit mehr in sich habe (1 Kor 5,7-8) […] So muss auch die ganze ägyptische Streitmacht, also jedwede Form von Sünde, ins Bad des Heiles wie in die Tiefe des Meeres versenkt werden und daraus wiederauftauchen: entblößt von allem, was nicht zu uns gehört.

Das Leben des Mose, II, 121f.; SC 1
Tina 13
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

„Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde“

Darin besteht eines der wichtigsten Gebote unseres Herrn: dass die Jünger alles Irdische wie Staub abschütteln [...], um mit großem Schwung himmelwärts getragen zu werden. Er ermahnt uns, den Schlaf zu überwinden, nach dem zu streben, was droben ist (Kol 3,1), unermüdlich …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

„Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde“

Darin besteht eines der wichtigsten Gebote unseres Herrn: dass die Jünger alles Irdische wie Staub abschütteln [...], um mit großem Schwung himmelwärts getragen zu werden. Er ermahnt uns, den Schlaf zu überwinden, nach dem zu streben, was droben ist (Kol 3,1), unermüdlich geistlich wach zu bleiben, die verführerische Schläfrigkeit von unseren Augen zu wischen. Denn ich möchte von dieser Lähmung und Schläfrigkeit sprechen, die den Menschen an den Irrtum fesselt und die Traumbilder erzeugt: Ehre, Reichtum, Macht, Größe, Genuss, Erfolg, Gewinn oder großes Ansehen [...]

Um solche Träume vergessen zu können, bittet uns der Herr, die auf uns lastende Schläfrigkeit zu überwinden: lassen wir uns nicht das Wahre nehmen, indem wir zügellos dem Nichtigen hinterher rennen. Er bittet uns demnach, zu wachen: „Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen!“ (Lk 12,35). Das Licht, das unsere Augen blendet, vertreibe unseren Schlaf; der Gürtel, der unsere Hüften umgibt, möge unseren Körper wachhalten; als ein Ausdruck unseres Bemühens, das keine Nachlässigkeit duldet.

Dass der Sinn dieses Bildes klar sei! Die eigenen Hüften mit Enthaltsamkeit gürten, bedeutet im Licht eines reinen Gewissens zu leben. Das durch die Lauterkeit entzündete Licht erhellt das Gesicht, lässt die Wahrheit aufstrahlen, hält die Seele wach, macht sie immun gegen die Falschheit und entfremdet sie der Unsinnigkeit unserer ärmlichen Träumereien. Lasst uns nach dem Gesetz Christi leben, dann werden wir das Leben der Engel teilen. Mit ihnen will er uns durch dieses Gebot ähnlich machen: „Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft“ (Lk 12,36). Sie sind nämlich die, die mit wachen Augen an der Himmelspforte sitzen, damit der König der Herrlichkeit (Ps 24(23),7) bei seiner Rückkehr in den Hochzeitssaal dort an ihnen vorbeikommt.

Predigten zum Hohenlied, Nr.11, 1
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Tina 13
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„Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo“

Im Hohelied Salomos wird die Seele dargestellt als Braut, die geschmückt ist für eine nicht-körperliche, geistliche und makellose Vereinigung mit Gott. Er, der „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4), legt in dem Text die erhabenste …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

„Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo“

Im Hohelied Salomos wird die Seele dargestellt als Braut, die geschmückt ist für eine nicht-körperliche, geistliche und makellose Vereinigung mit Gott. Er, der „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4), legt in dem Text die erhabenste Möglichkeit dar, die seligmachende Möglichkeit zur Errettung: diejenige, die über die Liebe sich vollzieht. Es gibt Menschen, die das Heil auch über die Furcht finden können. Wenn wir an die Strafen denken, die uns in der Hölle drohen, hüten wir uns vor dem Bösen. Es gibt auch Menschen, die ein rechtschaffenes und tugendhaftes Leben führen, weil sie auf den Lohn hoffen, der auf den wartet, der ein frommes Leben geführt hat. So handeln sie nicht aus Liebe zum Guten, sondern aus Hoffnung auf Belohnung.

Wenn man sich auf den Weg zur Vollkommenheit machen will, verbanne man zuerst die Furcht aus der Seele. Mit seinem Herrn nicht durch Liebe verbunden zu sein, lässt auf eine sklavische Einstellung schließen [...] Lieben tut man „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit allen Kräften“(vgl. Mk 12,30), und zwar nicht irgendein Geschenk, das man empfängt, sondern den, von dem diese Güter kommen. So soll, wie Salomo sagt, die Seele beschaffen sein [...]

