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Betrachtungen vom 19.Juni

Hildegard51
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Betrachtung am 19. Juni - Unfasslichkeit der göttlichen Natur O Gott, du unzugänglich hohes Licht, Was spricht von dir der Mensch, der Wurm im Staube. Der Cherub sieht entwölkt dein Angesicht, Und …More
Betrachtung am 19. Juni - Unfasslichkeit der göttlichen Natur

O Gott, du unzugänglich hohes Licht,

Was spricht von dir der Mensch, der Wurm im Staube.

Der Cherub sieht entwölkt dein Angesicht,

Und fasset ewig deine Fülle nicht;

Und sieh, es fasst sie hier der treue Glaube.

1. Unendliche Majestät, ewige, unwandelbare Urschönheit, Allmacht und Weisheit, in Ohnmacht versinkt mein Geist, wenn er den Blick zu dir erhebt, dich zu erkennen, seinen Schöpfer, um durch diese Erkenntnis zu deiner heiligen Liebe sich zu erwecken. Je tiefer er in diesen uferlosen Ozean eindringt, um so mehr erblindet er in deinem göttlichen Urlicht. Denn enge Grenzen sind der endlichen und beschränkten Fassungskraft des Menschen gezogen. Deine Glorie aber übersteigt unendlich die Fassungskraft aller erschaffenen Geister, und so wenig, ja unendlich weniger reicht eine erschaffene Fassungskraft an dein unzugängliches Licht, als ein Zwerg, der seine Hand ausstreckt, die Wolken des Himmels berührt.

2. Was also soll die sterbliche Zunge lallen von dir, o unerfassliche Majestät, da selbst die lichten Seraphim in der schleierlosen Anschauung ihr Antlitz mit ihren Flügeln bedecken, und in sprachlosem Erstaunen dich anbeten. Was immer der erhabenste menschliche Verstand von deiner unendlichen Fülle und Herrlichkeit auszusprechen sich erkühnt, ist, wie entzückend es auch im sterblichen Wort lauten mag, dennoch weit mehr von der Wirklichkeit entfernt, als ihr entsprechend. Ja auch, was die erhabensten Geister von deiner unerschaffenen Urschönheit und Majestät erfassen, sind nur wenige Tropfen, und gegen deine in alle Ewigkeit nie zu überschauende Fülle nicht zu vergleichen.

3. O ewig anzubetende Majestät! Selbst die Erkenntnis des glorreichsten Geistes, den deine göttliche Allmacht erschaffen kann, würde, übersteigt sie auch die Fassungskraft aller erschaffenen Wesen, dennoch als Nichts verschwinden, da auch das allerhöchste Geschöpf von Grenzen umschrieben, und, gegen deine unermessliche Fülle verglichen, weniger als der geringste Tropfen gegen das Weltmeer ist. Dies, Herr, mein Gott, ist das unzugängliche Licht, in dem du allein wohnst, der du allein dich vollkommen erkennst, allein deine ewige Glorie und Seligkeit bist. Preis und flammender Dank dir, der du die Augen der Vernunft und des Glaubens mir verliehen hast, durch die ich wenigstens im Spiegel und Rätsel dies schaue, denn entzückt dieser Schatten schon das Herz: wie unbeschreiblich wird sein Jubel in deiner glorreichen Anschauung sein. "Ihm, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebühren Lob und Ehre und Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit." (Offenbarung 5,13b)
"Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm.

Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn."

Matthäus 7,13-14
19. Juni

Die heilige Juliana Falconieri von Florenz, Nonne, Ordensstifterin,

+ 19.6.1341 - Fest: 19. Juni

Lange hatten die Eheleute Falconieri zu Florenz in Italien den Himmel bestürmt, bis sie im Jahr 1270 endlich erhört wurden und der liebe Gott ihnen ein Töchterchen schenkte, das sie auf den Namen Juliana taufen ließen. Groß war die Freude der Eltern, und weil sie reich waren, beschlossen …More
19. Juni

Die heilige Juliana Falconieri von Florenz, Nonne, Ordensstifterin,

+ 19.6.1341 - Fest: 19. Juni

Lange hatten die Eheleute Falconieri zu Florenz in Italien den Himmel bestürmt, bis sie im Jahr 1270 endlich erhört wurden und der liebe Gott ihnen ein Töchterchen schenkte, das sie auf den Namen Juliana taufen ließen. Groß war die Freude der Eltern, und weil sie reich waren, beschlossen sie, ihrer Dankbarkeit dadurch Ausdruck zu verleihen, dass sie eine Kirche zu Ehren der Muttergottes erbauten.

