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archangelus
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Nochmals Papa emeritus von P. Michael Wildfeuer

Auf Grund eines Kommentars von @DrMartinBachmaier unter Absolutes entweder oder: Papa oder emeritus

erlaube ich mir, mich noch einmal zu Papa emeritus äußern. Die Lehre der hl. katholischen Kirche ist klar, und diese möchte ich zum Ausdruck bringen.

Es geht um zwei Termini, nämlich papa und emeritus. Zur Klarheit wollen wir beide definieren:

1. Der Papst ist der oberste und einzige Jurisdiktionsträger mit voller und universaler Gewalt. Diese Gewalt ist göttlichen Rechtes und kann deshalb nicht partialisiert werden. Sie kann nach göttlichem Recht nur ganz angenommen oder ganz abgegeben werden. Eine Niederlegung der Pflichten und Beibehaltung der Rechte ist nach göttlichem Recht unmöglich. Auch ein Papst im Verein mit allen Bischöfen kann dies nicht ändern.

2. Der Terminus emeritieren wird nach Vorstellung von DrMartinBachmaier in zwei Suppositionen (Wortbedeutungen) gebraucht:

a. Im strengeren Sinn: ein emeritierter Amtsträger: nur Gott gegenüber verpflichtet.

b. Im weiteren Sinn: emeritieren = einen Amtsträger seiner Pflichten entheben, aber ihm sein Amt und seine Rechte lassen. Beispiel: ein Professor.

Zu a: Der Sache nach stimmen wir überein: Der Papst ist nur Gott gegenüber verpflichtet.

Dem Wort nach ist dies ein falscher Sprachgebrauch. Als Petrus nach Joh 21,16 f das Papstamt von Christus übertragen erhielt, war er von diesem Augenblick an nach Auffassung von DrMartinBachmaier emeritierter Papst. Alle weiteren Päpste, Linus, Cletus, Clemens, usw. usf. waren von ihrer Amtsannahme an emeritierte Päpste. Kann DrMartinBachmaier dafür irgendeine Referenz angeben?

Insbesondere war nach Meinung von DrMartinBachmaier Benedikt XVI. vom 19.4.2005, d.h. von seinem Amtsantritt an emeritiert. Er widerspricht damit Benedikt XVI. selbst; denn nach dessen Auffassung ist er erst ab 28.2.2013, 20.00 Uhr emeritiert.

Zusatzbemerkung: @DrMartinBachmaier schreibt: Warum werfen Sie mir vor, dass ich den Begriff des Emeritus vom staatlichen Recht nehme? Ich kann ihn doch nur von da nehmen, wo es ihn gibt; im kirchlichen Recht gibt es ihn ja nicht.

Antwort von P. M. Wildfeuer: Der Begriff emeritus existiert im kirchlichen Bereich sehr wohl! Schauen Sie bitte im Lexikon für Theologie und Kirche, 1931, unter dem Schlagwort Emeriten (emeriti) nach! Er bedeutet etwas anderes, als Benedikt XVI. und die Bischöfe meinen. Ferner: Auch wenn Papst und Bischöfe einen falschen Begriff gebrauchen, darf man ihn nicht übernehmen.

Zu b: Der Begriff emeritus ist schlichtweg nicht auf den Papst anwendbar, wie aus dem ersten Punkt klar hervorgeht. Denn ein Papst kann eben nach göttlichem Recht nicht von seinen Pflichten unter Beibehaltung seines Amtes entbunden werden. Ein Papa emeritus ist eine contradictio in adjecto (wie dies in der Logik genannt wird), ein Widerspruch in sich. Ein Papa emeritus ist ein viereckiger Kreis. Mögen Benedikt XVI. oder Bischöfe diesen Ausdruck gebrauchen, er ist und bleibt widersprüchlich.

Dass sich Papst und Bischöfe irren können, haben wir ja im letzten halben Jahrhundert zur Genüge gesehen (vgl. subsistit in, Neudefinition des NOM im Missale 1969 u. a.).

