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Betrachtungen vom 18.April

Betrachtung am 18. April - Vom Königtum Jesu Wer ist dir, Herr, du höchster König, gleich, Der fest du gründetest ein ewig Reich, Wo Sterbliche durch Liebe hier auf Erden Zu Bürgern deiner Himmelsbu…More
Betrachtung am 18. April - Vom Königtum Jesu

Wer ist dir, Herr, du höchster König, gleich,
Der fest du gründetest ein ewig Reich,
Wo Sterbliche durch Liebe hier auf Erden
Zu Bürgern deiner Himmelsburgen werden?


1. "Siehe, dein König kommt zu dir!" ruft der Seher Zacharias der Zukunft entgegen. Doch nicht er allein, sondern der ganze Chor der Propheten verkündigt Jesus als einen König, und zwar als den gesalbten König, als den Messias. Frage nicht wo, so lange der Sohn Gottes in dieser Welt lebte, sein Palast, sein Thron und die übrigen Zeichen seiner königlichen Würde waren. Denn das Reich unseres Königs ist kein irdisches, es ist ein geistiges, ein himmlisches Reich. Sein Reich ist nicht von dieser Welt.

2. Wie glorreich, wie erhaben ist dieses Reich. Statt der dürftigen Pracht, des kriegerischen Gefolges und irdischer Schätze, ohne die die Könige dieser Erde gleich anderen Menschen arm, hilflos und ohne Ansehen wären, brachte unser König unsterblichen Reichtum vom Himmel, und schüttete, was immer in der himmlischen Schatzkammer hinterlegt war, in den Schoß seiner Kirche. Darum auch wird sein Evangelium das Reich der Himmel genannt, weil alles darin himmlisch, alles göttlich ist. Denn es kommt vom Himmel, es kräftigt durch den himmlischen Geist, es lehrt nicht nur ein himmlisches Leben, sondern es verleiht dieses Leben auch, und wandelt irdische Menschen in Bürger des Himmels um.

3. Wie viele Königreiche gingen unter und verschwanden samt ihren Königen von der Erde. Von diesem himmlischen Reich aber ruft der Prophet aus: "Dein Königtum, Herr, ist ein Königtum für ewige Zeiten, deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht." (Psalm 145,13) Doch wer wird es je wagen, sich diesem König der ewigen Majestät zu nahen? So unendlich sein Reich, so unendlich ist seine Sanftmut, und seine liebevolle Güte. So freundlich ist seine Huld, dass er allen Sterblichen zuruft: "Kommt alle zu mir!" Und niemand, der zu ihm kommt, geht leer von ihm aus. Er erlässt dem Sünder die Schuld, spendet dem Gerechten neue Gnaden. Er heilt die Kranken und kräftigt die Gesunden. So eilen wir denn heute zu den Füßen unseres liebevollen Königs, schütten wir unser Herz vor ihm aus und rufen wir in andächtiger Liebe: "Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!" (Matthäus 21,9b)
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18. April

Der heilige Wicterp, Bischof und Bekenner von Augsburg,
+ 18.4. um 760 – Fest: 18. April


In der Zeit, als der heilige Magnus, der Schüler des heiligen Abtes Gallus, mit seinen beiden treuen Gefährten Theodor und Thosso einer göttlichen Weisung gemäß vom Bodensee nach Kempten gingen, um den noch heidnischen Bewohnern des Allgäus das Evangelium zu verkünden, saß auf dem bischöflichen …More
18. April

Der heilige Wicterp, Bischof und Bekenner von Augsburg,
+ 18.4. um 760 – Fest: 18. April


In der Zeit, als der heilige Magnus, der Schüler des heiligen Abtes Gallus, mit seinen beiden treuen Gefährten Theodor und Thosso einer göttlichen Weisung gemäß vom Bodensee nach Kempten gingen, um den noch heidnischen Bewohnern des Allgäus das Evangelium zu verkünden, saß auf dem bischöflichen Stuhl zu Augsburg der heilige Wicterp, der mit oberhirtlicher Fürsorge das apostolische Missionswerk dieser Glaubensprediger unterstützte.

Der heilige Wicterp, auch Wiktorp oder Wigo genannt, war zu Epfach, einem Pfarrdorf in Oberbayern geboren, vollendete seine wissenschaftliche und sittliche Bildung seit seiner frühesten Jugend im Kloster Ellwangen und wurde dort später Abt, dann Bischof zu Neuburg. Wegen seiner besonderen Kenntnisse und Tugenden wurde er dann auf den wichtigen Bischofssitz von Augsburg erhoben.