Als Juliana heranwuchs, zeigte es sich, dass sie ein gutes Herz besaß, voll Gottes- und Nächstenliebe. Man sah die Kleine öfters in dieser und jener Kirche der Stadt, und wer sie beobachtete, konnte feststellen, dass sie mit Andacht betete. Aufrecht kniete sie in einer der Kinderbänke, die Hände zwanglos und schön gefaltet und die Augen auf den Tabernakel gerichtet. Auch gab Juliana gern armen Kindern Almosen und verschenkte sogar die Puppen und Spielsachen, um anderen Freude zu machen. Gottlob gibt es manche Kinder, die es in der Jugend ebenso halten, wie es die kleine Florentinerin machte.

Juliana ist auch später brav geblieben. Als sie zu einem schönen und klugen Mädchen herangewachsen war, suchte ihr die Mutter einen vornehmen jungen Mann aus, den sie heiraten sollte, aber die Tochter mochte ihn nicht und sagte, sie wolle ihr Leben lang nur dem Heiland angehören. Da war die Mutter als christlich denkende Frau einverstanden, denn sie wusste, dass diejenigen Mädchen, die ihr Leben dem Heiland schenken, für Zeit und Ewigkeit gut versorgt sind.

So lange die Mutter lebte, blieb Juliana bei ihr. Nach ihrem Tod jedoch – der Vater war schon früher gestorben – verließ Juliana den Glanz des elterlichen Heims und siedelte in ein kleines Haus über, wo sin in Vereinigung mit einigen gleichgesinnten jungen Mädchen ein klösterliches Leben zu führen begann. Am Tag gingen die Frauen als Barmherzige Schwestern in die Hütten der Armen und pflegten die Kranken, wuschen und kochten für sie, hielten ihnen die Stuben und die Betten sauber und taten auch sonst alles, was den Leuten dienlich sein konnte. Bei alledem waren sie der Meinung, dass sie in den Kranken dem Heiland dienten, der gesagt hatte: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan.“ Während also die Frauen am Tag dem Nächsten dienten, weihten sie den Morgen und den Abend und einen Teil der Nacht dem lieben Gott in heiligen Gebeten und Gesängen. Juliana, die erste Oberin der neuen Ordensgesellschaft, gab den Mitschwestern in allem ein leuchtendes Beispiel.

Darüber verging die Zeit, und Juliana hatte bereits die Siebzig erreicht, als sie sterbenskrank wurde, und weil man sah, dass sich der Tod mit eiligen Schritten näherte, wurde sie mit den heiligen Sakramenten versehen. Nur die heilige Kommunion konnte ihr der Priester wegen beständigen Brechreizes nicht mehr reichen. Um alles in der Welt aber hätte die Sterbende noch einmal den Heiland empfangen. Daher bat sie den Priester, das Allerheiligste wenigstens in ihre Zelle zu holen, damit sie den Herrn im Sakrament ein letztes Mal sehen und anbeten könne. Gern wurde ihr der Wunsch erfüllt, und als ihr der Priester die heilige Hostie entgegenhielt, entschwand sie seinen Händen. Juliana aber lachte mit strahlendem Gesicht, und mitten in diesem Lachen verschied sie. Wie sollte sie auch nicht lachen, da der Heiland sie vor ihrem Ende in wundervoller Weise noch erquickt hatte. Durch einen geheimnisvollen Vorgang, den man nicht begreift, empfing die heilige Juliana im letzten Atemzug die heilige Wegzehr. Mit allem versehen, ging sie dann in die Ewigkeit hinüber.