Dafür kämpfen wir treuen Katholiken gerade, dass wir Irrtümer, Unklarheiten, Verwirrungen der heutigen Hierarchen nicht mitmachen. Gerade durch diesen Kampf um die Wahrheit haben wir die beglückende Chance, immer tiefer in die Schönheit und Herrlichkeit der göttlichen Offenbarung einzudringen. Der Herr sei dafür gepriesen.
DrMartinBachmaier
@archangelus: Da haben Sie jetzt das falsche Posting gelöscht. Ich wollte die Löschung meines Postings vom Sonntag, den 28. Mai um 19:11:36 Uhr; derzeit das achtletzte.

Den Inhalt des gelöschten Postings habe ich auch auf meine Homepage geschrieben, halt ohne Bezu auf Sie. Ich wiederhole ihn hier:

Gemäß der Definition der Emeriten sowohl im 10bändigen, von Bischof Michael Buchberger …More
@archangelus: Da haben Sie jetzt das falsche Posting gelöscht. Ich wollte die Löschung meines Postings vom Sonntag, den 28. Mai um 19:11:36 Uhr; derzeit das achtletzte.

Den Inhalt des gelöschten Postings habe ich auch auf meine Homepage geschrieben, halt ohne Bezu auf Sie. Ich wiederhole ihn hier:

Gemäß der Definition der Emeriten sowohl im 10bändigen, von Bischof Michael Buchberger herausgegeben LThK (Lexikon für Theologie und Kirche) als auch im ebenso umfachreichen, von Karl Rahner herausgegebenen LThK kann man Benedikt XVI. nach dem 28. Februar 2013 einen Emeritus nennen, denn er ist erstens in Ehren und kann zweitens dienstunfähig sein, etwa aufgrund einer Dienstbehinderunng. Auf diese Dienstbehinderung deutet ja bereits seine in der Rosenmontagsrede nach Grammatik-Korrektur erkennbare Aufkündigung des Dienstes.

Durch Googeln nach Emeritierung und "differentia specifica" habe ich diesen Artikel gefunden, der jedoch die "Rente mit 67" behandelt, d. h., die Pensionierung und nicht die Emeritierung betrifft.

Weder das Rahner- noch das Buchberger-LThK spricht im Artikel "Emeriten" von einer differentia specifica. Und im Kirchenrecht ist nicht einmal von einer Emeritierung die Rede.

Sollte es nun dennoch eine differentia specifica geben, so wird diese ja offenbar recht unterschiedlich definiert. Im meinerseits verlinkten Rente-mit-67-Artikel ist über die differentia specifica folgende Feststellung zu finden: "Ob all diese Regeln zu streng sind, ob die differentia specifica der Rente mit 67 also verändert oder neu formuliert werden sollen - darüber wird in dieser Woche noch heftig diskutiert."

Dieser letzte Satz zeigt also, dass eine differentia specifica änderbar ist. Und, sollte es sie auch bei der Emeritierung geben, wer bestimmt denn dann, wie sie geändert wird, wenn nicht der, der die oberste Jurisdiktionsgewalt hat? Also der Papst. Und der kann sie nach Belieben ändern, und wenn er will, bis hin zur differentia nulla.

Es gibt also keinen Grund, warum ein amtierender Papst wie Benedikt XVI. kein Emeritus sein könnte. Dem Wortsinn nach ist die Emeritierung irgendeine Entlohnung, die nicht einmal in einer Dienstentpflichtung realisiert sein muss, womit man die Frage nach den Pflichten, die ein Papst hat und wem gegenüber er sie hat oder nicht hat, gar nicht beantworten muss. Dem Verständnis der Lexika für Theologie und Kirche nach sind Emeriten in Ehren dienstunfähig Gewordene, wobei die Dienstunfähigkeit auch durch Behinderung am Dienst entstanden sein kann, was ja der ominöse Rücktritt vom Dienst, nicht vom Amt, ohnehin nahe legt.
DrMartinBachmaier
@archangelus:
Wiederholtes Posting; zunächst nur der Anfang:
Zur Frage 1.1: Ja, ich stimme dieser Ihrer Definition (von "Papst" gemäß der katholischen Kirche) zu.
Zur Frage 2.2: Ja, Benedikt XVI. ist in seinem jetzigen Status oberster und einziger Jurisdiktionsträger.

Ich möchte Sie bitten, mein gestriges Posting von 19:11:36 Uhr zu löschen, weil ich mich da gegen Ende zu versehentlich auf …More
@archangelus:
Wiederholtes Posting; zunächst nur der Anfang:
Zur Frage 1.1: Ja, ich stimme dieser Ihrer Definition (von "Papst" gemäß der katholischen Kirche) zu.
Zur Frage 2.2: Ja, Benedikt XVI. ist in seinem jetzigen Status oberster und einziger Jurisdiktionsträger.