Wicterps erste Sorge war, die arianische Ketzerei, die in seinem weit ausgedehnten Bistum sehr verbreitet war, mit den Waffen des Gebetes, der Wissenschaft und des lebendigen Wortes Gottes wieder auszurotten, und er erfreute sich des glücklichsten Erfolges. Dann baute er die Kirche der heiligen Afra in Augsburg von neuem auf und zwar weit herrlicher, als sie zuvor gewesen war. Auf einer seiner Missionsreisen traf Wicterp in Epfach mit dem heiligen Magnus und dessen Gefährten Thosso zusammen und erteilte ihnen die Erlaubnis, in dem Engpass am Fuß der julischen Alpen, wo jetzt Füssen liegt, sich anzusiedeln und eine Kapelle zu errichten, die er dann selbst einweihte um das Jahr 750. Als der heilige Magnus im Auftrag Wicterps dem Lech entlang in eine große, schöne Ebene zog, wo jetzt das Dorf Waltenhofen liegt, gefiel es ihm dort so sehr, dass er sein Reliquienkästchen an einem Baum aufhing und dort zu Ehren der Mutter Gottes und des heiligen Florian ein Kirchlein baute, das der Bischof Wicterp einweihte. Da der Wunderruf des heiligen Magnus sich immer mehr verbreitete, so sandte ihm Wicterp mehrere junge Kleriker zum Unterricht und zur Vervollkommnung im geistlichen Leben, verschaffte ihm durch seinen Einfluss am königlichen Hof mehrere Schenkungen und erteilte ihm, nachdem er die von Theodor neuerbaute Kirche zu Kempten eingeweiht hatte, die Priesterweihe.

Der seeleneifrige Bischof Wicterp hielt mit aller Strenge auf die Sittenreinheit der ihm untergebenen Geistlichen, sowie auf strenge Zucht in den Klöstern. Um aber seinen heiligen Zweck sicherer zu erreichen, machte er es sich zur strengsten Pflicht, in allen Tugenden voranzuleuchten und sich als guten Hirten der ihm anvertrauten Herde zu bewähren. Nach einem ehren- und tatenreichen Leben starb er am 18. April um das Jahr 760 und wurde in der Laurentiuskirche zu Epfach begraben.

Als der Bischof Heinrich im Jahr 980 seine Gebeine erheben und nach Augsburg in die Kirche der heiligen Afra übertragen ließ, geschahen viele Wunder. Seit dem Jahr 1489 ruhen die Reliquien des heiligen Wicterp in der Kirche des heiligen Ulrich zu Augsburg.

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Eine besondere Verehrerin des heiligen Wicterp war die selige Herluka, eine Reklusin zu Bernried bei Starnberg (+ 18.4.1127), die, durch viele körperliche Leiden geprüft, bei den Reliquien des heiligen Cyriacus das verlorene Augenlicht wieder erhalten hatte, und dann sich gänzlich Gott weihte. Am Hof des Pfalzgrafen Mangold von Dillingen bekam sie einen Dienst und wurde von der Pfalzgräfin Adelheid und deren beiden gottgeweihten Schwestern Wielika und Hiltiburgis wegen ihrer besonderen Frömmigkeit sehr geachtet und zu allen ihren Andachtsübungen herangezogen. Der selige Abt Wilhelm von Hirschau und sein trefflicher Schüler Dietger waren ihre Beichtväter und Seelenführer. Als sie einst mit mehreren anderen das Grab des heiligen Wicterp zu Epfach besuchte, fühlte sie sich so sehr zu dieser Stätte hingezogen, dass sie dort ihren bleibenden Aufenthalt nahm. Dort lebte sie 36 Jahre als Eingeschlossene (Reklusin) im Dienst Gottes, ihrer eigenen Vervollkommnung und der Fürsorge für die Rettung der Sünder. Mehrmals erschien ihr der eilige Bischof Wicterp, tröstete, ermutigte und mahnte sie zur Beharrlichkeit. Einst blickte sie zum Himmel, klopfte an ihre Brust und rief: „Wehe, wehe, dass dieser Mensch geboren wurde!“ Auf die Frage ihrer frommen Genossin Hadewig nach der Ursache ihres Schreckens erklärte sie: „Ach, die Seele des abtrünnigen Priesters von Rot wird eben von einer großen Schar Dämonen in die Hölle geführt!“ Da Hadewig die Wahrheit dieser Erscheinung anzweifelte, ließ Herluka einen Boten in die Wohnung des Priesters senden, und der hörte, dass zur selben Stunde die Seele des Unglücklichen wirklich den Leib verlassen habe.