Glaubst du etwa, ich meine damit Salomo, den Sohn der Batseba, der auf dem Berg tausend Ochsen geopfert und auf Anraten seiner ausländischen Frau gesündigt hat? Nein, ich meine einen anderen Salomo, der dem Blut nach ebenfalls von David stammt. Sein Name ist „Friede“ [der Name Salomo bedeutet „Mann des Friedens“, vgl. 1 Chr 22,9]. Er ist der wahre König Israels, der Erbauer des Tempels Gottes, derjenige, in dem alle Erkenntnis ist. Seine Weisheit ist unermesslich; mehr noch: er ist wesenhaft Weisheit und Wahrheit. Sein Name und sein Denken sind vollkommen göttlich und erhaben. Er hat sich Salomos wie eines Instruments bedient; durch dessen Stimme wendet er sich an uns, zuerst im Buch der Sprichwörter, dann im Buch Kohelet und schließlich im Hohelied. Auf methodische und geordnete Weise zeigt er so unserem Denken, wie es fortschreiten kann hin zur Vollkommenheit

Homilie 1 über das Hohelied
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„Selig, die arm sind vor Gott“

Da fast alle Menschen von Natur aus zum Stolz neigen, brandmarkt der Herr zu Beginn der Seligpreisungen das Grundübel der Selbstgefälligkeit und rät, sich den wahren, den freiwillig Armen zum Vorbild zu nehmen, ihn, der wirklich selig ist – um ihm, so gut es geht, durch freiwillige Armut ähnlich zu werden, und …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

„Selig, die arm sind vor Gott“

Da fast alle Menschen von Natur aus zum Stolz neigen, brandmarkt der Herr zu Beginn der Seligpreisungen das Grundübel der Selbstgefälligkeit und rät, sich den wahren, den freiwillig Armen zum Vorbild zu nehmen, ihn, der wirklich selig ist – um ihm, so gut es geht, durch freiwillige Armut ähnlich zu werden, und so teilzuhaben an seiner Seligkeit, an seinem Glück. „Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave“ (Phil 2,5-7).

Was gibt es für Gott Beschämenderes, als das Leben eines Sklaven zu führen? Was gibt es für den König des Universums Geringeres, als unsere Menschennatur anzunehmen? Der König der Könige und Herr der Herren, der Richter aller (1 Tim 6,17; Hebr 12,33) zahlt dem Kaiser Steuern (Mk 12,17). Der Herr der Schöpfung umarmt diese Welt, tritt in eine Höhle, findet in einem Gasthof keinen Platz und sucht in einem Stall Zuflucht, zusammen mit Tieren, die keine Vernunft haben. Der ganz Reine lädt den Schmutz der menschlichen Natur auf sich, teilt mit uns alles Elend und macht schließlich sogar die Erfahrung des Todes. Wie ganz ohne Maß ist doch seine freiwillig angenommene Armut! Das Leben selbst verkostet den Tod, der Richter wird vor den Gerichtshof gezerrt, der Herr des Lebens aller Menschen unterwirft sich einem Richter, der König der himmlischen Mächte entzieht sich den Henkern nicht. Daran, sagt der Apostel Paulus, kann man seine Demut ermessen (Phil 2,5-7).

Die Seligpreisungen, 1
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„Zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das erntereife Korn“

Das gegenwärtige Leben ist ein Weg, der ans Ziel unserer Hoffnung führt – genauso wie man an den Trieben die Frucht sich aus der Blüte entwickeln sieht, eine Frucht, die dank der Blüte als Frucht zu existieren beginnt, auch wenn die Blüte nicht selbst die Frucht ist. Ebenso ist nicht …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

„Zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das erntereife Korn“

Das gegenwärtige Leben ist ein Weg, der ans Ziel unserer Hoffnung führt – genauso wie man an den Trieben die Frucht sich aus der Blüte entwickeln sieht, eine Frucht, die dank der Blüte als Frucht zu existieren beginnt, auch wenn die Blüte nicht selbst die Frucht ist. Ebenso ist nicht gleich Erntezeit, wenn der Halm zum Vorschein kommt. Auch ist die Zeit der Ernte (die aus der Saat hervorgeht) nicht dann schon gekommen, wenn der Halm zu sprießen beginnt. Vielmehr wächst der Halm zuerst, und wenn er abgestorben ist, kommt der Getreidestengel zum Vorschein. So reift nun die Frucht oben in der Ähre.

Unser Schöpfer hat uns nicht zu einem embryonalen Leben bestimmt; das Leben Neugeborener ist nicht Ziel und Zweck der Natur. Sie zielt auch nicht auf die nachfolgenden Altersstufen ab, denen sie im Laufe der Zeit ein wechselndes Aussehen verleiht. Sie zielt auch nicht ab auf die körperliche Zersetzung, die beim Tod eintritt. Alle diese Zustände sind Etappen auf unserem Weg. Das endgültige Ziel dieses Marsches durch diese verschiedenen Zustände ist die Gottähnlichkeit. Das angestrebte Ziel des Lebens ist die Glückseligkeit. Aber alles, was jetzt den Körper betrifft, - Tod, Alter, Jugend, Kindheit, das Werden des Embryos – alle diese Zustände bilden einen Weg, eine Aufeinanderfolge und ein Potential, das zur erhofften Reife führt – wie bei Pflänzchen, Halm und reifer Ähre.