Ich möchte Sie bitten, mein gestriges Posting von 19:11:36 Uhr zu löschen, weil ich mich da gegen Ende zu versehentlich auf das Gegenteil von dem, was Sie geschrieben, berufen hatte.
(Ursprünglich hatte ich mit der differentia specifica begonnen, war dann die Antworten auf 1.1 und 2.2 vorne hinzuschreiben, und dann funktioniert gtv nicht mehr; ich konnte das Geschriebene zwar in den Zwischenspeicher retten, überschrieb den aber durch eine weitere derartige Aktion. Als ich dann das Posting nochmals begann, kam es dann irgendwie zu dieser Fehlauffassung.

Wiederholung der gesamten brauchbaren ersten Hälfte des zu löschenden Postings:

Zur Frage 1.1: Ja, ich stimme dieser Definition zu.
Zur Frage 2.2: Ja, Benedikt XVI. ist in seinem jetzigen Status oberster und einziger Jurisdiktionsträger.

Und da liegt Ihr Problem. Sie hatten Frage 2.2 nämlich falsch beantwortet. Auf Ihrer falschen Antwort von 2.2 basiert Ihre ganze Fehleinschätzung der Emeritus-Frage. Wir reden da tatsächlich einander vorbei.

Sie hatten übrigens die Buchberger LThK-Definition über die Emeriti erwähnt, jedoch nicht gebracht. Nach dem Rahner-LThK (Dank an @CollarUri) - und ich gehe davon aus, dass diese auch nicht so anders ist wie die bei Buchberger - bedeuten die "Emeriten" ja nur "in Ehren dienstunfähig gewordene Geistliche".

CollarUri gesteht das "in Ehren" Benedikt sofort zu, nur die Dienstunfähigkeit nicht. Bedenkt man aber, dass der Dienstrücktritt Benedikts - ich zitiere wieder CollarUri - auch contre coeur erfolgt sein könnte, darf man weiter schlussfolgern, dass dies aufgrund einer Dienstbehinderung geschehen sein könnte. Er wurde halt zum Rücktritt gezwungen. Eine Dienstunfähigkeit kann eben auch darin bestehen, dass man irgendwie behindert wird, den Dienst zu tun. Tja, und schon ist man nach dieser LThK-Definition ein Emeritus.
Eugenia-Sarto
@CollarUri Warum sollen wir uns so viele komplizierte Gedanken machen. Wir haben einen Papst jeweils, nicht zwei. Wenn wir aber Sedisvakanz hätten eine zeitlang, wäre das auch keine Katastrophe , denn wir haben doch unseren Glauben und die Sakramente, wir haben noch treue Priester. Damit können wir eine Weile leben, bis wieder ein guter Papst da ist.
CollarUri
@intellego1 Falls er nicht erpresst wurde und den Jurisdiktionsprimat abgegeben hat, sollte er aber aufpassen, dass nicht unsereins daherkommt und sich an jedem Strohhalm festklammert, der gegen das andere, wirre Pontifikat spricht. Dass weitere Strohhalme auch noch dasind - Dubia-Kardinäle, evtl. häretische Aussagen und krasser Ungehorsam vor dem Konklave 13, allfällige Absprachen anlässlich …More
@intellego1 Falls er nicht erpresst wurde und den Jurisdiktionsprimat abgegeben hat, sollte er aber aufpassen, dass nicht unsereins daherkommt und sich an jedem Strohhalm festklammert, der gegen das andere, wirre Pontifikat spricht. Dass weitere Strohhalme auch noch dasind - Dubia-Kardinäle, evtl. häretische Aussagen und krasser Ungehorsam vor dem Konklave 13, allfällige Absprachen anlässlich der Konklavia 5 und 13, häretische Aussagen in weisser Soutane usw. usf., macht das Eis nicht weniger brüchig. Man würde sich im Falle eines Falles nur blitzartig fragen: Sedisvakanz Ja oder Nein?
intellego1
In diesem Fall, bei Benedikt dem XVI verstehe ich "emeritiert" so, er habe weder Rechte noch Pflichten mehr, es verbleibt ihm lediglich der Titel "Papst". Als solchen schätze ich ihn weiter. Natürlich auch keine Jurisdiktionsgewalt mehr.
charlemagne
Wenn Benedikt noch Papst wäre, müsste, sobald er stirbt, ein Konklave einberufen werden...
DrMartinBachmaier
@archangelus: Korrekutr, und um Missverständnissen vorzubeugen: Meine Argumentation bezieht sich nur auf Frage 1.1 und 2.2 und auf das von CollarUri Gesagte. Ansonsten bin ich davon ausgegangen, dass Emeritierung eben keine Jurisdiktions-Einbuße bedeutet.

