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Betrachtungen vom 23.März

Hildegard51
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Betrachtung am 23. März - Hässlichkeit der Seele durch die Sünde O Heimatlicht, erleuchte meine Pfade, Erhalte aufrecht mich durch deine Macht; Dass meine Seele nicht vom Weg der Gnade Versinke in …More
Betrachtung am 23. März - Hässlichkeit der Seele durch die Sünde

O Heimatlicht, erleuchte meine Pfade,

Erhalte aufrecht mich durch deine Macht;

Dass meine Seele nicht vom Weg der Gnade

Versinke in der Sünde finstre Nacht.

1. Kein Wesen in der ganzen Schöpfung ist schöner und edler als eine, nach Gottes Bild erschaffene Seele, die mit dem Licht des Glaubens, mit der Gnade des Heiligen Geistes, mit Tugenden und heiliger Liebe geschmückt ist. Ihr Anblick entzückt die himmlischen Geister, ja Gott selbst liebt sie und hält sie der ewigen Glorie würdig. Fällt aber eine solche Seele in eine schwere Sünde, dann erlischt dieser himmlische Glanz. Sie ist gleich einer Königstochter, die, mit den kostbarsten Gewändern und den edelsten Steinen geschmückt, in eine kotige Pfütze fällt, und deren Anblick dann Grausen erregt. "Sie waren reiner als Schnee, weißer als Milch, ihr Leib rosiger als Korallen, saphirblau ihre Adern. Schwärzer als Ruß sehen sie aus, man erkennt sie nicht auf den Straßen." (Klagelieder 4,7-8a)

2. Wem muss diese treffende Schilderung nicht Entsetzen vor der Sünde einflößen. Welches schwere Übel könnte je unserer Seele widerfahren, als dass sie Abscheu vor den Augen Gottes und des ganzen himmlischen Hofes errege? Darum auch wird in der Schrift die Sünde ein Gräuel genannt (Deuteronomium 13,15), und dem Aussatz verglichen, der den ganzen Menschen zerstört, und so hässlich entstellt, dass alle vor einem Aussätzigen die Flucht ergreifen. Notwendig auch hasst Gott diesen Gräuel, weil er die Seele entwürdigt, das Licht seiner Liebe und das übernatürliche Leben dieses edlen Geschöpfes auslöscht.

3. Eine Verfinsterung der Vernunft und ein Umsturz des ewigen Gesetzes ist die Sünde, weil sie der göttlichen Majestät niedrige Lüste und vergängliche Dinge vorzieht, und ihre Gnade dafür mit Füßen tritt. Dadurch aber wird sie ein finsteres Chaos, dessen Anblick die bösen Geister erfreut, die darüber jubeln, dass Gott verhöhnt, und sein Eingeborener gleichsam um eine kostbare Perle ärmer wird, die er mit seinem Blut erkaufte. Ein wahrer Abscheu ist eine solche Seele vor Gott. Und verließe sie in diesem Zustand ihren Körper, so fiele sie der ewigen Verdammnis ohne Rettung anheim. Hüten wir uns vor diesem Ungeheuer. Wären wir aber unglückseliger Weise gefallen, so eilen wir zu dem Bad, das unseres Gottes unendliche Barmherzigkeit zur Reinigung von diesem Aussatz uns bereitet hat. "Gott, sei mir Sünder gnädig!" (Lukas 18,13b)

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