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Heilwasser
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Was könnte man unter "gerechter Seelsorge" verstehen?

Was könnte man unter „gerechter Seelsorge“ verstehen?

Ich meine hier nicht in erster Linie die priesterliche Seel-
sorge, sondern eher Seelsorge in einem allgemeineren
Sinne, zu der jeder Christ im Rahmen der christlichen
Nächstenliebe berufen ist: einen guten Rat geben im Ge-
spräch, Trost spenden in schwierigen Situationen, Freude
über Positives teilen oder einfach Dasein für den andern
und das im Rahmen einer fruchtbaren und segensreichen
Glaubensfreundschaft. In dieser Hinsicht kann Zuhören
auch schon Seelsorge sein.

Was wäre unter diesen Rahmenbedingungen eine „gerechte
Seelsorge“?


Wenn man die Güte des Himmlischen Vaters bedenkt, mit
der wir alle beschenkt werden, mit der Er unsere Bosheiten
verzeiht und mit der Er seine Vorsehung walten lässt, oft
so gütig und überraschend mild, dann sollten auch wir mit
unseren Nächsten ähnlich verfahren, also nicht so wie der
unbarmherzige Schuldner, dem selber große Schulden er-
lassen wurden, er anschließend selber aber kleinere Schul-
den nicht erließ.

Eine Regel sollte man beachten: Wir dürfen mit unseren
Nächsten nicht strenger verfahren als mit uns selbst, auf
keinen Fall, im Gegenteil: Streng gegen uns selbst, gütig
und barmherzig gegenüber anderen. So ist es richtig. Die
Fehler müssen wir schon bei uns selber suchen, den ande-
ren aber nur aufbauen. „Kehrt um und glaubt an das Evan-
gelium“ heißt, wir selber sollen täglich umkehren, nicht
die andern. Wir selber!

Also muss die Gesprächssituation, wenn sie seelsorgerische
Wirkung haben soll, sanft, gütig, mild, freundlich, liebevoll,
warmherzig, weitherzig und aufbauend sein. Alles Gegen-
teilige stört diesen gewinnbringenden Frieden, der darin liegt,
empfindlich.

Wir haben gar nicht die Pflicht, den andern auf alles hinzu-
weisen, wo man etwas für falsch oder nicht ideal hält. Das
sollen wir gar nicht, sonst werden wir den andern nie wahr-
haft respektieren können in seiner Einzigartigkeit. Außerdem
würden wir uns oft täuschen, indem wir den andern dort
korrigieren wollen, wo der Herr es gar nicht will.

Wenn ein Heiliger zuweilen strenge Anweisungen gab, dann
nur, weil er genau wusste, was zum Heile dient und weil er
sich selber entsprechend streng nahm. Ansonsten aber muss
immer die Milde den Vorrang haben.

Der Priester im Beichtstuhl muss natürlich genau hinschauen,
v.a. wenn schwere Sünden vorhanden sind, damit sie nicht
wieder begangen werden. Der Priester ist ja der Richter der
Seelen im Beichtstuhl, der bei aller gerechten Zurechtwei-
sung ein barmherziger Richterstuhl ist.

Seelsorge, welcher Art auch immer, muss immer aufbauenden
Charakter haben, sonst sorgt man nicht für die Seele, sondern
entmutigt sie.

Frohes Schaffen !

Sorge dich um deinen Nächsten wie um dich selbst !


Und manche gute Tat kommt direkt auf einen zu, beispielsweise als ich heute in den Edeka ging, in nicht eiliger Verfassung und mich eine Rollstuhlfahrerin frug, ob ich ihr mit den Pfandflaschen helfen könne... Eine gute Tat, die grad mal eine Minute Zeit brauchte, aber für die betroffenene Frau sehr wertvoll war, weil ihr sofort jemand half und dies gerne tat.
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Ja das ist auch eine schöne und ganz spezielle Variante einer gerechten Seelsorge. Barmherzigkeit ist gerecht.
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Sorge dich um deinen Nächsten wie um dich selbst !
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