Auf die Aussage

"Die angebliche differentia specifica (= Weiterbestimmung) emeritiert enthält ja gerade die Weiterbestimmung, dass er nicht…More
@archangelus: Korrekutr, und um Missverständnissen vorzubeugen: Meine Argumentation bezieht sich nur auf Frage 1.1 und 2.2 und auf das von CollarUri Gesagte. Ansonsten bin ich davon ausgegangen, dass Emeritierung eben keine Jurisdiktions-Einbuße bedeutet.

Auf die Aussage

"Die angebliche differentia specifica (= Weiterbestimmung) emeritiert enthält ja gerade die Weiterbestimmung, dass er nicht mehr oberster Jurisdiktionsträger ist. "

bin ich noch nicht eingegangen. Sie haben sie nicht begründet, und sie entspricht weder der Definition gemäß dem Rahner-LThK- noch der der Professoren-Emeritierung. Oder woher haben Sie diese? Auch im Artikel fand ich sie nicht.
DrMartinBachmaier
@archangelus:
Zur Frage 1.1: Ja, ich stimme dieser Definition zu.
Zur Frage 2.2: Ja, Benedikt XVI. ist in seinem jetzigen Status oberster und einziger Jurisdiktionsträger.

Und da liegt Ihr Problem. Sie hatten Frage 2.2 nämlich falsch beantwortet. Auf Ihrer falschen Antwort von 2.2 basiert Ihre ganze Fehleinschätzung der Emeritus-Frage. Wir reden da tatsächlich einander vorbei.

Sie hatten übrig…More
@archangelus:
Zur Frage 1.1: Ja, ich stimme dieser Definition zu.
Zur Frage 2.2: Ja, Benedikt XVI. ist in seinem jetzigen Status oberster und einziger Jurisdiktionsträger.

Und da liegt Ihr Problem. Sie hatten Frage 2.2 nämlich falsch beantwortet. Auf Ihrer falschen Antwort von 2.2 basiert Ihre ganze Fehleinschätzung der Emeritus-Frage. Wir reden da tatsächlich einander vorbei.

Sie hatten übrigens die Buchberger LThK-Definition über die Emeriti erwähnt, jedoch nicht gebracht. Nach dem Rahner-LThK (Dank an @CollarUri) - und ich gehe davon aus, dass diese auch nicht so anders ist wie die bei Buchberger - bedeuten die "Emeriten" ja nur "in Ehren dienstunfähig gewordene Geistliche".

CollarUri gesteht das "in Ehren" Benedikt sofort zu, nur die Dienstunfähigkeit nicht. Bedenkt man aber, dass der Dienstrücktritt Benedikts - ich zitiere wieder CollarUri - auch contre coeur erfolgt sein könnte, darf man weiter schlussfolgern, dass dies aufgrund einer Dienstbehinderung geschehen sein könnte. Er wurde halt zum Rücktritt gezwungen. Eine Dienstunfähigkeit kann eben auch darin bestehen, dass man irgendwie behindert wird, den Dienst zu tun. Tja, und schon ist man nach dieser LThK-Definition ein Emeritus.

Und jetzt wieder zu Ihnen:
Wenn sich also Benedikt XVI. Emeritus nennt, dies aber - da stimme ich Ihnen zu - bei einem, der nicht mehr die absolute Jurisdiktionsgewalt inne hat, nicht möglich ist, gibt es zwei mögliche Folgerungen:

These 1: Benedikt ist nicht mehr Papst, und sein Titel Emeritus ist unberechtigt.
These 2: Benedikt ist noch Papst, und sein Titel Emeritus kann auch gerechtfertigt sein.