Der selige Rasso (Ratho), Graf von Andechs und Mönch zu Grafrath,

+ 19.6.954 – Gedenktag: 19. Juni

Wenn wir lesen, was uns das liebe Mittelalter über seine Heiligen zu erzählen weiß, so mutet und duftet uns das an wie eine bunte Au, in allen Farben prangend, durchsprudelt von einem schnell fließenden Wässerlein, das unbekannte Weisen murmelt, rings eingeschlossen vom schweigenden Dunkel des Waldes, überstrahlt von der großen, großen Sonne, - wie ein liebes Märchen, mit dem uns der selige Friede entschwand. Und doch war es Wirklichkeit und der mittelalterliche Mensch wird sie auch als raue Wirklichkeit empfunden haben wie wir unsere moderne. Freilich nicht in dem Maße und Grade, denn er hatte noch, was uns mit dem Mittelalter verloren ging, die Einheit des Menschen mit sich, mit den anderen, mit der Welt, mit der Kirche, mit Gott. Dieses Glück fühlte und schätzte der mittelalterliche Mensch nicht, ebenso wenig wie wir das Unglück unserer Zerrissenheit ermessen können. In diese Welt nun müssen wir den seligen Rasso hineinstellen. Rasso ist nicht einer jener großen Recken, an denen diese Zeit so reich ist, deren höchstes Ideal eine Heerfahrt nach Italien war oder eine blutige Fehde. Rassos Ideal war religiös eingestellt: seine großen Taten sind eine Wallfahrt ins Heilige Land und eine Klostergründung.

Rasso (Ratho) stammte aus dem Grafengeschlecht von Diessen. Seine Ahnen hatten auf Schloss Andechs ihren Sitz. Ihre Aufgabe war es, die Ostmark, das heutige Österreich, gegen die Einfälle der Ungarn zu schützen. Rasso musste eine imposante Erscheinung gewesen sein, seine riesenhafte Größe soll verewigt sein in dem großen, langen Stein, der auf sein Grab gesetzt wurde. Mit seinen außerordentlichen natürlichen Gaben verband er einen seltenen Eifer in seinem religiösen Streben, das er ganz und immer auf Gott allein gerichtet hielt. Zur Ehre Christi errichtete er unter dem Schutz der heiligen Apostel Philippus und Jakobus in Wörth an der Amper eine Kirche, die Bischof Ulrich von Augsburg einweihte, und zugleich ein Kloster, das er mit reichlichen Gründen ausstattete, damit dort Mönche nach der Regel des heiligen Benedikt den Dienst am Altar versehen könnten. Damit aber war Rasso nicht zufrieden. Er wollte auch die Gläubigen dem neu errichteten Heiligtum näherbringen, sie sollten von fern her zusammenströmen, um dort zu beten, um sich von dort Segen für ihre Arbeit, Hilfe in ihren Nöten zu erflehen. Zu diesem Zweck aber brauchte er Reliquien, womöglich ganze Leiber von Martyrern.

Rasso war nicht der Mann, der nur deshalb zur Frömmigkeit gekommen war, weil er sonst ein gebrechlicher, schwacher Mann war, nein, eine kraftstrotzende Natur, erschien er seinen Zeitgenossen ein Riese, war ein berühmter tapferer Degen, der seinen Mann stellte in der Abwehr der Ungarn, die immerfort an der Grenze lauerten und nicht selten mordend und plündernd Rassos Schutzgebiet heimsuchten. Sein Name hatte schon lange beim Kaiser einen guten Klang, wir würden sagen, er war bei ihm gut angeschrieben. Deshalb konnte er sich auch eine große Bitte getrauen, er ersuchte den Kaiser um Empfehlungsschreiben an den Papst und andere kirchliche Würdenträger für seine Wallfahrt ins Heilige Land und nach Rom. Der Kaiser händigte sie seinem treuen Recken gerne aus. Rasso warf sich voll heiligen Eifers in das Wallfahrerkleid und schlug mit Judith, der Gemahlin Herzog Heinrichs von Bayern und Sachsen, den weiten Weg nach Jerusalem ein. Dort glücklich angelangt, erwarb er sogleich drei heilige Leiber, ebenso in Konstantinopel wertvolle Reliquien. In Rom wurde er von Papst Agapitus II. in Ehren empfangen, gestärkt mit dessen Segen zog er nach Mailand weiter, wo er wiederum Reliquien erwarb. Reich beladen mit heiligen Schätzen kam er zu seinem Kloster zurück.

Rasso hatte dem Kaiser und seinem Volk Kraft und Treue erzeigt, hatte Kirche und Kloster gestiftet, hatte sie mit überreichen Reliquienschätzen ausgestattet, das alles ohne Eigengewinn, ohne Eigennutz, um der Ehre Gottes und des Heiles der Seelen willen, ein Lebenswerk, groß genug für sich. Doch Rasso war damit noch nicht zufrieden, sein innerster Drang war noch nicht gestillt; er hatte viel getan, viel gegeben, aber noch nicht alles, noch nicht sich selbst. Er wird Mönch, um Gott in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu dienen, die noch übrigen Tage seines Lebens. Nachdem er noch an seinem Lebensabend in Werken heiliger Demut und Unterwerfung, des Gehorsams, der Abtötung des Fleisches, des Eigenwillens und der Eigenliebe einen unvergänglichen Schatz von Ewigkeitswerten aufgehäuft hatte, starb er still, von der Welt unbemerkt, am 19. Juni 953. Er wurde in der Kirche, die er gestiftet hatte, begraben. Zu seinem Grab wallfahrteten alljährlich lange Pilgerzüge und zahlreiche Gebetserhörungen geschahen auf seine Fürbitte hin.