Predigt über die Verstorbenen
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Hl. Gregor von Nyssa
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"Seht, ich mache alles neu“ (Offb 21,5)
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Dieser Tag ist der erste Tag einer neuen Schöpfung. An diesem Tag erschafft Gott „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Jes 65,17; Offb 21,1)… An dem Tag wird der echte Mensch geschaffen, der Mensch, der „Gottes Abbild und ihm ähnlich ist“ (Gen 1klar, welche Welt eingeweiht wird an diesem Tag, an dem „Tag, dencht hat“ (Gen 1,26)……Mehr
Hl. Gregor von Nyssa
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"Seht, ich mache alles neu“ (Offb 21,5)
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Dieser Tag ist der erste Tag einer neuen Schöpfung. An diesem Tag erschafft Gott „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Jes 65,17; Offb 21,1)… An dem Tag wird der echte Mensch geschaffen, der Mensch, der „Gottes Abbild und ihm ähnlich ist“ (Gen 1klar, welche Welt eingeweiht wird an diesem Tag, an dem „Tag, dencht hat“ (Gen 1,26)… Der Tag hat den Schmerz des Todes behoben und „den Erstgeborenen der Toten“ (Kol 1,18) zur Welt gebracht. An diesem Tag wird der Kerker des Todes zerstört, die Blinden werden wieder sehend, „das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird allen leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes“ (Lk 1,78f)… Lasst auch uns eilen, das erstaunliche Schauspiel zu sehen…, damit die Frauen uns nicht zuvorkommen. Lasst uns wohlriechende Salben, nämlich den Glauben und das Gewissen, mitbringen; denn das ist „Christi Wohlgeruch“ (Lk 24,1; 2 Kor 2,15). Lasst uns „den Lebenden nicht mehr bei den Toten“ suchen (Lk 24,5); denn der Herr sagt: „Halte mich nicht fest“ (Joh 20,17), und weist den zurück, der sich ihm auf diese Weise nähert. Schau in deinem Glauben nicht mehr den an, der leiblich Sklave war, sondern bete den an, der in der Herrlichkeit des Vaters lebt, Gott gleich. Vergiss, dass er „wie ein Sklave“ war (Phil 2,6-7). Hören wir die frohe Botschaft der Maria Magdalena; sie war dank ihres Glaubens schneller als der Mann… Was für eine frohe Botschaft bringt sie? Die Botschaft, „nicht von einem Menschen, nicht durch einen Menschen, sondern von Jesus Christus“ (Gal 1,1). „Höre“, sagt sie, „was der Herr euch durch uns sagen lässt, euch, die er seine Brüder nennt: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu euerm Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“ (Joh 20,17). Welch schöne und gute Nachricht! Er, der um unseretwillen einer wie wir geworden ist, um uns zu seinen Brüdern zu machen…, er nimmt das ganze Menschengeschlecht mit sich hin zum wahren Vater… Er, der für seine vielen Brüder (Röm 8,29) im Fleisch zum Erstgeborenen der Neuen Schöpfung geworden ist, er hat die ganze Natur mit sich gezogen
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(2. Homilie zu Ostern )
Tina 13
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

„Von allen gehasst“

Wenn das Geschenk, das Gott der Welt mit der Sendung seines Sohnes gemacht hat, doch so wertvoll, Gottes so würdig ist – warum hat er mit dieser seiner Wohltat so lange gewartet? Warum hat er, als das Böse in der Welt noch in seinen Anfängen steckte, dessen weiterer Entwicklung nicht Einhalt geboten? Auf diesen Einwand …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

„Von allen gehasst“

Wenn das Geschenk, das Gott der Welt mit der Sendung seines Sohnes gemacht hat, doch so wertvoll, Gottes so würdig ist – warum hat er mit dieser seiner Wohltat so lange gewartet? Warum hat er, als das Böse in der Welt noch in seinen Anfängen steckte, dessen weiterer Entwicklung nicht Einhalt geboten? Auf diesen Einwand kann kurz entgegnet werden: dass diese Wohltat aufgeschoben wurde, ist der Weisheit, der Vorsehung Gottes, des wesenhaft guten Seins geschuldet. Es ist doch wie bei körperlichen Krankheiten […] die Ärzte warten ab, bis das anfangs zuerst im Körper verborgene Kranke außen sichtbar wird, so dass man ihm, wenn es offen zu Tage tritt, die notwendige Behandlung angedeihen lassen kann. Ebenso hat der Arzt des Universums, als die Krankheit der Sünde sich über das Menschengeschlecht ausbreitete, abgewartet, bis jegliche Form von Verderbtheit offenbar war. Deshalb hat Gott nicht sogleich nach dem Ausbruch von Kains Eifersucht und dem Mord an seinem Bruder Abel die Welt seiner Behandlung unterzogen […] Erst als die Lasterhaftigkeit ihren Höhepunkt erreicht hatte und es keine Abartigkeit mehr gab, vor der die Menschen sich gehütet hätten, fing Gott an, die Krankheit zu behandeln: nicht schon bei ihrem Ausbruch, sondern als sie sich voll entwickelt hatte. So konnte die göttliche Therapie jedem menschlichen Gebrechen gelten.