In der großen Verfolgung, die alle Anhänger des Papstes Gregor VII. traf, musste auch Herluka ihre Klause verlassen. Im Kloster Bernried am Würmsee fand sie gastliche Aufnahme und schloss dort ihr frommes Leben selig im Herrn am 18. April 1127.

Die selige Herluka, die Klausnerin zu Epfach, wird am 18. April zusammen mit dem heiligen Wicterp verehrt.

Der heilige Apollonius, römischer Senator und Martyrer,
+ um 184 – Fest: 18. April


Der blutige Widerschein einer grausamen Christenverfolgung lag noch über dem Giftbecher, den der eigene Sohn und Nachfolger dem römischen Kaiser Mark Aurel im Jahr 180 gemischt haben soll. Mit dem Regierungsantritt des Kaisers Kommodus (180-192) schien das Frühlicht friedlicherer Zeiten für die Christen anbrechen zu wollen. Die Saat des Glaubens mehrte sich und gedieh. Nicht bloß aus den niedrigen Volksschichten, sondern auch aus den höheren Kreisen stiegen Männer und Frauen ins Heilsbad der Taufe und beugten sich unter das Joch des Kreuzes Christi. Auch in Rom, berichtet ausdrücklich der Geschichtsschreiber Eusebius, ergriffen viele Reiche und vornehme Leute mit ihrem ganzen Haus und ihrer ganzen Familie den Weg des Heils. Aber gerade das, fügte er bei, reizte den Teufel, den Kampf von neuem aufzunehmen. Die rasende See der Christenverfolgung, deren wilde Flut sich kaum geglättet hatte, forderte da und dort in der Kirche neue Opfer. Noch im Jahr 180 mussten beispielsweise zwölf Christen aus Scili, die Erstlinge unter den Märtyrern der blühenden afrikanischen Kirche, ihr Leben für ihren christlichen Glauben lassen.

Der berühmteste unter den Märtyrern Roms aus jener Zeit war der heilige Apollonius. Er bekleidete ein hohes Staatsamt, wahrscheinlich die Würde eines Senators, und erfreute sich wegen seiner ausgezeichneten Herzensbildung und tiefen Gelehrsamkeit großen Ansehens und weiten Rufes. Einer der eigenen Hausdiener wurde sein Ankläger. Er wurde demzufolge um seines christlichen Glaubens willen vor Gericht gestellt.

Vergeblich bemühte sich nun der Präfekt Perennius im Verhör den glaubensmutigen, opferbereiten Bekenner Christi in seiner Standhaftigkeit zu erschüttern. Er bat ihn schließlich, wegen seines Glaubens vor dem Senat selbst sich zu verantworten. Apollonius benützte freudig die Gelegenheit, öffentlich vor dem ganzen versammelten Senat Zeugnis für Christus und seine heilige Lehre abzulegen. In der heiligen und weltlichen Wissenschaft wie in der Kunst der Beredsamkeit gleich trefflich unterrichtet, wusste er mit großer Schlagfertigkeit und überzeugender Gründlichkeit die Torheit des heidnischen Götterwahns aufzudecken und in großen Zügen die christliche Glaubens- und Sittenlehre zu entwickeln. Festigkeit und Würde, Freimut und Ruhe sprachen dabei aus jedem seiner Worte. „Es ist in der Tat“, so lautete das heutige Urteil in der Wissenschaft, „die vornehmste Apologie des Christentums, die wir aus dem Altertum besitzen.“ Nur einige Proben seien aus dem 1893 wiederum aufgefundenen echten Bericht über sein glorreiches Martyrium hier dargeboten. Der fromme Leser mag sie hinnehmen wie einen erfrischenden Labetrunk zur eigenen religiösen Ermunterung und Bestärkung.