Wenn man hinsichtlich der Emeritus-Frage Benedikt für im Unrecht hält (((- und die Emeritus-Festlegung kam ja zwischen dem 11. und dem 28. Februar 2013 auf, wo er auch Ihrer Meinung noch Papst war -))), dann und nur dann kann man Ihrer These 1 zustimmen.

Wenn man aber, wie ich, Benedikt für klug genug hält, zu beurteilen, ob sein Emeritus-Titel berechtigt ist, bleibt unter der seinerseitigen Annahme dieses Titels nur die Schlussfolgerung, dass Benedikt noch Papst ist. Und nichts anders erzähle ich seit geraumer Zeit.

Ein hochinteressantes Ergebnis also, und ich bin sehr stolz darauf, dass es nach meiner Emeritus-ohne-zusätzlich-regierenden-Papst-Behauptung erzielt worden ist.

Wer glaubt, Benedikt sei nicht mehr Papst, muss ebenso glauben, dass er seinen Titel Papa emeritus zu Unrecht führt.

Das ist jetzt schon ein Hammer. Da haben es nun diejenigen, die behaupten Benedikt sei nicht mehr Papst, nicht mehr so einfach. Sie müssen, um es mal ungeschminkt zu sagen, Benedikt für einen Dödel halten.
SohnDavids
@archangelus
Ist Franziskus Papst?
archangelus
P. Michael Wildfeuer an @DrMartinBachmaier

Eine Diskussion ohne klare Begriffe ist sinnlos. Ich habe klar den Begriff Papst definiert. Es ist die Definition der katholischen Kirche.

Ich wiederhole: Der Papst ist der oberste und einzige Jurisdiktionsträger mit voller und universaler Gewalt.

1. 1. Frage: Stimmen Sie dieser Definition zu? Ja oder nein?

2. 2. Frage: Ist der Würdenträger Josef…More
P. Michael Wildfeuer an @DrMartinBachmaier

Eine Diskussion ohne klare Begriffe ist sinnlos. Ich habe klar den Begriff Papst definiert. Es ist die Definition der katholischen Kirche.

Ich wiederhole: Der Papst ist der oberste und einzige Jurisdiktionsträger mit voller und universaler Gewalt.

1. 1. Frage: Stimmen Sie dieser Definition zu? Ja oder nein?

2. 2. Frage: Ist der Würdenträger Josef Ratzinger in seinem jetzigen Status oberster und einziger Jurisdiktionsträger? Nein!

Schlussfolgerung: Also kann er unmöglich Papst sein.

Der Denkfehler beim Terminus emeritierter Papst liegt in Folgendem:

Das genus proximum (= Grundbestimmung) des Begriffes Papst ist oberster Jurisdiktionsträger. Die angebliche differentia specifica (= Weiterbestimmung) emeritiert enthält ja gerade die Weiterbestimmung, dass er nicht mehr oberster Jurisdiktionsträger ist. Die oberste Jurisdiktion hat ja Josef Ratzinger ausdrücklich niedergelegt. Somit ist die Weiterbestimmung emeritiert logischerweise nicht mit der Grundbestimmung Papst vereinbar.

Das ist alles im Grunde kinderleicht.

Ich gebe aber noch ein Beispiel: Das Quadrat ist eine Flächenfigur (Grundbestimmung) mit vier gleich langen Seiten (Weiterbestimmung). Die Weiterbestimmung kugelig ist mit der Grundbestimmung nicht vereinbar, da eine Kugel keine Flächenfigur ist. Deshalb ist ein kugeliges Quadrat ein Widerspruch in sich (contradictio in adjecto).

Das ist m. E. alles sehr leicht.

