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Hl. Gregor von Nazianz

Tina 13
13
Gregor von Nazianz, Bischof, Kirchenlehrer - * um 330 in Arianzus bei Nazianz in Kappadokien (heute Türkei) † 25. Januar 390 in Arianzus - Die Mutter Gregors war Nonna, eine Christin, durch deren …Mehr
Gregor von Nazianz, Bischof, Kirchenlehrer
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* um 330 in Arianzus bei Nazianz in Kappadokien (heute Türkei)
† 25. Januar 390 in Arianzus

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Die Mutter Gregors war Nonna, eine Christin, durch deren Einfluss auch sein Vater Gregor der Ältere, der später Bischof von Nazianz wurde, sich zum Christentum bekehrte, seine Geschwister waren Caesarius und Gorgonia. Gregor erhielt wie sein Bruder eine ausgezeichnete Ausbildung, studierte in Caesarea in Kappadokien, wo er mit Basilius (der spätere Basilius der Große, hl., Gedenktag ebenfalls 2.1., zusammen mit Gregor) bekannt wurde, weiter in Caesarea in Palästina, in Alexandria und schließlich in Athen, wo er Basilius wiedertraf und ihre Freundschaft gefestigt wurde. Zurück in Nazianz - wahrscheinlich wurde er jetzt erst getauft - entschloss er sich, sein Leben fortan Gott zu weihen, obwohl ihm nun jede weltliche Karriere offengestanden hätte. Am liebsten hätte er sich als Asket in eine ferne Einsamkeit zurückgezogen, konnte dies jedoch aus Familienrücksichten nicht verwirklichen. Zusammen mit seinem Freund Basilius lebte er schließlich in der Einsamkeit nicht weit von Nazianz ein Leben als Mönch, geistig und mit den Händen arbeitend. Nach seiner Rückkehr nach Nazianz wurde er gegen seine Überzeugung, wahrscheinlich 361, von seinem Vater zum Priester geweiht, floh aber gleich darauf zunächst wieder in die Einsamkeit, bevor er sich seinen neuen Aufgaben stellte; noch heute berühmt ist seine Predigt über das Priesteramt, die er damals hielt. Basilius, inzwischen Metropolit von Kappadokien, brauchte Gregor in seinem Kampf gegen die arianischen Bischöfe (Arianismus ist die Glaubensrichtung, die die Gottheit Jesu Christi leugnet, sie war damals, durch verrschiedene Kaiser begünstigt, sehr stark) und machte ihn zum Bischof des neuerrichteten Sitzes Sasima. Gregor entzog sich dem aber, trat dieses Amt nie an, dieser politische Zug passte ihm nicht. Da sein alter Vater ihn als Koadjutor in Nazianz sehr nötig hatte, widmete er sich dieser Pflicht sehr gewissenhaft; auch nachdem sein Vater gestorben war, blieb er noch zwei Jahre als Administrator tätig, weigerte sich aber strikt, selbst Bischof zu werden. Sein großes Vermögen hatte er nach dem Tod seiner Eltern an die Armen verteilt und behielt nur ein kleines Landgut an seinem Geburtsort Arianzus. Konstantinopel war zu jener Zeit fast völlig in den Händen der Arianer. Der Rest der von der Verfolgung noch übrigen Katholiken appellierte an Gregor, sich doch ihrer anzunehmen. Gregor kam, zögernd zunächst, und begann seine Mission in einem Privathaus, das er "Anastasia", einen Ort der Auferstehung des Glaubens, nannte. Von Gregors heiligmäßigem Leben, seiner tiefen theologischen Bildung und seiner Beredsamkeit angezogen, versammelten sich nicht nur gläubige Katholiken um ihn, sondern auch Häretiker, und er konnte dem rechten Glauben viele zurückgewinnen. Auch der hl. Hieronymus (30.9.) war in dieser Zeit sein Schüler und berichtet begeistert darüber. Gregors Erfolge brachte die Arianer auf, Gregor wurde persönlich und handgreiflich attackiert. Um diese Zeit - im Jahr 380 - ließ sich Kaiser Theodosius katholisch taufen und wollte, dass Gregor Metropolit von Konstantinopel werde; im Beisein des Kaisers und unter Freudenbekundungen einer großen Menschenmenge wurde er in der Hagia Sophia als neuer Bischof präsentiert. Konstantinopel war dem rechten Glauben wiedergewonnen. Es war der Ort, wo Gregor seine Trinitätslehre entfaltete und seine bis heute gerühmten fünf sogenannten theologischen Reden hielt. Doch lange hielt es den sensiblen und eher zu geistigen und geistlichen Höhenflügen als zum tätigen öffentlichen Leben Begabten nicht auf seinem Bischofssitz. Zermürbt von Kirchenpolitik, Streitigkeiten und Intrigen, nach vergeblichen Versuchen, Frieden herzustellen, bat er um Entpflichtung und zog sich auf sein Landgut zurück, wo er seine Zeit dem Gebet, der Korrespondenz (fast alle seine 245 Briefe stammen aus dieser Zeit) sowie dem Verfassen meist geistlicher Gedichte widmete.
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Gregor ist Kirchenlehrer, neben Basilius und Gregor von Nyssa einer der drei großen Kappadokier, mit Basilius, Athanasius und Johannes Chrysostomus einer der vier griechischen Kirchenväter.
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Was schadet
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„Wären nur alle darin mit mir einig, dass die unruhige Geschäftigkeit den Gemeinden nur schadet. Der Glaube geht in die Brüche, wenn er als Deckmantel für die ehrgeizige Rechthaberei der Einzelnen dienen muss.“ (Gregor von Nazianz, Brief an Basilius)
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