Große katechetische Rede, 29-30
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„Sofort konnte der Mann sehen und folgte Jesus nach“

[Auf dem Berg Sinai sprach Moses zum Herrn: „Ich bitte Dich: Lasse mich Deine Herrlichkeit schauen.“ Gott antwortete ihm: „Ich werde meine ganze Herrlichkeit vor dir vorüberziehen lassen [...] doch mein Angesicht kannst du nicht schauen.“ (Ex 33,18ff.)]

Diesen Wunsch zu verspüren scheint mir einer Seele eigen zu sein, …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa

„Sofort konnte der Mann sehen und folgte Jesus nach“

[Auf dem Berg Sinai sprach Moses zum Herrn: „Ich bitte Dich: Lasse mich Deine Herrlichkeit schauen.“ Gott antwortete ihm: „Ich werde meine ganze Herrlichkeit vor dir vorüberziehen lassen [...] doch mein Angesicht kannst du nicht schauen.“ (Ex 33,18ff.)]

Diesen Wunsch zu verspüren scheint mir einer Seele eigen zu sein, die ganz angetrieben wird von der Liebe zu der wesenhaften Schönheit, einer Seele, die nur von der Hoffnung angetrieben wird, die Schönheit zu suchen, die sie gesehen hat und die über den Dingen steht [...] Diese gewagte Bitte, die die Grenzen des Verlangens überschreitet, besteht darin, sich nicht nur der Schönheit durch Spiegel und Widerschein zu erfreuen, sondern von Angesicht zu Angesicht. Die göttliche Stimme gewährt, was erbeten wurde durch die Tatsache selbst, dass sie es zurückweist [...]: Die Großmut Gottes gewährt ihm die Erfüllung seines Wunsches; doch gleichzeitig verheißt sie ihm nicht die Ruhe und die Sättigung [...] Darin besteht die wahrhaftige Schau Gottes: in der Tatsache, dass einer, der die Augen zu ihm erhebt, niemals aufhört, Ihn zu ersehnen. Deshalb spricht er: „Du kannst mein Angesicht nicht schauen.“ [...]

Der Herr, der Moses so geantwortet hat, antwortet in ähnlicher Weise seinen Jüngern, indem er den Sinn dieses Zeichens erhellt. „Wenn jemand mir nachfolgen will“, so sagt er (vgl. Lk 9,23) und nicht: „Wenn jemand mir vorausgehen will“. Jemandem, der ihn um die Bedingungen für das ewige Leben bittet, bedeutet er gleichermaßen: „Komm und folge mir nach.“ (Lk 18,22). Doch wer folgt, ist dem Rücken desjenigen zugewendet, der ihn führt. Die Lehre, die Moses also über die Weise erteilt wird, in der es möglich ist, Gott zu sehen, ist diese: Gott dorthin folgen, wohin Er führt, das heißt Gott sehen [...]

Es ist nämlich dem nicht möglich, sicher zu reisen, der den Weg nicht kennt und nicht dem Führer folgt. Der Führer zeigt ihm den Weg, indem er ihm vorangeht. Wer folgt, wird sich nicht verirren vom rechten Weg, wenn er dem, der ihm vorangeht, immer im Rücken bleibt. Denn tatsächlich nimmt einen anderen Weg als sein Führer, wer seitlich ausweicht oder seinem Führer ins Gesicht schaut. Deshalb spricht Gott zu dem, den er führt: „Mein Angesicht wirst du nicht schauen“, das heißt: „Stehe deinem Führer nicht gegenüber.“ Denn dann würdest du in umgekehrter Richtung laufen [...] Du siehst, wie wichtig es ist zu lernen, Gott zu folgen. Für den, der Ihm auf diese Weise folgt, wird sich kein einziger der Widerstände des Bösen seinem Weg entgegenstellen.

Das Leben Mose, II, 231-233, 251-253
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„Seht, ich mache alles neu“ (Offb 21,5)

Dieser Tag ist der erste Tag einer neuen Schöpfung. An diesem Tag erschafft Gott „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Jes 65,17; Offb 21,1)… An dem Tag wird der echte Mensch geschaffen, der Mensch, der „Gottes Abbild und ihm ähnlich ist“ (Gen 1,26). Mach dir klar, welche Welt eingeweiht wird an diesem Tag, an dem „Tag, den der …Mehr
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„Seht, ich mache alles neu“ (Offb 21,5)