Alle Weiterbestimmungen (emeritus, depulsus oder dgl.), die ein Moment der Grundbestimmung negieren, können keine Weiterbestimmung des Begriffes Papst sein.
DrMartinBachmaier
@Vered Lavan: Der Fischerring Benedikts wurde nicht zertört, sondern nur "entwertet", was wiederum aber wertlos ist, weil ein Papst schon lange nicht mehr mit dem Fischerring signiert. Und selbst, wenn eine solche Signierung wieder zur Anwendung käme, hieße dies nur, dass er, wie jeder gut gehütete Papst im Gefängnis, nichts mehr signieren kann. Entscheidend ist vielmehr, dass der Fischerring …More
@Vered Lavan: Der Fischerring Benedikts wurde nicht zertört, sondern nur "entwertet", was wiederum aber wertlos ist, weil ein Papst schon lange nicht mehr mit dem Fischerring signiert. Und selbst, wenn eine solche Signierung wieder zur Anwendung käme, hieße dies nur, dass er, wie jeder gut gehütete Papst im Gefängnis, nichts mehr signieren kann. Entscheidend ist vielmehr, dass der Fischerring nicht idealerweise in so viele Teile zertrümmert wurde, wie es wahlberechtigte Kardinäle gibt. Dies nur würde symbolisieren, dass die Autorität der Kirche vom Papst zu den wahlberechtigten Kardinälen übergegangen ist. Aber wie gesagt: das ist ja nicht geschehen.
DrMartinBachmaier
@archangelus: Ich habe das Buchberger-LThK, aber zuhause, und da bin ich jetzt nicht. Hatte leider gestern keine Zeit mehr, Ihren Artikel zu lesen, sonst hätte ich zuhause nachgeschlagen. So aber kann ich jetzt darauf nicht eingehen. Nur soviel: Zuvor sagten Sie, dass es den Begriff des Emeritus im Kirchenrecht nicht gibt. Nun ist das LThK kein Kirchenrecht, und wie deren Autoren den Begriff …More
@archangelus: Ich habe das Buchberger-LThK, aber zuhause, und da bin ich jetzt nicht. Hatte leider gestern keine Zeit mehr, Ihren Artikel zu lesen, sonst hätte ich zuhause nachgeschlagen. So aber kann ich jetzt darauf nicht eingehen. Nur soviel: Zuvor sagten Sie, dass es den Begriff des Emeritus im Kirchenrecht nicht gibt. Nun ist das LThK kein Kirchenrecht, und wie deren Autoren den Begriff verstehen, werden sie sicherlich begründet haben. Scheint aber kompliziert zu sein, sonst hätten es ja Sie in ein paar Worten ausgedrückt.

Ich verstehe die Emeritieirung dem Wortsinn nach und in der Parallele zu den emeritierten Profoessoren. Mögen solche Parallelen nicht passen, so ist der Wortsinn aber immer ein schlagendes Argument. Ich etwa bezeichne in der Statistik die Ausdrucksweise "signifikant verschieden" als Betrug, weil deren Anwendung nicht mit dem Wortsinn übereinstimmt. Man täuscht nämlich einen bedeutenden Unteschied vor.

Fangen wir also bei dem an, was Sie selber als falsch bezeichnen: Die Bischofs-Emeritierung. Das ist GAR nichts anderes als eine Pensionierung. Selbst das Behalten der einem aufgrund der Weihe zukommenden Rechte hat nicht nur bei den Priestern seine Parallele, sondern bei jedem Christen. Ein pensionierter Christ darf doch weiterhin seine Rechte, die er aufgrund des unauslöschlichen Siegels der Taufe erhalten hat, wahrnehmen. Er darf der hl. Messe beiwohnen, er darf zur Kommunion gehen, darf beichten, darf das Sakrament der Krankensalbung empfangen und darf, im Gegesatz zum em. Bischof, sogar das Sakrament der Ehe empfangen. Wenn man also von einem pensionierten Bischof als em. Bischof spricht, so kann man das bei jedem anderen Katholiken genauso tun, und damit ist der Begriff der Emeritierung völlig ad absurdum geführt.

Wäre es da nicht mal besser gewesen, gegen den Begriff des em. Bischofs zu wettern? Den gibt's schon so lang, und keinen stört's!

Was nun bei Papst Benedikt für das Auge der Öffentlichkeit geschehen ist - von der Art seiner Vertreibung gibt es ja nur Vermutungen -, ist, dass er sein Papstamt behalten hat, jedoch den Dienst, den man von ihm erwartet, nicht mehr ausübt. Auf einen Professor bezogen entspricht das einer Emeritierung, aber das erkennen Sie ja nicht an, weil ja im LThK irgendwas anderes steht.

