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Tina 13
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MARIÄ OPFERUNG

21. November. MARIÄ OPFERUNG

Wir lesen in den heiligen Schriften, wie gnädig Gott das Opfer Abels aufgenommen, wie er das Opfer Noahs durch den Regenbogen heiligte, und mit welchem Wohlgefallen er die Bereitwilligkeit Abrahams, ihm seinen Sohn als Opfer darzubringen, ansah, und obwohl er die Opferung hinderte, dessen Nachkommenschaft dafür mit dem reichsten Segen belohnte.

Bei den Juden mußten neugeborene Kinder nach dem mosaischen Gesetze Gott im Tempel dargebracht werden. Aber auch freiwillig war die Darbringung; und wie einst die dankbare Anna den Knaben Samuel, so opferten Joachim und Anna Gott die ihnen von ihm geschenkte Tochter, als dieselbe drei Jahre alt war, aufs Neue dem Herrn. Zu diesem Schritte bestimmte die heiligen Eheleute ihr dem Herrn geleistetes Gelübde; denn als sie bis ins Alter unfruchtbar waren, gelobten sie Gott, wenn er sie mit einem Kinde segne, und die Schmach der Unfruchtbarkeit von ihnen nehme, dasselbe zu dessen Dienste im Tempel aufzuopfern.

Der Herr erhörte ihre Bitte, und hat sie also gesegnet, daß ihnen das hochgebenedeite Kind zu Teil wurde, nämlich Maria, die allerseligste Jungfrau. Nach der ersten Darbringung im Tempel behielten sie noch drei Jahre lang ihr hoch begnadigtes Kind bei sich, und erfreuten sich an dessen Umgange. Aber bereit, auch ihr Liebstes dem Herrn zu opfern und ihr Gelübde zu erfüllen, begaben sie sich mit ihrem dreijährigen Töchterlein nach Jerusalem in den Tempel, stellten es dem Priester dar, und weihten es durch dessen Hände dem Dienste des Allerhöchsten. Maria schon in ihrem zarten Alter mit dem vollkommenen Gebrauche ihrer Vernunft begabt, willigte nicht nur mit Freuden in die Opferung ihrer Eltern, sondern sehnte sich auch, weil sie die Hoheit dessen, dem sie aufgeopfert wurde, mehr als alle andere[n] erkannte, nach dem Augenblicke der Aufopferung. Mit freudestrahlendem Angesichte betrat sie den Tempel. Ihr Herz war von der heiligsten Liebe zu Gott und dessen Dienst erfüllt, und mit der innigsten Andacht und Ehrerbietung nahte sie sich dem Priester, dessen Händen sie zur Vollziehung und Aufopferung übergeben wurde. Der Priester, voll Staunen über die Schönheit, die Andacht und Sittsamkeit des zarten Mägdleins führte sie zum Antritte des Altars und stellte sie auf die unterste Stufe. - Mit wenigen Worten nahm sie Abschied von ihren Eltern, eilte dann mit voller Freude ohne fremden Beistand schnell bis zur obersten Stufe, warf sich dort vor dem Altare nieder, und opferte sich Gott mit solcher Demut und Inbrunst, daß alle Anwesenden aufs Innigste gerührt wurden. Diese Aufopferung war freiwillig von Seiten des Kindes und der Eltern und deßhalb schon um so mehr Gott ein wohlgefälliges Opfer.

Gütiger Gott,
wir gedenken am heutigen Tag
der seligen Jungfrau Maria,
die du mit der Fülle deiner Gnade beschenkt hast.
Höre auf ihre Fürsprache
und lass auch uns am Reichtum deiner Gnade teilhaben,
damit wir mit ganzer Hingabe und frohem Vertrauen vor dir leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Amen.
Tina 13
🙏🙏🙏