Dieser Tag ist der erste Tag einer neuen Schöpfung. An diesem Tag erschafft Gott „einen neuen Himmel und eine neue Erde“ (Jes 65,17; Offb 21,1)… An dem Tag wird der echte Mensch geschaffen, der Mensch, der „Gottes Abbild und ihm ähnlich ist“ (Gen 1,26). Mach dir klar, welche Welt eingeweiht wird an diesem Tag, an dem „Tag, den der Herr gemacht hat“ (Gen 1,26)… Der Tag hat den Schmerz des Todes behoben und „den Erstgeborenen der Toten“ (Kol 1,18) zur Welt gebracht. An diesem Tag wird der Kerker des Todes zerstört, die Blinden werden wieder sehend, „das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird allen leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes“ (Lk 1,78f)… Lasst auch uns eilen, das erstaunliche Schauspiel zu sehen…, damit die Frauen uns nicht zuvorkommen. Lasst uns wohlriechende Salben, nämlich den Glauben und das Gewissen, mitbringen; denn das ist „Christi Wohlgeruch“ (Lk 24,1; 2 Kor 2,15). Lasst uns „den Lebenden nicht mehr bei den Toten“ suchen (Lk 24,5); denn der Herr sagt: „Halte mich nicht fest“ (Joh 20,17), und weist den zurück, der sich ihm auf diese Weise nähert. Schau in deinem Glauben nicht mehr den an, der leiblich Sklave war, sondern bete den an, der in der Herrlichkeit des Vaters lebt, Gott gleich. Vergiss, dass er „wie ein Sklave“ war (Phil 2,6-7). Hören wir die frohe Botschaft der Maria Magdalena; sie war dank ihres Glaubens schneller als der Mann… Was für eine frohe Botschaft bringt sie? Die Botschaft, „nicht von einem Menschen, nicht durch einen Menschen, sondern von Jesus Christus“ (Gal 1,1). „Höre“, sagt sie, „was der Herr euch durch uns sagen lässt, euch, die er seine Brüder nennt: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu euerm Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“ (Joh 20,17). Welch schöne und gute Nachricht! Er, der um unseretwillen einer wie wir geworden ist, um uns zu seinen Brüdern zu machen…, er nimmt das ganze Menschengeschlecht mit sich hin zum wahren Vater… Er, der für seine vielen Brüder (Röm 8,29) im Fleisch zum Erstgeborenen der Neuen Schöpfung geworden ist, er hat die ganze Natur mit sich gezogen. ( 2. Homilie zu Ostern )
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„Er hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben"

„Wohin führst du deine Herde zum Weiden“, o guter Hirt, der du sie zur Gänze auf deinen Schultern trägst? Denn das menschliche Geschlecht im Ganzen ist ein einziges Schaf, das du auf deine Schultern genommen hast. Zeige mir den Ort deiner Weide, lasse mich um die Wasser deiner Erquickung …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa

„Er hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben"

„Wohin führst du deine Herde zum Weiden“, o guter Hirt, der du sie zur Gänze auf deinen Schultern trägst? Denn das menschliche Geschlecht im Ganzen ist ein einziges Schaf, das du auf deine Schultern genommen hast. Zeige mir den Ort deiner Weide, lasse mich um die Wasser deiner Erquickung wissen, führe mich zum fetten Gras, rufe mich bei meinem Namen, damit ich deine Stimme höre, ich, der ich dein Schaf bin – damit deine Stimme für mich das ewige Leben sei.

Ja, „sage es mir, du, den mein Herz liebt“. So nenne ich dich, denn dein Name ist über alle Namen, unaussprechlich und unerreichbar für alle Geschöpfe, denen Verstand gegeben wurde. Doch gerade dieser Name, er bezeugt mein Empfinden für dich, er drückt deine Güte aus. Wie sollte ich dich nicht lieben, der du mich geliebt hast, obwohl ich ganz verbrannt war; der du mich so geliebt hast, dass du dein Leben gegeben hast für die Schafe, deren Hirte du bist. Es ist unmöglich, sich eine größere Liebe vorzustellen: dass du dein Leben gegeben hast um meines Heiles willen.

Lasse mich also wissen, „wohin du deine Herde zum Weiden führst“, damit ich die Weide des Heils finden kann, um mich an der himmlischen Nahrung satt essen zu können, von der jeder Mensch essen muss, wenn er ins Leben eingehen will; wenn er zu dir laufen will, der du die Quelle bist, und in langen Zügen das göttliche Wasser trinken will, das du sprudeln lässt für die, die Durst haben. Dieses Wasser ergießt sich aus deiner Seite, seitdem die Lanze dort die Wunde geöffnet hat. Und jeder, der davon trinkt, wird zu einer sprudelnden Quelle ewigen Lebens.