Ein Armer lag vor seiner Türe

Der Herr sagt: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit finden“ (Mt 5,7). Barmherzigkeit ist nicht die geringste unter den Seligkeiten. Und selig ist, wer Verständnis hat für den Dürftigen und Armen“ (Ps 40(41),1). Und „selig der Mann, der sich erbarmt und gibt“ (Ps 111(112),5). Und „…Mehr
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

Ein Armer lag vor seiner Türe

Der Herr sagt: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit finden“ (Mt 5,7). Barmherzigkeit ist nicht die geringste unter den Seligkeiten. Und selig ist, wer Verständnis hat für den Dürftigen und Armen“ (Ps 40(41),1). Und „selig der Mann, der sich erbarmt und gibt“ (Ps 111(112),5). Und „den ganzen Tag erbarmt sich der Gerechte und leiht aus“ (Ps 36(37),26). Reißen wir den Segen an uns, lassen wir uns als verständig bezeichnen, seien wir milde! Selbst die Nacht soll dich nicht im Gutestun unterbrechen. Sage nicht: „Komme wieder, morgen werde ich dir geben!“ (Spr 3,28). Nichts trete zwischen den Vorsatz und die Ausführung der Wohltaten! Nur Barmherzigkeit duldet keinen Aufschub. „Brich dem Hungernden dein Brot, führe die armen Obdachlosen in dein Haus“ (Jes 58,7) und zwar mit Bereitwilligkeit! Denn es heißt: „Wer sich erbarmt, tue es mit Freude!“ (Röm 12,8). Durch die Bereitwilligkeit verdoppelt sich der Wert deiner Wohltat. Was mit Bitterkeit und gezwungen geschieht, entbehrt der Freundlichkeit und Gefälligkeit. Wohltaten sollen Freuden und nicht Tränen hervorrufen. […] „Am Morgen wird dein Licht hervorbrechen, und schnell wird deine Heilung kommen“ (Jes 58,8). Wer sollte sich nicht nach Licht und Heilung sehnen? […]

Wenn ihr, Diener, Brüder und Erben Christi, nun auf mich hören wollt, dann wollen wir, solange es noch Zeit ist, Christus besuchen, Christus heilen, Christus ernähren, Christus bekleiden, Christus beherbergen, Christus ehren, aber nicht nur durch Bewirtung, wie es einige getan haben, und nicht gleich Maria mit Salben (Lk 7,37f.; Joh 12,3) und nicht bloß durch ein Grab wie Joseph von Arimathäa (Joh 19,38), auch nicht durch Geschenke für die Beerdigung gleich Nikodemus (Joh 19,39), der ein heiliger Christ war, auch nicht mit Gold, Weihrauch und Myrrhen, wie es vor den Genannten die Magier getan hatten. Da der Herr der Welt Barmherzigkeit will und nicht Opfer (Mt 9,13), und da Mitleid mehr Wert hat als Tausende von fetten Lämmern, so wollen wir ihm in den Notleidenden, die heute niedergestreckt sind, Barmherzigkeit zeigen, damit sie, wenn wir von hier scheiden müssen, uns in die ewigen Zelte aufnehmen in Christus, unserem Herrn, dem die Ehre sei in alle Ewigkeit. Amen!