„Apollonius“, so beginnt der Richter den Angeklagten zu fragen, „warum widersetzt du dich den Gesetzen und dem Befehl der Kaiser?“ „Weil ich ein Christ bin“, lautete die Antwort, „und weil ich Gott fürchte, der Himmel und Erde erschaffen hat, und nicht den eitlen Götzen opfern will.“ Der Zumutung „beim Glück des Kaisers zu schwören“, begegnete er mit der Versicherung: „Wir (Christen) schwören nur beim wahren Gott, wir lieben aber auch den Kaiser und bringen für seine Majestät Gebete dar.“ Nach dem „schönen und herrlichen Gebot Gottes, das ich vom Herrn Christus gelernt habe, ist es noch besser, überhaupt nicht zu schwören, denn der größte Eid (die verlässlichste Bürgschaft der Rede) ist die Wahrheit, deshalb ist es unziemlich selbst im Namen Christi zu schwören“.

Nach Ablauf der drei Tage Bedenkzeit, die dem Märtyrer nach dem ersten Verhör gegeben wurde, erging an ihn die nochmalige Aufforderung seinem Glauben abzuschwören. Fest und ruhig versetzte er: „Ich bin und bleibe ein Verehrer Gottes, wie ich bereits bekannt habe. Ich habe gelernt Gott im Himmel anzubeten und nur vor ihm niederzufallen, der allen Menschen den lebendigen Geist eingehaucht hat und ihnen ewiges Leben spendet.“ Den Hinweis auf die Todesdrohung des Senatsbeschlusses beantwortete er mit der unerschrockenen Erklärung: „Der Senatsbefehl ist menschlich und kann sich unmöglich dem göttlichen widersetzen. Wir halten es nicht für verkehrt, für den wahren Gott zu sterben, denn indem wir leben, leben wir für Gott und ertragen die Martern für ihn, auf dass wir nicht grausam des ewigen Todes sterben. Wir wollen uns auch nicht abhärmen ob der Einziehung unseres Vermögens, weil wir wissen, dass wir Gottes sind, ob wir leben oder sterben.“

Da der Heilige trotz allen Zuredens und aller Drohungen in seinem Glauben standhaft verharrte, wurde er schließlich zum Tode verurteilt. Er nahm diesen Urteilsspruch des Präfekten mit den Worten entgegen: „Ich danke meinem Gott für dein Urteil.“ „Und die Henker“, so schließt der Bericht, „führten ihn sogleich ab und enthaupteten ihn, während er den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist pries. Es sei ihnen Preis in Ewigkeit! Amen.“

Ein altes Sprichwort lautet: „Worte bewegen, Beispiele reißen hin.“ Der obige Befehl über das Lebensende und den Leidenstod des heiligen Apollonius enthält beides: Wort und Beispiel eines Märtyrers, das auch uns gläubige bewegen und fortreißen sollte zur Nachfolge des kreuztragenden Heilandes und seiner heiligen Blutzeugen. „Denn auch wir werden“, wie jener Bericht selbst uns eingangs ermuntert, „gleich dem seligen Martyrer und mutigen Kämpfer Christi, Apollonius, das erlangen, was Gott, der nicht lügt, denen versprochen hat, die ihn lieben und von ganzen Herzen an ihn glauben.“

Der heilige Werner, Kind und Martyrer zu Oberwesel,
+ 19.4.1287 - Fest: 18. April


Was die Legende von dem heiligen Werner berichtet, dürfte besonders die Erstkommunikanten interessieren.

Werner wurde 1273 als Kind kleiner Bauersleute im Hunsrückdorf Womrath geboren. Früh schon musste er bei der Arbeit in Stall und Feld tüchtig zugreifen, denn die Eltern waren arm, aber das harte Leben blieb immerhin solange erträglich, bis der Vater starb. Um die Familie durchzubringen, sah sich die Mutter genötigt, eine zweite Ehe einzugehen. Da kamen für Werner schwere Zeiten, denn der Stiefvater mochte ihn nicht leiden und schlug ihn alle Tage, oft ohne den geringsten Anlass. Es war schlimm, und als es immer schlimmer wurde, machte sich Werner im Einverständnis mit der Mutter bei Nacht und Nebel davon, um bei Verwandten in Steeg bei Bacharach am Rhein Unterschlupf zu suchen.

Voll Angst vor dem bösen Stiefvater, der hinter ihm her sein könnte, rannte Werner über Stock und Stein und kam endlich am späten Abend gehetzt, todmüde und hungrig in Steeg an, aber die Verwandten, selbst arm und in Not, konnten an ihrem Tisch keinen zusätzlichen Esser brauchen. Nur eine Nacht, meinten sie, dürfe er bleiben, dann müsse er selbst zusehen, wie er anderswo unterkäme.