Bleiben wir also beim Wortsinn. Das Wort emeritus leitet sich von ex (aus, ent-, einen Ursprung andeutend) und meritum (Verdienst, Lohn) her und deutet etwas an, was aus dem bereits Verdientem resutliert, und meint eine gewisse "Entpflichtung". Ja wovon, könnte man sagen. Sehen wir es doch praktisch. Man ließ Benedikt nicht mehr wirken. Er kann nun sagen: ich hab die Alte Messe wieder in ihre Rechte versetzt etc., Ich hab getan, was ich konnte, mehr lässt man mich nicht mehr tun. Ich kann die "Pflichten" nicht mehr tun, die man von mir erwartet, also tu ich sie auch nicht mehr, und das nicht nur aufgrund meiner körperlichen Gebrechlichkeit, sondern als "Entlohnung" (= "Emeritierung") all dessen, was ich bereits getan habe.

Was jetzt da im LThK steht, weiß ich nicht, ich glaube aber eher nicht, dass hier der Fall eines Papstes, der zum "Rücktritt" gedrängt wurde, aufgegriffen ist. Und wenn man schon den Begriff eines Emeritus für Professoren und LThKs und Bischöfe verschieden gebrauchen darf, dann wird man wohl auch eine Definition des Emeritus für einen zum "Rücktritt" gezwungenen Papst ergänzend einführen dürfen. Und das hat, Ihren Aussagen nach, Papst Benedikt zusammen mit seinen Freunden gemacht. Was er getan hat, hat also immerhin päpstliche, und nicht nur bischöfliche Autorität (Bischof Micheal Buchberger: LThK).

Ansonsten bin, genauso wie @Carlus, kein Befürworter des Begriffs emeritus, würde lieber einen Begriff wie Papa depulsus (vertriebener Papst; ich suche mir noch was Besseres) verwenden; aber so direkt kann halt weder Papst Benedikt noch EB Gänswein sprechen. Bei Erpressung kann man halt nicht alles sagen, was man will.

Worum es mir in meinem Artikel ging, war das Durcheinanderbringen der beiden Thesen. Ich hatte beim Lesen des Artikels auf katholisches.infor durch das Nebeneinander von These A und B den Eindruck erhalten, dass hier die Unmöglichkeit des Papa emeritus mit der Unvereinbarkeit eines Papa emeritus bei einem zusätzlich regierenden Papst begründet wird. Und in Pater Wildfeuers Predigt sah dies nicht anders aus.

Ansonsten ist mir das Streichen des em. (emeritus) zumindest symathischer als der jetzige Zustand, wo man dem Papst das "em." hinzufügt, zugleich aber den Benedikt aufgezwungenen "Papst" wie ein Oberhaupt der katholischen Kirche zu behandeln pflegt.

Und noch was:

Sie antworten mir in einem neuen Artikel auf der Startseite, damit Ihre Antwort auch gelesen wird. Ich weiß nicht, ob man mir das zubiligt. Ich bleibe vorerst mal anständig und antworte in der Kommentar-Funktion, wie sich das gehört. Mal sehen, wieviele Klicks es da noch gibt. Gegenwärtig stehen wir bei abgerundet 1,1 Tsd.

Wenn ich aber wieder einen selbständigeren Artikel zu diesem Thema schreibe, erwarte ich, dass auch dieser auf die Startseite kommt. Ansonsten wäre die Antwort auf einen Kommentar in einem neuen Artikel mir gegenüber nur noch unfair.
Plaisch
Papst Benedikt hat heute den 40. Bischofsweihetag, der 28.5. ist an sich der Tag des Pontifikats: der ewigen Hirtensorge Gottes.

ER wurde im Alter von 50 Jahren geweiht, untrüglich ein Zeichen der Vorsehung, dass Gott selber in der Kirche das Zepter führt und weiter führt und an emeritus Benedictus aufzeigt, wo die Gnaden herkommen: vom eucharistischen Osterlamm.
Sancta
Danke P. Wildfeuer 👍
CollarUri
@Plaisch Besonders der Pessimus hat's noch in sich : )
Im Ernst: Wenn wir annehmen, die kritischen Punkte zu Franziskus seien nicht wirklich seine Prioritäten, sondern würden durch die Medien zusammengeklaubt, dann schadet ihm auch Benedikts nostalgische Souvenirsammlung nicht. Anders wäre es indessen andernfalls.
Plaisch
@CollarUri
@Viandonta
Das Attribut - oder besser "Epithet" - ist schon eine sprachliche Hilfskonstruktion, aber nicht so daneben.