Über die Liebe zu den Armen, 14. Rede, 38.40 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter, München 1928)
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

„Wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in die ganze Wahrheit führen“ (vgl. Joh 16,13)

Im Laufe der Geschichte haben zwei große Revolutionen die Erde erschüttert, man nennt sie die zwei Testamente. Die eine Revolution hat die Menschen vom Götzendienst zum Gesetz geführt; die andere vom Gesetz zur Frohbotschaft. Eine dritte …Mehr
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

„Wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in die ganze Wahrheit führen“ (vgl. Joh 16,13)

Im Laufe der Geschichte haben zwei große Revolutionen die Erde erschüttert, man nennt sie die zwei Testamente. Die eine Revolution hat die Menschen vom Götzendienst zum Gesetz geführt; die andere vom Gesetz zur Frohbotschaft. Eine dritte Umwälzung ist vorhergesagt: sie wird uns von hier unten nach dort oben führen, wo es keine Veränderung und keine Unruhe mehr geben wird. Die beiden Testamente nun weisen den gleichen Charakter auf [...]: Sie haben nicht schon alles bei ihrem ersten Zutagetreten umgeformt [...] Sie wollten uns keine Gewalt antun, sondern uns überzeugen. Denn was durch Zwang auferlegt wird, ist nicht von Dauer [...]

Das Alte Testament hat den Vater klar herausgestellt, den Sohn noch undeutlich. Das Neue Testament hat den Sohn verkündet und vorsichtig die Göttlichkeit des Heiligen Geistes zu verstehen gegeben. Heute ist der Heilige Geist unter uns lebendig und lässt sich deutlicher erkennen. Als die Göttlichkeit des Vaters noch nicht erkannt war, wäre es gefährlich gewesen, offen den Sohn zu verkünden, und, solange die Göttlichkeit des Sohnes nicht anerkannt war, den Heiligen Geist [...] einzuführen. Es stand zu befürchten, dass die Gläubigen eventuell das verlieren könnten, was zu tragen sie die Kraft hatten; dass es ihnen erginge wie Menschen, die überfüttert sind, oder solchen, die mit noch schwachen Augen in die Sonne schauen. Der Glanz der Dreieinigkeit sollte also durch aufeinanderfolgende Entwicklungsschritte oder, wie David sagte, „mit wachsender Kraft“ (Ps 84[83],8) erstrahlen und im Fortschreiten von Herrlichkeit zu Herrlichkeit [...]

Ich möchte noch folgenden Gedanken hinzufügen. Der Retter wusste bestimmte Dinge, die seine Jünger – trotz der Belehrung, die sie schon erhalten hatten –, noch nicht ertragen konnten. Aus den oben genannten Gründen hielt er diese Dinge verborgen. Und er sagte ihnen wiederholt, dass der Heilige Geist, wenn er kommt, sie in die ganze Wahrheit führen wird.

Abhandlung 31, fünfte theologische Abhandlung, 25−27; PG 36, 159
11 weitere Kommentare von Tina 13
Tina 13
"Gregor ist Kirchenlehrer, neben Basilius und Gregor von Nyssa einer der drei großen Kappadokier, mit Basilius, Athanasius und Johannes Chrysostomus einer der vier griechischen Kirchenväter."
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

Wenn ihr im Umgang mit dem trügerischen gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?

Meine Brüder und meine Freunde, wir wollen keine unehrlichen Verwalter jener Güter sein, die uns anvertraut wurden (vgl. Lk 16,1f.), damit wir nicht etwa hören müssen, wie der hl. Petrus zu uns sagt: „Schämt euch,…Mehr
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

Wenn ihr im Umgang mit dem trügerischen gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?