Gern war Werner einverstanden, denn in seinem feinfühligen Sinn wollte er keinem Menschen zur Last fallen. Überdies hoffte er im Vertrauen auf Gott, bereits am nächsten Tag Stellung und Brot zu finden, um sich auf ehrliche Weise durchzuschlagen. Tatsächlich war ihm das Glück hold. Gleich im ersten Haus, in dem er am folgenden Morgen vorsprach, suchte man einen Gehilfen bei den Frühjahrsarbeiten in den Weingärten. Ohne Zögern trat Werner sogleich den Dienst an und trug auf dem Rücken in einer Kiepe Dünger den Berg hinauf bis an die Rebstöcke. Später schaffte er zeitweilig in einer Kiesgrube am Rhein; er tat übrigens jede Arbeit, die man ihm anbot, und er freute sich, dass er trotz seiner jungen Jahre das Leben meisterte.

Zwei Monate waren so dahingegangen, der Frühling stand vor der Tür, und Ostern rückte näher. Um diese Zeit schaffte Werner als Gelegenheitsarbeiter bei einer jüdischen Familie, deren Mitglieder sich ihm gegenüber äußerst freundlich benahmen. Man bot ihm sogar eine Schlafstelle im Haus an, und Werner ging mit Freuden darauf ein, obwohl ihn eine Frau aus der Nachbarschaft warnte, indem sie sagte, den Leuten dürfe man nicht trauen, denn es seien verbissene Christushasser. So sprach die Frau, aber Werner schlug die Worte sorglos in den Wind.

Mittlerweile kam der Gründonnerstag. Als Werner sich in der Frühe für den Kirchgang rüstete, um nach dem damaligen Brauch an diesem Tag die Ostersakramente zu empfangen, bat ihn der Hausherr, die heilige Hostie gleich nach dem Empfang aus dem Mund zu nehmen, in ein Tüchlein zu wickeln und ihm zu überbringen. Werner lehnte das Ansinnen natürlich ab und sagte ahnungslos, das dürfe er nicht tun.

Als er dann nach dem Empfang der heiligen Sakramente immer noch ahnungslos heimkehrte und an die Arbeit gehen wollte, packte man ihn und band ihn im Keller des Hauses an eine hölzerne Säule, mit dem Kopf nach unten. Dadurch versuchte man ihn zum Erbrechen zu bringen, um auf diese Weise doch noch in den Besitz der heiligen Hostie zu gelangen, mit der die Christushasser am folgenden Karfreitag Spott treiben wollten. Weil sich Werner jedoch nicht erbrach, ließen ihn die Juden drei Tage lang hängen und öffneten ihm die Adern, bis er am Ostertag, am 19. April 1287, nach qualvollen Leiden verschied, um als ein Martyrer der heiligen Eucharistie im Himmel ewige Auferstehung zu feiern.

Als das Verbrechen bekannt wurde, führte man die Übeltäter der verdienten Strafe zu, und über dem Grab des jugendlichen Christushelden erbaute man ein Gotteshaus, von dessen einstiger Pracht heute noch eine herrliche Ruine Zeugnis ablegt.

Weil der heilige Werner ein Martyrer der heiligen Eucharistie ist, sollen ihn vor allem die Erstkommunionkinder verehren, um durch seine Fürsprache die Gnade zu erhalten, das Allerheiligste Sakrament stets würdig zu empfangen.

Gebet am 18. April

O liebste Jungfrau! Siehe, ich komme zu dir, und komme mit freudigem Gemüt vor dein Angesicht. Ich grüße dich mit Liebe und empfange dich mit kindlicher Vertraulichkeit. Meine herzliebste Mutter, ich will dich halten und nicht mehr von dir lassen, ich will dich halten und an mein Herz drücken. Glückselig bin ich, weil ich Maria habe, denn mit ihr wird mir alles Heil und Gute zukommen. O meine Mutter, zeige mir dein liebes Angesicht und lass deine holdselige Stimme in meinen Ohren erschallen. Jetzt, noch mehr aber einst, nachdem ich das Zeitliche verlassen und durch die enge Pforte in die Ewigkeit eingegangen sein werde. Amen.
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