Man muss auf die lateinische Grammatik zurückgreifen um es genau zu verstehen.

Franciscus (est) papa.
Benedictus emeritus papa.
Pius X sanctus papa
..... pessimus papa.

Die Papstwürde bleibt, aber der historische Zustand ändert, und es gibt EINEN papst (darum sagt …More
@CollarUri
@Viandonta
Das Attribut - oder besser "Epithet" - ist schon eine sprachliche Hilfskonstruktion, aber nicht so daneben.

Man muss auf die lateinische Grammatik zurückgreifen um es genau zu verstehen.

Franciscus (est) papa.
Benedictus emeritus papa.
Pius X sanctus papa
..... pessimus papa.

Die Papstwürde bleibt, aber der historische Zustand ändert, und es gibt EINEN papst (darum sagt man nicht unus papa, sondern einfach papa) und dieser eine Papa (als Chef der Kirche) hat im Lauf der Zeit verschiedene Akzidentien, wie man die Haare färben oder einen Bart wachsen lassen kann. Aber die Person (das Gemeinte, von griechischer Tragödie) bleibt dieselbe: Jesus Christus im summum pontificium.
CollarUri
@Viandonta Allles nebulös. Der Fischerring wurde nicht zerschlagen, wie das im Todesfall sonst geschieht, sondern seine Zeichnung wurde mittels einer Gravur durchtrennt, sodass er als Siegelring angeblich nicht mehr zu gebrauchen sei, und dies durch die Medien als Unbrauchbarmachung kolportiert. Pileolus und Soutane sind geblieben. Ein paar rote Schuhe hat er bei der Schuhsammlung des …More
@Viandonta Allles nebulös. Der Fischerring wurde nicht zerschlagen, wie das im Todesfall sonst geschieht, sondern seine Zeichnung wurde mittels einer Gravur durchtrennt, sodass er als Siegelring angeblich nicht mehr zu gebrauchen sei, und dies durch die Medien als Unbrauchbarmachung kolportiert. Pileolus und Soutane sind geblieben. Ein paar rote Schuhe hat er bei der Schuhsammlung des Kolpingwerks abgegeben. P. S. Im LThK 1959 steht zu Emeriten "in Ehren dienstunfähig gewordene Geistliche", gefolgt von Pensionsregeln für aus dem Amt geschiedene Pfarrer und Vikare. In Ehren ist Benedikt wohl gewesen; dienstunfähig war er nicht, wenn man etwa den Dienst Johannes-Pauls II. am 2.4.05 als Dienst versteht, wie dies alle Welt getan hat.
CollarUri
Wenn "Emeritus" in diesem Fall eine begriffliche Fehlkonstruktion sein sollte, aber im übrigen Benedikt XVI. als Person die Papstwürde behalten kann und daneben ein anderer Papst Platz hat oder hätte, dann bleiben aber doch die grössten Fragen offen. Dann bedeutet das doch nur, dass das Attribut "Emeritus" mangels verständlichem Sinn nichts Verbindliches besagt und wohl für sich genommen vom …More
Wenn "Emeritus" in diesem Fall eine begriffliche Fehlkonstruktion sein sollte, aber im übrigen Benedikt XVI. als Person die Papstwürde behalten kann und daneben ein anderer Papst Platz hat oder hätte, dann bleiben aber doch die grössten Fragen offen. Dann bedeutet das doch nur, dass das Attribut "Emeritus" mangels verständlichem Sinn nichts Verbindliches besagt und wohl für sich genommen vom Status des andern, gewählten Papstes Franziskus nichts Verbindliches abträgt; die Frage, ob die noch getragenen, restlichen Papstinsignien Benedikts Folgen haben, sowie die Frage, ob "Papa" auf ihn anwendbar ist, muss sich wohl eher nach dem Sprichwort "Kleider machen Leute" beantworten lassen. Könnten sie nicht ein klitzekleines Bisschen darauf hinweisen, in bestimmter oder unbestimmter Hinsicht sei der Papstrücktritt contre coeur erfolgt?
Eugenia-Sarto
Nun ist es klar geworden. Vielen Dank an H.H. Pater Wildfeuer! Es kann nur einen Papst geben, nicht zwei. Emeriti kann es mehrere geben, aber keinen, der sich Papa emeritus nennt.