Meine Brüder und meine Freunde, wir wollen keine unehrlichen Verwalter jener Güter sein, die uns anvertraut wurden (vgl. Lk 16,1f.), damit wir nicht etwa hören müssen, wie der hl. Petrus zu uns sagt: „Schämt euch, die ihr das Eigentum anderer zurückhaltet. Ahmt doch die Gerechtigkeit Gottes nach und es wird keinen Armen mehr geben.“ Mühen wir uns also nicht so sehr, etwas anzuhäufen, während andere vor Armut darben; denn sonst müssen wir uns die strengen Vorhaltungen des Propheten Amos anhören: „Hütet euch, die ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen“ (vgl. Am 8,5).

Üben wir uns in der Umsetzung dieses erhabenen und vorrangigen Gesetzes Gottes, der es regnen lässt über Gerechte und Sünder und der die Sonne ebenfalls aufgehen lässt über allen (vgl. Mt 5,45). Er breitet vor allen die unermesslichen Weiten der unbebauten Erde aus, die Quellen, die Ströme und die Wälder; den Vögeln gibt er die Luft und das Wasser allen schwimmenden Lebewesen. Er teilt an alle in Überfülle aus, was sie zum Leben benötigen: Nichts davon nehmen die Mächtigen in Beschlag, was sie durch das Gesetz sich vorbehalten und für andere rationieren. Alles Nötige ist gemeinsamer Besitz und in Fülle vorhanden. Und deshalb bietet Gott es an, ohne dass jemand zurückbleibt. Denn er möchte durch diese Gleichheit seiner Gaben die Würde der Natur ehren und die ganze Großherzigkeit seiner Wohltaten.

14. Homilie, über die Liebe zu den Armen, 24−25, PL 35, 887
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

Macht euch Freunde mit dem trügerischen Geld um zu den ewigen Wohnungen zu gelangen: den Armen helfen

Meine Freunde und meine Brüder, seien wir keine schlechten Verwalter der Güter, die uns anvertraut wurden, damit wir nicht hören müssen: „ Errötet, die ihr den Besitz der anderen zurückbehaltet; ahmt die Gerechtigkeit Gottes nach …Mehr
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

Macht euch Freunde mit dem trügerischen Geld um zu den ewigen Wohnungen zu gelangen: den Armen helfen

Meine Freunde und meine Brüder, seien wir keine schlechten Verwalter der Güter, die uns anvertraut wurden, damit wir nicht hören müssen: „ Errötet, die ihr den Besitz der anderen zurückbehaltet; ahmt die Gerechtigkeit Gottes nach und es wird keine Armen mehr geben.“ Erschöpfen wir uns nicht darin, anzuhäufen und zurückzulegen, wenn die anderen vor Hunger erschöpft sind; dann werden wir diesen bitteren Vorwurf nicht verdienen, noch diese Drohung des Propheten Amos: „Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen“ (8,5). [...]

Ahmen wir das ehrfurchtgebietende und erste Gesetz Gottes nach, „der es regnen läßt über Gerechte und Sünder und für alle gleichermaßen die Sonne aufgehen läßt“ (vgl. Mt 5,45). Alle, die auf Erden leben, beschenkt er reich mit unermesslichen Weiten unbebauter Erde, Quellen, Flüssen und Wäldern. Den Vögeln gibt er die Luft, allen Tieren, die im Wasser leben, das Wasser. Um allen das Leben zu ermöglichen, schenkt er im Überfluss die ersten Hilfsmittel, die weder durch die Starken an sich gerissen, noch durch die Gesetze abgemessen werden, noch durch Grenzen beschränkt werden können; denn er gibt allen so, dass niemandem etwas fehlt. So denkt er durch die gleiche Verteilung seiner Gaben an die natürliche Gleichheit aller; so zeigt er die ganze Hochherzigkeit seiner Güte [...] Du also, ahme dieses göttliche Erbarmen nach.

Homilie „Über die Liebe zu den Armen“, 24-26
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz
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Die Versuchung nach der Taufe

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Wenn du nach deiner Taufe angegriffen wirst vom Verfolger, dem Versucher des Lichts: dann bietet sich dir die Gelegenheit, einen Sieg zu erringen. Er wird dich mit Sicherheit angreifen. Denn getäuscht von dessen menschlicher Erscheinung, legte er sich mit dem Wort, meinem Gott, an, der ihm das ungeschaffene Licht entzog. Scheue den Kampf …Mehr
Hl. Gregor von Nazianz
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Die Versuchung nach der Taufe