(Zitierte Bibelstellen: Hld 1,7; Lk 15,5; Ps 23; Joh 10,3; Hld 1,7; Phil 2,9; Hld 1,5; Joh 10,11; 15,13; 19,34; 4,14)

Homilien zum Hohenlied
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„Heiliger Vater, bewahre sie [meine Jünger] damit sie eins sind wie wir“

Der Geliebte sagt im Hohenlied: „Einzig ist meine Taube, die Makellose, die Einzige ihrer Mutter…“ (6,9). Aber der Sinn dieser Worte erschließt sich uns genauer aus den Worten des Herrn, von denen das Evangelium berichtet. Durch seinen Segen hat er seinen Jüngern alle Vollmacht verliehen. In seinem …Mehr
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„Heiliger Vater, bewahre sie [meine Jünger] damit sie eins sind wie wir“

Der Geliebte sagt im Hohenlied: „Einzig ist meine Taube, die Makellose, die Einzige ihrer Mutter…“ (6,9). Aber der Sinn dieser Worte erschließt sich uns genauer aus den Worten des Herrn, von denen das Evangelium berichtet. Durch seinen Segen hat er seinen Jüngern alle Vollmacht verliehen. In seinem Gebet zum Vater beschenkt er sodann alle, die ihrer würdig sind, mit den anderen Gütern. Und er fügt das wichtigste Gut hinzu: dass seine Jünger nicht mehr uneins sind…, sondern dass sie alle eins sind in ihrer Verbundenheit mit dem alleinigen und einzigen Gut. So werden sie in „der Einheit des Geistes durch den Frieden zusammengehalten“ und werden „e i n Leib und e i n Geist, wie ihnen auch durch ihre Berufung e i n e gemeinsame Hoffnung gegeben ist“ (Eph 4, 3-4).

„Sie sollen eins sein, Vater, so wie du in mir bist und ich in dir“. Nun, das Band dieser Einheit ist die Herrlichkeit. Niemand, der die Worte des Herrn ernsthaft bedenkt, kann bestreiten, dass der Heilige Geist mit „Herrlichkeit“ gemeint ist, wenn es heißt: „Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast! (Joh 17,22). Er hat ihnen ja diese Herrlichkeit gegeben mit den Worten: „Empfangt den Heiligen Geist“ (Joh 20,22): Eine Herrlichkeit, die er schon immer hatte, noch „bevor die Welt war“ (Joh 17,5), und doch hat Christus sie angenommen, als er unsere menschliche Natur annahm. Und als diese Natur durch den Geist verherrlicht war, empfing alles, was an derselben Natur teilhat, die Teilhabe an der Herrlichkeit des Geistes, so wie schon anfänglich die Jünger. Deshalb sagt Jesus: „Vater, ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind“.

Predigten über das Hohelied, Nr. 15; PG 44,1116
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Frucht bringen in Dem, der in der Fülle der Zeit Frucht gebracht hat

„Eine Zyperntraube ist mein Geliebter für mich, in den Weinbergen von En-Gedi“ (Hld 1,14 LXX)... Diese göttliche Traube steht in Blüte vor der Passion und vergießt ihren Wein in der Passion... Am Stock hat die Traube nicht immer die gleiche Gestalt. Sie blüht, sie rundet sich, ist fertig und dann, ganz …Mehr
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Frucht bringen in Dem, der in der Fülle der Zeit Frucht gebracht hat

„Eine Zyperntraube ist mein Geliebter für mich, in den Weinbergen von En-Gedi“ (Hld 1,14 LXX)... Diese göttliche Traube steht in Blüte vor der Passion und vergießt ihren Wein in der Passion... Am Stock hat die Traube nicht immer die gleiche Gestalt. Sie blüht, sie rundet sich, ist fertig und dann, ganz reif, verwandelt sie sich in Wein. Der Weinberg verheißt also Frucht: Die Frucht ist noch nicht soweit gereift, um schon Wein zu liefern, sie wartet auf die Fülle der Zeit. Sie kann uns aber durchaus schon erfreuen. Noch vor dem Geschmack erfreut sie durch ihren Duft und lässt auf kommende Genüsse hoffen. Sie betört die Sinne der Seele durch den Duft der Hoffnung. Denn die sichere Zusage der erhofften Gnade wird für die, die in der Hoffnung verharren, schon zum Genuss. So verhält es sich auch mit den Zyperntrauben, die Wein verheißen, bevor sie zu Wein werden: sichere Zusage der kommenden Gnade. Wessen Wille sich im Einklang mit dem des Herrn befindet, weil er Tag und Nacht über ihn nachdenkt, der ist „wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken“ (Ps 1,1-3). Deshalb bringt der Weinberg des Herrn, der in der fruchtbaren Erde von En-Gedi, also im Grund der Seele, verwurzelt ist und durch die göttliche Lehre mit Wasser und Dünger versorgt wird, diesen blühenden, weitverzweigten Weinstock hervor, in welchem er, der Weinberg, seinen eigenen Gärtner und Winzer betrachten kann. Glücklich der Acker, dessen Frucht die Schönheit seines Erbauers widerspiegelt! Denn dieser ist das wahre Licht, das wahre Leben, die wahre Gerechtigkeit und viele andere Tugenden mehr. Wenn jemand durch seine Werke dem göttlichen Gemahl ähnlich wird, so sieht er, wenn er die Frucht seines eigenen Gewissens betrachtet, den Gemahl selbst, denn in einem lichtreichen und fleckenlosen Leben spiegelt er das Licht der Wahrheit wieder. Deshalb sagt dieser fruchtbare Weinberg: „Meine Trauben treiben und blühen“ (vgl. Hld 7,13). Der göttliche Gemahl ist selbst diese wahre, ans Holz angeheftete Traube, deren Blut zum Trank des Heiles wird für diejenigen, die um ihres Heiles willen frohlocken.

