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Der heilige Eremit Charbel, Patron des Libanon

Patron des Libanon

„Wenn der Friede Gottes einmal in dir Wurzeln geschlagen hat, dann wirst du diesen Frieden den Menschen bringen, und du wirst sie von ihrer Lebensangst und ihren Zweifeln heilen“. Als ein weiser, alter Mönch diese prophetischen Worte zu dem 16jährigen Jussef aus einem kleinen Bergdorf des Libanon sprach, konnte sich niemand vorstellen, wie außergewöhnlich sich diese Verheißung verwirklichen sollte. Nachdem Jussef Mönch und Priester im Orden der Maroniter geworden war, konnte er vielen Menschen nicht nur den Frieden der Seele, sondern auch Heilung für ihren Leib bringen.

Sein Leben: Der Hl. Scharbel ist der einzige Libanese, der heilig gesprochen wurde. Seine Grabstätte in Annaya, wo die Wunder geschehen, befindet sich ca. 10 Kilometer westlich von Byblos auf einem Hügelkamm mit wunderbarem Blick auf das Meer. St. Charbel wurde als Yousef Antoun Makhlouf 1828 in Bekaakafra im Norden des Libanon geboren. 1851 verließ er sein Dorf und seine Eltern und begann sein Noviziat im Kloster Notre Dame de Mayfouq. Ein Jahr später zog er weiter ins Maronitenkloster St. Maon von Annaya, wo er den Namen Scharbel annahm. 1853 legte er sein Gelübde ab und studierte fortan im Kloster St. Cyprien de Kfifan. Seine Weihung zum Priester folgte 1859 Bkerke. Während 16 Jahren lebte er im Kloster St. Maron d’Annaya, bevor er sich für weitere 23 Jahre im selben Kloster fast vollständig zurückzog, wo er am 24 Dezember 1898 verstarb.

Aus Liebe Gehorsam: Im Kloster bekam Jussef den Namen Scharbel und ging einen Weg des absoluten Gehorsams und der Entsagung. Stets bat er um die schwersten und niedrigsten Arbeiten und war mit allem zufrieden, was man ihm gab. Die Heilige Messe und die Anbetung waren das Zentrum seines Lebens. Oft weinte er aus Liebe, während er die Heilige Messe zelebrierte. Und nicht selten verharrte er nach dem abendlichen Chorgebet bis zum nächsten Morgen in Betrachtung. Wenn man ihn fragte, was er denn tue, antwortete er schlicht: „Ich spreche mit Gott, und Er antwortet mir. Es ist meine Lieblingsbeschäftigung, den Herrn kniend als Kind im Allerheiligsten Sakrament anzubeten im Vertrauen, alles von Ihm erbitten zu können“. Solch kindlichem Gebet gewährt Gott jede Gnade.
Auf humorvolle Weise schenkte Gott ihm die Gabe, Wunder zu wirken: Ein Klosterdiener wollte Pater Scharbel einen Streich spielen. Er goss Wasser statt Öl in seine Lampe. Arglos zündete der Pater in seiner Zelle die Lampe an und begann, das Stundengebet zu beten. Er wusste nicht, dass der Prior an diesem Tag geboten hatte, die Lampen früh zu löschen, um Öl zu sparen. Gegen Mitternacht stellte der Obere erstaunt fest, dass bei Pater Scharbel noch Licht brannte. „Das ist das erste Mal, dass Du ungehorsam bist“, schalt er ihn. Sofort kniete der Mönch nieder und bat um Verzeihung. Der Klosterdiener, der das Gespräch gehört hatte, kam eilig herbei und sah staunend die brennende Lampe. Er gestand seinen Streich, worauf der Prior den Docht aus der Lampe zog und feststellte, dass sie tatsächlich nur Wasser enthielt. Nun kniete er vor dem Pater nieder. Später beschreibt er diesen Augenblick: „Als ich so vor Pater Scharbel kniete, hatte ich das Gefühl, vor dem Herrn selbst zu knien“.
„Wie ein Kind bitte ich meinen Vater um Hilfe“: So begann Gott durch Pater Scharbel eine große Zahl von Wundern zu wirken. Von weit her brachte man die Kranken zu ihm. Jedes Mal, nachdem er einen Kranken geheilt hatte, beteuerte er: „Ich habe nichts für dich getan, nur gebetet“! Einmal wurde er zu einem tobsüchtigen Mann gerufen, der sich wie ein wildes Tier benahm. Vor dem Haus des Kranken kniete Pater Scharbel nieder und begann innig zu beten. Zitternd und tobend kam der Mann auf ihn zu und wollte über ihn herfallen. Da erhob sich der Pater und segnete ihn. Augenblicklich hörte der Kranke auf zu zittern und sank in die Knie. Er war geheilt! Als man Pater Scharbel fragte, wie er solche Heilungen vollbringen könne, antwortete er schlicht: „Wie ein Kind bitte ich meinen Vater um Hilfe“. Mit seinem Tod hört der Heilige nicht auf, die Not der Menschen zu lindern. Unzählbar sind die Wunder, die an seinem Grab geschehen. Gott verherrlicht seinen treuen Diener auch dadurch, dass sein Leib unversehrt erhalten blieb und immer wieder eine blutähnliche Flüssigkeit absondert, die schon viele Heilungen bewirkte. Gebetserhörungen, Krankenheilungen und unerwartete Hilfe in großer Not mehrten sich, so dass man Scharbel Makhlouf bald nur noch den „Wundermönch vom Libanon“ nannte.
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Heiliger Eremit Charbel,
Du Zierde und Segen der maronitischen Kirche, in Demut bitte
ich Dich, sei mein besonderer Patron und Beschützer. Opfere Du
dem Vater des Erbarmens die Verdienste Deiner Buße, Deines Gebets
und Deiner Arbeit als Ersatz für meine Unwürdigkeit auf.
Nimm mich in Gnaden an als Dein geistiges Kind, angetan mit dem
Gewand Deiner Tugenden, dargestellt durch Dein Skapulier.
Heiliger Eremit Charbel, aufrecht wie eine Zeder des Libanon
hast Du als „Gerechter im Herrn“ gelebt. Die Sonne Deines Lebens
war Jesus im Heiligsten Sakrament, dessen Gnade Dich zu einem
Anbeter Seiner Gottheit im Geiste und in der Wahrheit werden
ließ. Im sterblichen Leben führtest Du ein Leben den Engeln gleich,
Deine unantastbare Keuschheit war ein Geschenk Deiner himmlischen
Mutter, die Du mit unzählbaren Rosenkränzen kröntest.
Opfere mit Deinen priesterlichen Händen dem Vater der Wahrheit
für das Heil meiner Seele, das auf Golgotha vergossene Blut Seines
Sohnes auf, zur Sühne für die Fehler, mit denen ich Seine Majestät
beleidigt habe. Stehe mir in der Stunde meines Hinscheidens als mein
Fürsprecher bei, mit den Verdiensten Deines dem Herrn wohlgefälligen
Sterbens und geleite mich in die Seligkeit, damit ich mit Dir
vereint die Größe Gottes in alle Ewigkeit lobe. Amen.
Vater unser. Gegrüßet seist Du Maria. Ehre sei dem Vater.

Dieser Text wurde entnommen aus der Karte "Sankt Charbel - Der heilige Eremit Charbel, Mönch des libanesischen Maronitenordens"

Bezugsadresse:
Heilig-Blut-Gemeinschaft vom Erlöser der Welt e.V.,
Bühl 1, D-87480 Weitnau
Unter dieser Anschrift können weitere Schriften vom heiligen Charbel
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