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Wenn du nach deiner Taufe angegriffen wirst vom Verfolger, dem Versucher des Lichts: dann bietet sich dir die Gelegenheit, einen Sieg zu erringen. Er wird dich mit Sicherheit angreifen. Denn getäuscht von dessen menschlicher Erscheinung, legte er sich mit dem Wort, meinem Gott, an, der ihm das ungeschaffene Licht entzog. Scheue den Kampf nicht! Tritt ihm entgegen mit dem Wasser der Taufe, mit dem Heiligen Geist, in dem alle vom Bösen auf dich gerichteten feurigen Geschoße verlöschen… Wenn er dir die Bedürftigkeit, die dich bedrückt, vorhält – er hat das ja auch bei Jesus getan – wenn er dich daran erinnert, dass du Hunger hast, tu nicht so, als schenktest du seinen Worten keine Beachtung! Bring ihm das bei, was er nicht kennt; konfrontiere ihn mit dem Wort des Lebens, dem wahren Himmelsbrot, das der Welt das Leben schenkt. Wenn er dir die Eitelkeitsfalle stellt – er benutzte sie gegen Christus, als er ihn auf die Zinnen des Tempels stellte und zu ihm sagte: „Stürz dich hinab“, um ihn dazu zu veranlassen, seine göttliche Natur zur Schau zu stellen – so hüte dich davor, tief zu fallen, weil du dich hast erheben wollen… Wenn er dich bei deinem Ehrgeiz versucht und dir in einer plötzlichen Schau alle Reiche der Erde zeigt, die seiner Macht unterworfen sind, und verlangt, dass du ihn anbetest: dann zeig ihm deine Verachtung – er ist nichts als ein armer Kerl. Vertraue auf das göttliche Siegel und sage zu ihm: „Auch ich bin Abbild Gottes; ich bin noch nicht, so wie du, wegen meines Stolzes aus meiner Herrlichkeit herausgefallen. Ich habe mich mit Christus bekleidet; ich bin durch meine Taufe ein zweiter Christus geworden. Es liegt an dir, mich anzubeten.“ Ich bin mir sicher, dass er dann verschwindet, von diesen Worten bezwungen und gekränkt. Da diese Worte von einem Menschen kommen, der von Christus erleuchtet ist, empfindet er sie so, als gingen sie von Christus aus, dem höchsten Licht. So viele Wohltaten erweist das Taufwasser denen, die an seine Kraft glauben.
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Predigt XL, 10
Gestas gefällt das.
Tina 13
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer
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„[...] du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt“ (aus dem Tagesgebet)
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Jesus Christus wurde geboren, gebt ihm die Ehre! Christus ist vom Himmel herabgestiegen, lauft ihm entgegen! Christus ist auf Erden, verherrlicht ihn! „Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle …Mehr
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer
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„[...] du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt“ (aus dem Tagesgebet)
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Jesus Christus wurde geboren, gebt ihm die Ehre! Christus ist vom Himmel herabgestiegen, lauft ihm entgegen! Christus ist auf Erden, verherrlicht ihn! „Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Länder der Erde! Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke“ (Ps 96,1.11). Vom Himmel her kommt er, um bei den Menschen zu wohnen; erbebt vor Furcht und Freude: vor Furcht aufgrund der Sünde, vor Freude aufgrund unserer Hoffnung. Heute zerstreuen sich die Schatten und das Licht geht auf über der Welt. Wie damals, als Ägypten von Finsternis geschlagen war, so erleuchtet auch heute eine Feuersäule Israel. O Volk, das du in der Finsternis der Unwissenheit saßest, betrachte heute dieses gewaltige Licht der wahren Erkenntnis, denn die alte Welt ist vergangen, alles ist neu geworden (vgl. 2 Kor 5,17). Der Buchstabe weicht zurück, der Geist triumphiert (vgl. Röm 7,6). Was vorgebildet ist, geht vorüber, die Wahrheit erscheint (vgl. Kol 2,17).
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Der uns ins Leben gerufen hat, will uns auch mit Freude erfüllen. Diese Freude, die uns die Sünde genommen hat, gibt uns die Fleischwerdung des Sohnes zurück […] Das nämlich bedeutet dieser Festtag: wir grüßen heute das Erscheinen Gottes unter den Menschen, damit nicht wir vermögen: ihn zu erreichen, aber doch zurückkehren zu Gott; damit wir uns des alten Menschen entledigen und den neuen Menschen anziehen (vgl. Kol 3,9); damit wir, die wir in Adam gestorben sind, in Christus leben mögen (vgl. 1 Kor 15,22) […] Feiern wir also diesen Tag, mit göttlicher Freude erfüllt, nicht mit weltlicher - sondern mit einer wahrhaft himmlischen Freude. Welch ein Fest ist doch dieses Geheimnis Christi! Es ist meine Vollendung, meine neue Geburt.
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38. Predigt, von der Geburt des Herrn, PG 36, 311 f.
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Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

„Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen“

Es muss dir bewusst sein, woher dein Leben kommt, dein Atem, dein Verstand und das Kostbarste: deine Gotteserkenntnis; woher deine Hoffnung auf das Himmelreich und die Hoffnung, die Herrlichkeit Gottes zu schauen – von der du jetzt, wie in einem Spiegel, nur …Mehr
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

„Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen“

Es muss dir bewusst sein, woher dein Leben kommt, dein Atem, dein Verstand und das Kostbarste: deine Gotteserkenntnis; woher deine Hoffnung auf das Himmelreich und die Hoffnung, die Herrlichkeit Gottes zu schauen – von der du jetzt, wie in einem Spiegel, nur rätselhafte Umrisse wahrnimmst, die du dann aber in ihrer ganzen Reinheit und in ihrem ganzen Glanz sehen wirst (1Kor 13,12). Wie kommt es, dass du Kind Gottes und Miterbe Christi (Röm 8,16-17) bist und selber, wenn ich so sagen darf – ein Gott? Woher kommt das alles und durch wen?

Oder, um mit Unwichtigerem fortzufahren, mit Dingen die man sieht: von wem ist es dir geschenkt worden, dass du die Schönheit des Himmels sehen kannst, den Lauf der Sonne, den Zyklus des Mondes, die unzähligen Sterne – und dazu die Harmonie und Ordnung, die sie lenkt? [...] Wer hat dir den Regen geschenkt, den Ackerbau, die Lebensmittel, die Künste, die Gesetze, das Gemeinwesen, ein gesittetes Leben, einen vertrauten Umgang mit Deinesgleichen?

Ist es nicht Er, der – vor allem anderen und als Gegenleistung für all seine Geschenke – will, dass du die Menschen liebst? Sollen wir dann unsere Brüder verleugnen, wo doch Er, unser Herr und Gott, sich nicht schämt, unser Vater genannt zu werden? Nein, meine Brüder und Freunde, wir wollen keine unredlichen Verwalter der Güter sein, die uns anvertraut sind!

Homilie 14, über die Liebe zu den Armen, § 23-25; PG 35,887
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz

„Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss" (Weis 12,19)

Das erste und allergrößte aller Gebote, das Fundament des Gesetzes und der Propheten (vgl. Mt 22,40) ist die Liebe, die – so scheint mir – am stärksten in der Liebe zu den Armen unter Beweis gestellt wird, in der Hinwendung zum - und dem Mitleid mit dem Nächsten.…Mehr
Hl. Gregor von Nazianz

„Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss" (Weis 12,19)

Das erste und allergrößte aller Gebote, das Fundament des Gesetzes und der Propheten (vgl. Mt 22,40) ist die Liebe, die – so scheint mir – am stärksten in der Liebe zu den Armen unter Beweis gestellt wird, in der Hinwendung zum - und dem Mitleid mit dem Nächsten. Nichts erweist Gott mehr die Ehre als die Barmherzigkeit, denn nichts ist ihm ähnlicher als sie. „Barmherzigkeit und Treue schreiten vor seinem Antlitz“ (vgl. 89,15), und er zieht die Barmherzigkeit allen anderen Opfergaben vor (vgl. Hos 6,6). Nichts mehr, als das Wohlwollen den Menschen gegenüber, zieht das Wohlwollen des menschenfreundlichen Gottes (vgl. Weis 1,6) nach sich; sein Lohn ist gerecht, denn die erwiesene Barmherzigkeit wiegt und misst er. Wir müssen unser Herz allen Armen öffnen, und allen Verzweifelten, aus was auch immer ihr Leiden besteht. Das ist der eigentlich Sinn jenes Gebotes, das uns aufträgt: „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden“ (Röm 12,15). Nachdem wir doch selber Menschen sind, ist es da nicht folgerichtig, unseren Nächsten mit Wohlwollen zu begegnen?