3. Homilie über das Hohelied der Liebe
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Hl. Gregor von Nyssa

Nach Gottes Willen leben

Jedes Wort der Heiligen Schrift lädt uns zur Nachfolge des Herrn ein, der uns in seiner gütigen Allmacht geschaffen hat; wir aber verkehren alles um, zu unserem eigenen Nutzen, wir messen alles daran, ob es uns gefällt. Wir weisen uns Güter selber zu und legen den Rest für unsere Erben zurück. Um Menschen in Not geht es dabei nicht. Um die Armen …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa

Nach Gottes Willen leben

Jedes Wort der Heiligen Schrift lädt uns zur Nachfolge des Herrn ein, der uns in seiner gütigen Allmacht geschaffen hat; wir aber verkehren alles um, zu unserem eigenen Nutzen, wir messen alles daran, ob es uns gefällt. Wir weisen uns Güter selber zu und legen den Rest für unsere Erben zurück. Um Menschen in Not geht es dabei nicht. Um die Armen scheren wir uns nicht. In unseren Herzen ist kein Erbarmen! Sehen wir, dass jemand in unserer Nähe nichts zu essen und auch keine Möglichkeit hat, sich das Nötige zu beschaffen, so denken wir nicht daran, ihm aus seiner Misere herauszuhelfen; wir nehmen ihn so wahr, wie etwa eine Grünpflanze, die mangels Wasser dabei ist, kläglich auszutrocknen. Und dabei wissen wir nicht, wohin mit unserem Geld, und könnten vielen mit unserem Reichtum helfen. So wie die Ergiebigkeit einer einzigen Quelle viele ausgedehnte Felder bewässern kann, so ist der Reichtum eines Hauses in der Lage, viele Arme vor dem Elend zu retten, sofern die Sparsamkeit und der Geiz des Menschen dies nicht vereiteln: wie ein Felsbrocken, der in einen Bach fällt und dessen Lauf umleitet. Lasst uns nicht ausschließlich die Bedürfnisse des Fleisches befriedigen, sondern nach Gottes Willen leben.

1. Predigt über die Liebe zu den Armen: PG 46,463-466
Tina 13
Hl. Gregor von Nyssa

„Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz“ (Ps 51,12)

Wenn du durch die Kraft eines tadelfreien Lebens dein Herz entschlackt hast, wird in dir wieder die göttliche Schönheit aufleuchten. Das gleiche geschieht mit einem Stück Metall, wenn es der Schleifstein vom Rost befreit. Vorher übel verfärbt, glänzt und strahlt es jetzt in der Sonne. So ergeht es dem inneren Menschen, dem, …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa

„Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz“ (Ps 51,12)

Wenn du durch die Kraft eines tadelfreien Lebens dein Herz entschlackt hast, wird in dir wieder die göttliche Schönheit aufleuchten. Das gleiche geschieht mit einem Stück Metall, wenn es der Schleifstein vom Rost befreit. Vorher übel verfärbt, glänzt und strahlt es jetzt in der Sonne. So ergeht es dem inneren Menschen, dem, was der Herr „Herz“ nennt: Wenn die Rostflecken, die seine Schönheit entstellt und beeinträchtigt haben, nicht mehr da sind, findet er zurück zu seinem Urbild (Gen 1,27) und wird gut. Denn was der göttlichen Güte ähnlich wird, wird unausbleiblich gut… So wird auch selig, wer ein reines Herz hat (Mt 5,8); denn dadurch, dass er seine Reinheit wieder entdeckt, entdeckt er, durch dieses Bild, seinen Urgrund. Wer die Sonne in einem Spiegel sieht, der sieht, selbst wenn er nicht zum Himmel aufschaut, die Sonne im Licht des Spiegels genauso gut, wie wenn er die Sonnenscheibe direkt betrachtete. So werdet auch ihr, die ihr zu schwach seid, um das Licht zu fassen, in euch selbst finden, was ihr sucht, wenn ihr euch der Anmut des Bildes zuwendet, das von Anfang an euch eingegossen ist. Denn Reinheit, Seelenfriede, Distanz zu allem, was böse ist – das ist Göttlichkeit. Wenn du all das hast, besitzt du ganz bestimmt Gott. Wenn dein Herz frei ist von allem Lasterhaften, von aller Leidenschaft, frei von allem Makel, dann bist du glücklich: dein Blick ist klar.