Ohne Gepränge und Pomp hatte man den einfachen Klosterbruder bestattet. Niemand machte besonderes Aufhebens, die Welt hatte ihn schon vergessen, seit er seine Herrschaft aufgegeben und sich selbst unterworfen hatte. Still und bescheiden wandelte der schlichte Bruder durch die Klostergebäude und verrichtete Knechtsdienste, betete voll Zerknirschung, unter den anderen verschwindend, vor den Reliquien, die er einst in glänzendem Zug als Graf heimgeführt hatte. Das mochte Rasso manchmal schwer und hart dünken, doch das hatte er ja gewollt. Darum wurde es ihm süß und leicht, den einstigen Ruhm wegzuwerfen, zu verabscheuen, um von der Welt unbeachtet zu bleiben, ja verachtet zu sein. Gewiss, die äußeren Werke des christlichen Lebens, wie sie Rasso als Graf so eifrig ausgeübt hatte, sind wertvoll und bringen ihren Lohn. Aber den Wert bekommen sie doch nicht, den die innere Tugendübung im Kampf gegen sich selbst, gegen das Fleisch, gegen den zum Irdischen geneigten Geist hat. Rasso hat diese Wertung der Tugend verstanden und hat sich darum selbst aufgegeben in den drei Gelübden des Gehorsams, der Armut und Keuschheit. Gott wird auch seine kurze Zeit im Kloster mit den nach außen so armselig erscheinenden Werken höher gewertet haben als seine Kriegstaten, seine Klostergründung und seine große Wallfahrt.

Nicht die Welt, die schaut und lobt, gibt den Wert des Menschen an, sondern Gott, der die verborgensten Herzensfalten mit dem Lichtblick seines göttlichen Auges durchdringt.

P. Ansgar Friedl

Die selige Michelina Metelli von Pesaro,

italienische Witwe, Franziskanerin im dritten Orden,

+ 19.6.1356 – Gedenktag: 19. Juni

Die gottselige Michelina, geboren zu Pezaro im Herzogtum Urbino von einer angesehenen Familie, wurde in ihrem 12. Lebensjahr an einen Herrn des Hauses Malatesta, eines der ältesten in Italien, verehelicht. Sie war aber erst 20 Jahre alt, als sie ihren Gemahl, und kurz danach ihren einzigen Sohn verlor. Dieser zweifache Verlust, der ihr tief zu Herzen ging, riss sie gänzlich von der Welt ab, und bewog sie in den dritten Orden des heiligen Franziskus zu treten. Ihre Gottseligkeit erschien bald ihren Eltern als ein Tollsinn. Sie ließen sie mit Ketten belasten und in einen Turm verschließen. Als Michelina endlich wieder ihre Freiheit erhielt, widmete sie sich ganz den Werken der Nächstenliebe und machte eine Wallfahrt in das heilige Land. Sie starb dann in ihrem Vaterland, am 19. Juni 1356, 56 Jahre alt. Der Heilige Stuhl bestätigte 1737 ihre Verehrung, und setzte ihr Fest auf ihren Todestag.

Gebet am 19. Juni

Erbarme dich unser, o Königin der Barmherzigkeit, und sei auf unsere Seligkeit bedacht. Lasse nicht von dir gesagt werden, o heilige Jungfrau, dass du wegen der Menge unserer Sünden nicht mächtig genug bist, uns zu helfen, denn deine Macht und deine Barmherzigkeit sind so groß, dass keine Sündenzahl ihr widerstehen kann. Ja, hilf uns! Amen.

Zu Gott auf die Fürbitte der heiligen Juliana

O Gott, der du die heilige Jungfrau Juliana in ihrer letzten Krankheit mit dem kostbaren Leib deines Sohnes auf eine wunderbare Art erquickt hast, verleihe uns durch ihre Verdienste und auf ihre Fürbitte hin, dass auch wir vor dem Ende unseres Lebens, mit ihm erquickt und gestärkt, zum himmlischen Vaterland gelangen, durch eben diesen Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.