Über die Liebe zu den Armen, 4-6, PG 35, 863
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz

"Der Letzte von allen und der Diener aller“

Wer in seiner Verunsicherung durch die Wundmale Christi die Frage stellt: „Wer ist der König der Herrlichkeit?“ (Ps 24,8), dem antworte: Es ist Christus, „stark und gewaltig“ (ebd.) in allem was er getan hat und immer noch tut… Ist er denn schwach, weil er sich um deinetwillen erniedrigt hat? Ist er zu verachten, weil er, der …Mehr
Hl. Gregor von Nazianz

"Der Letzte von allen und der Diener aller“

Wer in seiner Verunsicherung durch die Wundmale Christi die Frage stellt: „Wer ist der König der Herrlichkeit?“ (Ps 24,8), dem antworte: Es ist Christus, „stark und gewaltig“ (ebd.) in allem was er getan hat und immer noch tut… Ist er denn schwach, weil er sich um deinetwillen erniedrigt hat? Ist er zu verachten, weil er, der gute Hirt, sein Leben für seine Herde gibt? Weil er gekommen ist, das verirrte Schaf zu suchen, und es, wenn er es gefunden hat, zurückbringt auf den Schultern, die um des Schafes willen das Kreuz getragen haben? Weil er es wieder zum ewigen Leben erweckt und in die Schar der treuen Schafe aufnimmt, die im sicheren Schoß der Herde geblieben sind? (Joh 10,11; Lk 15,4). Verachtest du ihn, weil er auf der Suche nach dem verlorenen Geldstück eine Lampe, sein eigenes Fleisch, angezündet und sein Haus gefegt, und so die Welt von der Sünde befreit hat? Weil er in seiner Passion die Schönheit seines königlichen Antlitzes verloren hat? (Lk 15,8f; Mk 12,16)… Glaubst du, er hat an Größe verloren, weil er sich mit einem Leintuch umgürtet hat, um die Füße seiner Jünger zu waschen? Weil er ihnen so vorgeführt hat, dass die sicherste Weise, sich zu erheben, darin besteht, sich zu erniedrigen (Joh 13,4f)? Machst du es Gott zum Vorwurf, dass Christus sich erniedrigt und seine Seele zur Erde beugt, um mit ihr jene zu erheben, die unter dem Joch der Sünde gebeugt sind (Mt 11,28)? Wirfst du ihm vor, dass er mit den Zöllnern und Sündern gegessen hat… um ihres Heiles willen (Mt 9,10)? Wie kann man einem Arzt den Prozess machen, der sich über die Leiden und Wunden der Kranken beugt, um sie zu heilen?
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

„Sie begannen, ihn hartnäckig zu bedrängen“

Es gab eine Zeit, in der derjenige, den du jetzt gering achtest, über dir gestanden hat; er, der jetzt Mensch ist, war von Ewigkeit her vollkommen. Er war im Anfang, ursprungslos. Dann setzte er sich den Banalitäten dieser Welt aus … allein, um dich zu retten; dich, der ihn beleidigt; dich, …Mehr
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

„Sie begannen, ihn hartnäckig zu bedrängen“

Es gab eine Zeit, in der derjenige, den du jetzt gering achtest, über dir gestanden hat; er, der jetzt Mensch ist, war von Ewigkeit her vollkommen. Er war im Anfang, ursprungslos. Dann setzte er sich den Banalitäten dieser Welt aus … allein, um dich zu retten; dich, der ihn beleidigt; dich, der Gott gering achtet, weil er deine ungehobelte Natur angenommen hat […]