Predigt Nr. 6 über die Seligpreisungen; PG 44,1269
Tina 13
Hl. Gregor von Nyssa

„Die Menschen aßen und tranken, kauften und verkauften“

Der Herr gab seinen Jüngern wichtige Ratschläge, damit ihr Geist alles Irdische an ihrer Natur abschüttele und sich zur Sehnsucht nach den übernatürlichen Wirklichkeiten erhebe. Wenn man sich dem himmlischen Leben zuwendet, gilt es, stärker zu sein als der Schlaf und den Geist immer wachzuhalten… Ich spreche von der …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa

„Die Menschen aßen und tranken, kauften und verkauften“

Der Herr gab seinen Jüngern wichtige Ratschläge, damit ihr Geist alles Irdische an ihrer Natur abschüttele und sich zur Sehnsucht nach den übernatürlichen Wirklichkeiten erhebe. Wenn man sich dem himmlischen Leben zuwendet, gilt es, stärker zu sein als der Schlaf und den Geist immer wachzuhalten… Ich spreche von der Schläfrigkeit all derer, die auf die Lüge über das Leben hereingefallen sich, und zwar durch ihre trügerischen Träume von Ehre, Reichtum und Macht, von einem Leben in Prunk und betörender Lustbarkeit; aber auch durch Ehrgeiz, Genusssucht, Eitelkeit und durch all das, wozu oberflächliche Menschen von ihrer Phantasie gedrängt werden. All das zerrinnt in der Vergänglichkeit der Zeit; es gehört in den Bereich des Scheins…; kaum ist es existent geworden, vergeht es schon wieder, wie eine Welle im Meer… Damit unser Geist befreit wird von diesem Blendwerk, ermuntert uns der Logos, das Wort Gottes, diesen Tiefschlaf aus den Augen unserer Seele zu reiben, damit wir nicht dem anhangen, was keine Beständigkeit hat; damit wir nicht die echten Realitäten aus den Augen verlieren. Deshalb mahnt er uns zur Wachsamkeit und sagt: „Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen“ (Lk 12,35). Denn ein helles Licht vor Augen vertreibt den Schlaf, und der eng geschnallte Gürtel bewahrt den Leib davor, von Schlaf überwältigt zu werden… Wer sich mit Enthaltsamkeit gürtet, lebt im Licht eines reinen Gewissens; kindliches Vertrauen erhellt das Leben wie eine Leuchte… Wenn wir so leben, eröffnet sich uns ein Leben, das dem der Engel gleicht.

Predigten über das Hohelied, Nr. 11,1
Tina 13
Hl. Gregor von Nyssa

„Er brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn“

„Und wer ist mein Nächster?“ Als Antwort kleidet der Logos, das Wort Gottes, die ganze Geschichte der Barmherzigkeit in die Form einer Erzählung. Er schildert den Abstieg des Menschen, den Hinterhalt der Räuber, den Verlust seiner unvergänglichen Bekleidung, die Wunden der Sünde, die Herrschaft des Todes über die Hälfte …Mehr
Hl. Gregor von Nyssa

„Er brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn“

„Und wer ist mein Nächster?“ Als Antwort kleidet der Logos, das Wort Gottes, die ganze Geschichte der Barmherzigkeit in die Form einer Erzählung. Er schildert den Abstieg des Menschen, den Hinterhalt der Räuber, den Verlust seiner unvergänglichen Bekleidung, die Wunden der Sünde, die Herrschaft des Todes über die Hälfte der Natur (die Seele selber bleibt unsterblich),das wirkungslose Vorübergehen des Gesetzes - da weder Priester noch Levit die Wunden des Mannes, der Opfer der Räuber geworden war, versorgt haben. „Denn das Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich Sünden wegnehmen“ (Hebr 10,4). Dazu war nur der fähig, der sich mit der ganzen menschlichen Natur bekleidet hat, mit der Erde vom Ackerboden, an der alle Rassen Anteil hatten: Juden, Samariter, Griechen, die ganze Menschheit. Er fand sich mit seinem Leib, d.h. mit seiner Bekleidung, mitten im Elend des Menschen; er versorgte seine Wunden, ließ ihn auf seinem eigenen „Kleid“ ausruhen und schenkte ihm seine Barmherzigkeit als Refugium, wo alle, die sich plagen und schwere Lasten tragen, Ruhe finden (Mt 11,28)… „Wer in mir bleibt, in dem bleibe auch ich“ (Joh 6,56)… Wer bei der Barmherzigkeit Christi Zuflucht sucht, erhält von ihm zwei Silbermünzen; die eine bedeutet: Gott mit ganzer Seele lieben; die andere: den Nächsten lieben wie sich selbst – so wie die Antwort des Schriftgelehrten lautete (Mk 12, 30f). Aber da „vor Gott nicht die gerecht sind, die das Gesetz hören, sondern die, die das Gesetz tun“ (Röm 2,13), darf man diese beiden Silbermünzen nicht einfach annehmen …, sondern man muss auch durch seine Taten persönlich dazu beitragen, dass diese beiden Gebote erfüllt werden. Deshalb sagt der Herr zum Herbergsvater, er werde bei seinem Wiederkommen ihm alles zurückerstatten, was er für die Versorgung des Verwundeten aufgewendet habe.

Predigten über das Hohelied der Liebe, Nr. 14
Tina 13