Der Dreikönigsschrein im Kölner Dom erinnert an den heutigen Dreikönigstag, den 06.01.2022

Der goldene Dreikönigsschrein im Kölner Dom

Das Gedenken an die hl. Drei Könige ist heute noch in Köln und ganz Deutschland verbreitet. In Köln finden Wallfahrten statt, das Gitter wird geöffnet und man kann unterhalb des Schreins betend und singend durchwallen.
Traditionell kommen die Sternsinger an diesem Tag in die Häuser.


Der Überlieferung zufolge soll die hl. Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, um das Jahr 326 von Konstantinopel nach Palästina gereist sein, dort die Reliquien aufgefunden und an sich genommen haben.

Eine Vita des Mailänder Bischofs Eustorgius (343–349) aus dem 12. Jahrhundert berichtet, dass die Gebeine zu Beginn des 4. Jahrhunderts durch ihn aus Konstantinopel nach Mailand übertragen wurden.

Eine frühe Verehrung der drei Weisen als Heilige ist nicht belegt und auch eher unplausibel, da sich die Heiligenverehrung jener Zeit auf Märtyrer konzentrierte. Erst später verehrte man auch Bekenner.
Ursprünglicher Bestattungsort der Drei Könige in der Kirche Sant'Eustorgio in Mailand

In Mailand wurden die Gebeine bis zum Jahr 1158 in einem Sarkophag aus dem 3. Jahrhundert in der Kirche St. Eustorgio außerhalb der Stadt aufbewahrt. Als die Belagerung Mailands durch Friedrich Barbarossa drohte, brachte man die Reliquien im Glockenturm der Kirche San Giuorgio al Palazzo innerhalb der Stadtmauern in (vorläufige) Sicherheit.

Dort blieben sie, bis Friedrich Barbarossa sie nach der Zerstörung der Stadt Ende März 1162 seinem engen Berater, dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel, zum Geschenk machte.

Dieser ließ den schönen Schrein fertigen.
Dreikönigsschrein Davidseite

Situation in Köln

Der Hildebold-Dom in Köln – der Vorgängerbau des gotischen Doms – war bereits zuvor mit wertvollen Reliquien ausgestattet gewesen, so gab es den Petrusstab, dann die Petrusketten, mit denen der Überlieferung zufolge der Apostel im Kerker gefesselt war, sowie ein Kopfreliquiar des hl.Silvester.

Rainald von Dassel wiederum war als Erzbischof von Köln einer der Wahlmänner des deutschen Königs und auch enger Berater Kaiser Friedrich Barbarossas mit großem Einfluss auf die europäische Reichspolitik.


Dreikönigschrein Salomoseite

Als Erzkanzler von Italien war er maßgeblich an dessen Italienzug, der erfolgreichen Eroberung Mailands und der Politik rund um das Papsttum beteiligt.

Die Reliquien galten als jene der ersten christlichen Könige, die Jesus als dem „König der Könige“ huldigten; die drei Männer waren so zu einem Vorbild des weltlichen Königtums geworden.

Dreikönigsschrein Vorderseite

Der Besitz ihrer Gebeine verschaffte Rainald höchste politische Macht, indem sie seinen Anspruch auf die Krönung der deutschen Könige stärkten. Die eigentliche Krönungszeremonie der Könige fand seit Anfang des 11. Jahrhunderts im Aachener Dom (Kölner Kirchenprovinz) statt; die Reliquien brachten Rainald zusätzlich in den symbolischen „Besitz“ des weltlichen Königtums.

Jedenfalls waren die Kaiser und Könige des Heiligen Römischen Reiches fromm und gaben unserem Herrn Jesus Christus die Ehre.
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