Er war in Windeln gewickelt, aber bei seiner Auferstehung befreite er sich von seinem Leichentuch. Er lag in einer Krippe – aber von Engeln verherrlicht, von einem Stern angekündigt, von drei Weisen aus dem Morgenland angebetet […] Er musste nach Ägypten fliehen, aber befreite dieses Land vom Aberglauben der Ägypter. Er hatte „keine schöne und edle Gestalt“ (Jes 53,2) vor seinen Feinden, für David aber war er der „schönste von allen Menschen“ (Ps 44,3), und auf dem Berg leuchtete er wie die Sonne (Mt 17,1f.). Als Mensch wurde er getauft; aber als Gott wusch er unsere Sünden ab; er hatte keine Reinigung nötig, aber er wollte das Wasser heiligen. Als Mensch wurde er versucht; aber als Gott, der „die Welt besiegt hat“ (Joh 16,8), triumphierte er […] Er litt Hunger, aber er nährte als „Brot des Lebens“ (Joh 6,48) Tausende. Er litt Durst, aber rief: „Wer Durst hat, komme zu mir und trinke“ (Joh 7,37). Er kannte Müdigkeit, wurde aber zum Ruheplatz aller, die „sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben“ (Mt 11,28) […] Er ließ sich „Samariter und von einem Dämon Besessenen“ (Joh 8,48) nennen; aber er ist es, der den Mann rettete, der unter die Räuber gefallen war (Lk 10, 29f.) und der die Dämonen in die Flucht schlägt […] Er wurde zu einem Schundpreis verkauft, aber kaufte die Welt zurück, und zwar teuer: mit seinem eigenen Blut.

Wie ein Schaf führt man ihn zum Sterben, er aber führt Israel – und heute die ganze Erde – auf gute Weide (Ez 34,14). Er ist stumm wie ein Lamm, ist aber das Wort, das von der Stimme desjenigen angekündigt war, der in der Wüste ruft (Mk 1,3). Er war schwach und verwundet; er aber ist es, der alle Krankheiten und Leiden heilt (Mt 9,35). Er wurde auf dem Holz erhöht und festgenagelt; er aber stellt uns durch den Baum des Lebens wieder her […] Er stirbt, aber macht lebendig und vernichtet den Tod. Er wird begraben, aber er ersteht vom Tode und befreit durch seine Auffahrt in den Himmel die Seelen aus der Unterwelt.

3. theologische Abhandlung
Tina 13
Hl. Gregor von Nazianz

„Das habt ihr mir getan“

Hältst du Wohltätigkeit für eine Ermessensfrage und nicht für eine Pflicht? Ist sie für dich kein Gesetz, sondern lediglich eine Empfehlung? Das wäre auch mir recht, und ich ließe mich gern darauf ein. Doch was zur Linken Gottes geschieht, versetzt mich in Schrecken. Dort hat er die Böcke hingestellt, um ihnen Vorhaltungen zu machen, nicht etwa …Mehr
Hl. Gregor von Nazianz

„Das habt ihr mir getan“

Hältst du Wohltätigkeit für eine Ermessensfrage und nicht für eine Pflicht? Ist sie für dich kein Gesetz, sondern lediglich eine Empfehlung? Das wäre auch mir recht, und ich ließe mich gern darauf ein. Doch was zur Linken Gottes geschieht, versetzt mich in Schrecken. Dort hat er die Böcke hingestellt, um ihnen Vorhaltungen zu machen, nicht etwa weil sie gestohlen, geraubt, die Ehe gebrochen oder sich andere Delikte dieser Art geleistet hätten, sondern weil sie in armen Menschen nicht Christus die Ehre erwiesen haben. Wenn ihr, die Diener, Brüder und Miterben Christi, auf mich hören wollt, dann suchen wir doch, solange noch Zeit ist, Christus auf! Geben wir ihm Nahrung, bekleiden wir ihn, nehmen wir ihn auf, ehren wir ihn! Und das nicht nur, indem wir ihm, wie es manche tun, eine Mahlzeit spenden oder, wie Maria Magdalena, eine wohlriechende Salbe oder ein Grab, wie Josef von Arimathäa; oder indem wir Begräbniskosten übernehmen wie Nikodemus, oder Gold, Weihrauch und Myrrhe bringen, wie die Sterndeuter. „Barmherzigkeit und nicht Opfer“ (Mt 9,13) will der Herr des Universums, Mitleid statt Tausende fetter Lämmer. Erweisen wir Mitleid also ihm, indem wir es den vom Elend Betroffenen erweisen! Denn an dem Tag, an dem wir diese Welt verlassen, werden sie uns „in die ewigen Wohnungen aufnehmen“ (Lk 16,9), in Christus selbst, unserem Herrn. Ihm gebührt alle Ehre in Ewigkeit.

Predigt 14, über die Liebe zu den Armen